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Archiv der Kategorie Nachrufe
Ben Teague bei Schießerei ums Leben gekommen
15.5.2009 von Richard Schneider.
Ben Teague (63) ist in seinem Wohnort Athens (Georgia) am 25.04.2009 bei einer Schießerei ums Leben gekommen. Er ist international vielen Übersetzern als Vaterfigur des weltweit ersten echten Online-Forums für Übersetzer, FLEFO, bekannt. Dieses entstand Ende der 1980er Jahre im Rahmen des Online-Dienstes CompuServe.
Teague war von 1981 bis 1983 President des amerikanischen Übersetzerverbands ATA, nachdem er sich vorher schon als Director und Secretary sowie als Vortragsredner auf Fortbildungsveranstaltungen für die Berufsgruppe engagiert hatte. 1990 wurde er von der ATA mit der Alexander-Gode-Medaille für herausragende Verdienste ausgezeichnet.
Der aus dem Bundesstaat Tennessee stammende Teague schloss 1967 ein Physikstudium an der Rice University in Houston, Texas, ab. Anschließend arbeitete er als Angestellter unter anderem für Union Carbide in Oak Ridge, KPFT-Pacifica in Houston und das Physics Department der University of Texas in Austin. 1972 startete er seine Karriere als freiberuflicher Übersetzer für technische und wissenschaftliche Texte. Teague übersetzte zunächst aus dem Deutschen und Russischen in seine Muttersprache Englisch, konzentrierte sich aber schon bald auf Deutsch als alleinige Ausgangssprache. 1977 zog er nach Athens, Georgia, wo seine Frau, Dr. Fran Teague, an der Universität eine Stelle als Dozentin für englische Literatur antrat.
Durch seine umfassende Bildung, Berufserfahrung, übersetzerische Kompetenz und Hilfsbereitschaft genoss Ben Teague hohes Ansehen im Kollegenkreis. Er liebte die Unabhängigkeit des Übersetzerdaseins und war in vielfältiger Hinsicht eine Idealverkörperung des Freiberuflers. In Erinnerung bleibt vor allem die geistreiche und humorvolle Art der Konversation, die er online wie offline pflegte, sowie der stets kollegiale Umgang mit anderen. Er strahlte eine innere Ruhe, Warmherzigkeit und Unabhängigkeit aus; man spürte, dass er mit sich und der Welt im Reinen war. Schon in jüngeren Jahren besaß er durch seine intellektuelle Reife und Überlegenheit - die er andere aber nie spüren ließ - einen großväterlichen Charme. In seiner äußeren Erscheinung - groß gewachsen, mit einer gewissen Leibesfülle und weißem Rauschebart - erinnerte er viele an den Weihnachtsmann. Es gab wohl niemanden, der ihn nicht mochte.
Er hinterlässt seine Frau Fran, mit der er seit 41 Jahren verheiratet war.
Die Tragödie ereignete sich am Samstag bei einem Treffen der Theater-Laienspielgruppe “Town & Gown Players” am Athens Community Theater, bei der Teague schon seit 17 Jahren in seiner Freizeit leidenschaftlich als Bühnenbildner, Schauspieler und Regisseur mitwirkte.
Teague unterhielt sich vor dem Theater mit Marie Bruce (47), Leiterin der Laienspielgruppe, und dem ebenfalls zur Truppe gehörenden Tom Tanner (40). Irgendwann kam George Zinkhan (57), der Ehemann von Marie Bruce, vorgefahren und geriet mit seiner Frau in einen heftigen Streit. Diese hatte vor Kurzem die Scheidung eingereicht.
Zinkhan marschierte wütend zum Auto zurück, in dem die beiden 8 und 10 Jahre alten Kinder saßen, schnappte sich zwei geladene Pistolen und eröffnete das Feuer. Die Polizei fand später insgesamt acht Patronenhülsen am Tatort. Augenzeugen sagten aus, dass Teague noch versucht habe, den Beziehungsstreit zu schlichten und das eigentliche Ziel der Aggression, Marie Bruce, zu schützen. Doch sowohl die Frau als auch Teague und der vollkommen unbeteiligte Tanner erlagen vor Ort ihren Schussverletzungen. Ben Teague wurde von drei Kugeln in den Arm und einer Kugel in den Brustkorb getroffen. Zwei weitere Personen wurden durch Querschläger verletzt.
Der Täter, George Zinkhan, fuhr davon, setzte die Kinder bei einem Nachbarn ab und verschwand. Zinkhan ist ein international renommierter Marketing-Professor des “Terry College of Business” der University of Georgia. Genau zwei Wochen nach der Tat wurde er in einem Waldstück tot aufgefunden. Er hatte sich selbst ein Grab geschaufelt, hineingelegt, mit Erde, Zweigen und Laub bedeckt und dann mit einem Kopfschuss das Leben genommen.
Ein Fernsehbericht über die von mehr als 500 Teilnehmern besuchte Trauerfeier für Ben Teague in der Kapelle der Universität kann auf der Website von Fox Atlanta aufgerufen werden.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Fox Atlanta, CNN, ATA u.a. Bild: Town & Gown Players.]
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BDÜ-Aktivistin Mary Höcker gestorben
9.1.2009 von Richard Schneider.
Die durch ihr langjähriges Engagement im BDÜ auch bundesweit bekannte Mary Höcker ist Ende 2008 nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Der Landesverband Berlin-Brandenburg würdigt sie in der Mitgliederzeitschrift mit folgendem Nachruf:
Am 30. November verstarb unsere Kollegin Mary Höcker. Sie hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Mary war eine engagierte Persönlichkeit, die im Vorstand viele Jahre auf Landes- und auf Bundesebene für den BDÜ aktiv tätig war. Sie zeigte immer Stärke, hatte klare Vorstellungen und sprach bewusst leise, sodass genaues Zuhören gefordert war. Sie scheute sich nicht, Kritik auch auszusprechen, sodass Sitzungen und Mitgliederversammlungen nie langweilig wurden. Für manche war sie „very British“, für andere eine Dame mit würdevollem Auftreten. Von ihrer früheren Tätigkeit für das britische Foreign Office konnte sie Spannendes erzählen. Als Englisch-Kollegin war sie immer bereit, weniger erfahrenen Übersetzern in sprachlichen Belangen zu helfen. Sie hat ihre Krankheit mit Würde ertragen. Wir werden sie in bester Erinnerung behalten.
Bettina Moegelin & André Lindemann
Dezember 2008
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Déjà-Vu-Expertin Judy Ann Schön gestorben
3.12.2008 von Richard Schneider.
Die Übersetzerin und Déjà-Vu-Expertin Judy Ann Schön ist nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Das wurde in verschiedenen Online-Foren bekannt.
Judy Ann Schön hatte sich seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv an mehreren Mailinglisten beteiligt. Vor allem als Expertin für Translation-Memory-Systeme machte sie sich dabei einen Namen. Für das von ihr bevorzugte und unter Einzelübersetzern recht beliebte Déjà Vu war sie die Expertin im deutschsprachigen Raum. In Lenggries (Oberbayern) bot sie regelmäßig Software-Schulungen an.
Nach Aussage von Listenteilnehmern, die in den letzten Wochen Kontakt zu ihr hatten, war sie bereits seit Monaten schwer krank und wusste, dass sie sterben würde. Judy Ann Schoen hinterlässt eine erwachsene Tochter.
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