Hochschule Anhalt: Frühjahrsschule zu Software-Lokalisierung, Terminologie, MÜ und Post-Editing

Hochschule Anhalt in Köthen

Das Hauptgebäude der Hochschule Anhalt in Köthen.

Der Fachbereich Informatik und Sprachen der Hochschule Anhalt bietet in der Woche vom 5. bis 9. März 2018 eine Frühjahrsschule zum Thema „Entwicklungen im Bereich der Übersetzung und Lokalisierung“ an. Zielgruppe sind sowohl studierende als auch praktizierende Übersetzer.

Die Dozenten sind kochkarätige Experten aus Lehre und Praxis: Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg, Katja Althoff, Carine Mathey, Dr. François Massion, Mark Daniel Childress, Peter Oehmig und Sara Grizzo.

Angebotene Kurse

  1. Montag: Softwarelokalisierung − Projekte, Werkzeuge und Formate
  2. Dienstag: Werkzeugbasierte Qualitätssicherung
  3. Mittwoch: Grundlagen der Spielelokalisierung
  4. Donnerstag: Terminologiemanagement − Schlüssel zu erfolgreichen (Lokalisierungs-) Projekten
  5. Freitag: Maschinelle Übersetzung und Post-Edition

In allen Kursen werden sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktische Anwendung in eigenen Übungen vermittelt. Die Kurse finden in den Computerräumen des Fachbereichs Informatik und Sprachen statt, die mit moderner Technik und den neusten Versionen der einschlägigen Programme für die Softwarelokalisierung ausgestattet sind.

Module können auch einzeln gebucht werden

Sie interessieren sich nur für einzelne Themen oder haben nicht die ganze Woche Zeit? Kein Problem: Jedes der fünf Module kann auch einzeln (tageweise) gebucht werden.

Beginn ist jeweils um 9.00 Uhr, Ende um 17.00 Uhr.

Computerraum Hochschule Anhalt

Die Schulung findet in den mit modernster Technik ausgestatteten Computerräumen der Hochschule statt.

(1) Softwarelokalisierung – Projekte, Werkzeuge und Formate (Montag, 05.03.2018)

Dozentin: Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg, Professorin für Computerlingustik und Softwarelokalisierung an der Hochschule Anhalt.

Einer der ersten Schritte in der Phase der Angebotserstellung und der Auftragsabwicklung eines Lokalisierungsprojektes ist die Analyse der zu lokalisierenden Daten, um auf dieser Grundlage Entscheidungen für den Einsatz konkreter Werkzeuge zu treffen.

Während gewisse Standard-Applikationen mit marktgängigen Lokalisierungswerkzeugen bearbeitet werden können, lassen sich einzelne Module oder Softwarekomponenten zahlreicher Produkte nicht auf diese Weise bearbeiten. Sie erfordern entweder Funktionen, die zum Teil durch zusätzliche Makros realisiert werden können, oder den Einsatz anderer Hilfsmittel bzw. alternativer Vorgehensweisen bei der Extraktion der Textelemente, deren Lokalisierung und Reimport in den Quellcode.

Der Kurs vermittelt einen Überblick über ausgewählte Lokalisierungswerkzeuge und deren Funktionsumfang.

Das Ziel des Kurses ist, den Aufbau von Benutzeroberflächen, die verschiedenen Formen von Quellcode-Dateien typischer Microsoft-VisualStudio-Anwendungen sowie deren sprachliche und programmiertechnische Realisierung kennenzulernen und Textsegmente der Benutzeroberfläche (Menüs, Dialoge, Fehlermeldungen) aus dem Programmcode sowohl manuell als auch mit Hilfe spezieller Lokalisierungssoftware extrahieren zu können.

Es werden sowohl ausführbare Dateien verschiedener Anwendungen als auch Quellcode-Dateien betrachtet. Daneben werden Ressourcen-Dateien grafischer Benutzeroberflächen (GUIs) von Software-Produkten anderer Entwicklungsumgebungen und die Besonderheiten bei der Lokalisierung von XLIFF-Dateien (XML Localization Interchange File Format) für den Lokalisierungsprozess behandelt.

(2) Werkzeugbasierte Qualitätssicherung (Dienstag, 06.03.2018)

Dozentin: Katja Althoff, Diplom-Fachübersetzerin aus Dortmund.

In diesem Kurs lernen Sie die wichtigsten Funktionen von SDL Trados Studio kennen, sodass Sie alle wichtigen Schritte zur Erledigung eines Übersetzungsauftrags durchführen können: Erstellung von Projekten, Übersetzung von Dateien, Erstellung neuer Translation Memorys sowie Generierung von Zieldateien.

Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf TMs und Projektmanagement-Funktionen. So können Sie beispielsweise mithilfe von Feldern und Filtern steuern, wie ihre Dateien analysiert und vorübersetzt werden. Ferner werden wir Projektpakte für Vendoren behandeln, sowie Vorlagen, mit denen Segmentierungsregeln oder Pseudoübersetzungen bearbeitet werden können.

Schließlich wollen wir den Zyklus „Übersetzen – Überprüfen – Genehmigen“ in Trados Studio betrachten, sowie nützliche Funktionen wie RetroFit oder die zweisprachige Überprüfung. Die Möglichkeiten zur Qualitätssicherung – QA Checker 3.0, Terminologieüberprüfung und Translation Quality Assessment – sind bei der Übersetzung von Hilfetexten und Software-Dokumentationen ebenfalls sehr nützlich.

Es handelt sich hierbei um einen praxisorientierten Kurs mit zahlreichen Übungen.

(3) Grundlagen der Spielelokalisierung (Mittwoch, 07.03.2018)

Dozentin: Carine Mathey manages the translation department at Altagram GmbH. She holds Master’s degrees in translation from ISIT Paris and Université Paris Diderot.

(4) Terminologiemanagement – Schlüsselfaktor für erfolgreiche (Lokalisierungs-)Projekte (Donnerstag, 08.03.2018)

Dozenten: Dr. François Massion, Diplom-Übersetzer, promovierter Lexokograph, Gründer der D.O.G. Dokumentation ohne Grenzen Gmbh. Mark Daniel Childress, ehemaliger Terminologe bei der SAP, erster Vorsitzender des Deutschen Terminologie-Tags. Peter Oehmig, technischer Redakteur bei der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Unter verschiedenen projekt- und unternehmensspezifischen Aspekten stellt der Kurs Ideen für Terminologie-Management-Konzepte vor, die die Grundlagen einer erfolgreichen Projektabwicklung schaffen. Praktikable Konzepte zur Terminologieextraktion und zum Aufbau von Terminologiedatenbanken werden vorgestellt. Darüber hinaus werden Möglichkeiten des Terminologieimports in Terminologie-Management-Systeme und Algorithmen zur Dublettenbereinigung betrachtet.

(5) Maschinelle Übersetzung und Postedition (Freitag, 09.03.2018)

Dozentin: Sara Grizzo, studierte Übersetzerin, ehemals Übersetzerin und Teamleiterin bei SDL International in Großbritannien, seit 2010 selbstständig.

Der Kurs beschreibt die grundlegenden Architekturen von maschinellen Übersetzungssystemen und schlägt die Möglichkeiten der Verwendung von MT-Systemen im Lokalisierungsprozess vor. Dabei werden verschiedene Verfahren eingeführt, die die Qualität der maschinellen Übersetzung verbessern, wie das Vorbereiten von Dokumenten (z.B. übersetzungsorientiertes Authoring), das Beachten von Style Guides und die Verwendung von kontrollierten Sprachen.

Die Postedition von maschinell übersetzten Dokumenten bildet den Fokus dieses Kurses. Die Abrechnung der für die Postedition von maschinell-übersetzten Dokumenten geleisteten Arbeit wird ebenfalls thematisiert.

Veranstaltungsort

Der Fachbereich Informatik und Sprachen der Hochschule Anhalt befindet sich in Köthen, Sachsen-Anhalt (auf halber Strecke zwischen Magdeburg und Leipzig). Am Fachbereich Informatik und Sprachen werden Studenten in den Bachelor- und Masterstudiengängen „Softwarelokalisierung“ ausgebildet. Dieses Studienprogramm ist in Europa einzigartig.

Die enge Verbindung zwischen Fremdsprachenausbildung, Informatik und Softwarelokalisierung bietet eine optimale Grundlage für die in den Lokalisierungsberufen gestellten Anforderungen. Internationale Kooperationen und ein hoher Praxisbezug bereiten die Absolventen hervorragend auf den Arbeitsmarkt vor.

Teilnahmegebühren

  • Preis für die gesamte Woche (alle fünf Kurse): 550,00 Euro
  • Preis für einen einzelnen Kurs/Tag: 150,00 Euro

Mitgliedern von BDÜ und ASTII wird ein Preisnachlass von 50,00 Euro gewährt.

In den Teilnahmegebühren sind die Kursunterlagen, die Pausengetränke sowie das Mittagessen in der Mensa enthalten.

Anmeldung

Die Anmeldung ist per E-Mail, Post und Fax möglich. Weitere Informationen dazu sowie zu Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie auf der Veranstaltungs-Website:

[Text: Hochschule Anhalt. Quelle: Hochschule Anhalt. Bild: Ralf Lotys, Lizenz CC-BY 2.5; Hochschule Anhalt.]

WordPress theme: Kippis 1.15