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Verfasser-Archiv

Tagessatz für somalische Piratendolmetscher: 1.500 Dollar

Piratenflagge1.500 US-Dollar (rund 1.100 Euro) hätte ein Somalier für seine Tätigkeit als Konsekutivdolmetscher bei einem Piratenüberfall auf das deutsche Containerschiff „Taipan“ erhalten sollen. Dies erklärte der 29-jährige Angeklagte beim nun schon seit 15 Monaten andauernden Hamburger Piratenprozess.

Am 78. Verhandlungstag rang sich der 29-Jährige überraschend zu einer umfassenden Aussage durch und beschuldigte die übrigen Angeklagten der Lüge. Vor Gericht seien bislang jeden Tag „Märchen erzählt“ worden. Er könne das nicht mehr ertragen. „Vor Gericht hat man uns korrekt und fair behandelt, und ich möchte Ihnen wirklich die Wahrheit sagen“ , so der Sprachmittler.

Keiner der Angeklagten sei - wie zuvor von einigen behauptet - zur Teilnahme an dem Überfall gezwungen worden. Vielmehr seien vorab Verträge gemacht worden, in denen die Aufgaben eines jeden Einzelnen festgelegt worden seien. Er habe die Aufgabe gehabt, zwischen den Somalis und der Schiffsbesatzung zu dolmetschen. Selbst die Aufteilung des zu erpressenden Lösegelds sei vertraglich geregelt gewesen. Der Dolmetscher gab darüber hinaus den Namen des Anführers in Somalia an und berichtete von weiteren Hintermännern.

Die zehn Angeklagten hatten Ostern 2010 vor der Küste Somalias das Hamburger Containerschiff „Taipan“ gekapert. Die 15-köpfige Schiffsbesatzung, darunter zwei Deutsche, konnte sich in einem Sicherheitsraum verschanzen. Wenige Stunden später wurden sie von einem zu Hilfe gerufenen niederländischen Marinekommando befreit und die Piraten festgenommen.

Mehr zum Thema auf uepo.de
2010-12-21: Keine leichte Aufgabe: Dolmetscher im Hamburger Piratenprozess
2009-08-06: Auch Piraten brauchen Dolmetscher

[Text: Richard Schneider. Quelle: Welt, 2012-03-01; Zeit, 2012-02-29; NDR, 2012-03.01. Bild: Creative Commons Public Domain / Wikipedia.]

Infoblatt 1/2012: Marketing für Sprachmittler

InfoblattSoeben ist die 24 Seiten starke Ausgabe 1/2012 des vom ADÜ Nord herausgegebenen Infoblatts erschienen. Das Titelthema “Marketing für Sprachmittler” wird mit Beiträgen der folgenden Experten beleuchtet:

  • Dr. Thea Döhler: Soziale Medien – Segen oder Fluch?
  • Ulrike Heiß: Expertenbegegnung auf Augenhöhe
  • Christine Mielsch: Kundenakquise? Wissen festigen!
  • Nina Sattler-Hovdar: Verhandeln kann man lernen!

Darüber hinaus enthält das Heft einen Bericht über ein Treffen der “Bremer Runde” (Zusammenschluss deutschsprachiger Sprachmittlerverbände) in Bern und über die Generalversammlung der FIT Europe sowie eine Vorschau auf die “1. Juristischen ADÜ-Nord-Tage”.

Sie können das aktuelle Infoblatt kostenlos direkt unter der folgenden Adresse herunterladen:
http://infoblatt.adue-nord.de/infoblatt-2012-01.pdf

www.adue-nord.de

[Text: Richard Schneider. Quelle: Mitteilung ADÜ Nord, 2012-02-21. Bild: ADÜ Nord.]

Schwarzenbach baut Museum für Comic-Übersetzerin Erika Fuchs

Entwurf Erika-Fuchs-Museum
Entwurf des siegreichen Architekturbüros für das Entrée des Dr.-Erika-Fuchs-Hauses. Dies ist die Schmalseite des Hauses. Das Gebäude und das anschließende Freigelände ziehen sich sehr weit in die Tiefe, wie der Grundriss zeigt.

Erika-Fuchs-Museum, GrundrissIm oberfränkischen Schwarzenbach an der Saale (10 km südlich von Hof) haben die Stadtoberen die Einrichtung eines Erika-Fuchs-Museums beschlossen.

Dr. Erika Fuchs war die erste Übersetzerin der Disney-Comics ins Deutsche und von 1951 bis 1988 gleichzeitig Chefredakteurin der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift Micky Maus. Die 2005 verstorbene promovierte Kunsthistorikerin wurde in Rostock geboren, lebte aber von 1932 bis 1984 in Schwarzenbach. Der Bayerische Rundfunk erklärt in einem Radiobeitrag, dass die Verbundenheit zur Region Oberfranken auch in den Übersetzungen zum Ausdruck kam:

Dabei hat sie aber nicht nur stur übersetzt, sondern die Comic-Geschichten auch in die Region verlegt. In ihren Texten tauchen beispielsweise die Luisenburg oder die weltbekannte Eisenbahnstrecke “Schiefe Ebene” auf. Und wenn Donald mit seiner geliebten Daisy spazieren geht, dann durchs Höllental im Frankenwald. Enten-Onkel Dagobert betreibt sogar einen Skilift am Ochsenkopf.

Neben dem heimatgeschichtlichen Aspekt soll das Museum auch den großen Einfluss von Erika Fuchs auf die deutsche Sprache zeigen: Aussprüche wie “Dem Ingeniör ist nichts zu schwör” und andere berühmte Sätze aus Entenhausen stammen aus ihrer Feder.

Ein Architektenwettbewerb wurde bereits 2011 abgeschlossen und das am besten geeignete Konzept ausgewählt. In zentraler Lage am Maxplatz soll ein baufälliges Haus abgerissen und ein Museumsneubau errichtet werden.

Die Kosten belaufen sich auf 4,3 Mio. Euro - ein Betrag, den das 7.500-Seelen-Städtchen Schwarzenbach nicht aus eigener Kraft aufbringen kann. Deshalb wurde ein Finanzierungskonzept erarbeitet, bei dem sich 90 Prozent der Summe aus diversen Fördermitteln von Land, Bund und EU zusammensetzen. Darüber hinaus hat der Disney-Konzern bereits die Lizenzrechte für Exponate zugesagt. Der Egmont-Ehapa-Verlag, der die Disney-Comics im deutschsprachigen Raum vertreibt, will das Museum nach Kräften unterstützen und im Micky Maus Magazin (Auflage 175.000) auf Ausstellungen im Dr.-Erika-Fuchs-Haus hinweisen.

Ende 2013 soll das Museum seine Pforten öffnen und jährlich rund 15.000 Besucher nach Schwarzenbach ziehen.

Die Initiative für ein “Erika-Fuchs-Haus” ging 2006 von Gerhard Severin (55) aus, einem begeisterten D.O.N.A.L.D.-Mitglied (Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus). Im wahren Leben ist Severin Richter am Amtsgericht Hof. Er gründete gemeinsam mit anderen Donaldisten die Erika-Fuchs-Stiftung und deren Förderkreis “Club der Milliardäre”. Im Schwarzenbacher Bürgermeister Alexander Eberl fand er einen gleichgesinnten Verbündeten.

Die Website zum Museumsprojekt: www.erika-fuchs.de

Mehr zum Thema im Übersetzerportal
2011-09-18: 60 Jahre Micky-Maus-Übersetzungen: Wie Erika Fuchs eine eigene Sprache für die Mäusewelt schuf
2010-10-14: Lokalisierung in der Literaturübersetzung: Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte
2010-04-06: Applaus, Applaus! Museum für Disney-Übersetzerin Erika Fuchs kommt voran
2006-12-07: „Wortschatz der Dichter und Denker“ – Zum 100. Geburtstag von Disney-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs

[Text: Richard Schneider. Quelle: Bayerischer Rundfunk, 2012-02-16; Frankenpost, 2011-07-04; Dokumentation Realisierungswettbewerb Dr.-Erika-Fuchs-Haus, herausgegeben von der Stadt Schwarzenbach an der Saale. Bild: Dokumentation Realisierungswettbewerb.]

“Unser Ziel ist es, die Übersetzungsbranche zu reformieren” - Zu Besuch bei Toptranslation

Houman GielekyEin Team des Buchhaltungs-Start-ups FastBill hat 2011 andere Start-ups mit der Videokamera besucht, darunter auch die Hamburger Toptranslation GmbH. Mitbegründer und CEO (Chief Executive Officer) Houman Gieleky (Bild oben) führt den Interviewer und den Kameramann durch die Räumlichkeiten.

Gezeigt werden die Mitarbeiterküche, der „Ess-und-Chill-Bereich“ sowie die Arbeitsräume der Projektmanager, des Sales-Teams und der fünf IT-Leute. Neben Gieleky kommen auch CTO (Chief Technical Officer) Matthias Bauer (Bild Mitte), der für die anspruchsvolle IT-Ausstattung verantwortlich ist, sowie COO (Chief Operating Officer) Alessa Anna Hartz (Bild unten) zu Wort.

Matthias BauerGieleky stellt Toptranslation als eine „Web-basierte Plattform für B2B-Fachübersetzungen“ vor. Das Unternehmen beschäftige inzwischen 31 Angestellte und kooperiere mit rund 3.000 freien Übersetzern in aller Welt. In den Räumen von Toptranslation werde nicht übersetzt. Die Angestellten arbeiteten ausschließlich im Projektmanagement, der Akquisition, der IT-Unterstützung oder Verwaltung. Unter den Projektmanagern, die in Länder-Teams aufgeteilt sind, befänden sich jedoch zahlreiche Muttersprachler der wichtigsten Fremdsprachen.

Ein Jahr nach der Gründung habe sich Toptranslation 2011 für die Wachstumsfinanzierung noch einmal frisches Risikokapital beschafft, das hauptsächlich in die Technik und den Vertrieb („Sales“) investiert worden sei. Nach Aussage von Gieleky wäre man auch ohne Fremdkapital klargekommen, hätte sich dann aber nur deutlich langsamer weiterentwickeln können.

Alessa Anna HartzToptranslation wurde erst 2010 gegründet. In einem Artikel des Hamburger Abendblatts hieß es im März 2011: „Das Geschäftsmodell ist einfach: Die Firmen zahlen rund 50 Euro pro übersetzte Seite, die professionellen Übersetzer in aller Welt bekommen davon 60 bis 80 Prozent. Das Hamburger Team sorgt an der Schnittstelle für die Qualitätskontrolle.“

Toptranslation hat sich in kürzester Zeit von einem Start-up zu einem etablierten Sprachdienstleister entwickelt. Das Wachstum ist nach wie vor rasant und man verfolgt ehrgeizige Ziele. Auf der Website heißt es: „Unser Ziel ist es, die Übersetzungsbranche zu reformieren.“

Video-Interview auf YouTube: www.youtube.com/watch?v=ESombdcsAI8
Werbevideo von Toptranslation: www.youtube.com/watch?v=xQn1KVZxWgU
Website von Toptranslation: www.toptranslation.com

[Text: Richard Schneider. Quelle: YouTube; Hamburger Abendblatt, 2011-03-22. Bild: Toptranslation.]

Bundesweit einmalig: Fernstudium zum “staatlich geprüften Übersetzer”

AKADWer Fremdsprachen liebt und das Übersetzen zu seinem Beruf machen will, kann bei AKAD nebenberuflich attraktive und anerkannten Abschlüsse erreichen: Vom kompakten Fernkurs bis zum kompletten Hochschulstudiengang bieten AKAD-Hochschulen und -Kollegs in den Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch die unterschiedlichsten Weiterbildungsmöglichkeiten. Bundesweit einmalig sind die AKAD-Lehrgänge, die im Fernstudium in 24 Monaten auf das Examen zum staatlich geprüften Übersetzer vorbereiten.

Volle Auftragsbücher im Übersetzungsbüro

Der Berliner Christian Bartel hat die Prüfung zum „staatlich geprüften Übersetzer in Englisch“ abgelegt und danach den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gewagt − erfolgreich: „Meine Auftragsbücher sind so voll wie nie zuvor. Für mich hat sich diese Weiterbildung überaus bezahlt gemacht“, sagt Bartel. „Der AKAD-Lehrgang hat mir die Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die man benötigt, um die staatliche Übersetzerprüfung gut zu bestehen.“

Wer die Mittlere Reife besitzt, kann sich bei AKAD für den Fernlehrgang zum Staatlich geprüften Übersetzer anmelden. Eine andere Möglichkeit für Interessenten mit Abitur sind die Fernstudiengänge zum Diplom-Wirtschaftsübersetzer oder Bachelor of Arts in International Business Communication, die an den AKAD-Hochschulen angeboten werden.

Erfolgreiche Verbindung: Sprachkenntnisse plus BWL

Cornelia Graf-ChmielCornelia Graf-Chmiel (Bild), die das Fernstudium zur Diplom-Wirtschaftsübersetzerin Französisch absolviert hat, schätzt besonders die Verbindung aus vertieften Sprachkenntnissen und betriebswirtschaftlichem Know-How. „In meinem Job kann ich sowohl meine Qualifikation als Übersetzerin als auch spezielle BWL-Kenntnisse aus dem AKAD-Studium anwenden“, sagt die Wahl-Berlinerin, die seit ihrem Studienabschluss bei dem Medizingerätehersteller MAICO Diagnostics arbeitet. Zum Einsatz kommen ihre Kompetenzen zum Beispiel bei der Organisation von Messen im In- und Ausland und der Gestaltung des mehrsprachigen Internetauftritts ihres Arbeitgebers. Graf-Chmiel bewertet die Studienform – Fernstudium mit Präsenzanteilen − im Rückblick positiv: „Sehr gefallen hat mir bei den Seminaren der praxisorientierte Unterricht.“

Denn sowohl im Fernstudium Wirtschaftsübersetzen als auch im Lehrgang zum staatlich geprüften Übersetzer werden die schriftlichen Lektionen von Audio-Medien und mehreren intensiven Blockseminaren begleitet. Diese Lernform lässt sich vom Teilnehmer flexibel handhaben und ist speziell auf die Bedürfnisse Berufstätiger zugeschnitten. Die Lehrgangsinhalte betreffen alle Facetten der jeweiligen Sprache, von der Landeskunde über das Verhandlungsdolmetschen und Stegreifübersetzen bis hin zu Fachkenntnissen in Wirtschaft und Wirtschaftssprache.

Im Job mit gutem Englisch punkten

Neben den kompletten Lehr- und Studiengängen bietet AKAD-Kolleg ein breites Spektrum an Fernkursen in Englisch, Französisch und Spanisch an: Auch wer Sprachen nicht zum Hauptberuf macht, kann im Job von besseren Sprachkenntnissen profitieren − so wie Gabriele Altmann, Assistentin bei der Messe Hannover: „Wir haben viel mit ausländischen Kollegen und Ausstellern zu tun und unsere Einheitssprache ist Englisch“, sagt sie, „da muss man sich einfach sinnvoll auf Englisch unterhalten können ohne herumzustottern und nach Worten zu suchen.“

Kostenlose Beratungshotline: 0800 22 55 888
beratung@akad.de
www.akad.de

[Text: Heike Wienholz. Quelle: Pressemitteilung AKAD, 2012-02-20. Bild: AKAD.]

Plunet verzeichnet 2011 Umsatzwachstum von 50 Prozent

PlunetAuch im Jahr 2011 konnte die Plunet-Gruppe, bestehend aus der deutschen Plunet GmbH und der US-amerikanischen Plunet Inc., ihr Unternehmenswachstum zum wiederholten Mal steigern. Die sehr positive Entwicklung des Neukundengeschäfts führte unternehmensübergreifend zu einem deutlichen Anstieg der Umsätze um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu dem beeindruckenden Ergebnis haben darüber hinaus auch viele Plunet-Bestandskunden durch ihr eigenes überdurchschnittliches Wachstum und die damit verbundenen Nachkäufe beigetragen.

Plunet entwickelt und vertreibt das Business- und Translation-Management-System Plunet BusinessManager, die führende Managementlösung für Übersetzungsunternehmen und Sprachendienste.

Plunet-Gründer und -Geschäftsführer Stefan Dümig ist über die Unternehmensentwicklung hocherfreut, unterstreicht jedoch gleichzeitig, worauf es ihm bei allen positiven Zahlen eigentlich ankommt: „Plunet befindet sich seit der Gründung im Jahr 2003 in einem stetigen Wachstumsprozess. Wir sind heute der führende Anbieter für Business- und Translation-Workflow-Management-Software. Das wären wir jedoch nicht, wenn wir nicht kontinuierlich in unsere eigenen Strukturen investieren würden. Die hohe Qualität unseres gesamten Leistungsangebots, von der Software über die Beratung und Implementierung bis hin zum Kundensupport ist unser Erfolgsrezept. Natürlich freue ich mich über jeden neuen Kunden. Noch viel wichtiger ist mir aber, wenn ein Kunde auch noch nach 8 Jahren zu mir kommt und mir sagt, dass er sich heute wie damals wieder für Plunet entscheiden würde und mit unserer Arbeit sehr zufrieden ist.“

www.plunet.com

[Text: Daniel Rejtö. Quelle: Pressemitteilung Plunet, 2012-02-14. Bild: Plunet.]

“Kann man Asterix übersetzen?” - “Ja, aber …”, meint Klaus Jöken

Asterix und die KeltenKlaus Jöken (54) hat am 31.01.2012 im saarländischen Völklingen einen Vortrag zum Thema „Kann man Asterix übersetzen?” gehalten. Der auf Comics spezialisierte Literaturübersetzer referierte im Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Begleitprogramm zur Ausstellung „Asterix & Die Kelten“.

Die Rohübersetzung eines Asterix-Bandes erstelle er in vier Tagen, so Jöken. Für deren Überarbeitung und den Feinschliff benötige er aber dann noch sechs bis acht Wochen.

Es gebe Wendungen, die man nicht direkt übersetzen könne. So heiße es beim Barden Troubadix im Original: „Wenn der singt, fängt es an zu regnen.“ Dieses Sprichwort existiere im Deutschen nicht, deshalb müsse er sich für die Übersetzung eine möglichst treffende inhaltliche Entsprechung einfallen lassen. Manche Wortspiele ließen sich gar nicht übertragen, sodass der Übersetzer dann an anderer Stelle einen eigenen Witz platziere, „um das Gesamtniveau des Humors zu halten“.

Eine besondere Herausforderung seien Redewendungen mit Zahlen und auf die Zeichnungen zugespitzte Formulierungen, da man als Übersetzer an den Bildern nichts verändern könne. Problematisch sei auch, dass die deutsche Übersetzung stets 10 bis 15 Prozent länger als der französische Ausgangstext werde, aber trotzdem in den Sprechblasen nicht mehr Platz zur Verfügung stehe.

Auch inhaltlich sei er als Übersetzer nicht völlig frei, sondern müsse sich an Vorgaben des Verlags halten: „Kein Sex, keine Politik und keine unflätigen Ausdrücke.“

Jöken ist ein überaus erfahrener Comic-Übersetzer und hat schon mehr als 350 Bände übersetzt, vor allem Lucky Luke. „Asterix ist jedoch das Höchste, es gibt nichts Schwierigeres. Denn das besondere daran ist, dass er von allen gelesen wird. Von Kindern und Erwachsenen, von Akademikern und Menschen mit einfachem Schulabschluss“, sagt Jöken. Für alle Lesergruppen müsse man in die Übersetzung „etwas hineinpacken“.

Er sei bei einem kleinen Verlag eher zufällig zum Comic-Übersetzen gekommen, so Jöken, und habe später Asterix-Filmbücher ins Deutsche übertragen. 2004 setzte er sich in einem Auswahlverfahren gegen drei Mitbewerber als neuer Asterix-Übersetzer durch. Seitdem hat der die Bände Gallien in Gefahr und Asterix und Obelix feiern Geburtstag übertragen.

Die rheinische Frohnatur aus Kleve lebt seit mehr als 25 Jahren gemeinsam mit seiner Frau in der Auvergne. Ein aktueller Artikel der Regionalpresse über den Wahlfranzosen ist auf lamontagne.fr erschienen. Darin lobt der Reporter unter anderem das „français impeccable“ des Deutschen.

Klaus Jöken
Auf der Frankfurter Buchmesse 2008 war Klaus Jöken im Übersetzer-Zentrum einer der „gläsernen Übersetzer“, denen man bei der Arbeit über die Schulter schauen durfte. Jöken tat dies gut gelaunt und bezog das wissbegierige Publikum mit ein.

Weitere Vorträge zur Ausstellung „Asterix & Die Kelten“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte:

  • Am Dienstag, dem 14. Februar 2012, widmet sich Prof. Dr. Bernhard Maier dem spielerischen Umgang mit der keltischen und lateinischen Sprache in Asterix. Der Vortrag „Beim Teutates – Beim Jupiter: Asterix zwischen Gallisch und Latein“ erklärt, was die keltischen Namen und Wörter in den Asterix-Comics über die Kultur der Gallier verraten. Bernhard Maier lehrt an der Universität Tübingen und ist einer der renommiertesten Forscher zur keltischen Kultur.
  • Am Dienstag, dem 28. Februar 2012 analysiert Michael F. Walz den außergewöhnlichen internationalen Erfolg von Asterix, der in der Unterhaltungsindustrie seinesgleichen sucht.  Michael F. Walz ist langjähriger Herausgeber der Asterix-Publikationen in deutscher Sprache und ist heute Geschäftsführer der Asterix-Lizenzagentur. Den verlegerischen Erfolg von Asterix sieht er als einen außergewöhnlichen deutsch-französischen Glücksfall.

Infos zur Ausstellung „Asterix & Die Kelten“ unter www.voelklinger-huette.org.

Mehr zum Thema im Übersetzerportal
2009-10-29: Asterix-Übersetzer Klaus Jöken: “Meine Lieblingsfigur ist Troubadix”
2005-10-21: „Erst einmal zwei Wochen lang die Haare gerauft“ – Der neue Asterix-Übersetzer Klaus Jöken im Interview

[Text: Richard Schneider. Quelle: dapd, 2012-02-01; Saarbrücker Zeitung, 2012-02-04; Pressemitteilung Völklinger Hütte, 2012-01-11. Bild: Völklinger Hütte (Plakat); Richard Schneider.]

“Von guter Qualität, alle mit Diplom” - Anwältin von Drogenhändlern will Namen der Dolmetscher wissen

Vor dem Landshuter Landgericht müssen sich seit 20 Verhandlungstagen mehrere mutmaßliche Mitglieder einer russischen Bande wegen langjährigen Drogenhandels mit Heroin und Kokain verantworten. Sie sollen auch für die Belieferung von zwei Gefängnissen zuständig gewesen sein.

Seit Anfang 2009 hatte die Kripo die Telefone des Verdächtigen Sergej B. sowie die Besucherräume von mehreren Justizvollzugsanstalten mithilfe von Dolmetschern abgehört. Die Landshuter Zeitung schreibt:

Dabei habe der jeweilige Sachbearbeiter von Fall zu Fall entschieden, ob der Dolmetscher wörtlich übersetzen oder eine Zusammenfassung liefern sollte. Diese Aussage rief auf Seiten der Verteidigung heftiges Stirnrunzeln hervor. Woher man das denn vorher habe wissen können, ob jetzt was Wichtiges komme?

Die Protokollierung der Telefonüberwachung füllt fünf Aktenordner.

Wie erwartet, erhob die Verteidigung Einspruch gegen deren Verwertung. Erst wolle man die Namen der Dolmetscher erfahren. Diese hätten schließlich “unglaubliche Entscheidungsbefugnis” gehabt, sagte Verteidigerin Ricarda Lang.

Mit der Versicherung des Kriminalhauptkommissars, die Dolmetscher seien “von guter Qualität, alle mit Diplom”, wollte sich Lang nicht zufrieden geben. Die Namen wollte der Zeuge nicht nennen, da es sich dabei um “innerdienstliche Angelegenheiten” handle. Vorsitzender Richter Theo Ziegler kündigte an, dass die Kammer beabsichtigt, einen Sachverständigen zu beauftragen, die Arbeit der Dolmetscher stichprobenartig zu überprüfen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Landshuter Zeitung, 2012-02-10. Bild: Archiv.]

Die Berlinale - ohne Dolmetscher nicht durchführbar

Berlinale-PlakatHeute beginnen die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin, besser bekannt als “Berlinale”. Auf der Website des Festivals heißt es:

Berlin: ein weltoffener und aufregender Kulturschauplatz von ungebrochener Anziehungskraft. Künstler aus aller Welt kommen hierher. Eine differenzierte Kinolandschaft und ein filmbegeistertes Publikum zeichnen die Stadt aus. Mittendrin die Berlinale als großes Kulturereignis und eines der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie. Fast 300.000 verkaufte Eintrittskarten, mehr als 19.000 Fachbesucher aus 115 Ländern, darunter etwa 4.000 Journalisten: Kunst, Glamour, Party und Geschäft sind bei der Berlinale untrennbar miteinander verbunden. Das öffentliche Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt jedes Jahr ca. 400 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin setzen Impulse im globalen Filmgeschehen: Filmreihen, Workshops, Panels, gemeinsame Projekte mit anderen gesellschaftlichen und kulturellen Akteuren – die Formen der Zusammenarbeit und die Möglichkeiten kreativer Interaktion sind vielfältig. Wichtigster Treffpunkt ist der European Film Market (EFM). Rund 400 Firmen und 7000 Fachbesucher aus 90 Ländern knüpfen und pflegen hier ihre Kontakte, positionieren sich in der Branche oder handeln mit Filmrechten. Die enge Verknüpfung von Festival und Markt ist eine Besonderheit der Berlinale und sorgt immer wieder für besondere Synergien.

Diese internationale Großveranstaltung wäre ohne die Hilfe von Dolmetschern und Übersetzern nicht durchführbar. Einen guten Einblick in deren Arbeit inmitten des Festivaltrubels vermittelt bereits seit vielen Jahren das Blog von Caroline Elias, das sie selbst als “Arbeitstagebuch einer Französischdolmetscherin und -übersetzerin” bezeichnet. Fast täglich veröffentlicht sie dort ihre Erfahrungen und Beobachtungen.

http://dolmetscher-berlin.blogspot.com/search/label/Berlinale

2010 hat die Fernsehzeitschrift TV Today in einem längeren Artikel die Arbeit der Konferenzdolmetscher Angela Drösser und Sungur Bentürk porträtiert. Die beiden verdolmetschen seit einigen Jahren für das ZDF die Eröffnungsveranstaltung der Berlinale, die direkt auf 3sat übertragen wird:

TV Today: Die Dolmetscher - hinter den Kulissen der Berlinale

[Text: Richard Schneider. Quelle: Berlinale; Blog “Dolmetscher Berlin”; TV Today, 2010-02-11. Bild: Berlinale.]

Sara Kredel und Sophie Insulander gewinnen EU-Übersetzungswettbewerb Juvenes Translatores

EUSara Kredel vom Goethe-Gymnasium in Bensheim und Sophie Insulander vom BG 13 in Wien haben den EU-Übersetzungswettbewerb Juvenes Translatores im deutschsprachigen Raum gewonnen.

Die Schüler haben ihre Übersetzungen in allen EU-Mitgliedstaaten zeitgleich am 24.11.2011 angefertigt. In den vergangenen Wochen haben die Übersetzer der Generaldirektion Übersetzung (DGT) der Europäischen Kommission die Arbeiten bewertet und für jeden Mitgliedstaat die jeweils beste Übersetzung ermittelt.

Die Gewinner aus allen Mitgliedstaaten werden zur Preisverleihung eingeladen, die im März 2012 in Brüssel stattfinden wird. Dabei wird das für Mehrsprachigkeit zuständige Kommissionsmitglied zugegen sein. Die Schüler haben außerdem die Gelegenheit, mit Übersetzern zu sprechen, die bei der EU-Kommission arbeiten. Die DGT erstattet die Reise- und Unterbringungskosten für jeweils einen Preisträger und eine erwachsene Begleitperson pro Mitgliedstaat.

Der von der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission durchgeführte Wettbewerb „Juvenes Translatores“ soll das Sprachenlernen und das Übersetzen fördern. Zu den Zielen der Aktion schreiben die Organisatoren:

Damit wir Europäer „in Vielfalt geeint“ sein können, müssen wir in der Lage sein, andere Sprachen als nur unsere eigene zu verstehen. Der Übersetzungswettbewerb Juvenes Translatores […] fördert den Wunsch junger Menschen, eine Fremdsprache zu erlernen. Langfristig bringt das Sprachenlernen die Menschen zusammen und ermöglicht ein besseres Verständnis anderer Kulturen. Fremdsprachenkenntnisse ermöglichen den Jugendlichen – den Erwachsenen von morgen – in ganz Europazu studieren und zu arbeiten. Juvenes Translatores rückt außerdem das Übersetzerstudium und die steigende Nachfrage an Übersetzern in Europa ins Bewusstsein.

 http://ec.europa.eu/translatores/index_de.htm

[Text: Richard Schneider. Quelle: EU, 2011-02-09. Bild: EU.]