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Archiv der Kategorie Bücher

Helfer, Verräter, Gaukler? Das Rollenbild von Übersetzern im Spiegel der Literatur

In diesem Buch werden Übersetzer- und Dolmetscherfiguren in Romanen, Erzählungen, Krimis und Theaterstücken (u. a. von Handke, T.C. Boyle, Vargas Llosa, Le Carré) unter vielfältigen Blickwinkeln vorgestellt und analysiert. Das Aufzeigen von translatorischen Rollenbildern als literarisch-reales Vexierspiel verdeutlicht den Reiz und die Komplexität der Translation. Sowohl Fachleute als auch interessierte Laien erhalten so neue, spannende und auch unterhaltsame Einblicke in die Welt der Translation und die Identität von Übersetzern und Dolmetschern.

Über das Buch:
Klaus Kaindl, Ingrid Kurz (Hrsg.): Helfer, verräter, Gaukler? Das Rollenbild von TranslatorInnen im Spiegel der Literaur. Narr Francke Attempo Verlag. 236 Seiten. ISBN: 9783825814076.

[Text: Narr Francke Attempo Verlag. Quelle: Narr Francke Attempo Verlag. Bild: Narr Francke Attempo Verlag.]

Übersetzung - Ursprung und Zukunft der Philologie?

Die Konstanten und Veränderungen in Tätigkeit und Selbstverständnis von Übersetzern und Philologen stehen im Zentrum dieses Sammelbands. Es diskutierten Vertreter der Übersetzungswissenschaft, der mittellateinischen, romanischen und germanistischen Sprach- bzw. Literaturwissenschaft. Die Themen reichen von der Übersetzungsleistung der ersten Glossen bis zu heutigen Lehrplänen europäischer Universitäten. Entstehung, Wandel und Beispiele von Übersetzungen im Zusammenhang mit der Philologie präsentieren Wissenschaftler aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien am Beispiel literarischer Meisterwerke von Goethe bis Montaigne. Mit Beiträgen von 20 Autoren.

Über das Buch:
Christoph Strosetzki (Hg.): Übersetzung - Ursprung und Zukunft der philologie? Narr Francke Attempo Verlag. 367 Seiten, ISBN: 9783823364436.

[Text: amazon.de. Quelle: Narr Francke Attempo Verlag. Bild: Narr Francke Attempo Verlag]

Silikon und Sprengstoff in Steve-Jobs-Biografie: Turbo-Eindeutschung durch sechs Übersetzer misslungen?

Steve-Jobs-BiografieSie hat Tausende Gabentische geschmückt und steht seit Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten: die Biografie des Apple-Gründers Steve Jobs. Ein  großer Buchversand beschreibt das Werk als „Die Biografie des Jahres über einen der revolutionärsten Entwickler der Welt“. Gleich im ersten von 41 Kapiteln der ersten Auflage findet der Leser merkwürdige Sätze wie: „Für Steve Jobs beginnt der Aufstieg zum strahlenden Olymp der Erfinder mit dem Bericht über zwei Elternpaare und die Kindheit in einem Tal, das gerade lernte, wie man Silikon in Gold verwandelt.“ Sein Aufstieg beginnt mit dem Bericht über zwei Elternpaare? Ein Tal, in dem Silikon in Gold verwandelt wird? Nicht ausgeschlossen, dass bei dem einen oder anderen Leser jetzt Bilder von auffallend üppig bestückten Blondinen durch den Kopf spuken. Nein, in der Biografie geht es gewiss nicht um San Fernando Valley. Das liebliche Tal im Nordwesten von Los Angeles wird wegen der dort ansässigen Pornofilmindustrie auch „Silicone Valley“ genannt. Der Buchstabe „e“ macht den entscheidenden Unterschied, trennt High Tech von Schmuddelecke.

Falsche Freunde

Wie kann so etwas passieren, in einem der größten Verlage der Welt bei der „Veröffentlichung des Jahres“? Dazu Übersetzer Alexander Heyne: „Das englische silicon (Silizium) und der deutsche Begriff Silikon sind sogenannte ‘falsche Freunde’, auf die man schon im Übersetzerstudium hingewiesen wird. Kein halbwegs versierter technischer Übersetzer würde darüber stolpern. Ich vermute, dass bei der Übertragung ins Deutsche großer Zeitdruck herrschte. Die ungewöhnlich hohe Zahl von sechs Übersetzern ist ein Indiz dafür.“

Das hat sie wirklich fertiggemacht

Ein Einzelfall auf einer von über 700 Seiten? Keineswegs. Kapitel für Kapitel werden weitere sprachliche Salven abgefeuert. Über Steve Jobs’ Schulzeit und gewisse „Streiche“ erfährt man: „Einmal brachten wir unter dem Stuhl unserer Lehrerin Mrs. Thurman Sprengstoff an. Das hat sie wirklich fertiggemacht.” Autor Walter Isaacson schrieb im Original: “One time we set off an explosive under the chair of our teacher, Mrs. Thurman. We gave her a nervous twitch.” Die Technik-Ikone, der iGod befestigte Sprengstoff am Stuhl seiner Lehrerin? Und er zündete („set off“) die Ladung sogar? Und warum musste er nicht den Rest seines Lebens in einem Hochsicherheitstrakt verbringen?

Alexander Heyne: „Bei dem ‘Sprengstoff’ wird es sich wohl um einen simplen Knallkörper gehandelt haben. Und das Auftauchen von Jobs und seinem Mitschüler ließen die Lehrerin jedes Mal zusammenzucken. Eine andere Dimension als der im Buch verwendete Begriff ‘fertigmachen’“.

Übersetzen oder Worte tauschen?

Jobs Ehefrau Laurene ermutigte den Autor der Biografie, die Stärken und Schwächen ihres Mannes ehrlich zu beschreiben. Steve Jobs und Walter Isaacson kennen sich seit  1984. Isaacson hat bereits Biografien über Benjamin Franklin und Albert Einstein verfasst.

Die Voraussetzungen für „die Biografie des Jahres“ konnten also kaum besser sein. Und was finden wir im Ergebnis vor? Bei der Lektüre der deutschen Fassung muss sich der Leser durch lange Bandwurmsätze quälen. Der Stil wirkt abgehackt. Zu oft wurde einfach nur wörtlich übersetzt. Satz steht neben Satz. Ein  stilistisch schöner Fluss aufgeschriebener Gedanken bleibt Fehlanzeige. Die Steve-Jobs-Biografie macht uns sehr deutlich bewusst, dass zwischen uns als Leser und dem Autor noch eine weitere, ungemein wichtige Instanz steht: der Übersetzer.

Alexander Heyne: „Übersetzen ist weit mehr als der Wortaustausch von einer Sprache in die andere. Ein professioneller Übersetzer kennt sich im Thema aus und steigt entsprechend tief in den Inhalt des Werks ein. Weil Übersetzungen immer persönlich geprägt sind, muss ein einheitlicher Stil bei Teamarbeiten durch ein nachfolgendes Lektorat und Korrektorat gesichert werden. Das Aufteilen von Übersetzungsarbeiten bleibt aber immer zweite Wahl.“

Der Silikon-Schnitzer wurde übrigens in der zweiten Auflage der Biografie behoben. Den  250.000 Besitzern des deutschen Erstdrucks bleibt dieser Fehler mit Klassiker-Potenzial erhalten.

Über den Autor:
Alexander Heyne ist Diplom-Übersetzer und arbeitet in Leipzig. Im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ), Landesverband Sachsen, engagiert er sich als Pressesprecher. Der BDÜ ist der größte Berufsverband der sprachmittelnden Berufe in Deutschland und deren Spitzenorganisation (www.bdue.de).

Ergänzende Hinweise von uepo.de:
Der Bertelsmann Verlag hatte für die Übersetzung der 704 Seiten starken Biografie sechs Übersetzer gleichzeitig eingespannt, bei denen es sich aber offenbar ausnahmslos um erfahrene Buchübersetzer handelt: Antoinette Gittinger, Oliver Grasmück, Dagmar Mallett, Elfi Martin, Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. Ein Blick ins Buch ist auf der Verlagswebsite möglich.

[Text: Alexander Heyne. Quelle: Pressemitteilung BDÜ Sachsen, 09.01.2012. Bild: Bertelsmann.]

Der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth

Deutsche Sprache, schwere Sprache - Was passiert, wenn sich ein Amerikaner auf intensive Tuchfühlung mit der deutschen Sprache begibt? David Bergmann, der seit 1996 in Deutschland wohnt, hat einen langen, mit Fettnäpfchen und Missverständnissen gepflasterten Weg hinter sich. Auf diesem hat er nicht nur den Unterschied zwischen einem vermöbelten und einem möblierten Zimmer gelernt und wieso es manchmal besser ist, jemanden zu siezen. Inzwischen beherrscht er auch die zwölf Möglichkeiten der Pluralbildung (fast) und weiß: Die Übersetzung von «Happy Ending» ist nicht «Schluss mit lustig».

Über den Autor
Peter Bergmann wurde 1971 in Maria Stein, Ohio geboren. Er studierte BWL und Geschichte an der University of Notre Dame. Nach seinem Studium zog er nach Chicago und fing dort an, nach der Arbet Deutsch zu lernen. Diese Sprache gefiel ihm so sehr, dass er 1996  schließlich nach Göttingen zog, um dort zu studieren. Leider geriet er in finanzielle Not und musste deshalb sein Studium abbrechen und nach Hamburg ziehen, da er dort eine Stelle als Prüfungsleiter in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erhalten hatte, die er bis heute noch besetzt. “Der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth” erschien 2007 und ist Bergmanns erster Roman.

Über das Buch 
David Bergmann: Der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth. 224 seiten. ISBN: 9783499622502.

[Text: Rowohlt Verlag; Nina Neumann. Quelle: Rowohlt Verlag; ; Wikipedia-Eintrag zu Peter Bergmann. Bild: Rowohlt Verlag.]

Du Jane, ich Goethe: Eine Geschichte der Sprache

Der “Niedergang” unserer Sprache wird viel beklagt. Dabei haben die gleichen treibenden Kräfte, die hinter dem Verfall der Sprache stecken, auch deren beispiellose Entwicklung ermöglicht weg vom Niveau steinzeitlicher Äußerungen wie “Ich Tarzan, du Jane” und hin zu den ausgeklügelten Grammatiken von heute. Wie es dazu kam und um welche Kräfte es sich handelt, das erklärt uns Guy Deutscher geistreich und mit viel Witz.

Guy Deutschers Geschichte der Sprache beginnt mit einem Paradox: “Die Sprache ist die größte Erfindung der Menschheit obwohl sie natürlich nie erfunden wurde.” Keine Sprachkommission, kein Ältestenrat des antiken Rom hat irgendwann die ausgeklügelte lateinische Grammatik entworfen, und auch von der Möglichkeit göttlicher Eingebung möchten wir einmal absehen. Aber wie kamen wir dann weg vom Niveau steinzeitlicher Äußerungen wie “Ich Tarzan, du Jane” und zu den komplexen Sprachen der Antike und Gegenwart? Guy Deutscher zeigt in Du Jane, ich Goethe anhand zahlreicher Beispiele, wie die ausgeklügelten Grammatiken, enormen Vokabularien und komplexen Bedeutungszusammenhänge von heute entstehen konnten.
Humorvoll vermittelt er die neuesten Erkenntnisse der Linguistik und beschreibt, wie unsere alltäglichsten Gewohnheiten die eindruckvollsten Sprachstrukturen hervor- und auch wieder zu Fall bringen. Nebenbei beantwortet Guy Deutscher in diesem Buch auch noch Fragen wie: Warum haben die meisten Sprachen kein Verb für “haben”? Warum sagte Luther “schlecht”, wenn er doch das Gegenteil meinte? Und warum scheinen Türken rückwärts zu sprechen?

über das Buch
Guy Deutscher: Du Jane, ich Goethe: Eine Geschichte der Sprache. C. H. Beck Verlag. 416 Seiten. ISBN 9783406578281.

[Text: C. H. Beck Verlag. Quelle: C. H. Beck Verlag. Bild: C. H. beck Verlag]

Neuerscheinung: Seltsame Sprachen - oder wie man am Amazonas bis drei zählt

Gibt es eine Sprache, in der Namen so heilig sind, dass keine Vornamen zweimal vorkommen dürfen? Kann eine vollständig neue Sprache innerhalb von drei Jahren entstehen? Diese und weitere unglaubliche Fragen im Zusammenhang mit der menschlichen Sprache werden in diesem Buch beantwortet. Der Germanist und Philosoph Frank Schweizer vermittelt kuriose und interessante Fakten, die weit über das übliche Allgemeinwissen hinausgehen und erzählt kurzweilig über die ersten Sprachversuche des Menschen bis hin zur Entwicklung der eigenen Sprachfähigkeit von der Geburt bis ins Erwachsenenalter.

Kaum jemand aus dem westlichen Sprachraum kann sich die Existenz einer Sprache vorstellen, die, das Vokabular und Regelwerk betreffend, zwischen einem männlichen und weiblichen Sprecher unterscheidet. Dem Autor gelingt es auch, den grössten Unterschied zwischen Mensch und Tier - Kommunikation, mittels umfangreicher Worte - unterhaltsam wiederzugeben.

Dieses Buch ist gespickt mit lehrreichen Details ohne belehrend zu wirken und lädt dazu ein, sich näher mit der eigenen Sprache zu befassen. Frank Schweizer, der selbst acht Sprachen spricht, begegnet dem Vorurteil, die Beschäftigung mit Sprache sei eine staubtrockene Tätigkeit, durch anschauliche Erläuterungen und faszinierende Details.

Über das Buch:
Seltsame Sprachen – oder wie man am Amazonas bis drei zählt
Autor: Frank Schweizer
ISBN: 978-3-86189-789-7
Erschienen: Oktober 2011
Verlag: Militzke Verlag GmbH
Umfang: 294 Seiten

[Text: Militzke Verlag. Quelle: Milizke Verlag. Bild: Militzke Verlag.]

“Er ersetzt uns 30 Außenmitarbeiter” - Buch über Sprachgenie Emil Krebs

Im Oktober 2011 ist im OASE Verlag ein Buch über das Leben und Wirken von Emil Krebs erschienen. Er beherrschte insgesamt 68 Sprachen in Wort und Schrift. Der im Jahre 1867 in Freiburg in Schlesien (heute Świebodzice) geborene Polyglott steht im Zentrum der Monographie Emil Krebs – Kurier des Geistes. Bis heute gilt Krebs, dessen aktive Zeit in die Jahre von 1893 bis 1930 fällt, als eines der größten Sprachwunder der Menschheitsgeschichte.

Im Vorwort schreibt Dr. Harald Braun, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Folgendes:

Er sammelte Sprachkenntnisse mit einer Leidenschaft, die allein dem Phänomen der menschlichen Sprache galt. Dabei ging es Krebs nicht in erster Linie darum, in allen seinen Sprachen zu kommunizieren. “Er schwieg in 45 Sprachen”, sagte eine seiner Tischdamen nach einem offiziellen Essen. Emil Krebs wollte vielmehr den Aufbau und die “Philosophie hinter der Sprache” verstehen.

In der Einführung des Buches heißt es:

Emil Krebs war ein Sprachgenie. Im Auswärtigen Amt hieß es, “er ersetzt uns 30 Außenmitarbeiter”. Gemeint waren damit jene Hilfskräfte, die vor allem für “fernere” Sprachen als Übersetzer oder als Dolmetscher herangezogen werden mussten. Die Differenzierung ist notwendig, weil das Übersetzen und das Dolmetschen aus einer Sprache zwei verschiedene Angelegenheiten sind, beide gleichwertig, aber unterschiedlich in der Ausübung. […]
Die vorliegende Publikation wurde von Gunnar Hille und Antonio Reda, den Leitern von Sprachenlernzentrum und Sprachendienst des Auswärtigen Amts angeregt. Ausgangspunkt war die Materialsammlung von Eckhard Hoffmann, dem Großneffen von Emil Krebs. Auf dieser Basis schildert Hoffmann das Leben seines Vorfahren, ergänzend wurden eigene Texte von Emil Krebs eingefügt. Mit einer “neurobiologischen Annäherung” spannt Katrin Amunts, die sich intensiv mit dem Gehirn von Krebs beschäftigt hat, schließlich den Bogen über den Tod des Sprachgenies hinaus. Unabhängig vom politischen Umfeld der Tätigkeit von Emil Krebs in China, die mit der Zeittafel “Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte” und mit dem Beitrag “Ins kuenfftige neu Teutschland” von Jürgen Stich beleuchtet wird, war es nach Ansicht von Autoren und Herausgeber an der Zeit, darauf aufmerksam zu machen, dass im Auswärtigen Dienst exzellente Diplomaten und herausragende Sprachmittler tätig waren und sind. Auf den grundsätzlichen Zusammenhang von “Sprache und Diplomatie” weist Hans-Ulrich Seidt, seit September 2009 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Seoul (Südkorea), in seinem Beitrag hin. Nicht zuletzt ermöglicht die Beschäftigung mit Emil Krebs eine vertiefende Betrachtung der deutsch-chinesischen Beziehungen in Geschichte und Gegenwart, die in unserer rasant zusammenwachsenden Welt einen besonnenen und unaufgeregten Dialog befördern könnte.

Es folgt das Inhaltsverzeichnis:

Vorwort (Harald Braun)
Einführung (Peter Hahn)
To-lu-to-lo oder Wie Emil Türke wurde (Otto Julius Bierbaum)
Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte (Peter Hahn)
Ins kuenfftige neu Teutschland (Jürgen Stich)
Von Esdorf über Berlin nach Peking (Eckhard Hoffmann)
Ein Vierteljahrhundert in China (Eckhard Hoffmann)
Wieder in Deutschland (Eckhard Hoffmann)
Über das Chinesisch Lernen (Emil Krebs)
Die Privatbibliothek von Emil Krebs (Eckhard Hoffmann)
Das Gehirn eines Sprachgenies (Katrin Amunts)
Sprache und Diplomatie (Hans-Ulrich Seidt)
Sprachendienst im Auswärtigen Amt (Antonio Reda)
Sprachkenntnisse (Gunnar Hille)
Literaturempfehlungen
Die Autoren
Dokumente

Eine 24-seitige Leseprobe finden Sie hier.

Über das Buch
Emil Krebs – Kurier des Geistes
Herausgeber: Peter Hahn
Umfang: 264 Seiten, zahlr. Abb. und historische Dokumente
Auflage: 1. (2011)
ISBN: 978-3-88922-097-4
Preis: 14,80 Euro

[Text: Jessica Antosik. Quelle: Eckhard Hoffman; auswaertiges-amt.de, 03.11.2011; oaseverlag.de. Bild: oaseverlag.de.]

BDÜ-Fachverlag: Arbeitsbuch zur Gerichts- und Behördenterminologie

Seit ca. drei Jahrzehnten ist die Gerichts- und Behördenterminologie von Ulrich Daum ein Standardwerk für werdende und praktizierende Dolmetscher und Übersetzer. Da diese Fachsprache in der akademischen Ausbildung der Sprachmittler nicht im Vordergrund steht, so dass viele Dolmetscher und Übersetzer diese Kenntnisse auf anderen Wegen erwerben müssen, sind die meisten Prüfungskandidaten auf eine selbstständige Vorbereitung angewiesen.

Nun ist im BDÜ-Fachverlag das Arbeitsbuch zur Gerichts- und Behördenterminologie erschienen. In zahlreichen Testprüfungen und Übungen, die genauso in staatlichen Prüfungen gestellt werden könnten, werden die Kenntnisse zu den Themen Zivilprozess-, Strafverfahrens- und Verwaltungsrecht sowie die allgemeine Gerichts- und Behördenterminologie und die in der Fachsprache so beliebten Abkürzungen gefestigt und überprüft. Daneben sind auch die Lösungen zu den Aufgaben der im Hauptwerk Gerichts- und Behördenterminologie abgedruckten Musterprüfungen enthalten.

Die Übungen im Buch führen den Lerner schrittweise von der Theorie zur Praxis. Die Übungsprüfungen des ersten Teils behandeln knapp 800 der wichtigsten Fachbegriffe und Abkürzungen im Bereich der Gerichts- und Behördenterminologie, so wie sie auch im Hauptwerk vorgestellt werden. Die Aufgaben sind nach Fachgebieten unterteilt, sodass der Lernende Wissenslücken leichter abgrenzen und sich dann gezielt einen Teilbereich nochmals ansehen kann. Der zweite Teil enthält hierzu die Lösungen.

Im dritten Teil werden dann Übungen als Fließtext angeboten, die stark an die alltäglich bei Justiz und Behörden vorkommenden Texte angelehnt sind. Der vierte Teil enthält hierzu die Lösungen. Der fünfte Teil schließlich enthält die Lösungen zu den Aufgaben der staatlichen Prüfungen, die im Hauptwerk Gerichts- und Behördenterminologie abgedruckt sind. Der sechste Teil gibt einen Überblick über die in den meisten Bundesländern angebotenen Prüfungen für Übersetzer und Dolmetscher, ausgenommen die Hochschulprüfungen, die sich an ein Vollstudium anschließen.

Nachfolgend ein Ausschnitt aus dem Buch:

Über das Buch
Arbeitsbuch zur Gerichts- und Behördenterminologie
Autoren: Ulrich Daum, Ramón Hansmeyer
ISBN: 9783938430392
Umfang: 137 Seiten
Preis: 13,00 Euro

[Textzusammenstellung: Jessica Antosik. Quelle: bdue.de. Bilder: bdue.de.]

Empfehlenswert: Langenscheidt Fachwörterbuch Kompakt Wirtschaft Französisch

Bernard Straub, Paul Thiele, Jürgen Boelcke (2007). Langenscheidt Fachwörterbuch Kompakt Wirtschaft Französisch. Berlin und München: Langenscheidt. 1486 Seiten. 19,90 Euro. ISBN: 978-3-86117-264-2.

Allgemeines

Dieses Wörterbuch wurde in der Reihe Business Management Series (BMS) veröffentlicht und stellt  eine vollständig überarbeitete Neuauflage des Dictionnaire de l’allemand économique, commercial et financier (1985, 1989, 2007) dar. Mit seinen 85 000 Stichwörtern und Wendungen hat das Werk eine erhebliche Erweiterung erfahren. Seine Wirtschaftsterminologie ist praktisch verdoppelt worden.

Es wendet sich an einen breit gefächerten Personenkreis. Zu seiner Zielgruppe gehören Führungskräfte, Studenten, Fachleute, Lehrer, Journalisten und auch Leser der Wirtschaftspresse.

Fachbereiche

Das Werk umfasst die  Bereiche Handel, Unternehmenswirtschaft, Arbeitswelt, Finanzen, Börse, Bankwesen, Werbung und Marketing, Rechnungswesen, Berufe, Politik, Umwelt, Europa, Recht, Neue Technologien, Bildung und Ausbildung.

Formaler Aufbau

Das Fachwörterbuch Kompakt Wirtschaft ist in zwei Hauptkapitel untergliedert, d.h. in eine Französisch-Deutsche sowie Deutsch-Französisch Wortliste. Dies hat den Vorteil, dass man dieses Buch sowohl wenn man vom Deutschen ins Französische übersetzt als auch bei einer Übersetzung vom Französischen ins Deutsche benutzen kann.

Sonstiges

Des Weiteren werden Verweiszeichen, die gebräuchlichsten Kürzel und Abkürzungen und häufig gebrauchte umgangssprachliche Ausdrücke im Buch aufgeführt .

Gerade die Auflistung der gebräuchlichsten Kürzel und Abkürzungen halte ich für sehr praktisch, da sie sich beim Übersetzen eines Texts oftmals nur schwer entschlüsseln lassen. So spart man kostbare Zeit, die man ohne dieses Buch in die Recherche gesteckt hätte.

Am Rande möchte ich hier auch erwähnen, dass ich das von Langenscheidt verwendete Softcover perfekt für häufig benutze Nachschlagewerke finde, weil es sehr unempfindlich was Schmutz und Knicke angeht ist.

[Text: Nina Neumann. Quelle: Langenscheidt Fachwörterbuch Kompakt Wirtschaft Französisch. Bild: Langenscheidt.]

Messenachlese: Neuerscheinungen Sprachwissenschaft

Auch heute möchten wir Ihnen Neuheiten von der Frankfurter Buchmesse 2011 vorstellen. Diesmal aus dem Bereich Sprachwissenschaft  (deutschsprachig):

Übersetzung, Translation, Traduction

Harald Kittel, Armin Paul Frank, Norbert Greiner, Theo Hermans, Werner Koller, José Lambert, Fritz Paul (2011). Übersetzung, Translation, Traduction. Berlin: De Gruyter. Ca. 1008 Seiten. 429,00 Euro. ISBN: 978-3-11-017146-4.

Zum ersten Mal wird die gesamte Komplexität der Übersetzung dokumentiert und im Überblick dargestellt wertvolle Informationen über die Theorie der Übersetzungsforschung und ihre Anwendungsformen internationale Handbuch-Reihe in drei Bänden wird der aktuellen Forschungsstand wiedergegeben

Das Handbuch Übersetzung entfaltet erstmals den gesamten Gegenstandsbereich, der unter Übersetzung verstanden werden kann, in seinen Problemkomplexen. Es bietet eine kritische Bestandsaufnahme des derzeit verfügbaren Wissens und der internationalen Forschung zur Übersetzung unter systematischen und historischen Gesichtspunkten.

Im Bestreben, die Übersetzungsforschung und deren heterogene Gegenstände möglichst vollständig vorzustellen, bietet das Handbuch einen Überblick über die verschiedenen Zweige der Übersetzungsforschung. Es erfasst Übersetzungsphänomene, verstanden als Formen inter- und innersprachlichen Transfers und interkultureller Kommunikation, in deren sozialen, räumlichen, situativen, sprachlichen, literarischen und allgemein kulturellen Vielfalt unter diachronen, synchronen und systematischen Gesichtspunkten. Es erläutert und dokumentiert die wichtigsten Ergebnisse bisheriger Übersetzungsforschung, aber auch aktuelle Debatten, in ihren jeweiligen geistes-, sozial- und wissenschaftsgeschichtlichen, theoretischen und methodischen Bindungen. Es weist auf Forschungslücken hin und benennt Prioritäten und Desiderata für künftige Forschung.

Translation - Sprachvariation - Mehrsprachigkeit

Wolfgang Pöckl, Ingeborg Ohnheiser, Peter Sandrini (2011). Translation – Sprachvariation – Mehrsprachigkeit. Frankfurt: Peter Lang. 541 Seiten. 79,80 Euro. ISBN: 978-3-631-60000-9.

Mit Translation, Sprachvariation und Mehrsprachigkeit sind die Hauptarbeitsgebiete von Lew Zybatow benannt, dem dieser Band aus Anlass seines 60. Geburtstages gewidmet ist. In 32 Beiträgen verknüpfen international bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Ländern und verschiedenen Disziplinen die drei Themenbereiche aus unterschiedlichen Blickrichtungen und eröffnen der Forschung vor allem im Schnittpunkt zwischen Sprach- und Translationswissenschaft innovative Perspektiven.

Inhalt: Juliane House: Für Lew - Michaela Albl-Mikasa: Das integrative Potenzial des kognitiv-konstruktivistischen Forschungsparadigmas - Alessandra Riccardi: Neue Entwicklungen im Bereich des Simultandolmetschens - Mariachiara Russo: Text Processing Patterns in Simultaneous Interpreting (Spanish - Italian): a Corpus-based Study - Alena Petrova: Warum brauchen wir eine eigenständige Theorie der literarischen Übersetzung? Ein Plädoyer für klare Fragestellungen - Klaus Schubert: Translatorische Implizitätspostulate - Heidrun Gerzymisch: Translatorisches Verstehen im Spannungsfeld von Handeln und Reflexion: Akteur- und Betrachterperspektive - Margarita P. Brandes: «Rabotaûsij jazyk» kak lingvisticekaja osnova teorii perevoda - Gerd Wotjak: Sprache und Kultur - Wie spiegelt sich Kulturelles in der Sprache? - Rainer Kohlmayer: Literaturübersetzen und Translationswissenschaft. Kritischer Rückblick, hoffnungsvoller Ausblick - Ingeborg Ohnheiser: The Principles of Newspeak im Übersetzungsvergleich - Jorge Díaz Cintas: Dealing with Multilingual Films in Audiovisual Translation - Peter Sandrini: Das Medium WWW als translationsdidaktische Herausforderung - Arturo Parada: Begriffsbestimmungen der Soziologie im Transfer: Zur Übersetzung von Max Weber ins Spanische und Portugiesische - Bistra Alexieva: Interlingual Asymmetry and Translation Studies - Manfred Markus: Was kann die anglistische Linguistik zur Translationswissenschaft beitragen? - Dmitrij O. Dobrovol’skj: Russkie obrasenija v anglijskih i nemeckih perevodah - Annely Rothkegel: Textarbeit: Prozesse, Produkte, Management - Klaus-Dieter Baumann: A Cognitive Approach to LSP Communication of the Natural and Technical Sciences - Heinrich Weber: Zum Übersetzen vom Deutschen ins Deutsche - Jan Wirrer: Die Ochsen, die Kühe und die Schäfchen und die Vögelchen auf dem Mäuerchen. Zur Elizitierung linguistischer Daten vermittels Übersetzung - Käthi Dorfmüller-Karpusa: Wissenschaftskommunikation in Griechenland: Antikes Erbe, Diglossie, Import - Hans-Peter Stoffel: The Joy of «Migranto». Dalmatian Skits as a Source for the Study of Croatian-English Language Contact in New Zealand - Joachim Born: Alte und neue slawische Entlehnungen im Portugiesischen - Otta Wenskus: Die dunkle Seite des Fachs. Latein und andere magische Sprachen - Oldrich Ulicný: Ein kleiner Beitrag zu einem großen Thema: Zu den Beziehungen zwischen Sprache, Sprechen und Musik - Marcus Bär/Franz-Joseph Meißner: Interkomprehension und Übersetzen: Vorläufige Gedanken zum Verhältnis von Interkomprehension und Traduktologie - Reiner Arntz: Polyglott dank EuroCom - das didaktische Potential der Interkomprehension - Raphael Berthele/Peter Colliander/Janet Duke/Britta Hufeisen/Madeline Lutjeharms/Nicole Marx/Robert Möller/Ludger Zeevaert: Zu den Grenzen des EuroCom-Konzeptes für EuroComGerm - Zwischenfazit - Christiane Böhler: Von Stalingrad nach Kitzbühelgrad: Historischer Überblick zum Studium des Russischen an der Universität Innsbruck - Angel G. Angelov: (Re)forms in Meaning: Reasons for the Appearance of False Friends among the Slavic Languages - Wolfgang Pöckl: Seitenblicke auf die Globalisierung.

Adjektive und Partikeln: Studien zum Deutschen und zum Bosnischen/ Kroatischen/Serbischen

Meliha Hrustic, Erminka Zilic  (2010). Adjektive und Partikeln: Studien zum Deutschen und zum Bosnischen/Kroatischen/Serbischen. Tübingen: Julius Groos. 172 seiten. 30,00 Euro. ISBN: 978-3-87276-870-4.

Meliha Hrusti beschäftigt sich mit der Valenz der Adjektive und - sehr detailliert - mit den Adjektivergänzungen in beiden Sprachen, einem Bereich, der auch im Deutschen viel weniger untersucht ist als die Ergänzungen zum Verb. Erminka Zilic untersucht die bisher auch im Deutschen kaum beschriebenen Partikeln geschweige (denn) und insofern/insoweit/umso … als und ihre Entsprechungen im Bosnisch/Kroatisch/Serbischen. Da die Arbeiten beider Autorinnen korpusgestützt sind und viele Beispiele enthalten, können sie auch dem Sprachunterricht wertvolle Hilfen liefern. Die Ansprüche der Republiken Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien auf eine je eigene Landessprache werden durch das vorliegende Buch nicht berührt. Die Sammelbezeichnung bosnisch/kroatisch/serbisch besagt lediglich, dass die Ergebnisse der vorgelegten Forschungen für die Sprache in allen drei Ländern gültig sind. Sie gründen u.a. auf der Tatsache, dass sich die Bewohner dieser drei Länder ohne Dolmetscher unterhalten können.

Erschienen in der Reihe Deutsch im Kontrast.

Spatiale Relationen - Kontrastiv: Deutsch-Dänisch

Max Krause, Per Baerentzen (2010). Spatiale Relationen – kontrastiv: Deutsch-Dänisch. Tübingen: Julius Groos. 266 seiten. 39,80 euro. ISBN: 978-3-87276-900-8.

Herein! – Kom ind! − Come in! − Entrez! Das Deutsche drückt räumliche Relationen vor allem durch Adverbien, Adpositionen und bestimmte Kasus aus, andere Sprachen nutzen andere Mittel. Auch wo identische Mittel zur Verfügung stehen, werden sie teilweise unterschiedlich eingesetzt. So greift das Dänische häufig zu Adverbien, wo das Deutsche allein durch die Wahl zwischen Dativ und Akkusativ differenziert: hen på bordet − auf den Tisch, henne på bordet − auf dem Tisch, oder es braucht zusätzlich ein Verb, wo das Deutsche ohne ein solches auskommt: Kom ind! − Herein! Viele Sprachen nützen derartige Relationen zur Verdeutlichung abstrakter Gegebenheiten: man stützt sich auf einen Spazierstock - aber auch auf Argumente, andere Menschen erreicht man, indem man über eine Brücke geht – man kann es aber auch über das Radio oder über die Printmedien versuchen, und wer im Sumpf steckt, ist auf jeden Fall in Schwierigkeiten.

Kurz: spatiale Relationen sind ein grundlegender Bestandteil unserer Kommunikation und daher auch für den Erwerb wie für das eher passive Verständnis einer anderen Sprache von zentraler Bedeutung. Der vorliegende Band ist der erste der Reihe Spatiale Relationen – kontrastiv. Grundgedanke ist, dass sich räumliche Relationen unabhängig von einer bestimmten Sprache nach Systemen ordnen lassen. Diese Systematik bietet die Basis für den Vergleich.

Teil I beschreibt die Verhältnisse im Deutschen, Teil III − genau symmetrisch dazu − die sprachlichen Mittel, die das Dänische verwendet, um entsprechende Relationen auszudrücken; Teil II bietet in tabellarischer Form einen direkten, kontrastiven Überblick. Zahlreiche Skizzen erleichtern den unmittelbaren Vergleich. Für das Dänische liegt damit zugleich die erste umfassende Beschreibung der spatialen Relationen vor. Der Band richtet sich an Lernende und Lehrende an Schulen und Hochschulen. Er ist so konzipiert, dass er zum Erwerb und Verständnis des Dänischen wie des Deutschen (z.B. im DaF-Unterricht) zu nutzen ist. Die große Zahl von Beispielen gestattet es, sich mit dem Thema auch im Selbststudium vertraut zu machen.

[Textzusammenstellung: Nina Neumann. Quelle: Verlagsangaben. Bilder: Verlage.]