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- 12.1.2010: BDÜ veröffentlicht neuen Honorarspiegel für Übersetzungen und Dolmetschdienste
- 21.11.2009: "Wirtschaft macht Schule": transline kooperiert mit Reutlinger Grundschule
- 20.11.2009: Rentnerlücke: EU sucht händeringend Dolmetscher
Archiv der Kategorie Bücher
BDÜ veröffentlicht neuen Honorarspiegel für Übersetzungen und Dolmetschdienste
12.1.2010 von Richard Schneider.
Der neue Honorarspiegel des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) ist erschienen: Er enthält Honorartabellen für Übersetzungsleistungen in 50 Sprachrichtungen, Korrekturleistungen in 13 Sprachen und Dolmetschleistungen in 20 Sprachkombinationen. Die Zahlen des Honorarspiegels beruhen auf einer branchenweiten Honorarumfrage des Verbandes im vergangenen Juni, mit der die in Deutschland erzielten Honorare aus dem Jahr 2008 erfasst wurden. An der Umfrage beteiligten sich über 1.200 freiberufliche Dolmetscher und Übersetzer sowie Übersetzungsunternehmen.
Das von der Umfrage abgedeckte Marktvolumen beläuft sich auf über 58 Millionen Euro. Damit ist dies die größte und aktuellste Umfrage in der deutschen Übersetzungsbranche. Der BDÜ führt seit 2008 jährlich im Juni eine Honorarumfrage durch. Mit der Publikation der Umfrageergebnisse will der Verband Transparenz in einem unübersichtlichen Markt schaffen.
“Die Honorare für Übersetzungen in den Hauptsprachrichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr um fünf bis sechs Prozent gestiegen”, erläutert Wolfram Baur, Geschäftsführer der BDÜ Service GmbH, die den Honorarspiegel verlegt. So sei beispielsweise das durchschnittliche Honorar für Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche für Direktkunden in Wirtschaft und Industrie von 1,27 Euro auf 1,34 Euro pro Zeile gestiegen. Die Tages- und Stundensätze für Dolmetschleistungen hätten ebenfalls deutlich zugelegt.
Baur: “Der Honorarspiegel liefert wichtige Informationen für Übersetzer, Dolmetscher und deren Auftraggeber, die jetzt zum Jahresanfang neue Honorarsätze aushandeln.” Im Schlussteil der 90-seitigen Broschüre stehen ergänzend dazu detaillierte Erläuterungen und Modellrechnungen zur Honorarkalkulation, Musterauftragsbedingungen für
Übersetzungsleistungen und Empfehlungen für die Zusammenarbeit zwischen Übersetzern und Übersetzungsdienstleistern.
Der “Honorarspiegel für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen in der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2008″ kostet 15,00 Euro. Interessierte können ihn
über den Buchhandel erwerben oder direkt über die BDÜ-Website unter www.publikationen.bdue.de bestellen.
BDÜ Service GmbH
Die BDÜ Service GmbH, die den Honorarspiegel verlegt und vertreibt, wurde vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) im Jahr 2003 gegründet, um die wirtschaftlichen Aktivitäten des Bundesverbandes auszuführen. Das Leistungsspektrum der BDÜ Service GmbH umfasst unter anderem die Organisation und Durchführung berufsbezogener Seminare und Fachkonferenzen, den Vertrieb branchenspezifischer Publikationen sowie werbeunterstützende Maßnahmen für Mitglieder des BDÜ (www.bdue.de).
[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2010-01-12. Bild: BDÜ.]
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Jacquy Neff: Dolmetschwissenschaftliche Studie zu Deutsch als Konferenzsprache
16.11.2009 von Richard Schneider.
Die Stellung des Deutschen als internationale Konferenzsprache ist in der interkulturellen Germanistik und der deutschen Soziolinguistik eine noch weitgehend unerforschte Domäne. Auch die Dolmetschwissenschaft als Teilbereich der noch relativ jungen Translationswissenschaft hat dieses Forschungsfeld noch nicht bestellt.
Jacquy Neff, Dozent am FTSK Germersheim, möchte diese doppelte Lücke schließen und beschäftigt sich mit Stand und Entwicklungsperspektive der deutschen Sprache als Konferenzsprache an der Schwelle des 21. Jahrhunderts im Untersuchungsgebiet der Europäischen Union vor der letzten Erweiterung.
Neff benutzt den neuartigen Ansatz der kontrastiven ökoskopischen Betrachtung der Nachfrage nach Deutsch und des Angebotes an Dolmetscherdienstleistungen mit Deutsch im europäischen Konferenzgeschehen. Anhand einer Untersuchungsreihe von 1998 bis 2003 bei über 19.000 Veranstaltern von Konferenzen und 3.300 Konferenzdolmetscher analysiert der Autor wichtige Indikatoren zur Standortbestimmung des Deutschen relativ zu anderen Konferenzsprachen.
Zu diesen Indikatoren gehören konferenztypische Parameter (Art und Dauer von Veranstaltungen, Sprach- und Fachgebietsangebote, Dolmetschmodi), marktrelevante Daten (Stratifizierung und Typologisierung von Konferenzveranstalter, Markteinteilung, Auftragspotenzial für Konferenzdolmetscher mit Deutsch), sprachspezifische Aspekte (Sprachenangebot in Aktiv- und Passivsprachen, Sprachkombinationen) sowie dolmetscherbezogene Daten (Zusammensetzung der beruflichen Tätigkeit, Auftragspotenziale u.v.m.). Eine prospektive Sicht der Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Sprache für das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts rundet das Bild ab.
Das Zusammenführen der Ergebnisse aus den Befragungen beider Marktakteure sowie eine eingehende Betrachtung großer Abnehmergruppen (Internationale Organisationen, EU-Institutionen, Ministerien und Verwaltungen, Verbände, Vereine und Gewerkschaften, Wirtschaftssektoren etc.) in ihrer historischen Bedarfsentwicklung an Konferenzsprachen ermöglichte das Herausarbeiten einer Reihe von Determinanten und Entwicklungsfaktoren für die zukünftige Stellung der deutschen Sprache in dieser Anwendungsdomäne.
Auf dieses Buch haben wir gewartet! Es schließt eine Lücke in der Dolmetschwissenschaft wie auch der interkulturellen Germanistik bzw. deutschen Soziolinguistik und wendet sich somit an Leser, die an diesen Forschungsgebieten ein besonderes Interesse haben oder in ihnen selbst wissenschaftlich tätig sind. Vielmehr noch als diesen Personenkreis sollte es aber diejenigen erreichen, die selbst in der Praxis des Konferenzdolmetschens stehen und sich Gedanken über ihre Zukunft auf dem Markt machen, und vor allem auch diejenigen, die Verantwortung tragen für die Ausbildung der nachfolgenden Dolmetschergeneration und tunlichst Sorge tragen sollten, nicht am tatsächlichen Bedarf vorbei auszubilden. (MDÜ 5/2009)
[…] der Elsässer Neff kann aus dem „Innenleben” der Kommission berichten, bei der er selbst als Dolmetscher tätig war und aus der ihm umfassende Angaben und Statistiken der Dolmetscher-Abteilungen der meisten europäischen Institutionen vorlagen. Neff, heute als Dozent im Fachbereich Dolmetscherausbildung der Universität Mainz in Germersheim tätig, trägt auf 689 Seiten eine fast erdrückende Fülle an Material und Zahlen zur Situation des Deutschen als Konferenzsprache in den europäischen Institutionen, Organisationen, Verbänden, Stiftungen und Bildungswerken zusammen. […] Neffs umfassende Untersuchung ist für jeden, der die Stellung der deutschen Sprache in europäischen Gremien in allen Verästelungen erfassen will, unverzichtbar. (Sprachnachrichten 03/2009)
Jacquy Neff (2007): Deutsch als Konferenzsprache in der Europäischen Union. Eine dolmetschwissenschaftliche Untersuchung. Hamburg: Dr. Kovac. 692 Seiten, mit CD, 98,00 Euro, ISBN 978-3-8300-3235-9.
[Text: Verlag Dr. Kovac. Quelle: Verlag Dr. Kovac. Bild: Verlag Dr. Kovac.]
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Tagungsband “Übersetzen in die Zukunft”: aktuelle Beiträge zum Branchengeschehen auf 582 Seiten
28.9.2009 von Richard Schneider.
Der Tagungsband Übersetzen in die Zukunft enthält die Beiträge der gleichnamigen internationalen Fachkonferenz, die der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) vom 11. bis 13. September 2009 in Berlin ausgerichtet hat. Fachleute aus den Bereichen Übersetzen und Dolmetschen, Wissenschaftler, Juristen, Betriebswirtschaftler und Berater analysieren in ihren Beiträgen veränderte Arbeitsbedingungen, Berufsprofile und Perspektiven der Branche.
Die sieben Themenschwerpunkte der Konferenz spiegeln die Hauptinhalte wider:
- Auswirkungen der Globalisierung auf den Übersetzungs- und Dolmetschmarkt
- Neue Berufsprofile, neue Perspektiven
- Neue Herausforderungen beim Übersetzen
- Neue Herausforderungen beim Dolmetschen
- Neue Technologien
- Ausbildung heute
- Neue Anforderungen an die Berufsverbände
Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Konferenz stammen die Beiträge von Freiberuflern, Entscheidungsträgern und führenden Fachleuten aus der ganzen Welt ‒ mit vielfältigen Visionen zur multikulturellen Kommunikation, Gestaltung und Qualitätssicherung der Dienstleistung Übersetzen und Dolmetschen. Aufgrund der unterschiedlichen Blickwinkel sind die Beiträge für Dienstleister in allen Ausprägungen in der freien Wirtschaft und in Institutionen im deutschsprachigen Raum wie auch im Ausland wertvoll.
W. Baur, S. Kalina, F. Mayer, J. Witzel (Hg.): Übersetzen in die Zukunft. Herausforderungen der Globalisierung für Dolmetscher und Übersetzer. Tagungsband der internationalen Fachkonferenz des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) in Berlin, 11.-13.09.2009. Verlegt vom BDÜ, Berlin, 2009. 582 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-938430-24-8.
Online-Bestellung unter www.bdue.de > Publikationen.
[Text: BDÜ. Bild: Christof Rieken.]
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Paul Kußmaul: Übersetzen - nicht leicht gemacht
10.9.2009 von Richard Schneider.
Von den zahlreichen Aufsätzen Paul Kußmauls wurden für den Band Übersetzen - nicht leicht gemacht diejenigen ausgewählt, die in charakteristischer Weise seine wissenschaftliche Entwicklung aufzeigen. Die ersten beiden der in chronologischer Folge abgedruckten Aufsätze orientieren sich noch an textlinguistischen und kontrastiven Fragestellungen und behandeln vor allem Normen und Konventionen. In den darauf folgenden Aufsätzen spielt die Frage nach Ziel und Zweck (Funktion) einer Übersetzung eine zunehmend wichtige Rolle, wobei die kulturelle Einbettung ein zentraler Gesichtspunkt ist.
Durch seine Rezensionen von “Klassikern” der Übersetzungswissenschaft lenkt Paul Kußmaul den Blick auf ähnliche Richtungen in dieser Wissenschaft. Seine Aufsätze begnügen sich nicht mit einer allgemeinen Beschreibung des funktionalen Rahmens, sondern gehen ins Detail der Übersetzungsarbeit, wobei linguistische Modelle, vor allem der Semantik, als theoretische Grundlage dienen. Besonders die kognitive Semantik ist dabei die Basis für die gegen Ende des Bandes thematisierten Verstehensprozesse, die zu kreativen Übersetzungen führen können.
Übersetzen, dies zeigt sich in allen Aufsätzen, wird nicht als mechanisierbarer Vorgang gesehen, sondern als Reflexionsprozess. Durch die Lektüre der Aufsätze wird das Übersetzen nicht leichter gemacht, aber die Chance besteht, dass es dadurch besser wird.
Aus dem Inhalt:
- Entwicklung miterlebt
- Die Bedeutung von Texttypen, Normentsprechungen und Normabweichungen für das Übersetzen
- Kommunikationskonventionen in Textsorten am Beispiel deutscher und englischer geisteswissenschaftlicher Abhandlungen. Ein Beitrag zur deutsch-englischen Übersetzungstechnik
- 1984 - endlich Kunst statt Kolportage
- Rezension Katharina Reiß / Hans J. Vermeer: Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie, (Linguistische Arbeiten 147), Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1984
- Übersetzen als Entscheidungsprozess. Die Rolle der Fehleranalyse in der Übersetzungsdidaktik
- Wie viel Linguistik braucht ein Übersetzer?
- Übersetzen - aber nicht ins Blaue hinein
- Rezension Mary Snell-Hornby: Translation studies: an integrated approach, Amsterdam: John Benjamins 1988
- Die Rolle der Kultur in der Übersetzungswissenschaft und in der Übersetzerausbildung
- Empirische Grundlagen für eine Übersetzungsdidaktik: Kreativität im Übersetzungsprozess
- Zur Relevanz einiger Semantikmodelle für die Übersetzung
- Rezension Gideon Toury: Descriptive Translation Studies and beyond, Amsterdam: John Benjamins 1995
- Rezension Ulrich Kautz: Handbuch Didaktik des Übersetzens und Dolmetschens, München: Iudicium 2000
- Übersetzen, Verstehen und Kognitionslinguistik
- Rezension Don Kiraly: A Social Constructivist Approach to Translator Education: Empowerment from Theory to Practice, Manchester: St. Jerome Publishing 2000
Paul Kußmaul wurde 1939 in Stuttgart geboren. Von 1959 bis 1965 studierte er in Tübingen, Newcastle und München Anglistik und Germanistik. Er promovierte 1971 an der Universität Bristol über Bertolt Brecht und das englische Drama der Renaissance. Seitdem arbeitete er am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim. Für den DAAD war er zwischen 1984 und 1997 als Dozent für Übersetzungswissenschaft an Universitäten in Jordanien, Indien, Indonesien, Thailand, China, Argentinien und in der Türkei tätig. Paul Kußmaul ist Gründungsmitglied der European Society for Translation Studies (EST) sowie Mitglied der Beiräte der im Stauffenburg-Verlag in Tübingen erscheinenden Studien zur Translation und der Zeitschrift für Translatologie - Universität Istanbul. Seit 2005 ist Paul Kußmaul pensioniert.
Paul Kußmaul (2009): Übersetzen - nicht leicht gemacht. Beiträge zur Translation. Berlin: Saxa. 174 Seiten, 31,90 Euro, ISBN 978-3-939060-23-9.
[Text: Saxa Verlag. Bild: Saxa Verlag.]
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Österreich: Das Recht der Sachverständigen und Dolmetscher
7.9.2009 von Richard Schneider.
Das Berufsrechts-Änderungsgesetz 2008 brachte in Österreich in vielen Bereichen des Sachverständigen- und Dolmetscherwesens einschneidende Änderungen.
In seinem Buch Das Recht der Sachverständigen und Dolmetscher liefert Dr. Dietmar Dokalik eine konsolidierte Fassung des Sachverständigen- und Dolmetschergesetzes (SDG) und des Gebührenanspruchsgesetzes (GebAG) nach der Novellierung durch das Berufsrechts-Änderungsgesetz 2008. Das Buch verschafft einen Überblick über all jene Regeln, die Sachverständige und Dolmetscher kennen müssen, und erleichtert in der Praxis der Gerichte und Staatsanwaltschaften ein rasches Zurechtfinden in der Materie.
Alle Erläuterungen der Novellen 2004 und 2008 sind eingearbeitet, ebenso wie Anmerkungen, Rechtsprechungs-Hinweise und die wesentlichen Erlässe des Bundesministeriums für Justiz. Weiterhin enthält das Buch alle einschlägigen Bestimmungen der Verfahrensrechte, insbesondere der StPO in der Fassung des Strafprozessreformgesetzes, der ZPO, des Außerstreitgesetzes und des AVG, sowie den Standesregeln.
Das Werk ist somit eine übersichtliche Darstellung des Gesetzestextes samt Nebengesetzen und überaus hilfreich für die praxisbezogene Umsetzung. Die prägnante Formulierung sorgt für eine leichte Verständlichkeit.
Der Autor Dr. Dietmar Dokalik ist Richter in Wien und derzeit dem Bundesministerium für Justiz zugeteilt.
Dietmar Dokalik (2008): Das Recht der Sachverständigen und Dolmetscher. SDG und GebAG in der Fassung des Berufsrechts-Änderungsgesetzes 2008. Mit Materialien, Ergänzungen und ergänzenden Vorschriften. Wien: Linde. 164 Seiten, 28 Euro. ISBN 978-3-7073-1278-2.
[Text: Linde Verlag. Bild: Linde Verlag. ]
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Kupsch-Losereit: Wie entsteht eine gute Übersetzung?
27.8.2009 von Richard Schneider.
Wie entsteht und was ist eine gute Übersetzung? Wie bildet man gute Übersetzer aus? Dr. Sigrid Kupsch-Losereit versucht in ihrem Buch, eine Antwort auf diese Fragen zu geben. Die ausgewählten Aufsätze beschreiben unter historischen und prozeduralen Gesichtspunkten den Weg, den ein Ausgangstext bis zum Zieltext in einem anderen Lebens- und Kulturzusammenhang zurücklegt. Sie geben einen Überblick sowohl über die theoretischen Grundlagen als auch über den konkreten Übersetzungsprozess, die übersetzerischen Strategien und ihre Didaktisierbarkeit. Prozesse, die im Übersetzergehirn vonstatten gehen, werden theoretisch aufgedröselt, durch Anschauungsmaterial nachvollziehbar und tragen dadurch zur Optimierung translatorischen Lehre bei.
Sie zeigen - im Idealfall - den Übersetzer als autonomes Subjekt, das dem Original nicht sklavisch dient, sondern Original und Übersetzung in Beziehung setzt, auswählt, zwischen ihnen verhandelt, zwischen dem, was verloren geht, und dem, was zur Überbrückung von Kulturdifferenz gewonnen wird. Von unterschiedlichen theoretisch-methodologischen Positionen aus ergibt sich schließlich ein Richtmaß für translatorisches Handeln, das ein zielkulturell kohärentes Textverständnis ermöglicht. Zum Schluss werden Kriterien zur Qualitätsbeurteilung von Übersetzungen an praktischen Textbeispielen verständlich dargelegt.
Die von Sigrid Kupsch-Losereit zusammengestellte Wegbeschreibung translatorischen Handelns ist aus ihrer Dozententätigkeit am Germersheimer Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz entstanden. Ihre zwischen 1976 und 2007 entstandenen Aufsätze geben Einblick in die Inhalte translatorischer Lehre und in die Entwicklung translatologischer Forschung. Die chronologische Wiedergabe zeigt, welchen Weg die Verfasserin im Rahmen der sich entfaltenden Übersetzungswissenschaft gegangen ist. Neben der Suche nach theoretischen Grundlagen zur Beschreibung der Translation (u. a. Textlinguistik, Hermeneutik, Handlungstheorie, Funktionale Translationstheorie, Kognitionswissenschaft) stehen Fragen der Übersetzungsdidaktik im Vordergrund.
Sowohl Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs an Instituten für Übersetzen und Dolmetschen, wissenschaftlich oder beruflich arbeitende Fachleute als auch interessierte Laien erhalten neue und spannende Einblicke in die Welt der Translation.
Sigrid Kupsch-Losereit wurde 1942 in Dortmund geboren. Von 1961 bis 1966 studierte sie in Heidelberg, Bonn, Tours und Caen Germanistik, Romanistik und Philosophie. Sie promovierte 1969 an der Universität Heidelberg über die Lyrik der französischen Symbolisten. Von 1970 bis 1972 arbeitete sie als DAAD-Lektorin an der Universität Reims, danach als akademische Mitarbeiterin am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim. Von 1973 bis 2005 nahm sie an Tagungen und internationalen Konferenzen teil und lehrte im Rahmen von internationalen EU-Programmen (Erasmus, Socrates etc.) an Universitäten in Bordeaux, Paris, Prag und Antwerpen. Seit 2005 ist Sigrid Kupsch-Losereit pensioniert.
Sigrid Kupsch-Losereit (2009): Vom Ausgangstext zum Zieltext. Eine Wegbeschreibung translatorischen Handelns. Berlin: Saxa. 234 Seiten, 32,90 Euro, ISBN 978-3-939060-13-0.
[Text: Saxa Verlag. Bild: Saxa Verlag.]
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Der Simultandolmetschprozess - eine empirische Untersuchung
2.8.2009 von Richard Schneider.
Simultandolmetschen ist ein komplexer kognitiver Vorgang, in dessen Verlauf zahlreiche Prozesse gleichzeitig bewältigt und koordiniert werden müssen. Dies erfordert vom Dolmetscher den gezielten Einsatz simultanspezifischer Strategien, die mit entscheidend für die Qualität der gesamten Dolmetschleistung sind.
Wie sehen diese Strategien aus? Welche Strategien werden bevorzugt in welchen Situationen eingesetzt und welche bedingen sich gegenseitig? Benötigen sie viel oder sparen sie viel Verarbeitungskapazität ein?
Auf diese und weitere Fragen gibt die vorliegende Arbeit detaillierte Antworten. Das Hauptaugenmerk wird dabei nach der Erläuterung des Simultandolmetschprozesses anhand des Modells von Barbara Moser-Mercer auf die verstehensstützenden Strategien Antizipation, Inferenzieren, Segmentierung und Wissensaktivierung gelegt.
Marion Wörrlein hat ihren Abschluss als Diplomdolmetscherin im Jahr 2006 am FASK in Germersheim gemacht und arbeitet seitdem als Dolmetscherin und Übersetzerin bei der internationalen Einkaufszentrale Agenor in Genf.
Marion Wörrlein (2007): Der Simultandolmetschprozess: Eine empirische Untersuchung. Hannover: Meidenbauer. 148 Seiten, 22,90 Euro, ISBN: 978-3899751017.
[Text: Meidenbauer Verlag. Quelle: Meidenbauer Verlag. Bild: Meidenbauer Verlag.]
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Buch: Traumberufe mit Fremdsprachen
31.7.2009 von Richard Schneider.
Auf dem Arbeitsmarkt ist Sprachkompetenz mehr denn je gefragt, schon um sich international verständigen zu können. Daher interessieren sich auch immer mehr Schüler und Studenten für das Erlernen von Fremdsprachen. Und so ist es nur folgerichtig, wenn sie auch beruflich mit Sprachen umgehen möchten. Die Sprachtrainerin Ulrike Beyler zeigt neben den klassischen Fremdsprachen-Berufen viele weitere Möglichkeiten, mit mehren Sprachen beruflich erfolgreich zu sein. Neben den nötigen Informationen zu Qualifikationen und Anforderungen der einzelnen Berufe hilft dieses Buch dem sprachbegeisterten Berufseinsteiger einzuschätzen, wo seine Stärken liegen und zu welchem Job sie passen. Berichte, Reportagen und Interviews geben hierzu lebendige und praxisnahe Einblicke in die verschiedensten Berufsfelder.
Ulrike Beyler (2008): Traumberufe mit Fremdsprachen: Anforderungen für den Berufseinstieg. Redline Wirtschaftsverlag, München. 240 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 978-3636015815.
[Text: Redline. Bild: Redline.]
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“Besservisser beim Kaffeeklatsching” - Deutsche Wörter im Ausland
17.7.2009 von Richard Schneider.
Dass die deutsche Sprache voller Anglizismen ist, ist bekannt. Dass aber auch viele deutsche Wörter „ausgewandert“ sind, weiß kaum jemand. Sven Siedenberg stellt dem staunenden Leser die populärsten und skurrilsten Germanismen mit vielen Erläuterungen zu Herkunft und Bedeutung vor. Denn oft verraten die Sprachexporte, wie die deutsche Kultur im Ausland wahrgenommen wird. „Kein langweiliges Wörterbuch, sondern überraschend amüsante Beispiele aus dem täglichen Sprachgebrauch“, so der Verlag.
Aus dem Vorwort:
„Ich spreche Spanisch mit Gott, ltalienisch mit den Frauen, Französisch mit den Männern und Deutsch mit meinem Pferd.“ Als Karl V., geboren 1500 in Genf und letzter römisch-deutscher Kaiser, so zu seinen über Europa und Amerika verstreuten Untertanen sprach, haftete dem Deutschen in den Nachbarländern noch der Stallgeruch einer bäuerlichen, ungeliebten Sprache an. Erst mit Luthers Bibelübersetzung wurde das Deutsche geadelt und gelangten Wörter wie „Protestant“ oder „Sauerkraut“ ins Englische, Französische, Italienische und Spanische. Weitere Auswanderungswellen folgten zur Goethezeit, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie während der beiden Weltkriege. Neben militärischen und wissenschaftlichen Ausdrücken tauchten auch Perlen des SchönkIangs und Tiefsinns in anderen Sprachräumen auf: „Lebenslust“, „Biergarten“, „Heldentenor“, „Schnaps“, „Poltergeist“, „Edelweiß“, „Wunderkammer“ oder „Minnesänger“. […]
Geschätzte 10.000 deutsche Sprachexporte sind international in Umlauf – eine Auswahl versammelt dieses Buch, mit Anwendungsbeispielen und Erläuterungen zu Herkunft, Bedeutung und Entlehnungsweg. Nicht immer lässt sich genau ermitteln, wann und über welche Grenze die Exportschlager einmal ausgewandert sind. Oft dauert es viele Jahrzehnte, bis ein Wort auch schriftlich in der neuen Sprachheimat angekommen ist, oft nimmt es mehrere Wege, und oft verwandelt es sich auch – aus Pudel wird „Franse poedel“, aus Schnorchel wird „Snorkkeli“ und aus Christkind wird „Kriss Kringle“.
Der Autor Sven Siedenberg lebt und arbeitet als Journalist und Autor in München. Er schrieb Glossen, Kritiken, Reportagen, Porträts und Essays für Spiegel, Stern, Focus, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung und andere Magazine und Zeitschriften. Zuletzt war er Kulturredakteur der Süddeutschen Zeitung. Er hat an zahlreichen Anthologien mitgewirkt und bereits mehrere Bücher geschrieben.
Sven Siedenberg (2009): Besservisser beim Kaffeklatsching. Deutsche Wörter im Ausland. Ein Lexikon. München, Heyne. 256 Seiten, 7,95 Euro, ISBN 978-3453601000.
[Text: Heyne. Quelle: Heyne. Bild: Heyne.]
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Handwerk und Kunst: Jürgen Stähle plaudert aus dem Nähkästchen
4.6.2009 von Richard Schneider.
Jürgen Stähle (60) ist wahrscheinlich der einzige Simultandolmetscher, der außerhalb der Branche einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt. Zumindest seine Stimme hat wohl jeder schon einmal gehört. Denn Stähles Spezialität ist das Smalltalk-Dolmetschen im Fernsehen. Jahrzehntelang war er die deutsche Stimme von praktisch allen ausländischen Filmstars, Musikern und Sportlern, die vor die Kameras der öffentlich-rechtlichen Sender traten.
Was Stähle auszeichnet, ist eine angenehm sonore, ruhige und gelassene Stimme, die sich nicht verhaspelt oder ins Stocken gerät. Stähle wirkt fast wie ein Synchronsprecher; man merkt nicht, dass er dolmetscht. Vor allem in dieser Hinsicht bleibt er für die vielen stammelnden und stotternden Vertreter der Zunft ein unerreichtes Vorbild.
Inzwischen ist der Stardolmetscher in ein Alter gekommen, in dem man Bilanz zieht. Und wie so viele Prominente hat er ein Buch geschrieben. Der Titel: Vom Übersetzen zum Simultandolmetschen: Handwerk und Kunst des zweitältesten Gewerbes der Welt. Im Klappentext des Verlags heißt es dazu:
Übersetzen ist Entscheiden. Simultandolmetschen ist blitzschnelles Entscheiden. Erst beim Übersetzen offenbaren Text und Rede ihre sprachliche Qualität. Und: Nur exzellente Übersetzer können gute Simultandolmetscher sein. Aber wie geht das - gleichzeitig hören und sprechen? Kann der Dolmetscher dabei noch über Inhalte nachdenken? Zumal: Ein guter Simultandolmetscher ist immer einen Satz voraus.
Grimme-Preisträger Jürgen Stähle, Simultandolmetscher für ZDF, ARD und ARTE, führt hier mit großer Kenntnis und Esprit in die Welt des Dolmetschens und Übersetzens ein. Ein aus der Praxis geschriebenes Lesebuch für Studenten und Sprachlehrer, auch für den interessierten Nachwuchs und für jeden, der einen tieferen Einblick in die Mechanismen von Sprache und Sprechen, vom Übersetzen als Überwindung der Sprachgrenzen gewinnen möchte.
In der Hörfunksendung „Leute“ des SWR hat Stähle seinen Beruf und das Buch jetzt vorgestellt. Einen halbstündigen Mitschnitt kann man sich auf der SWR-Website anhören und im MP3-Format herunterladen.
Jürgen Stähle (2009): Vom Übersetzen zum Simultandolmetschen: Handwerk und Kunst des zweitältesten Gewerbes der Welt. Stuttgart: Franz Steiner. 413 Seiten, 14 Abbildungen, 29,90 Euro, ISBN 978-3-515-09360-6.
[Text: Richard Schneider. Vielen Dank an Gudrun (Nachname unbekannt) und Gabriele François für den Hinweis. Bild: Franz Steiner Verlag.]
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