Schweizer Literaturübersetzerin Yla Margrit von Dach mit Spezialpreis Übersetzung ausgezeichnet

Yla Margrit von Dach

Yla Margrit von Dach in ihrer Wohnung im zweisprachigen Biel/Bienne im Kanton Bern.

Das schweizerische Bundesamt für Kultur (BAK) hat am 15.02.2018 in der Nationalbibliothek in Bern die „Schweizer Literaturpreise 2018“ sowie den „Schweizer Grand Prix Literatur 2018“ verliehen.

Dabei wurde die Literaturübersetzerin Yla Margrit von Dach mit dem „Spezialpreis Übersetzung“ ausgezeichnet, der mit 40.000 Schweizer Franken (34.700 Euro) dotiert ist.

Yla Margrit von Dach wurde 1946 geboren und lebt in Biel und Paris. Ihre mehrfach ausgezeichneten Übersetzungen haben laut Jury zur Bekanntheit französischsprachiger Autoren – insbesondere aus der Romandie – im deutschsprachigen Raum beigetragen. Dazu gehören Nicolas Bouvier, Catherine Safonoff, Marius Popescu und Michel Layaz.

Darüber hinaus wird gewürdigt, dass von Dach mit ihren Übersetzungen und den Workshops, die sie in der Schweiz und im Ausland durchgeführt hat, zur Anerkennung der Literaturübersetzung als eigenständige Kunstform beiträgt.

In der Laudatio heißt es:

Mit Yla Margrit von Dach wird eine Übersetzerin geehrt, die ihr Leben seit dem Abschluss ihrer Ausbildung ganz dem Schreiben gewidmet hat. Nach ihrer Tätigkeit als Journalistin fand sie 1982 als Autorin Anerkennung. Ihre Haupttätigkeit aber galt bald schon der literarischen Übersetzung.

 

Sie hat bis heute zahlreiche Romane, mehrere Theaterstücke und Lyrikbände und auch Sachbücher aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt. Nicht nur durch ihre Vielzahl und Vielfalt beeindrucken diese Übersetzungen. In ihnen erweist sich diese Übersetzerin als scharfsichtige und hellhörige Leserin der französischen Texte, die mögliche Schwächen ebenso wahrnimmt wie Besonderheiten und Nuancen der jeweiligen Schreibweise.

 

Sie bewährt sich aber auch und vor allem als Sprachkünstlerin, die in einer einzigartigen Verbindung von Sorgfalt und Ideenfülle die im Original verborgenen Finessen auch in der anderen Sprache hervorzubringen vermag.

 

Sie ist eine Kundschafterin in zweifacher Hinsicht: in der Erkundung beider Sprachen, der französischen wie der deutschen, auf ihre Modulationen und Resonanzen hin, und in der Erkundung neuer Themen und Formen der französischsprachigen Literatur.

 

So haben ihre Übersetzungen dazu beigetragen, neben einer Reihe von Autorinnen und Autoren aus Frankreich zahlreiche Schriftstellerinnen aus der französischsprachigen Schweiz im deutschen Sprachraum bekannt zu machen, unter anderen zum Beispiel Sylviane Châtelain, Catherine Colomb, Marie-Claude Dewarrat, Monique Laederach, Janine Massard, Sylviane Roche und Catherine Safonoff.

 

Sie hat von fast so vielen schreibenden Männern aus der Westschweiz ebenso bedeutende Werke übersetzt, und für ganz verschiedene Schreibweisen das adäquate Deutsch gefunden wie jüngst für diejenigen von Michel Layaz, Marius Popescu und Jean-Pierre Rochat.

 

Seit seinen Anfängen hat sie das „Centre de traduction littéraire“ in Lausanne regelmässig begleitet, um ihre Erfahrungen und Sichtweisen als Übersetzerin in Kolloquien und Werkstätten einzubringen, sei es in Lausanne oder anderswo.

 

Mit ihrem grossen Werk als Übersetzerin und mit öffentlichen Auftritten in der Schweiz und in verschiedenen Ländern hat sie dazu beigetragen, dass die literarische Übersetzung heute als besondere Kunst gewürdigt wird.

Über die Schweizer Literaturpreise

Das schweizerische Bundesamt für Kultur (BAK) vergibt jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise. Der Schweizer Grand Prix Literatur zeichnet das Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors aus. Der Spezialpreis Übersetzung wird im Wechsel mit dem Spezialpreis Vermittlung alle zwei Jahre vergeben. Zusätzlich zu diesen mit je 40.000 Franken dotierten Auszeichnungen werden jährlich Preise für im vergangenen Jahr erschienene Einzelwerke ausgeschrieben.

Die Preisträger erhalten je 25.000 Franken und werden durch spezifische Förderungsmassnahmen unterstützt, die ihre Werke auf nationaler Ebene bekannt machen sollen. Insbesondere werden in der ganzen Schweiz Lesungen organisiert, die es den Autoren ermöglichen, ihr Publikum über die Sprachgrenzen hinaus zu erweitern.

[Text: BAK. Quelle: Pressemitteilung BAK, 2018-01-19; Bieler Tagblatt, 2018-02-16. Bild: Ladina Bischof für BAK.]

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