Eva Meijer philosophiert über „Die Sprachen der Tiere“

Denis Scheck hat am 27.05.2018 in seiner Sendung „druckfrisch“ mit Eva Meijer gesprochen.

Die niederländische Philosophin und Schriftstellerin Eva Meijer beschreibt in ihrem Buch „Dierentalen“ abwechslungsreich und unterhaltsam tierische Kommunikationsformen. Soeben ist das von Christian Welzbacher übersetzte Werk mit dem Titel „Die Sprachen der Tiere“ im Berliner Verlag Matthes & Seitz erschienen.

Meijer schreibt:

Lässt sich die Kommunikation von Tieren als Sprache bezeichnen? Können wir mit anderen Tieren sprechen, und wenn ja: wie? Ist die Sprache der Menschen spezielle, oder sind alle Sprachen speziell? Was ist eigentlich Sprache?

 

Mein Ziel ist also nicht, eine Übersicht über alle Tiersprachen zu geben – dazu wissen wir noch zu wenig, außerdem gibt es so viele Tierarten, die über eine eigene Sprache oder Sprachen verfügen, dass dies kaum möglich wäre. Mein Ziel ist eher, den Reichtum dieser Tiersprachen zu zeigen und dabei zu erörtern, welche Bedeutung diese Sprachen für uns haben und wie wir über Tiere und Sprache nachdenken.

Meijer wechselt von wissenschaftlichen Anekdoten zu deren Analyse und von persönlichen Erlebnissen zu philosophischen Reflexionen über Sprache und ihre Funktionen.

Die lautlichen Äußerungen von Hunden, Delfinen oder Elefanten beschreibt sie ebenso wie die erstaunlichsten systemischen und körperlichen Kommunikationsformen bei Ameisen oder Bienen.

Es geht ihr neben der Entdeckung einer bis heute fast unerforschten Welt auch um die Möglichkeiten der Verständigung von Mensch und Tier.

Ihre überraschenden Entdeckungen und Einsichten münden jedoch letztlich in der Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, die schwache politische Position der Tiere zu überdenken.

Denn wer Sprache hat, ist ein Mensch und damit ein ethisches Subjekt, so jedenfalls eine jahrhundertealte philosophische Überzeugung, mit der man bislang den Menschen über das Tier erheben wollte.

Im Vorwort heißt es:

Die Sprachphilosophie hat sich der Tiere noch nicht angenommen, wie überhaupt jenseits von Biologie und Ehtologie – der Verhaltensforschung – wenig über das Verhältnis der Tiere zu ihren Sprachen nachgedacht wird. Das ist insofern bedauerlich, als uns Tiere ein Verständnis für die Bedeutung von Sprache auch in ganz allgemeinem Sinne vermitteln können.

Die Überschriften der einzelnen Kapitel:

  • In der Menschensprache sprechen
  • Die lebende Welt
  • Haustiere
  • Der kluge Hans oder denken mit dem Körper
  • Struktur, Grammatik und Bedeutung
  • Metakommunikation: Vom Spiel zur Gerechtigkeit
  • Wir müssen mit den Tieren ins Gespräch kommen

Über die Autorin

Buchtitel "Die Sprachen der Tiere"Eva Meijer wurde 1980 in Hoorn geboren. Sie ist freie Philosophin, bildende Künstlerin, Singer-Songwriterin und Autorin. Ihre Romane, Kurzgeschichten und Gedichte erhielten zahlreiche Preise und ihr jüngster Roman „Het vogelhuis“ wird derzeit in viele Sprachen übersetzt.

Meijer promovierte mit einem Thema zu den Sprachen der Tiere an der Universität Amsterdam und ist Mitbegründerin des literarischen Kollektivs „De Jagers“.

Bibliografische Angaben

Eva Meijer (2018): „Die Sprachen der Tiere“. Matthes & Seitz, Berlin. Übersetzt von Christian Welzbacher. 176 Seiten, gebunden, mit Leseband, 28,00 Euro, ISBN: 978-3957575364.

Weiterführende Links

[Text: Matthes & Seitz, ergänzt von Richard Schneider. Quelle: Matthes & Seitz. Bild: Richard Schneider (Screenshots ARD-Mediathek); Matthes & Seitz.]

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