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Archiv der Kategorie Kollegen

Ein Buch muss so schmecken wie das Original

Ulrike Seeberger ist “Übersetzerin aus Leidenschaft”. Was sie an dem Beruf so mag? Man lernt nie aus. Was sie an dem Beruf nicht mag? Die schlechte Bezahlung. Und das zu Recht.  Pro Buchseite einer literarischen Übersetzung bekommt man etwa 16 Euro. Zum Vergleich: Für die Übersetzung einer Seite Fachtext wird mindestens das Doppelte bezahlt. Doch ihr macht die Arbeit Spaß. Und das ist ja das Wichtigste. Alastair Gray, der Autor des Buches, das sie gerade übersetzt, gab ihr einen guten Rat: “Das Buch muss so ähnlich schmecken wie das Original.”

Das vollständige Interview können Sie auf der Website der Hilpoltsteiner Zeitung lesen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: Hilpoltsteiner Zeitung, 29.07.2010.]

EU-Dolmetscherin Carlota Jovani im Interview

EU-FlaggeUnter der Überschrift „Gespräch mit einer Dolmetscherin bei der Europäischen Union“ stellt die Thüringische Landeszeitung auf ihrer Kinderseite die Simultandolmetscherin Carlota Jovani vor. Die bei der EU-Kommission beschäftigte Deutsche antwortet auf Fragen wie: „Müssen Sie jeden Tag Vokabeln lernen?“ Ein Auszug:

Bei uns Dolmetschern ist es normal, dass einer fünf Fremdsprachen kann. Manche können auch neun oder zehn. Aber wenn sich jemand als Dolmetscher bei uns bewirbt, reichen Fremdsprachen nicht aus. Man muss auch perfekt die eigene Muttersprache können. Das können nicht alle. Denn viele lesen nicht mehr gerne Bücher und spielen stattdessen lieber Spiele auf dem Computer.

Den vollständigen Artikel können Sie auf der Website der Thüringischen Landeszeitung lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Thüringische Landeszeitung, 2010-07-02. Bild: EU.]

Als Dolmetscherin bei den Oberhausener Kurzfilmtagen

Filmrolle„Spannend ist ihr Job eigentlich immer. Mal eine internationale Friseurmesse, mal ein Kongress zur Photovoltaik, mal eine Touristikmesse. Als freiberufliche Diplom-Dolmetscherin kommt Nadine Dönike viel rum. Ab Donnerstag ist die zierliche Essenerin sechs Tage beinah rund um die Uhr in Oberhausen anzutreffen. Sie gehört zum fünfköpfigen Übersetzerteam der Kurzfilmtage.“ So beginnt ein Artikel über die Arbeit der Sprachmittler auf dem Festival.

Wir erfahren unter anderem, dass alle Filme Deutsch oder Englisch untertitelt oder in eine dieser Sprachen gedolmetscht werden. Das Dolmetschteam setzt sich im Kern seit Jahren aus denselben Leuten zusammen.

Den Artikel können Sie im Webportal der WAZ in voller Länge lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: DerWesten, 2010-04-29. Bild: ktsdesign/Fotolia.]

Fußballdolmetscher Roland Martinez im Interview

FußballstadionAuf YouTube ist ein Porträt des Fußballdolmetschers Roland Martínez Vázquez (früher Roland Podeschwik) zu sehen, der seit gut zehn Jahren die portugiesisch- und spanischsprachigen Torjäger des Bundesligavereins Werder Bremen betreut. Das Video zeigt „Rolando“ bei der Arbeit mit dem brasilianischen Stürmer Diego (Diego Ribas da Cunha): TV-Interview mit Roland Martinez

Weitere Mitschnitte von Fernsehsendungen zeigen Martínez als Dolmetscher bei Interviews mit Fußballspielern wie Roberto Silva (Peru), Aílton (Aílton Gonçalves da Silva, Brasilien) und Claudio Pizarro (Claudio Miguel Pizarro Bosio, Peru).

Es gibt in der Fußballbundesliga rund ein Dutzend Dolmetscher, die nicht selten in Vollzeit als sprachliche Betreuer für Spitzenspieler fungieren. Dieses Marktsegment ist sehr klein, aber lukrativ. Es bietet vor allem Chancen für die benachteiligte Minderheit der männlichen Sprachmittler.

Dolmetscherinnen scheiden für eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Fußball-Millionäre grundsätzlich aus. Abgesehen davon, dass es kaum Frauen gibt, die etwas von Fußball verstehen, wären die Spielerfrauen sicher schnell eifersüchtig. Außerdem wird der Dolmetscher auch in der Umkleide benötigt, wo die Athleten nicht selten hüllenlos herumlaufen.

Die mit Abstand am stärksten nachgefragte Fremdsprache ist wegen des Fußball-Giganten Brasilien Portugiesisch, gefolgt von Spanisch.

Mehr zum Thema im Übersetzerportal
2005: Traumjob auf Zeit: Roland Martínez Vázquez ist Fußballdolmetscher bei Werder Bremen

[Text: Richard Schneider. Bild: photocase.de.]

“Ein Dolmetscher darf für niemanden Partei ergreifen” - Walid Abd El Gawad zum Marwa-Prozess

Im Prozess gegen den Mörder der Ägypterin Marwa S. (31) wurde am 11.11.2009 in Dresden das Urteil gefällt: lebenslänglich. Der Täter Alex W. (28) stammt aus Russland, ist in der Region Perm und Kasachstan aufgewachsen und hält sich erst seit fünf Jahren in Deutschland auf.

Die beiden Kontrahenten waren im August 2008 auf einem Spielplatz aneinandergeraten, auf dem sich die Frau mit ihrem zwei Jahre alten Sohn und der arbeitslose Angeklagte mit seiner Nichte und Mutter aufhielt. Marwa S. forderte Alex W. auf, eine Schaukel für ihr Kind frei zu machen. Daraufhin beschimpfte der nach eigenen Aussagen ausländerfeindlich eingestellte junge Mann, der das Leben in Deutschland als „Multikultischeiße“ empfindet, die Kopftuch tragende Frau als „Islamistin“ und „Terroristin“.

Passanten mischten sich ein und versuchten, die lautstarke Auseinandersetzung zu schlichten. Die Angelegenheit eskalierte, weil jemand die Polizei rief. Die Ägypterin nutzte die Gelegenheit und erstattete Anzeige wegen Beleidigung. Alex W. erhielt zunächst einen Strafbefehl über 330 Euro und wurde nach seinem Widerspruch vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 780 Euro verurteilt. Dagegen legte er Berufung ein.

In der Berufungsverhandlung erstach der Russlanddeutsche dann im Gerichtssaal seine schwangere Kontrahentin mit 15 Messerstichen und verletzte deren Mann schwer. Mit seinem Ausländerhass habe das nichts zu tun gehabt, erklärte er später die Tat. Vielmehr habe er sich durch die Anzeige und die deutsche Justiz ungerecht behandelt und in die Enge getrieben gefühlt.

Der banale Anlass der Auseinandersetzung geriet in der Öffentlichkeit schnell in Vergessenheit. Stattdessen entwickelte sich die Geschichte vor allem in Ägypten zu einem Medienspektakel. Auch deshalb, weil das Opfer als schöne, gebildete und selbstbewusste Mutter dem Idealbild einer fortschrittlichen Muslima entsprach.

In Ägypten wurde das Opfer von Islamisten zur Kopftuch-Märtyrerin hochstilisiert, die für ihre Religion gestorben sei. Die „Muslimbruderschaft“ organisierte in Kairo mehrere Demonstrationen und forderte die Todesstrafe für den Täter. Die Affäre beherrschte am Nil zeitweise die Titelseiten. Dabei wirkte die Presse nicht aufklärend, sondern verbreitete eine anti-deutsche Stimmung. Für die Medien saß Deutschland auf der Anklagebank.

Die Deutschen hingegen fühlten sich als unbeteiligte Dritte: „Was haben wir damit zu tun, wenn ein Russe eine Ägypterin ersticht? Außer dass die Gerichtskosten an uns hängen bleiben?“ In Deutschland wurden die Beleidigung und der Mord nicht als ausländerfeindliche Taten eines Deutschen, sondern als Auseinandersetzung zwischen zwei rechthaberischen Einwanderern wahrgenommen. Das Thema besaß für die deutschen Medien daher nur eine mittlere Bedeutung. Marwa S. sprach weit besser Deutsch als Alex W. und gehörte zu den Gewinnern, Alex W. hingegen zu den Verlierern unter den Einwanderern.

Walid Abd El GawadWie empfindet ein Gerichtsdolmetscher die Situation als Mittler zwischen Kulturen und Rechtssystemen in einem Prozess, der gleich in zwei Ländern im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht? Die Berliner taz hat kurz vor der Urteilsverkündung mit Walid Abd El Gawad (31) gesprochen, der an zwei Verhandlungstagen für den Ehemann des Opfers und einen Anwalt gedolmetscht hat.

Die Verhandlung selbst bezeichnet Abd El Gawad als Prozess auf hohem Niveau, der all seine Erwartungen übertroffen habe: „Es wurde auf jede Kleinigkeit geachtet, zum Beispiel darauf, dass die arabischen Rechtsanwälte genügend Material in ihrer Sprache zur Verfügung hatten.“ Er wünsche sich, dass die Sachlichkeit der deutschen Justiz auch in den arabischen Ländern akzeptiert werde. Die Mehrheit der Deutschen habe mehr Mitgefühl gezeigt als dies in Ägypten wahrgenommen werde.

Das Dolmetschen sei zeitweise emotional schwierig gewesen: „Ich musste mich sehr zusammenreißen, damit ich nicht mitleide - beziehungsweise man mir meine Gefühle nicht ansieht. Ich habe großen Respekt vor den Richtern, die trotz der immensen emotionalen Herausforderungen vollkommen sachlich mit dem Fall umgehen.“

Walid Abd El Gawad studierte Islamwissenschaft und Germanistik in Kairo sowie Arabistik und Orientalische Philologie in Leipzig. Zurzeit ist er Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Orientalischen Instituts der Uni Leipzig.

Im Oktober 2009 wurde er mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ausgezeichnet, bei dieser Gelegenheit entstand das obige Foto. Aus der Laudatio: „Walid Abd El Gawad bereichert mit seinem vorbildlichen sozialen und kulturellen Engagement verschiedene universitäre Initiativen. Herausragendes Engagement zeigte Abd El Gawad bei der Mitarbeit am Hörbuch Der Koran und als wissenschaftlicher Übersetzer. Ehrenamtlich wirkt er unter anderem in der Internationalen Doktorandeninitiative und als ein Repräsentant der Leipziger Muslime im interreligiösen Dialog in Stadt und Universität.“

Das Interview mit Walid Abd El Gawad können Sie auf der Website der taz lesen. Einen Audiobeitrag von Abd El Gawad, in dem es unter anderem auch um den Marwa-Prozess geht, finden Sie auf der Website von radio 1 des rbb.

[Text: Richard Schneider. Quelle: taz, 2009-11-10. Bild: Informationsdienst Wissenschaft, Stephan Flad.]

Asterix-Übersetzer Klaus Jöken: “Meine Lieblingsfigur ist Troubadix”

Heute vor 50 Jahren wurde in Frankreich die erste Asterix-Geschichte veröffentlicht. Die Ruhr Nachrichten haben aus diesem Anlass mit Asterix-Übersetzer Klaus Jöken (51) gesprochen, der die seit 2005 erschienenen beiden Alben ins Deutsche übertragen hat. Zu den Besonderheiten der Comic-Übersetzung gehören laut Jöken folgende Aspekte:

Bei Comics hat man es vor allem mit „gesprochener“ Sprache zu tun. Man darf darum nicht einfach Wort für Wort übersetzen, sondern muss ständig überlegen: „Wie würde das ein Deutscher jetzt sagen?“ Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass durch die Größe der Sprechblasen der Platz vorgegeben ist. Da die deutschen Wörter durchschnittlich länger sind als die französischen, hat man oft ein Problem. Bei einem Roman wird das Buch einfach ein paar Seiten dicker, aber ich kann die Sprechblasen leider nicht vergrößern.

Klaus Jöken auf der Frankfurter Buchmesse 2008

Auf der Frankfurter Buchmesse 2008 war Klaus Jöken im Übersetzer-Zentrum einer der „gläsernen Übersetzer“, denen man bei der Arbeit über die Schulter schauen durfte. Jöken tat dies gut gelaunt und bezog das wissbegierige Publikum mit ein.

Klaus Jöken als gläserner Übersetzer auf der Frankfurter Buchmesse 2008

Der rechte Wandmonitor zeigte den französischen Ausgangstext als PDF-Datei, hier ein damals noch nicht veröffentlichter Lucky-Luke-Band. Auf dem linken Monitor erschien der von Jöken eingetippte Zieltext, so dass die Zuschauer sich gut in den Übersetzer und dessen Gedankengänge hineinversetzen konnten.

Klaus Jöken wurde im niederrheinischen Kleve geboren und studierte in Köln und Löwen/Belgien Niederländisch und Geschichte. Heute lebt er in Moulins in der Nähe von Lyon und übersetzt aus dem Französischen und Niederländischen belletristische Werke, Kinder- und Jugendbücher, Comics und Sachbücher. Seine Fachgebiete: Geschichte, Kulturgeschichte, Kunstgeschichte.

Das Interview können Sie auf der Website der Ruhr Nachrichten lesen. Über Jökens Arbeit hat das Übersetzerportal bereits 2005 berichtet, als er seinen ersten Asterix-Band vorlegte: „Erst einmal zwei Wochen lang die Haare gerauft“ – Der neue Asterix-Übersetzer Klaus Jöken im Interview

[Text: Richard Schneider. Quelle: Ruhr Nachrichten, 2009-10-27; VdÜ-Mitgliederverzeichnis. Bild: Richard Schneider.]

“Das ist ja unübersetzbar!” Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf im Interview

Asterix

Morgen jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem in Frankreich die erste Asterix-Geschichte im Comic-Magazin Pilote erschienen ist. Die Welt Online hat deshalb ein ausführliches Gespräch mit der über jahrzehnte stilprägenden Übersetzerin Gudrun Penndorf geführt, die Band 1 bis 29 der bisher 34 Asterix-Alben ins Deutsche übersetzt hat. Die Zeitung schreibt: „Diese Übertragung gilt als ein Meisterstück, vergleichbar mit der legendären Donald-Duck-Übersetzung von Erika Fuchs.“

Gudrun Penndorf sagt über die Anfänge ihrer Arbeit in den 1960er Jahren:

Als ich das erste Mal einen französischen Band in die Hände bekam, dachte ich, das ist ja unübersetzbar! 1967, ein Jahr bevor ich angefangen habe, Asterix zu übersetzen, hat mir eine französische Freundin zum ersten Mal einen Band in der Originalsprache gezeigt. Sie hat immer schallend gelacht, als wir das zusammen durchlasen. Und ich habe gefragt: „Erklär mir das mal!“ Natürlich habe ich es größtenteils verstanden. Ich war ja ausgebildete Übersetzerin und habe in Frankreich gelebt. Aber diese Wortspiele wiederzugeben, deutsche Formulierungen zu finden, die auch den deutschen Leser zum Lachen bringen – das ist nochmal was anderes!

Das Interview ist ungewöhnlich lang und gerade dadurch interessant. Wir erfahren unter anderem, wie Gudrun Penndorf zu dem Job ihres Lebens kam und welche besonderen Probleme bei der Adaptierung zu lösen waren. Den vollständigen Text finden Sie samt Foto der Übersetzerin auf der Website der Welt.

Den Grund für ihr Ausscheiden als Übersetzerin bei Egmont Ehapa beschrieb sie 2004 in einem Gespräch mit comedix.de: „Das nahm ein Ende, als ich nach Band 29 eine an den Erfolgen des Verlags orientierte Bezahlung verlangte.“ Dabei ging es auch um eine Vergütung für die  zahlreichen Dialektvarianten (Asterix auf Hessisch usw.), die auf ihrer Übersetzung beruhten. Nach jahrelangem Streit schlossen Verlag und Übersetzerin schließlich einen Vergleich. Als Übersetzer fungierte fortan Ehapa-Herausgeber Adolf Kabatek (1997 verstorben) bis Klaus Jöken engagiert wurde.

Die Übersetzungsgeschichte der Asterix-Bände beginnt 1965 mit einem gerne verdrängten Kapitel, zu dem es bei Wikipedia heißt:

Rolf Kauka [Schöpfer von Fix und Foxi] erhielt als erster die Rechte, die in Frankreich und Belgien bereits bekannten Abenteuer von Asterix im deutschsprachigen Raum zu veröffentlichen. Kauka hatte das Recht auf freie Bearbeitung erhalten und machte aus den Galliern Germanen. Asterix und Obelix wurden bei Kauka zu Siggi und Babarras (letzterer wird häufig als Barbaras oder Barrabas falsch zitiert), der Druide wurde zu Konradin (nach Konrad Adenauer), der Häuptling Abraracourcix zu Mark Hein. Das gallische Dorf trug den Namen „Bonhalla“ (Bonn/Walhalla) und lag irgendwo in Germanien. Der Menhir von Obelix blieb ein solcher (Menhir: Stein, Steinchen - die Bezeichnung Hinkelstein gibt es erst seit den Ehapa-Bearbeitungen ab 1967), das Tragen des Steins wurde jedoch als Schuldkomplex gedeutet. Die Geschichten spielten wie im Original zur Zeit von Julius Caesar, in den Übersetzungen waren dennoch viele politische Anspielungen auf die BRD der Sechziger Jahre enthalten, ebenso auf die DDR. Die mit amerikanischem Einschlag sprechenden römischen Besatzer entsprachen dabei den alliierten Besatzern der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Der Autor Thomas Bleicher spricht im Hinblick auf Kaukas Eindeutschung von „einem eher dunklen Kapitel deutscher Comic-Historie“, Andreas C. Knigge von einem „braunen Süppchen“, das Kauka aus Asterix kochte. Fakt ist, dass die Urheber René Goscinny und Albert Uderzo die Verfremdung nicht goutierten, Kauka nach Veröffentlichung von insgesamt vier Abenteuern im Magazin Lupo (später Lupo Modern) die Lizenz entzogen und spätere Übersetzungen streng kontrollierten.

Nachdem Kauka die Rechte verloren hatte, brachte er eine eigene Adaption der Asterixgeschichten unter dem Titel Fritze Blitz und Dunnerkiel heraus.

Mehr zum Thema
Wikipedia-Eintrag „Gudrun Penndorf“
Der Kauka-Effekt - Wie aus den Galliern Asterix und Obelix im März 1965 national gesinnte Germanen wurden
„Erst einmal zwei Wochen lang die Haare gerauft“ – Der neue Asterix-Übersetzer Klaus Jöken im Interview
Asterix-Übersetzer Klaus Jöken: “Meine Lieblingsfigur ist Troubadix”

[Text: Richard Schneider. Quelle: Welt Online, 2009-10-28; comedix.de, 2004-04; www.asterix.de; wikipedia.de. Bild: Les Éditions Albert René/Goscinny-Uderzo, mit freundlicher Genehmigung der Verlagspressestelle.]

FAZ porträtiert drei Sprachmittler der Frankfurter Buchmesse

Frankfurter Buchmesse 2009 - Dolmetschkabine

Frankfurter Buchmesse 2009„Es gibt eine deutlich auszumachende Sehnsucht auf der Messe, China besser zu verstehen. Dabei helfen die unzähligen Gesprächsdolmetscher, die Lizenzverhandlungen, Podien und Konferenzen begleiten“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung und stellt drei von ihnen vor:

  • Der in Peking geborene und seit dreiundzwanzig Jahren in Köln lebende Publizist Shi Ming moderiert und verdolmetscht Podiumsdiskussionen des „independent chinese PEN“ auf der diesjährigen Buchmesse.
  • Die Sinologin Karin Betz hat Die Sandelholzstrafe, das aktuelle Buch des chinesischen Schriftstellers Mo Yan, ins Deutsche übertragen.
  • Die Simultandolmetscherin Gisela Reinhold saß bei der Eröffnungsveranstaltung, an der unter anderem Angela Merkel und der  chinesische Vizepräsident Xi Jingping teilnahmen, in der Kabine. Sie muss bei ihrer Arbeit auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen: „Wenn ein Chinese sagt: ,Ich werde darüber nachdenken‘, muss man wissen, dass das eigentlich heißt: ,Vergiss es, ich habe keine Lust, darüber nachzudenken.‘“

Die Chinesisch-Dolmetscher und -Übersetzer leisteten einen wichtigen Beitrag zur Verständigung mit dem diesjährigen Ehrengast China.

„Intensiv ist in dieser Woche über die chinesische Kultur, die Widersprüche des Landes und die notwendige Meinungsfreiheit in China diskutiert worden - vor, bei und nach dem Messebesuch. Die Frankfurter Buchmesse hat das Versprechen eingelöst, eine Begegnung und einen Dialog mit den unterschiedlichen chinesischen Gruppierungen der Welt zu ermöglichen“, so der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder.

Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse ergänzt: „Es war richtig, China als Ehrengast einzuladen. Das Land hat sich außerhalb seiner Grenzen zum ersten Mal derart umfassend dieser konzentrierten internationalen Öffentlichkeit gestellt - und damit auch der politischen Kritik. Wir sehen die Aufgabe der Buchmesse darin, das Schlaglicht auf die Literatur, auf das Verlagswesen eines Landes zu werfen. Und wir sind sicher, dass weltweit in dieser Tiefe und zu diesem Detailgrad über die chinesische Literatur und die Arbeitsbedingungen der Literaten bisher nicht diskutiert wurde. Diese Debatte wird sich fortsetzen.“

Frankfurter Buchmesse 2009 - DolmetschtechnikDen Zeitungsartikel über die Dolmetscher der Frankfurter Buchmesse können Sie auf der Website der FAZ lesen.

Der Umgang mit der komplexen Dolmetschtechnik will gelernt sein - auch bei den Zuhörern. Der Herr links trägt keine elektronische Kippa, sondern einen Kopfhörer. Auch wenn die Empfangsqualität der Dolmetschkanäle bei dieser Trageweise unter Umständen besser ist, zeigt der chinesische Autor Bei Ling, wie sich der Hersteller die Sache mit dem Kopfhörer eigentlich gedacht hat.

Frankfurter Buchmesse 2009 - Jutta Himmelreich

Dolmetscherin Jutta Himmelreich bei einer Veranstaltung zum Ehrengast 2010 Argentinien

[Text: Richard Schneider. Quelle: FAZ. 2009-10-21; Pressemitteilung Frankfurter Buchmesse, 2009-10-19. Bild: Presseservice Frankfurter Buchmesse.]

“Pelés Schutzengel”: Portugiesisch-Dolmetscher Marten Henschel im Interview

Marten HenschelDie Nachrichten-Website news.de stellt den Heidelberger Portugiesisch-Dolmetscher Marten Henschel (Bild, 43) im Interview vor.

Henschel dolmetscht seit 15 Jahren zwischen Deutschen, Brasilianern und Portugiesen. Er hat Staatspräsidenten seine Stimme geliehen und den Literaturnobelpreisträger José Saramago gedolmetscht. Pelé ernannte ihn bei der in Deutschland ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu seinem Schutzengel.

Henschel dolmetscht und übersetzt aber auch wissenschaftliche und technische Themen. Er ist Mitglied des Verbands der Konferenzdolmetscher im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (VKD-BDÜ).

Das Interview mit Henschel können Sie bei news.de lesen, die Website des Dolmetschers finden Sie unter www.textdesign.net.

[Text: Richard Schneider. Quelle: news.de, 2009-09-18; textdesign.net. Bild: Henschel.]

Schweiz: Adrian Peter von USG AG im Interview

Adrian PeterVor 30 Jahren hat der Werber Adrian Peter (Bild) von Frankfurt aus ein Übersetzungsbüro in Bern gegründet. Heute beschäftigt seine USG AG 15 fest angestellte und 95 freie Mitarbeiter. Die Berner Zeitung hat mit ihm gesprochen. Hier einige Ausschnitte:

Einen lausigen Ausgangstext kann man nicht gut übersetzen. […] Oft besteht unsere erste Aufgabe darin, den Originaltext zu verbessern. Grundsätzlich haben wir das Ziel, mit der Übersetzung stets ein wenig besser zu sein als das Original.

Peter war vor 30 Jahren Werbetexter bei GGK in Frankfurt. Als polyglotter Schweizer wurde er ständig von Kollegen um Übersetzungen gebeten. Er sagt:

Ich gab mein Bestes, ganz wohl war mir dabei aber nicht. Ich fand, das müssten eigentlich Profis machen. Mehr und mehr beauftragte ich ehemalige Klassenkameraden, welche Dolmetscher-Ausbildungen absolviert hatten, mit Übersetzungen. Bald wurde mir klar, dass das eine Marktlücke war. Ich gründete mit meiner damaligen Freundin das Büro in Bern und war selber erstaunt, wie gross die Nachfrage war. Fast jeden Monat stellten wir neue Leute ein, nach fünf Jahren gab es bereits Zweigstellen in Zürich und Genf.

Wir hatten wenig Ahnung, aber viel Enthusiasmus. Die ersten fünf Jahre waren sehr intensiv, wir arbeiteten wie die Verrückten und verdienten gar nichts damit. Dann stellten wir einen Betriebswirtschafter an, der uns zeigte, wo wir Geld verloren und wie wir Geld verdienen konnten.

Vor Kurzem hat die USG ein neues Büro in Stuttgart eröffnet - mitten in der Wirtschaftskrise und noch dazu in einer Autostadt. Adrian Peter dazu: “1979 sind wir auch mitten in einer Wirtschaftsdepression gestartet, und es lief gut. Es ist gar nicht so schlecht, dann Vollgas zu geben, wenn alle anderen auf die Bremse treten.”

Das vollständige Interview können Sie in der Berner Zeitung lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Berner Zeitung, 2009-03-16. Bild: USG.]