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Nachruf: Hans J. Vermeer, Begründer der Skopos-Theorie
12.2.2010 von Richard Schneider.
Der Sprach- und Übersetzungswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Hans J. Vermeer ist am 4. Februar 2010 im Alter von 79 Jahren verstorben. Vermeer hat durch seine rund dreihundert Publikationen zur Übersetzungstheorie und zur Geschichte der Übersetzung wesentlich zur Begründung der Translationswissenschaft beigetragen. Prägend war vor allem die von ihm entwickelte Skopos-Theorie.
Vermeer lehrte an den Universitäten Mainz-Germersheim und Heidelberg. Darüber hinaus nahm er zahlreiche Gastprofessuren im In- und Ausland wahr.
Die Beisetzung fand am 20. Februar 2010 auf dem Bergfriedhof in Heidelberg statt. In seiner Trauerrede würdigte Prof. Dr. Andreas F. Kelletat, Germersheim, Leben und Werk des Verstorbenen:
[…] durch die vierzehn Jahre, die zwischen seinem Portugiesisch-Dolmetsch-Diplom und der Habilitation liegen, hat Hans Vermeer neben seiner umfangreichen Forschung stets Aufgaben in der Lehre wahrgenommen, zunächst als Lektor für Portugiesisch am Dolmetscher-Institut der Universität Heidelberg in den Jahren 1954 bis 1962, dann als Lektor und Dozent für süd-asiatische Sprachen (wie das Hindi und Urdu) am Südasien-Institut der Heidelberger Universität in den Jahren 1962 bis 1971. In die 60er Jahren fallen ferner seine Studienreisen nach Indien, nach Ceylon und Pakistan, aber auch nach Portugal und Österreich, wo er Dokumente zum Kreolen-Portugiesisch in Asien und zu den ältesten linguistischen Werken europäischer Autoren über neu-indische Sprachen ausgewertet hat.
Diesen ausgeprägt historischen Neigungen ist Hans Vermeer durch sein ganzes Leben treu geblieben, was angesichts des ungestüm modern wirken könnenden Theoretikers der 80er Jahre leicht übersehen wird. Kaum wurde bisher gefragt, was z. B. die Skopos-Theorie dem Vergleichenden Sprachwissenschaftler und dem Kulturhistoriker Vermeer zu danken haben könnte. […]
Zu erwähnen ist selbstredend die 1984 in Zusammenarbeit mit Katharina Reiß geschriebene Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie, sein wohl am häufigsten zitiertes Werk, wobei sich das Zitieren mitunter auf den einen zentralen Begriff beschränkt, den Begriff Skopos.
Hans Vermeer hat in den 80er Jahren mit dem Skopos-Konzept leidenschaftliche Diskussionen ausgelöst, die zum Teil bis heute anhalten. „Ein unheimlich starker Auftritt“ sei das gewesen, heißt es in Erich Prunčs Einführung in die Translationswissenschaft. In der Tat: Vermeer hat unsere Beschäftigung mit den Phänomenen des Übersetzens und Dolmetschens gehörig aufgemischt, auch weil es eben nicht nur um eine akademische Frage ging, nicht nur um Begriffe und theoretische Konzepte aus dem Elfenbeinturm. Sondern weil es um das Selbstverständnis und um die Identität einer ganzen Wissenschaftlergeneration und ganzer Fächer ging. Und um die Frage, mit welchen Problemen sich junge Menschen befassen sollten, die später einmal vom Übersetzen oder Dolmetschen würden leben wollen.
Das reichte bis in ganz praktische Ausbildungsfragen, z.B. der Frage was bei einer Examensklausur als Fehler anzustreichen oder als besonders glückliche Übersetzungslösung zu loben sei und was nicht. Bei dieser ja nicht ganz unerheblichen Frage hatten wir stets nur auf die Wörter und Sätze des Originals geschaut, auf dessen Stil vielleicht noch, und wir hatten erwartet, dass diese Wörter und Sätze so „treu“ wie nur irgend möglich auch in der Übersetzung reproduziert würden. Alle Forschungsenergie richtete sich auf die Frage, wie solch möglichst große Treue in jeder Übersetzung und in jeder Verdolmetschung erreicht werden könnte. […]
Solch neuzeitig linguistischer Engführung des Umgangs mit dem Übersetzen und Dolmetschen hat Hans Vermeer ein Ende bereitet. Als jemand, der selbst aus der Vergleichenden Sprachwissenschaft kam und über weit ausgedehntere Sprachkenntnisse verfügte als die allermeisten von uns, hat er erkannt, dass seine eigene Disziplin nicht über das nötige Rüstzeug und Erkenntnisinteresse verfügte, um all das, was beim Übersetzen und Dolmetschen eine Rolle spielt, zu erfassen. Hierfür, so hat er es gesehen, müsste in unserem Fächerkanon eine eigene neue wissenschaftliche Disziplin her, für die man sich seither auf den Namen Translationswissenschaft verständigt hat. Diese neue Disziplin muss sich, das war wohl Vermeers feste Überzeugung, immer wieder von anderen Disziplinen anregen lassen, von der Philosophie, der Ethnologie, der Literaturwissenschaft, von den Kulturwissenschaften insgesamt, von der Physik und Neurobiologie. Nur von der Sprachwissenschaft, sagte er bisweilen gewollt überspitzt, sei derzeit leider nicht viel zu erhoffen für die translationswissenschaftliche Grundlagenforschung. Ob solch provozierendes Auseinanderdrücken notwendig war und unvermeidlich, ob es klug und konstruktiv war, werden Spätere besser und gerechter einschätzen können als wir, die wir uns noch im Handgemenge befinden. […]
Sigrid Kupsch und Paul Kußmaul haben mir vor Jahren von jener legendären Vorlesung im Germersheimer Hörsaal D erzählt, bei der – im Sommersemester 1977 muss das gewesen sein – die sog. Skopos-Theorie entfaltet worden sein soll. Auch Hans Hönig mag damals dabei gewesen sein. Vermeer selbst wandte sich – nachdem er unsere Überlegungen zu Curricula und Studiengangszuschnitten gründlich durchgeschüttelt hatte – wieder stärker der Theoriebildung zu. […]
Nachdem er 1992, mit 62 Jahren gerade, seine Heidelberger Professur aufgegeben und in den sogenannten Ruhestand getreten war, entstanden in jahrelanger Arbeit und auf der Basis umfangreichster Recherchen in Bibliotheken und Archiven seine sieben Bände umfassenden Werke zur Geschichte des Übersetzens, zum Übersetzen im Mittelalter, in Renaissance und Humanismus. Gleichzeitig nahm er Gastprofessuren wahr an Orten, wo man den Dialog mit ihm schätzte: in Graz, Prag, Mexiko City, Innsbruck, Istanbul. […]
Als Lehrenden konnte man Professor Vermeer bis in sein letztes Lebensjahr erleben. Im Wintersemester 2008/09 erarbeitete er für Studenten und Nachwuchswissenschaftler in Germersheim seinen letzten großen Vorlesungszyklus: Translationen. Grenzen abschreiten nannte er den. Auf Bitten seiner Studenten hat er die Vorlesung ausformuliert, mit Anmerkungen und Literaturverzeichnis versehen und das 650 Seiten umfassende Typoskript in Netz gestellt. Auch in den nächsten beiden Semestern hat er Seminare angeboten, mit Studenten über ihre Arbeiten gesprochen, an Doktorandentreffen teilgenommen, das Heinz-Göhring-Kolloquium mit Freunden aus Heidelberg und Germersheim neu begründet. […]
Als er bereits wusste, dass ihm nur noch eine kurze Lebensfrist geblieben war, hat er seinen Unterricht unbeirrt fortgesetzt. Er ist Mitte November 2009 zu einer Konferenz nach Nablus in Palästina gereist, hat mit unserem Freund Mutasem Alashhab die Gegend erkundet, hat sich in Israel von Gideon Toury verabschiedet. Er war noch einmal in seinem geliebten Istanbul und hat im Dezember 2009 an der Berliner Humboldt-Universität, wo er seit der Wende ein gern und häufig gesehener Gast war, seinen letzten Vortrag gehalten. Vom Altern der Texte hieß der. […]
Auf der Website des FTSK Germersheim können Sie den vollständigen Wortlaut der Trauerrede abrufen.
Im Januar 2010 verlieh der FTSK Germersheim Hans J. Vermeer die Ehrendoktorwürde. In der Feierstunde erklärte Prof. Dr. Heidemarie Salevsky (1996-2009 Professorin für Translationswissenschaft und Fachkommunikation an der Hochschule Magdeburg-Stendal):
Hans Vermeer hat stets teilhaben lassen an seiner wissenschaftlichen Neugier und an seiner Freude daran. Seine Publikationen, seine Vorlesungen in Berlin und die Vorträge im Forschungsseminar waren stets eine Art Abenteuerreise durch die Jahrhunderte, mitunter Entführungen auf interessante und zuweilen amüsante thematische Nebengleise, alles in allem Entäußerungen eines brillanten Geistes mit atemberaubender Bildung. Sie haben den Blick auf das gerichtet, was sein könnte, sie boten die Möglichkeit, den Raum auszumessen, der sich öffnete, in dem ein Licht leuchtete, das anderes sichtbar machte – Sehweisen. So entstand Veränderung in unserer Disziplin wie in den Menschen.
Auf derselben Veranstaltung würdigte JProf. Dr. Dilek Dizdar, Germersheim, Vermeers Wirken wie folgt:
Auch ich soll und möchte ein paar Worte sagen, als eine von jenen Nachwuchswissenchaftler(inne)n und im Namen aller anderen, deren Werdegang Hans Vermeer als Autor und Lehrer geprägt hat. Besonders auch im Namen von Şebnem Bahadır; im Chor können wir leider nicht sprechen, wie du einmal sagtest, als wir ein Thema für das Doktorandenkolloquium gemeinsam vorstellen wollten, daher spreche ich für uns.
Du hast uns 1994 einen Antwortbrief geschrieben, lieber Hans, in dem du uns als Kolleginnen ansprachst und uns einludst, für ein Gespräch über unsere geplante Promotion nach Heidelberg zu kommen. Für das Promotionsstudium selbst empfiehlst du uns darin Germersheim; es sei fortschrittlicher, innovativer, verspreche mehr, mitunter, weil gerade neue Professoren berufen worden seien und vor allem lehre Heinz Göhring dort. Seither hast du uns auf eine Art und Weise betreut und gefördert, die uns ein Vorbild sein soll für unseren Umgang mit Studierenden und allen jenen, die unsere Unterstützung brauchen. […]
Ganzheitlich soll man den Menschen und seine Handlungen betrachten. Das lehrt uns Vermeer, er macht es uns vor. Zu seinem Sein und Handeln gehört ganz wesentlich der Respekt vor Anderen und dem Andersartigen, anderen Kulturen und anders denkenden Individuen. Dieser Respekt koppelt sich mit einer großen Bescheidenheit, die sich durch das Wirken und die Werke Hans Vermeers zieht. […] Sein Werk ist Grundlagenforschung, die in Tiefe und Umfang kaum zu überbieten ist. […]
Ich weiß, dass du mit großer Aufmerksamkeit die Entwicklungen in Germersheim verfolgst, dich über die wachen und interessierten Studierenden freust, vielleicht neue Hoffnung für das Fach schöpfst. Und du scheinst mit deiner Empfehlung für Germersheim Recht zu behalten. Es bewegt sich dort etwas, wenngleich mit einer großen Verzögerung. Ich möchte dir ganz besonders auch dafür danken, dass du diesen Aufschwung mit der Annahme der Ehrenpromotion weiter unterstützt. Sie setzt ein Zeichen für die Translationswissenschaft, sie ehrt unseren Fachbereich, und vor allem gibt sie uns Kraft und Motivation, weiter am Ausbau des translationswissenschaftlichen Profils zu arbeiten.
Die Skopostheorie
Wikipedia.de schreibt dazu:
Translation ist eine Form des Handelns. Jedes Handeln ist bestimmt von einer Situation, der Analyse dieser Situation durch den Handelnden und die Intention des Handelnden, der bestimmte Ziele erreichen will. Wie jedes Handeln ist also auch die Translation als Kommunikationshandlung zweckbestimmt. Der Zweck einer Kommunikationshandlung, ihr Skopos (gr.) ist erfüllt, wenn das erzielte Ergebnis der Intention des Handelnden (des Senders) entspricht und auch der Empfänger der Kommunikation die erhaltene Nachricht in seiner eigenen Situation schlüssig interpretieren kann.
Die Skopostheorie geht nun davon aus, dass der Zweck eines Translats, eine bestimmte Funktion zu erfüllen, der bestimmende Faktor ist, auf den der Translationsprozess ausgerichtet sein muss. […] Daraus ergibt sich die Auffassung von Übersetzungen und Verdolmetschungen als zielsprachliche und -kulturelle Informationsangebote über andere Informationsangebote in Ausgangssprache und -kultur. Die Qualität eines Translats kann grundsätzlich nur bezüglich seiner Funktion bewertet werden.
Ausführliche biografische Informationen, Vorlesungstexte, Audiomitschnitte von Vorlesungen und eine Bildergalerie hat der FTSK Germersheim unter dem Titel “Hans J. Vermeer - Grundlegung der Translationswissenschaft: Ein Lebenswerk” zusammengestellt. Die Adresse: www.fb06.uni-mainz.de/vermeer
[Textzusammenstellung: Richard Schneider. Quelle: FTSK Germersheim. Bild: FTSK Germersheim.]
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Ben Teague bei Schießerei ums Leben gekommen
15.5.2009 von Richard Schneider.
Ben Teague (63) ist in seinem Wohnort Athens (Georgia) am 25.04.2009 bei einer Schießerei ums Leben gekommen. Er ist international vielen Übersetzern als Vaterfigur des weltweit ersten echten Online-Forums für Übersetzer, FLEFO, bekannt. Dieses entstand Ende der 1980er Jahre im Rahmen des Online-Dienstes CompuServe.
Teague war von 1981 bis 1983 President des amerikanischen Übersetzerverbands ATA, nachdem er sich vorher schon als Director und Secretary sowie als Vortragsredner auf Fortbildungsveranstaltungen für die Berufsgruppe engagiert hatte. 1990 wurde er von der ATA mit der Alexander-Gode-Medaille für herausragende Verdienste ausgezeichnet.
Der aus dem Bundesstaat Tennessee stammende Teague schloss 1967 ein Physikstudium an der Rice University in Houston, Texas, ab. Anschließend arbeitete er als Angestellter unter anderem für Union Carbide in Oak Ridge, KPFT-Pacifica in Houston und das Physics Department der University of Texas in Austin. 1972 startete er seine Karriere als freiberuflicher Übersetzer für technische und wissenschaftliche Texte. Teague übersetzte zunächst aus dem Deutschen und Russischen in seine Muttersprache Englisch, konzentrierte sich aber schon bald auf Deutsch als alleinige Ausgangssprache. 1977 zog er nach Athens, Georgia, wo seine Frau, Dr. Fran Teague, an der Universität eine Stelle als Dozentin für englische Literatur antrat.
Durch seine umfassende Bildung, Berufserfahrung, übersetzerische Kompetenz und Hilfsbereitschaft genoss Ben Teague hohes Ansehen im Kollegenkreis. Er liebte die Unabhängigkeit des Übersetzerdaseins und war in vielfältiger Hinsicht eine Idealverkörperung des Freiberuflers. In Erinnerung bleibt vor allem die geistreiche und humorvolle Art der Konversation, die er online wie offline pflegte, sowie der stets kollegiale Umgang mit anderen. Er strahlte eine innere Ruhe, Warmherzigkeit und Unabhängigkeit aus; man spürte, dass er mit sich und der Welt im Reinen war. Schon in jüngeren Jahren besaß er durch seine intellektuelle Reife und Überlegenheit - die er andere aber nie spüren ließ - einen großväterlichen Charme. In seiner äußeren Erscheinung - groß gewachsen, mit einer gewissen Leibesfülle und weißem Rauschebart - erinnerte er viele an den Weihnachtsmann. Es gab wohl niemanden, der ihn nicht mochte.
Er hinterlässt seine Frau Fran, mit der er seit 41 Jahren verheiratet war.
Die Tragödie ereignete sich am Samstag bei einem Treffen der Theater-Laienspielgruppe “Town & Gown Players” am Athens Community Theater, bei der Teague schon seit 17 Jahren in seiner Freizeit leidenschaftlich als Bühnenbildner, Schauspieler und Regisseur mitwirkte.
Teague unterhielt sich vor dem Theater mit Marie Bruce (47), Leiterin der Laienspielgruppe, und dem ebenfalls zur Truppe gehörenden Tom Tanner (40). Irgendwann kam George Zinkhan (57), der Ehemann von Marie Bruce, vorgefahren und geriet mit seiner Frau in einen heftigen Streit. Diese hatte vor Kurzem die Scheidung eingereicht.
Zinkhan marschierte wütend zum Auto zurück, in dem die beiden 8 und 10 Jahre alten Kinder saßen, schnappte sich zwei geladene Pistolen und eröffnete das Feuer. Die Polizei fand später insgesamt acht Patronenhülsen am Tatort. Augenzeugen sagten aus, dass Teague noch versucht habe, den Beziehungsstreit zu schlichten und das eigentliche Ziel der Aggression, Marie Bruce, zu schützen. Doch sowohl die Frau als auch Teague und der vollkommen unbeteiligte Tanner erlagen vor Ort ihren Schussverletzungen. Ben Teague wurde von drei Kugeln in den Arm und einer Kugel in den Brustkorb getroffen. Zwei weitere Personen wurden durch Querschläger verletzt.
Der Täter, George Zinkhan, fuhr davon, setzte die Kinder bei einem Nachbarn ab und verschwand. Zinkhan ist ein international renommierter Marketing-Professor des “Terry College of Business” der University of Georgia. Genau zwei Wochen nach der Tat wurde er in einem Waldstück tot aufgefunden. Er hatte sich selbst ein Grab geschaufelt, hineingelegt, mit Erde, Zweigen und Laub bedeckt und dann mit einem Kopfschuss das Leben genommen.
Ein Fernsehbericht über die von mehr als 500 Teilnehmern besuchte Trauerfeier für Ben Teague in der Kapelle der Universität kann auf der Website von Fox Atlanta aufgerufen werden.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Fox Atlanta, CNN, ATA u.a. Bild: Town & Gown Players.]
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BDÜ-Aktivistin Mary Höcker gestorben
9.1.2009 von Richard Schneider.
Die durch ihr langjähriges Engagement im BDÜ auch bundesweit bekannte Mary Höcker ist Ende 2008 nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Der Landesverband Berlin-Brandenburg würdigt sie in der Mitgliederzeitschrift mit folgendem Nachruf:
Am 30. November verstarb unsere Kollegin Mary Höcker. Sie hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Mary war eine engagierte Persönlichkeit, die im Vorstand viele Jahre auf Landes- und auf Bundesebene für den BDÜ aktiv tätig war. Sie zeigte immer Stärke, hatte klare Vorstellungen und sprach bewusst leise, sodass genaues Zuhören gefordert war. Sie scheute sich nicht, Kritik auch auszusprechen, sodass Sitzungen und Mitgliederversammlungen nie langweilig wurden. Für manche war sie „very British“, für andere eine Dame mit würdevollem Auftreten. Von ihrer früheren Tätigkeit für das britische Foreign Office konnte sie Spannendes erzählen. Als Englisch-Kollegin war sie immer bereit, weniger erfahrenen Übersetzern in sprachlichen Belangen zu helfen. Sie hat ihre Krankheit mit Würde ertragen. Wir werden sie in bester Erinnerung behalten.
Bettina Moegelin & André Lindemann
Dezember 2008
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Déjà-Vu-Expertin Judy Ann Schön gestorben
3.12.2008 von Richard Schneider.
Die Übersetzerin und Déjà-Vu-Expertin Judy Ann Schön ist nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Das wurde in verschiedenen Online-Foren bekannt.
Judy Ann Schön hatte sich seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv an mehreren Mailinglisten beteiligt. Vor allem als Expertin für Translation-Memory-Systeme machte sie sich dabei einen Namen. Für das von ihr bevorzugte und unter Einzelübersetzern recht beliebte Déjà Vu war sie die Expertin im deutschsprachigen Raum. In Lenggries (Oberbayern) bot sie regelmäßig Software-Schulungen an.
Nach Aussage von Listenteilnehmern, die in den letzten Wochen Kontakt zu ihr hatten, war sie bereits seit Monaten schwer krank und wusste, dass sie sterben würde. Judy Ann Schoen hinterlässt eine erwachsene Tochter.
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