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Archiv der Kategorie Bücher
Anglizismen-INDEX Nr. 10 erhältlich
17.5.2012 von Jessica Antosik.
Anfang Mai ist die 10. Ausgabe des Anglizismen-INDEX erschienen. Unter der Leitung von Gerhard H. Junker und Myriam Grobe, Leiterin des IFB-Verlags Deutsche Sprache GmbH (Paderborn), hat die VDS-Arbeitsgruppe die Wörterliste komplett überarbeitet, zahlreiche Neubewertungen vorgenommen und die Textbeiträge erweitert.
Der aktuelle Anglizismen-INDEX enthält ca. 7.400 Anglizismen, die in der deutschen Allgemeinsprache belegbar verwendet werden. Somit handelt es sich dabei um die umfangreichste Dokumentation des Einflusses des Englischen auf die deutsche Sprache. Für jeden Anglizismus ist mindestens eine deutsche Entsprechung angegeben. Weil die Häufigkeit des Auftretens eines Anglizismus in dem Index keine große Rolle spielt, wird überflüssigen Anglizismen bereits im Anfangsstadium ihres Erscheinens der Kampf angesagt. Dadurch soll eine unnötige Verbreitung von Anglizismen verhindert werden.
Zudem enthält der Anglizismen-INDEX Nr. 10 einen Beitrag des Wiener Autors Patrick Keck Schluss mit der Engländerei! und die überarbeitete Fassung Anglizismen, die in die Irre führen von Gerhard H. Junker.
Zum Anglizismen-Index
Der Anglizismen-Index, Gewinn oder Zumutung, Ausgabe 2012
Herausgegeben von Gerhard H. Junker und Myriam Grobe
ISBN-Nummer: 978-3-942409-22-3
Verlag: IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH
Erscheinungsort und -jahr: Paderborn 2012
Seitenzahl: 310
Preis: 15,00 Euro
Das Buch ist im Buchhandel oder über den IFB Verlag Deutsche Sprache erhältlich.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: vds-ev.de, 08.05.2012. Bild: vds-ev.de.]
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Kurzkrimi “Der Dolmetscher” von Marla B. Singer
13.5.2012 von Jessica Antosik.
Anfang dieses Jahres ist im Satzweiss-Verlag das E-Book Der Dolmetscher von Marla B. Singer erschienen. In der Kurzbeschreibung des 71-seitigen Kurzkrimis heißt es:
Dass Verena eines Tages um ihren Job fürchten muss, hätte sie sich nie träumen lassen. Schließlich verleiht sie der Medizinproduktefirma in ihrem schwäbischen Heimatdorf nicht nur optischen Glanz, sie ist auch als Übersetzerin für alle Verhandlungen mit den chinesischen Partnerfirmen zuständig. Aber dann bringen die Chinesen ihren eigenen Dolmetscher mit. Verena ist nur kurz von der Souveränität und den Sprachkenntnissen ihres Konkurrenten beeindruckt. Schnell wird ihr klar, dass der Neue eine ganz eigene Agenda hat. Wieso weiß er, dass Verena heimlich Artikel für eine chinakritische Webseite übersetzt und warum interessiert er sich für alte Archivunterlagen? Schließlich muss Verena sich nicht nur um ihren Arbeitsplatz sorgen sondern auch um ihren Freund Lexi, der aus Angst vor den chinesischen Behörden untergetaucht ist. Und auch hier hat der neue Dolmetscher seine Hand im Spiel.
Bei Amazon hat man die Möglichkeit, ins Buch zu schauen.
Der Dolmetscher von Marla B. Singer ist auf amazon.de, buch.de, bol.de, thalia.de, buecher.de und im Apple iTunes Store für für 1,99 Euro zu erwerben.
Zur Autorin
Marla B. Singer ist Sinologin und übersetzt seit vielen Jahren chinesische Texte. Marla B. Singer lebt und arbeitet in London.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: marla-b-singer.com. Bild: marla-b-singer.com.]
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“Das fliegende Klassenzimmer” ins Saterfriesische übersetzt
1.5.2012 von Jessica Antosik.
Margaretha Grosser hat den Kinderbuchklassiker Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner fast vollständig ins Saterfriesische übersetzt. Es fehlen nur noch zwölf Seiten. Allerdings räumt Grosser ein: “Hätte ich vorher gewusst, auf was ich mich da einlasse, ich hätte wohl abgelehnt.” Ende 2012 wird das 172-seitige Buch unter dem Titel Die fljoogende Klassenruum erhältlich sein.
Erscheinen wird das Buch im Tintenfass-Verlag, das sich auf Minderheitensprachen spezialisiert hat. Die 77-jährige Ramsloherin hat während ihrer Übersetzerkarriere noch nie ein solch umfangreiches Buch aus dem Hochdeutschen ins Saterfriesische übertragen. Die Geschichte vom Struwwelpeter und dem kleinen Häwwelmann waren um einiges kürzer.
Gretchen Grosser hat mit zwei Wörterbüchern gearbeitet, die leider nicht immer alle Begriffe enthalten. “Wen soll ich fragen? Normalerweise kommen die Leute ja zu mir, damit ich ihnen den richtigen Begriff mitteile”, sagte Grosser.
Um die Probleme zu verdeutlichen, mit denen die Übersetzerin zu kämpfen hatte, folgt ein kleiner Auszug aus dem ersten Kapitel zunächst aus dem Ausgangstext (Hochdeutsch) und dann aus dem Zieltext (Saterfriesisch):
In diesem Augenblick wurde die Tür der Turnhalle stürmisch aufgerissen. Matthias blieb der Vers im Hals stecken. Die andern drehten sich erschrocken um, und Uli blickte neugierig aus der gemalten Wolke heraus, hinter der er seinen Auftritt erwartet hatte.
In düssen Oogenblik wurde ju Doore fon ju Turnhalle stoarmsk eepenrieten!“ Mathias bleeuw die Färs in n’Hoals sitten. Do uur troalden sik ferskräkt uume, un Uli keek ienkieks uut ju moalde Wulke hääruut, bääte ju hie sien Aptreeden ferwachtet waas.
Darüber hinaus sei sie einige Mal an ihre Grenzen gekommen und habe schlichtweg keine Lust mehr gehabt, das Werk zu übersetzen. Erst die Ehrung durch den Heimatbund Oldenburger Münsterland habe dies geändert. “Das hat mich motiviert. In der Nacht danach habe ich vier Seiten übersetzt.”
Obwohl sie das Werk noch nicht vollkommen vollbracht hat, hat sie schon das nächste Projekt in Angriff genommen. “Parallel übersetze ich das Märchen vom Fischer und seiner Frau.” Sie sieht die Geschichte als sehr aktuell an: “Auch heutzutage sind die Menschen nie zufrieden. Sie streben nach immer mehr”, so Gretchen Grosser. Das Erscheinungsdatum ist noch nicht bekannt, aber wie es aussieht, habe der Verleger bereits “angebissen”.
Über das Saterfriesische
Bei der saterfriesischen Sprache, auch Seeltersk genannt, handelt es sich um die letzte verbliebene Varietät der ostfriesischen Sprache. Schätzungen zufolge wird Saterfriesisch noch von etwa 2000 Personen in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg gesprochen. Somit ist Seeltersk eine der kleinsten Sprachinseln Europas.
Seit 1999 die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in Deutschland in Kraft getreten ist, genießt die saterfriesischen Sprache als anerkannte Minderheitensprache besonderen Schutz und Recht auf Förderung. Im Saterland ist die Sprache zum Amtsgebrauch zugelassen. Die Ortsschilder im Saterland sind zweisprachig ausgezeichnet.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: nwzonline.de, 19.04.2012.]
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“OderÜbersetzen”: Zweite Ausgabe des deutsch-polnischen Übersetzerjahrbuchs veröffentlicht
28.4.2012 von Jessica Antosik.
Anfang März 2012 wurde das neue Übersetzerjahrbuch OderÜbersetzen im Goethe-Institut Warschau vorgestellt. Zum einen richtet es sich an Übersetzungspraktiker und Translationswissenschaftler. Zum anderen widmet es sich an alle, die sich für das Thema Übersetzen interessieren, sowie an im deutsch-polnischen Kultur- und Literaturaustausch Involvierte.
Das Übersetzerjahrbuch beinhaltet wissenschaftliche Übersetzungsanalysen, literarische Übersetzungen und Interviews mit Übersetzern. Außerdem enthält OderÜbersetzen Beiträge sowohl in deutsche als auch in polnischer Sprache. Zweisprachig sind jedoch nur Auszüge aus den literarischen Übersetzungen.
Das Inhaltsverzeichnis der zweiten Ausgabe von OderÜbersetzen finden Sie hier.
Ins Leben gerufen wurde das Jahrbuch OderÜbersetzen 2009 am Collegium Polonicum in Słubice, wo es aus herausgegeben wird. Gefördert wird es von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung.
Auf der Website des Goethe-Instituts Polen hat man die Möglichkeit, ausgewählte Fragmente der Vorstellung der zweiten Ausgabe auf Polnisch anzuhören. Dabei stellte die Germanistin Prof. Bożena Chołuj das Jahrbuch OderÜbersetzen vor und sprach über Übersetzer. Die Verlegerin Beata Stasińska berichtete über die Situation des polnischen Buchmarktes und darüber, wie schwierig es ist, selbst bei guten Autoren einen Verkaufserfolg zu erzielen. Darüber hinaus sprach sie über den Status, die Bedeutung und die finanzielle Lage der Übersetzer sowie über Internetpublikationen.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: goethe.de. Bild: goethe.de.]
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Übersetzer mit dem Albatros-Preis ausgezeichnet
12.4.2012 von Janine Fischer.
Am morgigen Freitag, den 13.04.2012, wird der renommierte Albatros-Preis in Bremen an den US-Autor Dave Eggers verliehen. Seit dem Jahr 2006 wird der Albatros-Preis alle zwei Jahre vergeben. Er zählt zu den Preisen, die am höchsten dotiert sind.
Mit diesem Preis der Günter-Grass-Stiftung, der insgesamt mit 40.000 Euro dotiert ist, werden auch seine Übersetzer Ulrike Wasel und Klaus Timmermann ausgezeichnet. Eggers bekommt die Auszeichnung für seinen Roman “Zeitoun“.
Das Buch handelt von einer amerikanisch-syrische Familie, die unschuldig ins Visier von Terrorismusfahndern gerät. Die Jury wertete den Roman als wichtigen Diskussionsbeitrag und als beeindruckendes Plädoyer für Zivilcourage.
Eggers spendet seinen Teil des Preisgeldes an den Verein “Gegen das Vergessen – für Demokratie“, der sich gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzt.
[Text: Janine Fischer. Quelle: Logo Radio Bremen.]
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Olga Grjasnowas Debütroman über eine hochbegabte Dolmetschstudentin
2.4.2012 von Jessica Antosik.
Anfang Februar 2012 erschien das Buch Der Russe ist einer, der Birken liebt im Hanser Verlag. Die Romanheldin Mascha Kogan hat, wie sich gleich noch rausstellen wird, so manche biografischen Eckdaten mit der Autorin Olga Grjasnowa gemeinsam. Im Klappentext heißt es:
Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend und ein paar weitere so “wie die Ballermann-Touristen Deutsch”. Sie plant gerade ihre Karriere bei der UNO, als ihr Freund Elias schwer krank wird. Verzweifelt flieht sie nach Israel und wird schließlich von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Mit perfekter Ausgewogenheit von Tragik und Komik und mit einem bemerkenswerten Sinn für das Wesentliche erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat.
Der Hanser Verlag stellt eine Leseprobe zur Verfügung.
Hier liest Olga Grjasnowa aus Der Russe ist einer, der Birken liebt.
Bei einem Interview mit der österreichischen Zeitung Der Standard wurde Grjasnowa folgende Frage gestellt:
Ihre Hauptfigur ist Übersetzerin. Bei Translationen geht oft die Besonderheit eines literarischen Werkes verloren, aber andererseits ist das Übersetzen für den Austausch notwendig. Wie beurteilen Sie dieses Dilemma?
Diese Frage beantwortete die Schriftstellerin so:
Grjasnowa: Es gibt Konnotationen, die verlorengehen. Aber es können sich neue Räume aufmachen. Die russische Lyrik ist teilweise entsetzlich ins Deutsche übersetzt, teilweise aber auch ganz gut. Mir ist trotzdem eine Übersetzung lieber als ein Original, in dem ich nur die Hälfte verstehe. Aber das ist eher persönliche Bequemlichkeit.
Über die Autorin
Olga Grjasnowa wurde im Jahr 1984 in Baku (Aserbaidschan) geboren und wuchs im Kaukasus auf. 1996 kam sie mit ihrer Familie ohne Deutschkenntnisse als jüdischer Flüchtling nach Deutschland. Nach längeren Auslandsaufenthalten in Polen, Russland und Israel studierte sie von 2005 bis 2006 Kunstgeschichte an der Universität Göttingen. 2006–2010 war sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig eingeschrieben. 2010 hat sie das Studium der Tanzwissenschaften an der FU Berlin aufgenommen. Außerdem erhielt sie im Jahr 2010 den Dramatikerpreis der Wiener Wortstätten für ihr Debütstück Das bisschen Palästina. 2011 erhielt sie das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Der Russe ist einer, der Birken liebt ist ihr erster Roman. Der Titel des Buches mag zunächst einmal seltsam klingen, aber: Die Birke ist eine Metapher für die russische Seele. Der Titel, eine Anspielung auf Tschechows Drei Schwestern, ist auch eine Absage an Klischees von Nationen sowie andere Stereotypen.
Über das Buch
Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 06.02.2012
Umfang: 288 Seiten
ISBN: 978-3-446-23854-1
Preis: 18,90 Euro
[Text: Jessica Antosik. Quelle: hanser-literaturverlage.de; derstandard.at, 26.02.2012; tagesspiegel.de, 18.02.2012. Bild: hanser-literaturverlage.de.]
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Buchtipp: Verstimmt? Mit klangvoller Stimme gut ankommen
28.3.2012 von Jessica Antosik.
Heiser, zu leise oder atemlos? Wer viel und häufig spricht, muss sich auf seine Stimme verlassen können. Im Herbst 2011 ist das 98-seitige Werk Verstimmt? Mit klangvoller Stimme gut ankommen im Ernst Reinhardt Verlag erschienen. Das Buch eignet sich für das Selbststudium. Die Autorinnen Walburga Brügge und Katharina Mohs, Logopädinnen in Hamm (Westfalen) mit langjähriger Berufserfahrung in den Bereichen Diagnostik und Therapie von Stimmstörungen, geben anhand von Hörbeispielen auf einer Audio-CD dem Leser Übungen, mit denen er an seiner Stimme und Stimmführung arbeiten kann. Es wird verdeutlicht, wie Stimme und Atem eingesetzt werden können. Durch genaue Beobachtung, nachvollziehbare Stimm-, Haltungs- und Atemübungen werden bisherige stimmliche Gewohnheiten verändert. So kann nahezu jeder eine tragfähige und belastbare Stimme erreichen. Darüber hinaus vermitteln die Autorinnen das notwendige Grundlagenwissen zu Stimme und Stimmbildung.
Das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier.
Der Ernst Reinhardt Verlag bietet zudem eine Leseprobe.
Über das Buch
Brügge, Walburga / Mohs, Katharina: Verstimmt? Mit klangvoller Stimme gut ankommen. Mit Illustrationen von Annette Gack und Hörbeispielen auf Audio-CD.
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang: 98 Seiten
ISBN-Nummer: 978-3-497-02244-1
Preis: 16,90 Euro
[Text: Jessica Antosik. Quelle: reinhardtverlag.de. Bild: reinhardtverlag.de.]
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Germersheimer Studierende und Dozentinnen haben „Die Wasserstädte“ von Raúl Zurita übersetzt
22.3.2012 von Jessica Antosik.
Im Rahmen einer Lesung des chilenischen Dichters Raúl Zurita im Sommer 2010 am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) in Germersheim der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde das Übersetzungsprojekt Las ciudades de agua. Die Wasserstädte ins Leben gerufen. Erstmalig setzten sich Studierende und Dozentinnen bei dieser Gelegenheit mit Zurita, einem der renommiertesten Vertreter der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur, zusammen, mit dem Ziel, sein Werk einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bislang ist der Dichter in Deutschland nämlich kaum bekannt.
Die von Studierenden und Dozentinnen des FTSK Germersheim ins Deutsche zu übertragenden Texte wählte Zurita aus. In intensiver Gruppenarbeit arbeiteten Caroline Adam, Leona Heinrich und Pia Teresa Ilg (Studierende am FTSK) sowie Liliana Bizama Muñoz, Stephanie Fleischmann und Eva Katrin Müller (Dozentinnen am FTSK) an der Übersetzung in die deutsche Sprache. Die drei Übersetzungstandems kamen trotz der komplexen Thematik ohne Fußnoten aus.
Pünktlich zur Leipziger Buchmesse ist die Übersetzung im Trafo-Verlag erschienen. Der Gedichtband Las ciudades de agua. Die Wasserstädte setzt sich aus den rund 20 spanischen Ausgangstexten und der jeweiligen deutschen Übersetzung zusammen. Thema der zweisprachigen Ausgabe ist das alptraumhafte Erleben der Wirklichkeit, das auf Zuritas eigenen Erfahrungen basiert. Insbesondere die dreißigjährige Militärdiktatur Pinochets in Chile spielt eine große Rolle in Zuritas Poesie.
Für die Studierenden ist es eine ganz besondere Erfahrung, lyrische Texte zu übersetzen. “Auf die Texte muss man sich einlassen. Zurita ist nicht einfach zu übersetzen und die Texte erfordern einen hohen Rechercheaufwand. Die Themen sind bei jungen Studierenden kaum noch präsent”, so Dr. Eva Katrin Müller vom FTSK.
Über den Autor
Raúl Zurita wurde im Jahre 1951 in Santiago de Chile geboren. Dort verbrachte er auch seine Kindheit und Schulzeit. 1967 begann er ein Bauingenieurstudium an der Universidad Frederico Santa Maria in Valparaiso sowie ein Studium der Mathematik an der Technischen Ingenieurschule in Santiago. Außerdem besuchte er als Gasthörer die Philosophische Fakultät der Universidad de Chile in Santiago. 1975 veröffentlichte er sein erstes Gedicht. Zurita hat zahlreiche Gedichtbände, Essays und autobiographisch-poetische Prosa verfasst, die in zwölf Sprachen übersetzt wurden. Raúl Zurita ist Träger des Pablo Neruda-Preises (1989) und des chilenischen Premio Nacional de Literatura (2000). Seit 2001 ist er Professor für Literatur an der Universidad Diego Portales in Santiago de Chile. Im Mai 2012 wird der Dichter zu einer Lesung aus dem neuen Band Las ciudades de agua. Die Wasserstädte am FTSK Germersheim erwartet
Über das Werk
Raúl Zurita: Las ciudades de agua. Die Wasserstädte
Erscheinungsdatum: März 2012 (1. Auflage)
Zweisprachige Ausgabe (Spanisch und Deutsch)
Hrsg. von Liliana Bizama Muñoz
Umfang: 132 Seiten
ISBN-Nummer: 978-3-86465-008-6
Preis: 14,80 Euro
Weitere Informationen zu dem Buch, wie unter anderem das Inhaltsverzeichnis, einen Ausschnitt aus dem Buch sowie das Nachwort, finden Sie hier.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: fb06.uni-mainz.de; trafoberlin.de; juraforum.de, 20.03.2012. Bild: trafoberlin.de.]
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Erika Tophoven über ihr Leben als Übersetzerin in Paris
14.3.2012 von Jessica Antosik.
Ende letzten Jahres hat Erika Tophoven ein Buch veröffentlicht, in dem sie über ihr Leben als Übersetzerin in der französischen Hauptstadt Paris berichtet: Glückliche Jahre. Übersetzerleben in Paris hat sie ihr Werk getauft. In ihrem Erinnerungsbuch erzählt sie rückblickend über die Zusammenarbeit mit Elmar Tophoven, ihrem Ehemann. Im Gespräch mit Marion Gees spricht sie von Begegnungen mit Autoren, Verlegern und Lektoren. Außerdem beinhaltet das Werk bedeutende Essays von Elmar Tophoven und ein Porträt des Ausnahmeübersetzers von Christian Linder. Bis heute steht Erika Tophoven im Schatten ihres berühmten Mannes.
Erika Tophoven ist 1931 in Dessau geboren und in Ostfriesland aufgewachsen. Sie studierte Englisch und Französisch und ließ sich nach dem Krieg in München zur Übersetzerin ausbilden. Seit 1957 ist sie als freischaffende Übersetzerin aus den beiden genannten Sprachen tätig. Zusammen mit ihrem Mann, der 1989 verstorben ist, vermittelte sie über viele Jahre hinweg zwischen den Kulturen. Das Ehepaar hat wie nur wenige mit ihrer Übersetzerarbeit zur Verbreitung französischer Schriftsteller in Deutschland beigetragen. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk erzählt Erika Tophoven über die Arbeit mit ihrem Mann:
Diese Einsamkeit, die der Übersetzerberuf mit sich bringt, spürten wir weniger, da wir zu zweit waren, die Passion des Übersetzens teilten und das Übersetzen ein wichtiges Bindeglied zwischen uns bildete. Die Lösungen kamen mal von der einen, mal von der anderen Seite und entwickelten sich oft im Gespräch. Ich lernte zu erkennen, warum eine Lösung besser war als die andere. Und könnte mit Winnie in “Glückliche Tage” sagen, es waren glückliche Jahre.
Die “Tops”, wie Freunde sie nannten, zählen zu den großen Literaturübersetzern aus der französischen in die deutsche Sprache und haben so ziemlich alles übersetzt, was Rang und Namen hat: Sie übertrugen Titel von Samuel Beckett, Hélène Cixous, Agota Kristof, Nathalie Sarraute, Victor Segalen, Claude Simon, Alain Robbe-Grillet, Marguerite Duras und Georges Simenon ins Deutsche. 1978 gründeten sie das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen. Von 1956 bis 1989 lebte Erika Tophoven in Paris. “Es war ein ganz normales Übersetzerleben in großer Zurückgezogenheit und immer gebeugt über irgendeine Übersetzung. Und das Schöne daran ist, dass ich davon heute noch zehren kann, von dieser Arbeit”, so die heute 80-Jährige.
Mit dem irischen Schriftsteller Beckett, der seit 1937 in Frankreich lebte, verband “Kiki” und “Top”, wie Samuel Beckett zu den beiden Tophovens sagte, eine 35-jährige so enge Zusammenarbeit, wie sie zwischen Übersetzern und Autoren äußerst ungewöhnlich ist. Das Übersetzerpaar fühlte sich dem transparenten Übersetzen verpflichtet und diskutierte oftmals mit dem Autor über die korrekte Wortwahl. Zu Beginn beschäftigte sich Erika Tophoven mit Becketts englischen Texten, während ihr Mann sich um die französischen kümmerte. Allerdings waren die ersten Jahre nach dem Krieg nicht immer einfach für Deutsche. Die Schriftstellerin Nathalie Sarraute beispielsweise wollte die deutschen Übersetzer anfangs nicht treffen.
In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagt Erika Tophoven über die Anfangszeit in Paris:
Ich muss sagen, dass ich ja erstmal wirklich Schülerin war. Ich habe die ersten zehn Jahre eigentlich nur wie ein Schwamm alles aufgenommen und gelernt, gelernt, gelernt, worauf es ankam, und dann war ich so die erste Leserin, kritische Leserin, machte meine Anmerkungen, die wurden diskutiert. Dabei lernte ich schon zu argumentieren, eben dieses einfache “Es klingt ja nicht gut” eben doch etwas mehr zu präzisieren und mir klar zu werden, woran liegt es denn nun an diesem Satz, warum der nicht gut klingt. Und nach einer gewissen Zeit kam natürlich auch das Bedürfnis, mal selbstständig zu übersetzen. Und das habe ich dann so in den 70er Jahren auch weiter durchgeführt, aber immer so, dass wir beide zusammen oder parallel an den entscheidenden Texten arbeiten konnten.
Der Titel ihres Buches weist auf das Theaterstück “Glückliche Tage” von Beckett hin, der ihr Lebensthema darstellt. In einem Interview mit dem Literatur- und Hörbuch-Magazin Bücher berichtet Erika Tophoven, wie sie zum Übersetzen kam:
Mein Mann, schon seit 1949 in Paris sesshaft geworden, hatte bei unserer ersten Begegnung im Herbst 1956 ein Hörspiel von ihm in der Tasche (”All That Fall”) und stand vor dem Problem, von dem jahrelang auf Französisch schreibenden Autor auch englische Texte übersetzen zu müssen. Ich kam aus München mit meinem Übersetzerdiplom. Von Literatur hatte ich wenig Ahnung. Ein paar Wochen später waren wir bei Beckett. Das war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit.
Die Frage, wie die deutsche Literaturwelt mit ihren Übersetzungen umging, beantwortet sie wie folgt:
Die Reaktionen entnahmen wir den Kritiken und was wir von deutschen Freunden darüber hörten. Wir waren für viele eine Anlaufstelle in Paris, fuhren selbst aber nicht oft nach Deutschland und wurden davor gewarnt, kein “Emigranten-Deutsch” zu schreiben. Deutschland hatte ein großes Nachholbedürfnis und war interessiert an allem, was an neuen Ausdrucksformen im Ausland erschien.
Auf die Frage “War es dennoch für Sie ein Vorteil, im Land Ihrer Autoren zu leben?” antwortet sie:
Gewiss. Sie kamen zu uns oder wir zu ihnen. Heute finde ich es besser, in Berlin zu leben. Wer interessiert sich in Frankreich für deutsche Übersetzungen?
“Außer dem persönlichen Kontakt zu den Autoren – folgten Sie anderen Leitlinien?” lautet eine weitere Frage.
Das Interesse für den eigentlichen Übersetzungsprozess entwickelte sich erst in den sechziger Jahren. Es förderte die Selbstbeobachtung. “Sprachgefühl” und “aus dem Bauch-Übersetzen” reichten allein nicht mehr aus.
Das komplette Interview können Sie hier abrufen.
In der ARD Mediathek ist ein rund achtminütiger Podcast verfügbar.
Über das Buch
Erika Tophoven: Glückliche Jahre. Übersetzerleben in Paris
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
ISBN: 978-3-88221-571-7
Umfang: 239 Seiten
Auflage: 1. (18.10.2011)
Preis: 19,90 Euro
[Text: Jessica Antosik. Quelle: dradio.de, 23.01.2012/06.03.2012; matthes-seitz-berlin.de. Bild: matthes-seitz-berlin.de.]
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Im Zweifel für den Genitiv: Die meistgestellten Fragen an die Dudenredaktion
11.2.2012 von Nina Neumann.
Wann heißt es “dasselbe” und wann “das gleiche”? Wann sage ich “anscheinend” und wann “scheinbar”? Handelt es sich um das Werk eines berühmten Autors oder Autoren? Gibt es eine reale oder reelle Chance? Sind rosane Hosen salonfähig? Was ist von erntefrischem Erdbeerkuchen aus Gabi’s Café zu halten? Wer sich solche und andere knifflige Fragen rund um die deutsche Sprache stellt, findet in diesem Buch die ultimativen Antworten. Auf leicht verständliche und unterhaltsame Weise erklärt dieses Buch typische Zweifelsfälle, die täglich in der Sprachberatung der Dudenredaktion nachgefragt werden.
Über das Buch
Duden-Redaktion: Duden - Im Zweifel für den Genitiv. Die meistgestellten Fragen an die Dudenredaktion. Bibliographisches Institut. ISBN-13: 978-3411732814.
[Bibliographisches Institut. Quelle: Bibliographisches Institut. Bild: Bibliographisches Institut.]
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