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Archiv der Kategorie Nachrichten

UNESCO: Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache

Die UNESCO erinnert am 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, an die sprachliche Vielfalt. Von den rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, sind nach Einschätzung der UNESCO die Hälfte vom Verschwinden bedroht, alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren. Um Muttersprachen zu fördern, investieren UNESCO-Mitgliedstaaten in Programme und Maßnahmen. In Spanien konnte so das Katalanische und in Frankreich das Bretonische erhalten werden.

In Deutschland sind derzeit 13 Regional- und Minderheitensprachen bedroht. Zu den am stärksten gefährdeten Sprachen zählen Nord- und Saterfriesisch. Aber auch Bairisch, Alemannisch, Ostfränkisch, Rheinfränkisch, Moselfränkisch, Niedersächsisch, Limburgisch-Ripuarisch, Sorbisch und Jiddisch werden von immer weniger Menschen gesprochen. Ebenfalls gefährdet sind das in Deutschland und Dänemark gesprochene Jütländisch und das von den Sinti und Roma gesprochene Romani.

Die Gründe für die weltweite Gefährdung von Sprachen sind vielfältig: Kriege, Vertreibungen und Stigmatisierungen gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung von Sprachen. Die neuen Informationsmedien begünstigen den weltweiten Einfluss einzelner “großer” Sprachgruppen – insbesondere des Englischen. Verschwindet eine Sprache, geht auch das damit verbundene kulturelle Erbe von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen verloren.

In der 2010 aktualisierten Ausgabe des “Atlas der Bedrohten Sprachen” listet die UNESCO rund 2.500 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region – darunter sind auch 230 Sprachen, die seit 1950 verschwunden sind. Der Atlas zeigt, dass 572 Sprachen vor allem in Nord- und Südamerika, Südostasien, Ozeanien und Afrika akut bedroht sind. Die UNESCO macht vor allem auf die Sprachen aufmerksam, die von nur noch weniger als 10.000 Menschen gesprochen werden.

Der Internationale Tag der Muttersprache ist seit 2000 ein UNESCO-Gedenktag zur “Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit”. Thema der zentralen UNESCO-Veranstaltung ist in diesem Jahr am 21. Februar in Paris “Schutz der Sprachenvielfalt durch Kommunikationsmedien”. Die UNESCO versteht Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als kulturelles Erbe und Ausdruck kultureller Identität. Neben dem Weltatlas der Bedrohten Sprachen gibt die UNESCO auch eine Weltbibliografie der Buchübersetzungen heraus.

Internationaler Tag der Muttersprache 2012 erstmals im Saarland

2012 beteiligt man sich erstmals auch im Saarland an den weltumspannenden Veranstaltungen zum „Internationalen Tag der Muttersprache“. So findet auf Initiative von Patrik H. Feltes und Klaus Friedrich am 21. Februar in Saarbrücken eine ungewöhnliche, grenzüberschreitende Dialogveranstaltung statt, die unter dem Titel „Muddaschpròòch!“ ganz unterschiedliche Aspekte der regionalen Sprachkultur und Traditionen aufgreift. „Mit diesem Aktionstag“, so Patrik H. Feltes und Klaus Friedrich, „soll unsere regionale ‚Muddaschpròòch‘ als Teil eines weltweiten Sprachkulturerbes und in all ihren Facetten und Möglichkeiten vermittelt werden“. Großer Wert wird hierbei auf das verbindende Element eben jener „Muddaschpròòch“ im kulturellen Spannungsverhältnis zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg gelegt. So werden im Saarland, Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz nicht nur Deutsch und Französisch gesprochen, sondern auch die beiden Mundarten Moselfränkisch („Francique mosellan“) und Rheinfränkisch („Francique rhénan“). Das lebendige Bewahren dieser uralten Sprachen bedeutet somit das lebendige Bewahren jener einzigartigen regionalen Identität, die in einer Zeit, in der die Globalisierung und die Massenmedien unmittelbar in den persönlichen Alltag eingreifen, immer wichtiger wird.

Die Dialogveranstaltung „Muddaschpròòch!“ findet als gemeinsame deutsch-französische Aktion zum „Internationalen Tag der Muttersprache“ am Dienstag, 21. Februar 2012, statt, im Traditionsgasthaus „Stiefel Bräu“, Ecke Fröschengasse/Am Stiefel, St. Johanner Markt, Saarbrücken, statt. Beginn: 19 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen:

Weltatlas der Bedrohten Sprachen: www.unesco.org

[Text :Pressemitteilung Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 17.02.2012. Quelle: UNESCO. Bild: UNESCO.]

BDÜ-Konferenz “Übersetzen in die Zukunft”: Anmeldung ab sofort möglich

Mitte Januar endete die Frist zur Einreichung von Vorschlägen für Vorträge, Workshops und Kurzseminare zur Konferenz “Übersetzen in die Zukunft” 2012, die vom 28. bis zum 30. September in Berlin stattfindet.

Über 1.100 Interessenten wählten in den letzten Wochen auf der Konferenz-Website aus den eingegangenen 170 Vorschlägen ihre “Favoriten”. Damit gaben sie der Programmkommission wichtige Hinweise zur Relevanz der einzelnen Themen.

Das Leitthema der diesjährigen Veranstaltung lautet „Dolmetscher und Übersetzer: Experten für internationale Fachkommunikation“. Damit Herzlichen Dank allen, die an der “Favoritenwahl” teilgenommen haben!

So unterstützt konnte die Programmkommission - bestehend aus Wolfram Baur (BDÜ Weiterbildungsgesellschaft), Brigitte Eichner (Chefredaktion MDÜ), Prof. Dr. Sylvia Kalina (FH Köln) und Prof. Dr. Felix Mayer (SDI München) - ein interessantes und vielseitiges Konferenzprogramm aus mehr als 100 Vorträgen und Podiumsdiskussionen sowie rund 50 Workshops und Kurzseminaren zusammenstellen. Das Konferenzprogramm (Stand 15.02.2012) steht weiter unten zum Download bereit.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahlen bei den rund 50 Workshops und Kurzseminaren begrenzt sind. Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung zur Konferenz. Bereits während des Anmeldevorgangs können Sie Ihren Platz in zunächst zwei Workshops oder Kurzseminaren Ihrer Wahl reservieren. Für die Teilnahme an Vorträgen ist keine Reservierung erforderlich. Sollten unmittelbar vor der Konferenz in einzelnen Workshops und/oder Kurzseminaren noch freie Plätze verfügbar sein, werden wir die Anzahl der pro Teilnehmer buchbaren Workshops und Kurzseminare erhöhen und Sie entsprechend darüber informieren. Wir bitten Sie jedoch um Verständnis für die zunächst vorgesehene Begrenzung der Buchungsmöglichkeit auf 2 Workshops bzw. Kurzseminare pro Teilnehmer, um möglichst vielen Konferenzteilnehmern eine Teilnahme an solchen kleineren Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl zu ermöglichen.

Die Anmeldung zur Konferenz ist ab sofort über den Menüpunkt “Anmeldung” hier auf der Website möglich.

Wer sich bis 31. Mai 2012 anmeldet, profitiert von einem Frühbucherrabatt. Wir freuen uns darauf, Sie in Berlin als Konferenzteilnehmer zu begrüßen!

weitere Infos: www.uebersetzen-in-die-zukunft.de

[Text: BDÜ-Pressemitteilung, 15.02.2012. Quelle: BDÜ. Bild: BDÜ]

Erneuter Rekord bei Uepo.de: 2011 mehr als 4.000 Besucher pro Tag

Neue Rekordzahlen vermeldet Uepo.de, das Nachrichtenportal der deutschsprachigen Übersetzungsbranche, für das Jahr 2011:

4.114 Besucher pro Tag, plus 34 Prozent

Die Zahl der Besucher ist wie schon in den Vorjahren erneut um mehr als 1.000 pro Tag gestiegen. Ein Zuwachs von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2010 besuchten pro Tag durchschnittlich 3.070 Interessierte das Nachrichtenportal, 2011 waren es deutlich mehr, nämlich 4.114.

Neben den Nachrichten erfreuen sich auch die  Menüs “Top 100 Sprachdienstleister”, “Jobs” und “Praktikum” besonderer Beliebtheit. Die meisten Besucher landen durch eine Google-Suche nach übersetzungsrelevanten Begriffen im Übersetzerportal uepo.de. Die häufigsten Sucheingaben sind “Übersetzer”, “Dolmetscher”, “Duden”, “Praktikum”, “Übersetzung”, “Gehalt” und “Deutsch”.

355 Artikel, plus 22,8 Prozent

Auch bei der Zahl der im Jahresverlauf erschienenen Artikel gibt es einen neuen Rekord zu verzeichnen: Während 2010 noch  289 Artikel veröffentlicht worden waren, hatten die Leser 2011 Zugriff auf 355 Artikel. In den Jahren 2001 bis einschließlich 2011 wurden insgesamt  2.574 Artikel veröffentlicht, das sind im Durchschnitt 257 pro Jahr.

Redaktion mit drei Mitarbeitern

Dass im vergangenen Jahr fast täglich ein Artikel erscheinen konnte, ist der regelmäßigen Mitarbeit von Nina Neumann und Jessica Antosik zu verdanken. Betreiber Richard Schneider erklärt: “Für einen Einzelnen ist es kaum möglich, das Nachrichtenportal tagesaktuell zu betreuen, denn pro Artikel muss man mit einem durchschnittlichen Arbeitsaufwand von einer Stunde rechnen. Ich freue mich deshalb sehr, zwei engagierte Mitstreiterinnen gefunden zu haben. Was viele vielleicht nicht wissen: Das Portal steht allen offen, die Beiträge zum Branchengeschehen veröffentlichen möchten. Wir freuen uns über Mitteilungen von Berufsverbänden ebenso wie über Beiträge von Einzelübersetzern.”

[Text: Nina Neumann. Bild: uepo-Archiv.]

TC3 - Neues sprachwissenschaftliches Magazin der Uni Mainz

Dolmetscher und Übersetzer, die sich für die jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen auf ihrem Gebiet interessieren, können auf ein neues Fachmagazin zugreifen: „TC3 - Translation: Computation, Corpora, Cognition“ lautet der Titel des Journals, das sich mit neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet Übersetzen und Dolmetschen befasst. Als „Open Access Journal“ steht es allen Interessenten kostenfrei im Internet zur Verfügung. „Mit TC3 schließen wir eine Lücke in der Translationswissenschaft“, teilt Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) dazu mit. „Andere Fachzeitschriften auf diesem Gebiet sind entweder eher theoretisch oder aber didaktisch ausgerichtet. Wir legen dagegen unseren Schwerpunkt auf die empirische Forschung.“ Die Professorin für Englische Sprach- und Übersetzungswissenschaft in Germersheim gibt das Journal zusammen mit Prof. Dr. Stella Neumann von der RWTH Aachen und Dr. Oliver Čulo vom International Computer Science Institute in Berkeley, Kalifornien heraus.

Der Titel „TC3 – Translation: Computation, Corpora, Cognition“ beschreibt die Themengebiete, mit denen sich das Journal insbesondere befassen wird. „Computation“ deckt den Bereich der maschinellen und computergestützten Übersetzung ab, die vor etwa zwanzig Jahren Einzug in die professionelle Übersetzungs- und Dolmetscharbeit gehalten hat und heute aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken ist. „Alles, was dem Dolmetscher und Übersetzer hilft, seine Tätigkeit schneller und zuverlässiger auszuführen“, soll nach den Worten von Hansen-Schirra in dem neuen Journal thematisiert werden. Dazu gehören neue Tools und Online-Ressourcen ebenso wie neue Oberflächen und Mensch-Maschine-Schnittstellen.

„Corpora“ spricht das Feld der Korpuslinguistik an, die Mitte der 90er Jahre in der Translationswissenschaft aufgekommen ist. Dolmetscher und Übersetzer sammeln Paralleltexte zu bestimmten Themen, um sich auf dieser Basis die Terminologie und Syntax zu erarbeiten. In den Anfängen handelte es sich noch um Textsammlungen auf Papier, heute stehen Korpus-Programme für die elektronische Suche und Archivierung zur Verfügung. „Cognition“ schließlich nimmt Bezug auf die Verarbeitung der Informationen und die Denkprozesse, die beim Übersetzen ablaufen. Beispielsweise werden in der Schreibprozessforschung die Tastaturbewegungen beobachtet und analysiert, um die Entstehung eines ersten Übersetzungsentwurfs und seine Überarbeitung zu verfolgen. Hansen-Schirra selbst hat in Germersheim ein Eye-Tracking-Labor aufgebaut, um den Translationsprozess und die Verständlichkeit von Texten empirisch zu erforschen.

In ihrer ersten Ausgabe von TC3 haben die Herausgeber den Schwerpunkt auf „Corpora“ gelegt, um damit einer Korpus-Konferenz, die 2009 in Liverpool stattgefunden hat („Corpus Linguistics 2009“), Raum zu geben. Die zweite Ausgabe, die in der ersten Jahreshälfte 2012 erscheinen soll, wird sich anlässlich einer computerlinguistischen Konferenz in Hamburg („GSCL 2011“) des Themas „Computation“ verstärkt annehmen. In allen Fällen legen die Herausgeber größten Wert auf Qualität. „Wir haben renommierte internationale Gutachter für unser Projekt gewonnen und werden versuchen, die Veröffentlichungen auf höchstem Niveau zu halten“, kündigt Hansen-Schirra an. Jeder eingereichte Text wird einem doppelt verdeckten Gutachten unterzogen, bei dem weder der Autor, noch der Gutachter den jeweils anderen kennt.

Die Publikation erfolgt, wie in der Disziplin üblich, in englischer Sprache. Als Besonderheit wird jedoch in jeder Ausgabe ein Aufsatz in einer anderen Sprache veröffentlicht werden, egal welcher: Gutachter für TC3 sind in China ebenso wie in Brasilien zu Hause und können die Einsendung in den verschiedensten Sprachen prüfen. Das Journal ist sowohl für die Leser als auch für die Autoren kostenfrei und wird von den beiden Lehrstühlen in Germersheim und Aachen finanziell getragen. „TC3 – Translation: Computation, Corpora, Cognition“ ist im Internet unter der Adresse http://www.t-c3.org/ zu finden.

Die Herausgabe des Magazins erfolgte in Kooperation mit der Universitätsbibliothek der JGU, die damit in die Publikation von Open Access Journals einsteigt. Der Bereich soll in Zukunft noch ausgebaut werden.

weitere Informationen unter www.uni-mainz.de

[Text: Uni Mainz. Quelle: Pressemitteilun g Uni Mainz, 31.1.2012. Bild: Uni Mainz.]

uepo.de in Qualitätssuchmaschine erfolgreich-suchen.de aufgenommen

erfolgreich-suchen.deUepo.de, das Nachrichtenportal für Übersetzer, hat die Qualitätsprüfung der Redaktion des m.w. Verlags bestanden und wurde in die Qualitätssuchmaschine erfolgreich-suchen.de aufgenommen.

Bei erfolgreich-suchen.de steht die inhaltliche Qualität der Web-Seiten an erster Stelle. Die Suchergebnisse werden nicht nach einem bestimmten automatisierten Algorithmus erzeugt, sondern sind das Ergebnis redaktioneller Arbeit. Im Gegensatz zu maschinellen Suchdiensten, die meist endlos lange Trefferlisten ausspucken, auf denen auch eine Vielzahl an schlechten Seiten zu finden ist, konzentriert sich erfolgreich-suchen.de nur auf die absoluten Top-Seiten zu jedem Themenbereich, alle redaktionell überprüft und ausgewählt.

Der Bestand von erfolgreich-suchen.de wird fortlaufend aktualisiert und erweitert, zudem werden die aufgenommenen Web-Seiten regelmäßig auf ihre Qualität hin überprüft. Dabei unterliegen die Adressen bestimmten Aufnahmekriterien, die erfüllt sein müssen, um in dem Katalog gelistet zu werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Web-Seite muss in deutscher Sprache verfasst sein.
  • Es werden möglichst viele kommentierte Links zum Themengebiet angeboten.
  • Das Angebot der Web-Seite ist kostenlos.
  • Die Bedienerführung ist übersichtlich.
  • Es gibt ein großes Service-Angebot (z. B. Hintergrundberichte, Link-Verzeichnisse, interne Suchmaschinen, Buchbesprechungen, Insidertipps usw.).
  • Die Web-Seite ist auf Dauer angelegt und wird regelmäßig überarbeitet.
  • Nach Möglichkeit müssen die Inhalte der Web-Seite in der Mehrzahl ohne vorherige Anmeldung zugänglich sein.

Betrieben wird das Angebot von der Redaktion des Web-Adressbuches für Deutschland, dem führenden Internet-Guide auf dem deutschen Buchmarkt, in dem jedes Jahr nur die 6.000 besten deutschsprachigen Web-Seiten präsentiert werden. Bereits seit mehr als 10 Jahren durchforsten die Redakteure das Internet. Die Kompetenz des Redaktions-Teams wurde schon mehrfach von der Presse bestätigt: Dass das Web-Adressbuch als echte “Alternative zu Google & Co.” (Hamburger Abendblatt) bezeichnet wird, ist keine Seltenheit. Der Vorteil eines Buches als Recherchewerkzeug ist, dass man sich durch die Themenbereiche treiben lassen kann, ohne dass ein bestimmtes Stichwort eingetippt werden muss, und dass man “immer neue gut gemachte Web-Seiten findet, die Google & Co. nicht als Treffer anzeigen” (Bayern 3).

www.erfolgreich-suchen.de

[Text: Richard Schneider. Quelle: erfolgreich-suchen.de. Bild: erfolgreich-suchen.de.]

Nominierungen für “Anglizismus des Jahres 2011″

Am 15. November 2011 ist der Startschuss für die Nominierungsphase des “Anglizismus des Jahres 2011″ gefallen.
Auf der Nominierungsseite anglizismusdesjahres.de heißt es: “Mit der Wahl zum ‘Anglizismus des Jahres’ möchten wir den Beitrag, den die englische Sprache zur Entwicklung des Deutschen macht, angemessen würdigen.“

Nominiert werden kann jedes Wort, das die folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Das Wort stammt ganz oder in Teilen aus dem Englischen.
  • Das Wort ist im Jahr 2011 zum ersten Mal ins Bewusstsein und den Sprachgebrauch einer breiteren Öffentlichkeit gelangt.
  • Das Wort füllt eine interessante Lücke im deutschen Wortschatz, entweder, indem es eine vorhandene Wortbedeutung weiter ausdifferenziert oder indem es ein Wort für etwas bereitstellt, was es vorher nicht gab oder was vorher nur mühsam umschrieben werden konnte.
  • Das Wort ist kein Produktname (außer, dieser Produktname hat sich zu einem allgemein gebräuchlichen Begriff weiterentwickelt).

Nominierungen sollten die folgenden Angaben enthalten:

  • das nominierte Wort;
  • eine authentische Quellenangabe (also ein tatsächliches Beispiel für die Verwendung des Wortes), möglichst mit URL;
  • eine Begründung, warum das Wort “Anglizismus des Jahres” werden sollte.

Nominierungen werden bis zum 7. Januar 2012 im Kommentarbereich der Nominierungsseite entgegengenommen.

Bisher nominiert (Stand: 24. November 2011): adden, Bail-out, Bubble Tea, Burn-Out, Carsharing, Casting-Truck, Cloud, circlen, Compliance, Copy & Paste, Copy-and-Paste-Kultur, Cupcake, Cyberwar/Cyberkrieg, Euro-Bonds, Fazialpalmierung, Fratzenbuch, frienden, Hacktivism, Haircut, Handy-Ticketsystem, Liquid Democracy, Nerd, Occupist, Occupy, Occupy-Bewegung, Onleihe, Post-Privacy, Rating/raten, Shitstorm, Smartphone, Stresstest, Tablet, trenden, whistleblowen (Verb). Es werden alle nominierten Wörter aufgeführt; die Überprüfung der Kriterien erfolgt später.

Im Jahr 2010 wurde das Verb “leaken” als Bezeichnung für das gezielte anonyme Veröffentlichen geheimer Informationen zum Wohle der Öffentlichkeit zum Anglizismus des Jahres gewählt. Auf Platz zwei landete das Wort “entfrienden”. “Whistleblower” belegte den dritten Platz.

[Textzusammenstellung: Jessica Antosik. Quelle: anglizismusdesjahres.de.]

Mit Fingerspitzengefühl die Welt sehen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte 2004 einen Artikel mit Zahlen zu Erblindungen und Sehbehinderungen in den verschiedenen Regionen der Erde. Neben Zahlen zu anderen Regionen enthält dieser Report auch Daten zu Europa. Dabei bezieht er sich auf Erhebungen in Dänemark, Finnland, Großbritannien, Island, Irland, Italien, Niederlande. Laut WHO hat sich in den genannten Ländern von 1990 bis 2002 die Zahl der Sehbehinderten um 80 Prozent gesteigert. Hintergrund ist das Phänomen „Alternde Gesellschaft“ verbunden mit einer steigenden Lebenserwartung. Zudem ermittelte die WHO einen nur moderaten Anstieg der Blinden um 9 Prozent. Prof. Dr. Bernd Bertram hat die WHO-Zahlen ausgewertet und Rückschlüsse auf die Situation in Deutschland gezogen. Demnach lebten in Deutschland im Jahre 2002 164.000 Blinde und 1.066.000 Sehbehinderte.

Das Stichwort „Barrierefreiheit“ spielt in diesem Zusammenhang eine ganz wichtige Rolle. Wikipedia definiert den Begriff wie folgt:

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können. […] Mitunter wird statt „Barrierefreiheit“ auch der Begriff Zugänglichkeit (abgeleitet von englisch accessibility) verwendet. Im Zusammenhang mit dem Internet verzichtet man häufig ganz auf eine Übersetzung und nutzt das englische Wort. Häufig gebraucht wird auch immer noch der inzwischen aus der Mode gekommene Begriff behindertengerecht, obgleich Barrierefreiheit die Zugänglichkeit und Benutzbarkeit für alle Menschen bedeutet – nicht nur für die mit Behinderungen.

Das deutsche Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen legt in seinem § 4 fest:

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Die Blindenschrift war ein Meilenstein für die Selbständigkeit und das Selbstbewusstsein blinder sowie sehbehinderter Menschen. Für sie ist es vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks. Über Jahrhunderte hatten sie keinen eigenen Zugang zur Literatur. Der Weg zu höherer Bildung oder einem Beruf war ihnen aus diesem Grund meistens versperrt. Bücher mussten ihnen vorgelesen, Karten und Bilder beschrieben werden.

Die Blindenschrift ermöglicht es, Blinden zu lesen. Das Lesen erfolgt dabei mit dem Tastsinn der Finger. Es existieren verschiedene Schriftsysteme wie zum Beispiel das 1845 von Dr. William Moon entwickelte Moonalphabet. Die (Relief-)Schrift besteht aus Zeichen in Form geometrischer Symbole. Für Personen, die erst im Laufe ihres Lebens erblinden, ist sie besonders leicht zu lernen, weil zahlreiche Symbole den Buchstaben des Alphabets ähneln.

Die heute am weitesten verbreitete und auch im Computerzeitalter keineswegs unmoderne Blindenschrift ist die Brailleschrift. Dabei handelt es sich um eine geniale und faszinierende Erfindung des Franzosen Louis Braille aus dem Jahre 1825. Im Alter von vier Jahren verlor er das Augenlicht. Doch der wissbegierige Junge wollte sich nicht damit abfinden, Literatur nur durch Vorlesen erleben zu können. Mit 16 hatte Braille seine Blindenschrift fertig gestellt und gab damit den Blinden endlich ein Alphabet an die Hand, das leicht zu lesen und zu schreiben ist. Seitdem gilt er als der Gutenberg der Blinden. 1850 wurde die Brailleschrift offiziell für den Unterricht an französischen Blindenschulen eingeführt. In Deutschland erfolgte die offizielle Einführung im Jahr 1879.

Für fast jede oft geschriebene Sprache auf der ganzen Welt gibt es auch eine Brailleschrift, wobei alle Sprachen von links nach rechts gelesen werden, unabhängig davon wie die jeweilige Schrift der Sehenden läuft. Die Brailleschrift verwendet Punktmuster, die von hinten in das Papier gepresst werden, sodass sie als Erhöhung mit den Fingerspitzen abgegriffen werden können. Louis Braille reichten sechs Punkte aus, um die tastbare Blinden- bzw. Punktschrift zu entwickeln. Sechs Punkte, die in zwei senkrechten Reihen zu je 3 Punkten nebeneinander angeordnet und so optimal ertastbar sind, bilden die Grundform. Bei sechs Punkten ergeben sich 64 Kombinationsmöglichkeiten. Die Punkte einer Braillezelle werden absteigend in der linken Spalte von eins bis drei und in der rechten Spalte von vier bis sechs nummeriert. Die Buchstaben der Blindenschrift bestehen aus einer Kombination dieser Punkte: Steht Punkt 1 alleine, handelt es sich um ein „a“, Punkt 1 + 2 ergeben ein „b“, Punkt 1 + 4 ein „c“ usw. Im 6-Punkt-Braille gibt es keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung. Der Platzbedarf der Punktschrift ist enorm, denn die Zeichen sind größer als in der Schwarzschrift, die Schrift der Sehenden. Zudem ist für die Punktschrift dickeres Papier notwendig. Punktschriftbücher haben häufig das Format 27 x 34 cm. Allein der Duden in Punktschrift umfasst 18 Bände. „Überträgt man die Druckschrift für Sehende in Blindenschrift, so wachsen die Bücher um ein Drittel“, erklärt Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB). Kahlisch erblindete im Alter von 14 Jahren an einer Netzhautablösung.

Von den rund 160.000 komplett erblindeten Menschen in Deutschland können nur etwa 20.000 die Blindenschrift lesen. “Sehbehinderungen oder Blindheit treten oft erst im Alter auf”, begründet die Bibliothekarin Susanne Siems diese Zahlen. “Für viele ist es dann schwierig, die Brailleschrift so gut zu lernen, dass sie auch fließend lesen können.” Die Schrift an sich sei nicht schwierig, so Bianca Weigert. Sie bringt Erwachsenen ehrenamtlich die Brailleschrift bei. „Etwas komplizierter ist jedoch, erstmal das nötige Tastgefühl in den Fingerspitzen zu entwickeln, besonders für Ältere.“ Insbesondere die jüngere Generation sei heutzutage aufgrund der Hörbücher und technischen Entwicklung weniger bereit, die Brailleschrift zu lernen. Dennoch nimmt die Verbreitung der Punktschrift immer mehr zu. So müssen zum Beispiel seit 2004 alle Pharmaverpackungen mit Blindenschrift versehen sein.

Ende September 2011 richtete die älteste öffentliche Blindenbibliothek Deutschlands, die 1894 gegründete Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), im Auftrag der Weltblindenunion den Kongress „Braille 21“ aus und widmete sich der Brailleschrift. „Den Blindenverbänden aus aller Welt geht es um eine stärkere Verbreitung von Brailleschrift im Alltag, um bessere Zusammenarbeit und wie wir als Bibliotheken Internet, Handys oder Smartphones zur Verbreitung von Literatur nutzen können“, fasst Dr. Thomas Kahlisch einige der Ziele zusammen. Der 45-Jährige selbst ist unzufrieden mit der Auswahl an Braillebüchern in Deutschland: Lediglich rund zwei Prozent der Literatur sei auch in Punktschrift verfügbar. „Verlage kümmern sich nicht um dieses Feld, da die kleinen Auflagen für sie wirtschaftlich kaum interessant sind”, berichtet der studierte Informatiker. Die Herstellung eines Blindenschriftbuches ist aufwendig – bis zum Erscheinen dauert es meist ein Jahr.

In der Leipziger DZB übertragen 15 Mitarbeiter Literatur aus der „Schwarzschrift“ in die Punktzeichen. Circa 150 Bücher, auch Atlanten, Kalender oder Zeitschriften, übersetzen sie in einem Jahr. Doch beispielsweise bei Tabellen oder Fragen mit mehreren Antworten kommen oftmals Schwierigkeiten auf. Eine Blindenschriftüberträgerin erklärt ihr Vorgehen in diesen Situationen folgendermaßen: „Das sind Strukturen, die man so nicht in Brailleschrift umsetzen kann. Wir müssen dies in anderer Form aufbereiten, etwa indem wir die Sachverhalte umschreiben.“

[Text: Jessica Antosik. Quelle: charivari.de, 22.09.2011; faz.net, 19.10.2009; cms.augeninfo.de, 12/2005; dbsv.org; wikipedia.de. Bilder: www.flickr.com/photos/fotoblasete/, antonioxalonso; Immanuel Giel (Wikipedia).]

Europäisches Sprachensiegel 2011

Anfang des Jahres 2011 hat der Pädagogische Austauschdienst (PAD) den diesjährigen Wettbewerb für Projekte zum innovativen Sprachenlernen ausgeschrieben. Das Motto des Jahres 2011 lautete: “Sprachenlernen in der Gemeinschaft – Ressourcen nutzen und Kompetenzen ausbauen”.

“Gemeinschaft” erklärt der PAD folgendermaßen:

Der Begriff “Gemeinschaft” wird bei dem Wettbewerb weit gefasst. Er kann sich auf eine Schul- oder Hochschulgemeinschaft oder auch auf eine dörfliche Gemeinde oder städtische Kommune beziehen. Projekte, an die sich der Wettbewerb richtet, können verschiedenen Bereichen zugeordnet werden:

  • Projekte, bei denen sprachliche Ressourcen von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Lehrkräften oder Arbeitnehmern mit anderer Erstsprache als Deutsch eingesetzt und gefördert werden
  • Projekte, die den Aufbau einer Didaktik der Mehrsprachigkeit fördern und zeigen, auf welche Art und Weise Erzieherinnen, Lehrkräfte oder Dozenten die vorhandene sprachliche Vielfalt im Unterricht berücksichtigen können
  • Projekte, bei denen mehrsprachiges Personal gezielt qualifiziert wird
  • Projekte, die zeigen, wie Personen mit anderer Muttersprache als Deutsch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können

Ferner äußert sich der Pädagogische Austauschdienst wie folgt zum Thema des diesjährigen Wettbewerbs:

Die Mobilität innerhalb von und nach Europa hat in den vergangenen Jahren auf den verschiedenen Ebenen zugenommen: Grenzüberschreitender Schüleraustausch findet zwischen allen europäischen Staaten statt, manchmal bereits ab der Grundschule. Schüler in der Sekundarstufe II und Auszubildende nutzen die Gelegenheit, in Betrieben im Ausland in mehrwöchigen Praktika Betriebsabläufe kennen zu lernen und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Das ERASMUS-Programm unterstützt Studierende dabei, ein oder zwei Semester an einer ausländischen Hochschule zu studieren. Auch viele Menschen im erwerbstätigen Alter wagen den Schritt, aufgrund der wirtschaftlichen oder politischen Situation in ihrem eigenen Land, zusammen mit ihrer Familie nach Deutschland zu kommen, um hier zu arbeiten.

Grenzüberschreitende Mobilität – sei es kurz- oder langfristiger Art – kann nur gelingen, wenn entsprechende sprachliche Kompetenzen vorhanden sind und ausgebaut werden können. Hierzu bedarf es gezielter Angebote, eine neue Sprache zu erlernen oder die Kommunikationsfähigkeit weiter zu verbessern. Die Erstsprachen der Zugewanderten können dabei als Ressource genutzt werden, um die Kommunikation zwischen Gemeinschaften und Gruppen zu fördern.

Bewerbungsschluss war der 9. Mai 2011. Die Auswahl der Preisträger nahm eine Expertenjury vor.

Vertreter von sieben Projekten aus Österreich, zwei aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und neun Projekten aus Deutschland wurden am 7. Oktober im Rahmen der trinationalen Fachtagung “Mit Sprache/n an Beruf und Gesellschaft aktiv teilnehmen”  in Wien mit dem Europäischen Sprachensiegel 2011 ausgezeichnet.

Nachfolgend die deutschen Preisträger des Europäischen Sprachensiegels 2011:

  1. Grundschule Burgdamm
    Europa bewegt sich – Europe in Motion
  2. Dietrich-Heise-Schule
    GUT* im Tandem (*gemeinsamer Unterrichtstag)
  3. Albrecht-Dürer-Schule
    How to Become a Chef in Europe
  4. Universität Regensburg
    Theatergruppe Babylon: Nasrin oder Die Kunst zu träumen von Herbert Asmodi
  5. Stiftung Universität Hildesheim
    Internationale Schreibpartnerschaften – ISP
  6. Bergische Universität Wuppertal
    LiBRe - Little Bookworm Reading Club – Leseförderung für mehrsprachige Grundschulkinder
  7. Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung
    Deutsch-Französischer Online-Markt – Anwendungsbezogenes Sprachenlernen
  8. Volkshochschule im Landkreis Cham e.V.
    YELL – Young Europeans Love Languages.
  9. Kontaktstelle für Interkulturelles Lernen und Menschenrechtserziehung
    Mulingula – Multilinguale Leseaktivitäten

“Die Preise gehen an Leuchtturm-Projekte sehr unterschiedlicher Art, die eines gemeinsam haben: Sie sind mit kompetenten Partnern bestens vernetzt, sie sind ausgesprochen einfallsreich und sie haben ihre Alltagstauglichkeit bereits unter Beweis gestellt”, erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann, anlässlich der Verleihung. “Von diesen Projekten und Ideen können wir in unseren Ländern noch sehr viel mehr gebrauchen, wenn wir die Mehrsprachigkeit in Europa wirksam fördern wollen”, so Althusmann weiter.

Genauere Informationen zu allen Preisträgern aus Österreich, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Deutschland finden Sie hier.

Die ausgezeichneten Projekte erhalten das von Androulla Vassiliou, der EU-Kommissarin für Mehrsprachigkeit, unterzeichnete Zertifikat “Europäisches Sprachensiegel 2011″ und das Recht, mit dem Logo des Siegels auf Briefköpfen, in Publikationen etc. zu werben. Zudem werden alle Preisträger mit einem Preisgeld von 500 Euro prämiert. Darüber hinaus werden die ausgewählten Projekte durch die EU-Kommission europaweit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Das Europäische Sprachensiegel wird auf Initiative der Europäischen Kommission europaweit vergeben. 1997 wurde es erstmalig an besonders herausragende und innovative Projekte aus dem Bereich des Lehrens und Lernens von Sprachen vergeben. Ziel ist es, im zusammenwachsenden Europa die Vielfalt der Sprachen zu erhalten und den Fremdsprachenerwerb der Bürger zu fördern.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: kmk-pad.org, 10.01.2011/07.10.2011. Bild: kmk-pad.org.]

Neu von PONS: Online-Wörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“

Pons-logoDeutsche Sprache - schwere Sprache! Dass es so nicht sein muss, dafür sorgt PONS mit seinem neuen Online-Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache.

Nachschlagen findet heute immer häufiger online statt, deshalb präsentiert das Sprachenportal seit Oktober sein aktualisiertes PONS Großwörterbuch „Deutsch als Fremdsprache” als kostenlose Onlineversion. Damit bietet PONS das erste einsprachige Online-Wörterbuch für die Zielgruppe der Deutschlernenden an. Der Nutzer kann zu Hause am PC oder auch mit der mobilen Version unterwegs nachschlagen und lernen.

Das PONS Online-Wörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“ hilft allen, die Deutsch lernen. Es bietet rund 77.000 Stichwörter und Wendungen und enthält über 125.000 einfache, lernergerechte Worterklärungen und Anwendungsbeispiele.

Auch die Sprachausgabe des PONS Online-Wörterbuchs Deutsch als Fremdsprache ist für den Sprachenlerner besonders wichtig. Durch sie lernt er zusätzlich zur Schreibweise auch die richtige Aussprache der Stichwörter.

Zu jedem Stichwort gibt es eine Vielzahl grammatischer Angaben. Zahlreiche Beispiele zeigen die Verwendung der Wörter im sprachlichen Zusammenhang und verdeutlichen so den Sprachgebrauch. Zu vielen Stichwörtern führt das Wörterbuch außerdem sinnverwandte Wörter und Zusammensetzungen auf. Spezielle „Konstruktionsformeln“ geben Deutschlernern das Wissen an die Hand, wie man mit Verben grammatisch korrekte Sätze bildet.

Ein weiteres Extra des PONS Online-Wörterbuchs Deutsch als Fremdsprache ist die Berücksichtigung der Bedeutungsbesonderheiten in Österreich und in der Schweiz. So wird beispielsweise der Pfannkuchen in Österreich zum Palatschinken. Sehr hilfreich sind außerdem der ausführliche Regelteil zur reformierten deutschen Rechtschreibung und die zahlreichen Verweise von den Einträgen auf die jeweilige Rechtschreibregel.

Mit diesem Service baut PONS konsequent sein Angebot weiter aus. Auf der website des Online-Wörterbuchs können mittlerweile mehr als 30 Wörterbücher in 12 Sprachen aufgerufen werden und stehen alle kostenlos und in bekannter PONS-Qualität zur Verfügung. Dass dieses Angebot auch wahrgenommen wird, spiegelt sich in den Nutzerzahlen dieser Website wider: hier werden rund 400.000 Zugriffe pro Stunde erzielt.

Über PONS:

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[Text: Pons. Quelle: Pressemitteilung, 27.10.2011. Bild: Pons.]

Grundschrift statt Schreibschrift

Wer schreibt im digitalen Zeitalter, d.h. in Zeiten von Tastaturen, Handys und Touchscreens, noch mit der Hand? Die Handschrift stirbt regelrecht aus, was das Ende der Sauklaue bedeutet und ein großer Verlust ist. Schließlich verrät die Handschrift Vieles über die Arbeitsweise und Persönlichkeit ihres Schreibers.


Schulheft von 1929 mit Schreibübungen in deutscher Sütterlinschrift

Nun soll in einigen Bundesländern ab dem kommenden Schuljahr die Schreibschrift nicht mehr verpflichtend gelehrt werden. An ihre Stelle soll die sogenannte Grundschrift treten. Dies schlägt der Grundschulverband vor. Die Kinder bräuchten zu lange, um die Schönschrift zu lernen. Hintergrund seien zudem Klagen über zunehmend unleserliche Handschriften der Kinder. Laut Grundschullehrerverband kommen rund ein Drittel der Jungs und etwa zehn Prozent der Mädchen nach vier Jahren Grundschule ohne wirklich fundierte Kenntnisse im Lesen und Schreiben heraus. Da sie des Weiteren im Alltag fast ausschließlich Druckbuchstaben sehen, sollten die Kinder eine Grundschrift erlernen. “Grundschrift – damit Kinder besser schreiben lernen” lautet die Devise.

Ulrich Hecker, Fachreferent für Öffentlichkeitsarbeit im Grundschulverband, sagt:

Die Kinder lernen bereits in der 1. Klasse Druckschrift, müssen dann in der 2. Klasse eine neue Schrift lernen, obwohl sie schon längst in Druckbuchstaben schreiben können. Die Schriftentwicklung wird unterbrochen. Durch die Grundschrift können die Kinder schneller und vor allem lesbarer schreiben.

In einer Pressemitteilung erklärt der Grundschulverband Folgendes:

Zurzeit gibt es an deutschen Grundschulen drei normierte verbundene Ausgangsschriften:
die Lateinische (LA), die Vereinfachte (VA) und die Schul-Ausgangsschrift (SAS). Davor gab es bis 1953 die Deutsche Normalschrift, bis 1941 die Sütterlin-Frakturschrift. Bei dieser Vielfalt der Schriftformen kann von dem einen “Kulturgut” ernsthaft keine Rede sein. Das zu bewahrende Kulturgut ist die überlieferte Lateinschrift: die großen und kleinen Druckbuchstaben, die “Gemischt-Antiqua” genannt wird.

Mit der Grundschrift werden alle Buchstaben so geübt, dass sie “mit Schwung”, locker und flüssig geschrieben werden. Das geht mit einer kleinen, aber bedeutsamen und hilfreichen Wendung: Bei Kleinbuchstaben, die mit einem Abstrich enden (z.B. a, d, g, m), wird der Abstrich unten mit einem Wendebogen versehen. Das bringt Bewegung in die Schrift: Die Schreibweise wird dynamisch und Verbindungen zum folgenden Buchstaben im Wort werden gut möglich.

Einige Schriftbeispiele des Grundschulverbands können Sie hier als PDF-Datei abrufen.

Die Meinungen zur möglichen Abschaffung der Schreibschrift gehen jedoch weit auseinander. Die Verfügbarkeit über eine flüssige, gute, schnelle Schreibschrift sei unentbehrlich, eine kulturelle Basiskompetenz, auf die man einfach nicht verzichten könne. So denken die Grundschrift-Gegner. Auch Dr. Hans Kaufmann, Pädagoge und Regionalleiter des Vereins Deutsche Sprache in Hamburg, ist der Grundschrift gegenüber skeptisch eingestellt:

Schreiben ist eine Kulturtechnik, um Gedanken schnell niederzulegen. Die Schreibschrift schult die Feinmotorik, schafft Ästhetik. Mit dem scheinbar vereinfachten Schreiben vereinfacht sich auch das Denken. Ich würde es bedauern, wenn ein Stück unserer Schriftkultur verloren geht.

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ist folgender Meinung:

Die Lesbarkeit wird sich nicht verbessern, sondern deutlich verschlechtern, weil jeder Schüler die Buchstaben so verbindet, wie es ihm Spaß macht. Auch das Schreibtempo wird sich deutlich verlangsamen. Dazu strengt Druckschrift die Kinder viel mehr an, weil sie für jeden Buchstaben den Stift kurz anheben müssen. Pädagogisch ist das eine Bankrotterklärung, ein Irrweg.

Kritiker warnen ferner davor, die Leistungsanforderungen immer stärker zu senken, weil dadurch das Bildungsniveau nur noch mehr abfalle. Michael Gomolzig, Rektor der Geradstettener Grund- und Hauptschule, äußert sich dazu wie folgt:

Wir sollten die Schüler optimal fördern und nicht die Hürden so senken, dass das Ziel an den Schwächeren ausgerichtet wird. Wir sollten den Schwächelnden über die Hürden helfen. […] In der dritten Klasse schreiben Mädchen so gerne schön, dass sie auf jedes i ein Herzchen statt eines Punktes malen.

Hamburgs Schulsenator, Ties Rabe (SPD), weist die Kritik an der Abschaffung des verpflichtenden Lernens der Schreibschrift zurück:

Wenn ich mir angucke, wie andere Menschen jetzt schreiben als Erwachsene, dann haben wir völlig andere Handschriften als die ursprünglich in der Schule gelehrte Schrift. Und ich kann nicht feststellen, dass dadurch jetzt die Kultur verloren gegangen ist. Dieses Argument trifft wirklich nicht zu.

Die Hamburger Grundschulen, an denen Schulsenator Rabe die Grundschrift einführen wollte, haben sich allerdings für die klassische “Schwungschrift” ausgesprochen, berichtet die Bild Hamburg unter Berufung auf die Schulbehörde. In Baden-Württemberg hingegen hätten 16 Grundschulen erklärt, ab dem kommenden Schuljahr an dem Versuch teilzunehmen und die einfachere Schreibschrift zu erproben.

Natürlich ist diese Diskussion letztlich ein deutsches Luxus-Problem, da es nicht überall auf der Welt selbstverständlich ist, dass Kinder Schreiben und Lesen (lernen) können. In Indien müssen die Kinder außerdem sowohl die englische Grundschrift als auch Hindi lernen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: grundschulverband.de, 18.07.2011; dradio.de, 03.08.2011; wissen.dradio.de, 10.05.2011/12.08.2011; bild.de, 28.06./20.08.2011; stuttgarter-zeitung.de, 23.08.2011; Bild: Andreas Praefcke (Wikipedia).]