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- 20.5.2012: Über die (Un-)Sitte der Filmsynchronisation in Deutschland
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Archiv der Kategorie Sprache allgemein
Über die (Un-)Sitte der Filmsynchronisation in Deutschland
20.5.2012 von Jessica Antosik.
Einst war der Film international, weil er stumm war. Ende der 1920er-Jahre kam der Ton und mit ihm die Filmsynchronisation. Der gleiche Film war künftig nicht mehr derselbe, je nachdem, in welchem Land er gezeigt wurde.
Eine kurze Begriffsdefinition zur Filmsynchronisation: Dabei handelt es sich um das nachträgliche Ersetzen aller Sprechteile durch Dialoge in eine andere Sprache, welche auf die Mundbewegungen und Gestiken der Originalschauspieler abgestimmt sind.
Auf dem deutschen, italienischen und französischen Kino- und Fernsehmarkt hat sich die flächendeckende Synchronisation nahezu aller internationalen Produktionen durchgesetzt. In Nordeuropa sowie in den Niederlanden, Großbritannien, Belgien und Portugal werden fremdsprachige Produktionen grundsätzlich mit Untertiteln ausgestrahlt – dies ist günstiger als Filmsynchronisationen. Eine Synchronisation kostet zwischen 25.000 und 100.000 Euro, eine Untertitelung gerade einmal 3.000 bis 5.000 Euro. In Russland und Polen sowie in Lettland und Litauen wird zum Teil eine Synchronverdolmetschung über den Originaltext gelegt (Voice-over).
In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg öffnete sich der deutschsprachige Filmmarkt zunehmend ausländischen Filmwerken. Um die in der Bevölkerung durchschnittlich nur rudimentär ausgeprägten Fremdsprachenkenntnisse auszugleichen und den Markt besser zu erschließen, wurden innerhalb kurzer Zeit mehrere Synchronstudios gegründet. Diese entschieden nicht nur darüber, welche Filme gezeigt wurden, sondern auch wie. Zensuren wurden bzw. werden teilweise immer noch praktiziert, die Filme werden an das Zielpublikum „angepasst“. Viele sind der Ansicht, dass Synchronisation nicht nur Kunstwerke, sondern auch Interkulturalität zerstört. Die ganze Welt spricht nun einmal nicht Deutsch.
Die Situation in Deutschland hat sich nicht geändert. Der Grund: Nichts ist den Menschen schwerer auszutreiben als schlechte Gewohnheiten. Offenbar ist der Wunsch nach Bequemlichkeit stärker als der nach stilistischer Wahrhaftigkeit. Zwar gibt es in Deutschland Kinos, die Filme in der Originalversion zeigen. Doch die Filme im Fernsehen werden stets synchronisiert ausgestrahlt. Allerdings ist es in Zeiten der DVDs durchaus möglich, Filme in der Originalsprache anzuschauen.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: unique-online.de, 23.04.2012; wikipedia.de.]
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Besonderheiten der schriftlichen Kommunikation im Internet
15.5.2012 von Jessica Antosik.
Bereits seit vielen Jahren beschäftigen sich Sprachwissenschaftler mit der Frage: „Verändert das Internet die Sprache?“ Bei der Kommunikation im Internet hat sich die Mündlichkeit verschriftlicht, obwohl der geschriebene Text nicht den bisherigen Anforderungen entspricht. Das heißt also, dass sich nicht die Sprache an sich verändert hat, sondern das Verhältnis von Sprache und Schrift. So werden im Internet häufig Interjektionen wie „ach“ oder „hm“ sowie Wortverschmelzungen wie „haste“ oder „willste“ verwendet.
Darüber hinaus werden im Internet u. a. Stellungnahmen veröffentlicht, die weder in einem persönlichen Gespräch noch in einem Leserbrief auf diese Art und Weise – vulgär, beleidigend oder sarkastisch – formuliert werden würden. Zudem schreiben viele Menschen aus bildungsfernen Schichten im Internet, die früher meistens mündlich kommuniziert haben. Dies wiederum führt dazu, dass im Internet unzählige Texte mit gravierenden Rechtschreib- und Grammatikfehlern zu lesen sind.
Des Weiteren ist es aufgrund der Anonymität im Internet leichter zu pöbeln. Dies ist auch bei Nachrichtenseiten im Internet der Fall. Eine Gruppe von Studierenden der Universität Heidelberg hat unter der Leitung des Germanisten Friedemann Vogel zu diesem Thema eine Untersuchung durchgeführt. Die Heidelberger sind zu dem Ergebnis gelangt, dass unter den fünf analysierten Medien auf bild.de und web.de die meiste sprachliche Gewalt und das höchste Maß an Brutalität herrschen. Unter sprachlicher Gewalt wird „jeder gesichtsverletzende verbale Angriff“ verstanden. Doch auch auf spiegel.de und handelsblatt.de gab es durchaus sprachliche Gewalt, wobei angemerkt werden muss, dass hier zumeist der Zorn die Motivation ist und weniger vulgäre Ausdrücke verwendet werden. Auf zeit.de wird vulgäre Sprache komplett vermieden.
Die Studenten haben bei ihrer Untersuchung festgestellt, dass die meisten Kommentare hauptsächlich dem Ausdruck von Gefühlen dienen. Zwar würden auch Sachverhalte diskutiert, der Kommentar diene jedoch hauptsächlich zur Darstellung der persönlichen Haltung zum emotionsgeladenen Thema. Fazit der Studierenden aus Heidelberg: „Nachrichtenkommentare im Internet dienen zuallererst der Entladung von Emotionen. In der Anonymität des virtuellen Raumes entfällt die soziale Kontrolle, treten alltägliche Normen des höflichen Umgangs außer Kraft.“
Die Tatsache, dass die Internetnutzer teilweise Hunderte oder Tausende von Kilometern voneinander trennen, spielt keine Rolle, denn es ist trotzdem möglich, in Echtzeit miteinander zu kommunizieren. Dabei schafft ein Chatraum oder Ähnlich eine emotionale und soziale Nähe – die Internetnutzer sind in diesem Moment Teil einer Gemeinschaft, duzen sich und lassen ihren Emotionen schriftlich freien Lauf.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: stuttgarter-zeitung.de, 24.04.2012.]
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Latein muss sein: Ein Plädoyer für Latein als Schulfach
10.5.2012 von Jessica Antosik.
Seit einigen Wochen wird heiß über das traditionsreiche Schulfach Latein diskutiert. Eltern, Arbeitgeber und Wissenschaftler fordern ein moderneres Fremdsprachenangebot. Ihrer Ansicht nach wird die “tote” Sprache an vielen Schulen Deutschlands zu unrecht wie ein Heiligtum gepflegt. Sie raten von Latein ab. Es sei vertane Zeit, Lateinvokabeln zu paukeln. Die Schüler sollen angesichts der globalisierten Wirtschaftswelt lieber Spanisch oder Chinesisch erlernen statt Latein. Die Schüler hätten dadurch viel bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, erklären die Latein-Gegner. Die Arbeitgeber benötigen keine Arbeitnehmer, die den Ablativus absolutus beherrschen.
“Unser modernes Wirtschaftsleben ist auf den Austausch mit anderen Ländern ausgerichtet. Viele Wirtschafts-Partner sitzen in Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Und viele Kunden, auch im Inland, sprechen nicht Deutsch. Wir brauchen Beschäftigte, die die Sprachen dieser Menschen sprechen”, sagt Barbara Dorn von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Sogar der Vorsitzende des Altphilologenverbandes, Bernhard Zimmermann, räumt ein: “Wer Richtung Wirtschaft denkt, ist mit ausgefallenen Sprachen wie Arabisch oder Chinesisch besser beraten.” Dr. Ilse Führer-Lehner von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft äußert sich ebenfalls kritisch über die Sprache Latein: “Es fehlen Anwendungsmöglichkeiten und somit der praktische Nutzen, der Kinder den Sinn des Lernens erschließen lässt.”
Auch das Latinum als Zulassungsbeschränkung für einige Studienfächer in Deutschland halten viele für unnötig und lediglich als Qual für die Studierenden, da ihnen das Latinum im Studium kaum weiterhelfe. Doch es scheint, dass der Hang zur klassischen Sprache ein deutsches Phänomen ist. “In Frankreich lernt vielleicht ein Prozent der Schüler Latein, in Bayern sind es 50 Prozent der Gymnasiasten”, sagt Mario Oesterreicher, Präsident des Gesamtverbandes Moderne Fremdsprachen.
Kommen wir nun zu den Vorteilen, die Latein als Schulfach mit sich bringt. Insbesondere im Lateinunterricht lernen die Schüler systematisches Sprachenverständnis. Dabei trainieren sie ihren analytischen Blick für das Funktionieren von Sprache im Allgemeinen. Dies hilft enorm beim Lernen weiterer Fremdsprachen. Latein fördert das logische Denken und schult das Arbeitsgedächtnis. Aus diesem Grund fordern die Latein-Verfechter: “Latein muss sein!” Latein sei eine Reflexionssprache, mit deren Hilfe man über andere Sprachen nachdenken kann. Da Latein viel Geduld und Disziplin erfordere, helfe auch dies im späteren Leben.
Mit einem Verzicht auf Latein würde den Schülern außerdem ein großer Teil des europäischen Erbes vorenthalten. Latein sei historische Kommunikation, sagen die Lateinlehrer. Nach neuesten Erkenntnissen wirken sich Lateinkenntnisse positiv auf das Erlernen und Verstehen des Deutschen aus. Viele sind der Ansicht, dass Latein gar keine “tote” Sprache ist. Der Grund: Wir sprechen Latein täglich, allerdings seien sich die meisten darüber gar nicht bewusst. Nase, Transport, Nivea – das sind alles Wörter, die aus dem Lateinischen stammen. Somit erleichtere Latein es vor allem, Fremdwörter im Deutschen zu verstehen.
Ein weiterer Pluspunkt für Latein liegt auf der Hand: Lateinkenntnisse erleichtern das Lernen romanischer Sprachen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Latein die Mutter dieser Sprachen ist und deshalb immer noch große Ähnlichkeiten zwischen den heutigen romanischen Sprachen wie Französisch, Spanisch, Italienisch und Latein vorhanden sind. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: “singen” heißt auf Lateinisch “cantare”, auf Italienisch ebenfalls “cantare”, auf Spanisch “cantar”, auf Französisch “chanter”. Darüber hinaus erleichtern Lateinkenntnisse den Zugang zu Englisch. Zwar zählt Englisch nicht zum romanischen Zweig, sondern ist germanischen Ursprungs, aber der Anteil lateinischer Wörter im gehobenen Englisch beträgt mehr als 60 Prozent. Beispiel: “education”, “opinion”, “virtue”.
Zwar erlebt Latein nach wie vor einen Boom, allerdings wird die Sprache der Römer allmählich von Spanisch aufgeholt. Allein die Zahl der Schüler in Nordrhein-Westfalen, die in der Schule Spanisch lernen, hat sich in zehn Jahren auf 120 000 fast vervierfacht.
Eine Möglichkeit, die Diskussion zu beenden, könnte darin bestehen, nicht von Spanisch oder Chinesisch statt Latein, sondern von Spanisch bzw. Chinesisch und Latein zu sprechen.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: derwesten.de, 23./25.04./03.05.2012. Bild: aewolf, Lizenz: CC-BY.]
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Studie: Zweisprachigkeit verfeinert das Gehör
8.5.2012 von Jessica Antosik.
Wer zweisprachig aufwächst, kann nicht nur vielseitiger kommunizieren, sondern schult auch sein Gehör. Bilingualen Menschen fällt es leichter, Klangfarben menschlicher Sprache von Störgeräuschen zu unterscheiden. Zu diesem Ergebnis sind US-amerikanische Forscher von der Northwestern University in Evanston auf Grundlage eines Experiments gelangt.
Die Wissenschaftler untersuchten die Hörfähigkeit von 23 mit Englisch und Spanisch aufgewachsenen Jugendlichen und 25 Altersgenossen, die lediglich Englisch sprechen. Im ersten Teil des Experiments hörten die Teilnehmer mehr als 6.000 Mal in unterschiedlichen Abständen die Silbe “da” über einen Kopfhörer. Über Elektroden zeichneten die Forscher das typische Hirnstrommuster der am Hören beteiligten primitiveren Hirnbereiche auf.
Der zweite Teil des Versuchs bestand darin, dass diese Silbe erneut eingespielt wurde – einmal ohne Störgeräusche, einmal inmitten eines Stimmengewirrs von weiblichen und männlichen Sprechern, die sinnlose englische Sätze durcheinanderredeten. Über Elektroden registrierten die Forscher, wie oft und wie gut oder schlecht die untersuchten Gehirnbereiche der Jugendlichen unter diesen erschwerten Bedingungen noch auf die Silbe reagierten.
Das Resultat: “Der Hirnstamm der zweisprachigen Teenager reagierte deutlicher auf den Schlüsselreiz in Form der Silbe als jener der einsprachigen”, berichtet Nina Kraus (Bild rechts), die Studienleiterin. Diese Fähigkeit gehe über die bislang bekannten Folgen der Zweisprachigkeit hinaus, da sie auf einer effektiveren Verarbeitung von Lauten im Hirnstamm, dem primitivsten Hirnteil, beruhe, erklärt das Forscherteam um Kraus im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Bis dato war eine derartige Hörfähigkeit nur bei Profimusikern bekannt. Besonders ausgeprägt sei dieser Unterschied während des Stimmengewirrs gewesen. “Die größere Erfahrung mit verschiedenen Klängen hat das Hörsystem der Zweisprachigen effektiver, fokussierter und flexibler gemacht, es arbeitet daher vor allem unter schwierigen Bedingungen besser”, so Kraus.
“Zweisprachige Menschen sind natürliche Jongleure”, erklärt sie. Das Gehirn von bilingualen Menschen jongliere ständig mit verschiedenen sprachlichen Reizen. Ein Synergieeffekt sei eine größere Aufmerksamkeit für relevante gegenüber nicht relevanten Geräuschen. Wer von Kindheit an zwei Sprachen lernt, muss stets die Klänge zweier Sprachen erkennen und differenzieren. Dies führe offensichtlich dazu, dass das Gehirn aufmerksamer für alle sprachtypischen Reize werde. Dadurch werde also die Fähigkeit geschult, den Klang menschlicher Sprache aus der Umgebung herauszupicken.
Es handelt sich um keine neue Erkenntnis, dass sich die Zentren für die Sprachverarbeitung und das Gedächtnis in der Großhirnrinde von Menschen verändern, wenn sie eine bilinguale Erziehung genießen. Die Neuheit bestehe nun jedoch darin, dass sich diese neuronale Spezialisierung ferner auf untergeordnete, grundlegendere Fähigkeiten und auf Gehirnbereiche erstrecke.
Interessant wäre es des Weiteren, zum einen der Frage nachzugehen, ob dieser Effekt auch eintritt, wenn nicht in der Kindheit, sondern später weitere Fremsprachen erlernt werden. Zum anderen wäre es sicherlich spannend, herauszufinden, ob es Zweisprachigen leichter fällt, simultan zu dolmetschen, als Personen, die eine oder weitere Fremdsprachen erst in der Schule oder im Studium erlernt haben.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: welt.de, 01.05.2012. Bild: communication.northwestern.edu.]
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Österreich: Immer mehr Fehler in Maturaarbeiten
6.5.2012 von Jessica Antosik.
Dativ- anstatt Genitivkonstruktionen, Probleme bei der Verwendung von Satzzeichen sowie Zeitenfolge, Unsicherheiten bei Phraseologismen und festen Fügungen, weniger Wörter mit lateinisch-griechischen Wurzeln, dafür mehr Anglizismen: Zu diesem Ergebnis ist das Forscherteam um die österreichische Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak (Bild rechts) in der Pilotstudie gekommen. In der Studie wurden 138 Maturaarbeiten (dem deutschen Abitur entsprechend) aus je einem Wiener Innen- und Außenbezirk sowie einer Schule aus Graz aus den Jahren 1970, 1997 und 2010 miteinander verglichen. “Nüchtern betrachtet ist die Fehlerzahl in den Maturaarbeiten insgesamt deutlich gestiegen”, heißt es in der Studie “Wandel der Sprache: Verfall, Veränderung oder Wachstum”. Aufgrund der beschränkten Datenmenge könne man allerdings lediglich “von Indizien” sprechen.
Insgesamt gesehen sei die Länge der Texte im Verlauf der Jahre kürzer, der Satzbau hingegen komplexer geworden. Dies zeige sich in der Vielzahl der Relativsätze oder der untergeordneten Sätze. Außerdem sei die Benotung der Lehrer nicht so streng wie damals. So sei in der Notengebung “mehr Toleranz für fast alle Arten von Fehlern feststellbar, insbesondere Satzzeichen, Rechtschreibung, Ausdruck”, sagt Wodak.
Des Weiteren ist der Linguistin und Professorin für Sprachwissenschaften an der Universität Wien und an der Lancaster University aufgefallen, dass den Schülern im Vergleich zu früher die korrekte Interpunktion große Schwierigkeiten bereitet. Dies sei jedoch nicht als allgemeines Problem mit der Sprache zu verstehen. Die Interpunktion hänge sehr vom jeweiligen Unterricht ab und setze weniger allgemeine Sprachkompetenz als vielmehr explizites Regelwissen voraus.
Ein weiterer Punkt, der den Wissenschaftlern ins Auge stach, sei der enorme Rückgang von Lehnwörtern mit lateinisch-griechischen Wurzeln, während Anglizismen Eingang gefunden haben. Die verbreitete Verwendung von Anglizismen sei unter anderem auf die technischen Innovationen zurückzuführen. “Dies deutet auf ein Zurücktreten der Bildungssprache als stilistischer Orientierungspunkt für das Deutsche hin; diese Rolle wird zunehmend von der Umgangssprache erfüllt”, schlussfolgern die Sprachwissenschaftler. Diese Annahme werde dadurch verstärkt, dass Redewendungen und feste Fügungen immer weniger verwendet werden und, wenn sie doch vorkommen, fehlerhaft benutzt werden. Beispiel: “Es liegt jedem frei”, “nichts als die Wahrheit nennen” oder “die Möglichkeit besitzen”.
Darüber hinaus manifestiere sich der Genitivschwund. “Das ist im österreichischen Deutsch ja im Prinzip auch okay. Zum Beispiel sagt man ‘Die Zunahme von den Problemen’ statt wie früher auf Hochdeutsch ‘Die Zunahme der Probleme’.” Bei diesem Phänomen seien Elemente des österreichischen Deutsch zu erkennen. “Es gibt hier einen Wandel, den wir seit 1945 beobachten, ein Abgrenzungsphänomen im Zuge der österreichischen Identitätsbildung: Es gibt eine Fokussierung auf das sogenannte österreichische Deutsch. Der Genitivschwund wird also als Norm akzeptiert. Das ist ein akzeptierter Wandel, begründet durch die Identitätsbildung ab 1945. Es ist interessant und wichtig, solche Bezüge herzustellen”, erklärt die Ruth Wodak.
Ob diese Entwicklung, auch die der fehlerhaften Zeitenfolge, an fehlender Disziplin vonseiten der Schüler liegt, beantwortet sie wie folgt in einem Interview mit dem Standard:
Die Zeitenfolge hat sich überall, auch in anderen Sprachen, verflacht. Zeitenfolge, Konjunktivbildung - der richtige Gebrauch solcher grammatischer Elemente ist in vielen Bereichen zurückgegangen. Auch im Englischen oder im Französischen. Wir sind in unserem Sprachverhalten insgesamt “mündlicher” geworden. Es gibt natürlich noch sehr formale Situationen: Formbriefe, Prüfungen, Zertifikate, das ist klar. Insgesamt ist man aber heutzutage dialogischer und adressatenorientierter. Das ist daher wirklich spannend, wenn man Geschäftsbriefe oder Geschäftsberichte von früher mit den heutigen vergleicht. Heute werden Kundinnen und Kunden persönlich angesprochen. Früher war das ein trockener und sachlicher Bericht.
Auf die Frage “Sie haben auch herausgefunden, dass es heute mehr Bindestrich-Komposita “im Stil der ‘Kronen Zeitung’” gibt. Was genau kann man darunter verstehen?” antwortete sie Folgendes:
Es werden mehr Bindestrich-Komposita verwendet und dadurch auch neue Begriffe geschaffen. “Kinderporno-Verdacht” ist ein gutes Beispiel. Eigentlich meint man damit “Verdacht auf Kinderporno”. Die Zuordnung ist bei diesen Bindestrich-Komposita oft nicht so ganz einfach. Es ist manchmal schwierig festzustellen, welche Präposition durch einen Bindestrich quasi ersetzt wurde: Verdacht für, auf, zu …? Das ist eine Verkürzung, die man erst richtig entschlüsseln muss.
Das Interview können Sie hier in voller Länge lesen.
“Oft herrscht diese Angst vor, dass die Sprache untergeht. Das stimmt so nicht, sondern sie wird anders.” Das bringe auch viele Vorteile, berichtet die 61-Jährige.
Die Studie war Teil einer umfassenderen, privat beauftragten Untersuchung, bei der neben dem veränderten Sprachgebrauch in der Schule auch jener in Medien anhand von Artikeln der Austria Presse Agentur (APA), der Presse und der Kronen Zeitung und in Geschäftsberichten analysiert wurde.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: derstandard.at, 10./24.04.2012. Bild: ling.lancs.ac.uk.]
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Deutsch als Wissenschaftssprache vs. Englisch als Lingua franca?
3.5.2012 von Jessica Antosik.
Seit vielen Jahren wird das Verschwinden der deutschen Sprache aus der Wissenschaft heiß diskutiert. In vielen Disziplinen gewinnt das Englische nämlich zunehmend an Bedeutung. So auch in der Wissenschaft. Deutsche Wissenschaftler publizieren ihre Aufsätze und Forschungsbeiträge vorwiegend in englischer Sprache. Nur noch ein Prozent der naturwissenschaftlichen Publikationen erscheinen auf Deutsch. Zudem werden Tagungen, Konferenzen und sogar Vorlesungen mit ausschließlich deutschsprachigen Teilnehmern bzw. Studierenden an deutschen Universitäten immer häufiger auf Englisch abgehalten. Und das, obwohl man sich in seiner Muttersprache pointierter und präziser ausdrücken kann als in einer Fremdsprache. Das Sprachniveau der nicht englischsprachigen Wissenschaftler lässt oftmals zu wünschen übrig.
Grund für dieses Phänomen ist: Alle führenden Zeitschriften liegen in US-amerikanischer Hand. “Die deutschen Naturwissenschaftler müssen auf Englisch schreiben, um in diesen Zeitschriften publizieren zu können. Sie schreiben also in einer Fremdsprache und konkurrieren dabei mit anderen Wissenschaftlern, für die das Englische die Muttersprache ist. Dazu kommt: Auch die wissenschaftlichen Standards werden auf diese Weise von der US-amerikanischen Wissenschaft festgelegt. Dadurch wird auf lange Sicht international die Vielfalt an Wissenschaftskulturen eingeschränkt”, sagt der Chemnitzer Germanist Winfried Thielmann. Es geht hier also zentral um die Frage der Gleichberechtigung. In diesem Zusammenhang muss man jedoch anmerken, dass die Deutschen Deutsch als Wissenschaftssprache auch benutzen und pflegen müssen. Eine Lösung liegt zum Beispiel darin, mehr in Übersetzungen zu investieren.
In etwa 600 Studiengängen in Deutschland wird teilweise ausschließlich in englischer Sprache unterrichtet. Viele stellen sich angesichts der oben beschriebenen Tatsachen die Frage: Stirbt Deutsch als Wissenschaftssprache aus? Sind nichtenglischsprachige Wissenschaftler gegenüber englischen Muttersprachlern im Nachteil? Wird die Mehrsprachigkeit der europäischen Wissenschaft gefährdet? Sprechen die Wissenschaftler eher ein (schlechtes) Pidgin-Englisch? Wird sich Englisch als Lingua Franca in der europäischen Wissenschaft durchsetzen?
Zunächst einmal muss man sagen, dass die Wissenschaft seit jeher international ausgerichtet ist. Der Austausch über die Grenzen hinweg gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten selbstverständlich dazu. Der Vorteil liegt also darin, dass sich Forscher und Wissenschaftler weltweit in einer gemeinsamen Sprache über ihre Ergebnisse und Meinungen austauschen können.
Außerdem vertreten immer mehr Wissenschaftler die Ansicht, dass Englisch in einigen Disziplinen wie in den Natur- oder Ingenieurwissenschaften unabdingbar ist. In diesen Fächern ist der Gebrauch der englischen Sprache für das Ansehen eines Forschers äußerst wichtig. Allerdings bedeutet der Verzicht auf die deutsche Sprache als Wissenschaftssprache einen Qualitätsverlust; vor allem, weil eine fremde Sprache die Ausdrucksmöglichkeiten begrenzt.
“Gerade die Geisteswissenschaften leben aber vom Wert ihrer je eigenen Sprachen. Und es sollte heute mehr Anreize geben, sich auf die unterschiedlichen Sprachen einzulassen”, sagt Peter Funke, Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Vor allem bei sprachabhängigen Fächern wie der Philosophie werden sich die Wissenschaftler schwerer tun, nicht in ihrer Muttersprache zu schreiben als beispielsweise Physiker oder Mathematiker. Insbesondere in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, gestalte sich dies sicherlich problematisch. “Ich möchte betonen, dass die Sprachenvielfalt gerade auch für den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess ein kostbares Gut ist, das wir unbedingt bewahren und pflegen sollten”, so Funke.
Ralph Mocikat, Vorsitzender des Arbeitskreises Deutsch als Wissenschaftssprache (ADAWIS), ist ähnlicher Meinung: “Unsere Denkmuster, das Auffinden von Hypothesen, die Argumentationsketten bleiben – auch in den Naturwissenschaften – stets in dem Denken verwurzelt, das auf der Muttersprache beruht. Wissenschaftliche Theorien arbeiten immer mit Wörtern, Bildern, Metaphern, die der Alltagssprache entlehnt sind. […] Da jede Sprache einen anderen Blickwinkel auf die Wirklichkeit zulässt und individuelle Argumentationsmuster bietet, läuft es auf eine geistige Verarmung hinaus, wenn Lehre und Forschung auf das Englische eingeengt werden”, erklärt er in einem Artikel in der Zeit Online.
Diese Theorie vertrat bereits Wilhelm von Humboldt Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts. Er sagte nämlich, dass unser Denken durch unsere Sprache bestimmt wird. Darüber hinaus erklärte der Sprachphilosoph, dass die Verschiedenheit der Sprachen nicht eine Verschiedenheit von Schällen und Zeichen, sondern eine Verschiedenheit der Weltansichten ist. Die Sprachen unterscheiden sich also nicht nur in der Aussprache und dem Alphabet, sondern auch und insbesondere in der Art und Weise, wie in der Sprache gedacht wird. Nur in Ausnahmefällen kann ein deutscher Muttersprachler einen Gegenstand so detailliert und reflektiert im Englischen beschreiben wie im Deutschen.
Abschließend ein Zitat von Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, der sich über die Glaubwürdigkeit deutscher Sprachpolitik in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Forschung & Lehre äußert: “Wenn einerseits in Indien derzeit an mehr als 1.000 Schulen Deutsch als Fremdsprache eingeführt wird, wenn das Goethe-Institut in China erfolgreich Sprachlernzentren gründet und wir in Deutschland andererseits dann den Eindruck vermitteln, dass Deutschkenntnisse nicht erforderlich sind, um an unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu arbeiten und zu forschen, dann ist das zutiefst demotivierend.”
Auf der Website des Deutschlandradios ist ein etwa 50-minütiger Vortrag vom Germanisten Jürgen Trabant abrufbar, den er im Januar 2011 in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig gehalten hat.
Mehr zum Thema auf uepo.de
2009-02-03: Wissenschaftssprache Deutsch liegt im Sterben
[Text: Jessica Antosik. Quelle: goethe.de, 10/2010, 09/2011; zeit.de, 25.01.2011; bildungsklick.de, 27.04.2012.]
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Fremdsprachen sorgen für logische Entscheidungen
27.4.2012 von Jessica Antosik.
Fremdsprachen haben einen großen Einfluss auf die Wahl unserer Entscheidungen. Wer eine Fremdsprache spricht, lässt sich weniger von seinen Gefühlen leiten als beim Sprechen seiner Muttersprache. Dies hat nun ein Psychologenteam von University of Chicago herausgefunden. Vor allem Verlustängste, die für gewöhnlich sehr auf unsere wirtschaftlichen Entscheidungen einwirken, nehmen ab, wenn man eine Fremdsprache spricht.
Doch woran liegt dieser Umstand? Es ist zu vermuten, dass sich das Gehirn beim Sprechen einer Fremdsprache aufgrund der bewussteren und geistig anspruchsvolleren Verwendung der Sprache auf analytische und rationale Entscheidungen einstellt. Davon geht zumindest das Team um Boaz Keysar (Bild rechts) aus den Vereinigten Staaten von Amerika aus. Dies führe dazu, dass auch die Informationsverarbeitung in anderen Bereichen beeinflussten werden, so die US-Forscher im Fachmagazin Psychological Science.
Menschen bringen beim Denkvorgang normalerweise zwei Prozesse miteinander in Verbindung: einen analytischen Teil, der klaren Regeln folgt und stets systematisch vorgeht, sowie einen intuitiven bzw. emotionalen, der eher grob abschätzt als genau abzuwägen. Letzterer ist häufig auch der Grund dafür, dass Menschen eine Grundangst vor Verlusten haben und daher ab und an wirtschaftlich sinnlose Entscheidungen treffen.
Diese Kombination des analytischen und emotionalen Teils wird jedoch überraschenderweise nicht vorgenommen, wenn man eine Fremdsprache spricht. Zu diesem Ergebnis sind die Wissenschaftler durch das folgende Spiels gelangt: Die Teilnehmer sollten sagen, ob sie bereit sind, bei einem Spiel mitzumachen, in dem ein Euro Einsatz verlangt wird und 1,50 Euro gewonnen werden können. Wenn man verliert, ist nur der Einsatz weg. Bei einem Gewinn behält man jedoch den eingesetzten Euro und bekommt 1,50 Euro dazu. Um die 600 Studierende haben an dem Experiment teilgenommen. 50 Prozent von ihnen wurden in der jeweiligen Muttersprache, d. h. Koreanisch oder Englisch, angeleitet und die andere Hälfte in einer Fremdsprache, die die Probanden lernten.
Das Resultat sah wie folgt aus: 71 Prozent der Teilnehmer, mit denen in der Fremdsprache gesprochen wurde, nahmen letztlich an dem Münzspiel teil, aber lediglich 54 Prozent der Muttersprachler. Die emotionalen Einflüsse treten somit in den Hintergrund, wenn man sich in der Fremdsprache unterhält. In diesem Fall werden Entscheidungen oftmals nach Logik gefällt. Zu guter letzt sagten die Forscher, dass diese Tatsache bei einer steigenden Zahl von Personen, die regelmäßig eine Fremdsprache sprechen, durchaus positive Auswirkungen haben könne.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: scinexx.de, 23.04.2012. Bild: psychology.uchicago.edu.]
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forsa-Fremdsprachenstudie belegt: Spanisch hat Französisch überholt
23.4.2012 von Jessica Antosik.
Spanisch ist nach Englisch die beliebteste Fremdsprache in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Studie, für die forsa im Auftrag von CASIO 1.004 Personen ab 14 Jahren befragt hat. Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) würde sich laut der repräsentativen Umfrage für Spanischunterricht in der Schule entscheiden, wenn sie heute wählen könnte. Spanisch überholt sogar die klassische zweite Fremdsprache Französisch auf der Beliebtheitsskala (48 gegenüber 44 Prozent).
Ermittelt wurde, welche Fremdsprachen die Befragten in der Schule gelernt haben und für welche Sprachen sie sich heute entscheiden würden, wenn sie noch einmal die Schulbank drücken müssten. Zudem wurde untersucht, wie viele Fremdsprachen Schüler aus Sicht der Bürger lernen sollten, welche Gründe dafür sprechen, Spanisch zu lernen und inwiefern der Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht befürwortet wird.
Durchgeführt wurde die Umfrage “Fremdsprachen (Spanisch)” von der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH anhand von computergestützten Telefoninterviews. Auftraggeber ist die CASIO Europe GmbH, die unter anderem elektronische Wörterbücher für Sprachlerner vertreibt.
a) In der Schule erlernte Fremdsprachen
Die meisten Befragten haben in der Schule die Weltsprache Englisch gelernt. Danach folgt mit deutlichem Abstand Französisch, Russisch und Latein. Dies ist zumindest in Westdeutschland der Fall. Im Osten nimmt Russisch den ersten und Englisch den zweiten Platz ein. Insgesamt gesehen gaben nur die wenigsten Spanisch, Italienisch, Altgriechisch und Türkisch an. “Die Zahl der Spanischschüler würde noch deutlich rascher wachsen, wenn mehr Schulen Spanisch anbieten könnten”, erklärt Wolfgang Menzel, Spanischlehrer und ehemaliger Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Spanischlehrer in Hamburg.
Nachfolgend eine Tabelle mit den Angaben, die die befragten Personen in Bezug auf die in der Schule erlernten Fremdsprachen gemacht haben:
| SPRACHE | INSGESAMT (%) | WEST (%) | OST (%) |
| ENGLISCH | 75 | 78 | 60 |
| FRANZÖSISCH | 24 | 26 | 13 |
| RUSSISCH | 16 | 7 | 62 |
| LATEIN | 13 | 15 | 2 |
| SPANISCH | 5 | 6 | 2 |
| ITALIENISCH | 2 | 3 | - |
| ALTGRIECHISCH | 1 | 1 | - |
| TÜRKISCH | 1 | 1 | - |
| CHINESISCH | - | - | - |
| ANDERE SPRACHEN | 6 | 6 | 2 |
| KEINE | 15 | 16 | 8 |
b) Beliebtheit von Fremdsprachen
82 Prozent der Bundesbürger würden gerne Englisch lernen, wenn Sie noch einmal die Schulbank drücken müssten. Platz hat geht an Spanisch mit 48 Prozent, gefolgt von Französisch mit 44 Prozent.
Nachfolgend eine Tabelle mit den Angaben, die die befragten Personen in Bezug auf die Beliebtheit von Fremdsprachen gemacht haben:
| SPRACHE | INSGESAMT (%) | WEST (%) | OST (%) |
| ENGLISCH | 82 | 81 | 89 |
| SPANISCH | 48 | 51 | 33 |
| FRANZÖSISCH | 44 | 44 | 41 |
| ITALIENISCH | 30 | 32 | 19 |
| LATEIN | 22 | 24 | 17 |
| RUSSISCH | 13 | 12 | 18 |
| CHINESISCH | 13 | 15 | 3 |
| TÜRKISCH | 8 | 9 | 3 |
| ALTGRIECHISCH | 4 | 5 | 1 |
| ANDERE SPRACHEN | 5 | 5 | 2 |
| KEINE | 2 | 2 | 2 |
Wenn dieses Ergebnis mit dem der ersten Frage – welche Sprachen tatsächlich erlernt wurden – vergleicht, so hat Spanisch ein Plus von 43 Prozentpunkten zu verzeichnen.
c) Optimale Anzahl in der Schule erlernter Fremdsprachen
Zudem wurde in der Umfrage der Frage nachgegangen, wie viele Sprachen Kinder in der Schule lernen sollten. Die große Mehrheit (59 Prozent) hat angegeben, dass zwei Fremdsprachen angemessen sind. 16 Prozent der Befragten haben sich für drei Sprachen ausgesprochen und ein Prozent sogar für mehr als drei. Ein Fünftel der Befragten sind der Meinung, dass Kinder in der Schule lediglich eine Fremdsprache erlernen sollten.
Während insgesamt 80 Prozent der Westdeutschen für mindestens zwei Fremdsprachen plädiert haben, belief sich die Zahl in Ostdeutschland auf 61 Prozent.
| SPRACHEN | INSGESAMT (%) | WEST (%) | OST (%) |
| KEINE FREMDSPRACHE | 1 | 1 | - |
| EINE FREMDSPRACHE | 20 | 16 | 38 |
| ZWEI FREMSPRACHEN | 59 | 60 | 53 |
| DREI FREMDSPRACHEN | 16 | 18 | 7 |
| MEHR ALS DREI FREMDSPRACHEN | 1 | 2 | 1 |
| KOMMT AUF DAS KIND AN | 3 | 3 | 1 |
d) Gründe, die dafür sprechen, Spanisch zu lernen
Bei dieser Frage sollte anhand von fünf Antwortmöglichkeiten festgestellt werden, aus welchen Gründen man Spanisch lernen sollte. Hierbei waren Mehrfachnennungen möglich. Aus Sicht der Bürger ist der Hauptgrund der, dass man sich mit Spanisch in vielen Teilen der Welt verständigen kann (66 %). 47 Prozent sind der Ansicht, dass man Spanisch aus privaten Gründen lernen sollte und 28 Prozent haben an, dass Spanisch aus beruflichen Gründen zu lernen sei.
Nachfolgend eine Tabelle mit den Antwortmöglichkeiten und den Ergebnissen:
| ANTWORTMÖGLICHKEIT | INSGESAMT (%) |
| weil man sich in vielen Teilen der Welt mit Spanisch verständigen kann | 66 |
| weil Spanisch im Privatleben nützlich ist, also z. B. im Urlaub | 47 |
| weil Spanisch im Berufsleben wichtig ist, also z. B. für die Karriere in der Wirtschaft oder Politik | 28 |
| weil Spanisch relativ leicht zu erlernen ist | 27 |
| um spanische Liedtexte verstehen, spanische Bücher im Original lesen oder spanische Filme im Original sehen zu können | 11 |
| nichts davon oder andere Gründe (spontan) | 14 |
| weiß nicht | 2 |
Die komplette Umfrage und die detaillierten Antworten, aufgeteilt nach Region, Geschlecht, Alter, Schulabschluss, Ortsgröße und Eltern mit Kindern unter 20 Jahren, finden Sie auf der CASIO-Website ex-word.de.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: ex-word.de, 31.01.2012; casio-europe.com, 27.03.2012.]
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Online-Quiz: Beherrschen Sie die internationale Etikette?
22.4.2012 von Jessica Antosik.
Übersetzer und Dolmetscher treten als Sprach- und Kulturmittler auf. Doch nicht nur diese Berufsgruppe sollte sich mit anderen Ländern und Sitten beschäftigen. Auch Touristen, die für einige Wochen im Ausland Urlaub machen, Studierende, die ein Auslandssemester einlegen, oder Personen, die aufgrund ihres Berufs und der Globalisierung ständig mit anderen Sprachen und Menschen fremder Kulturen zu tun haben, sollten es erst gar nicht zu kulturellen Missverständnissen kommen lassen.
Wie gut kennen Sie sich mit der internationalen Etikette aus? Wissen Sie, warum ein Japaner ein Gastgeschenk nicht öffnet? Gehen Sie richtig mit Ihren Geschäftspartnern und Kollegen aus dem Ausland richtig um? Oder können Sie so manches Verhalten nicht nachvollziehen und treten ab und an ins Fettnäpfchen? Dies können Sie in einem Quiz der Carl Duisburg Zentren testen, das bei der FAZ online abrufbar ist.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: faz.net.]
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Freitag der 13. - Glückstag oder Unglückstag?
13.4.2012 von Janine Fischer.
Viele Menschen sind heute besonders vorsichtig anlässlich des Datums- Freitag der 13. Die 13 galt schon immer als eine Unglückszahl. Fällt aber dieser 13. Tag eines Monats auf einen Freitag, sollen angeblich besonders viele Unglücke passieren.
Warum gilt die 13 also bei uns als Unglückszahl?
Dies hängt vermutlich mit unserem Glauben zusammen. Judas war der 13. Jünger, der der Jesus später verraten hat. Nach einer Überlieferung wurde Jesus an einem 13. gekreuzigt. Die 12 hingegen erweist sich als Glückszahl: Jesus hatte 12 Apostel, es gibt 12 Tierkreiszeichen, das Jahr hat 12 Monate, der Tag 2mal 12 Stunden, eine schöne runde Zahl eben.
Doch wie ist das in anderen Ländern? Ist auch dort die 13 eine Zahl des Unglücks?
In Spanien und Griechenland fürchtet man zwar den 13. des Monats , allerdings nur, wenn dieser auf einen Dienstag fällt. Italiener fürchten Freitag, den 17., da die römischen Ziffern XVII das Wort “VIXI” ergeben, was übersetzt so viel heißt wie “Ich bin tot”. Die Chinesen, Mexikaner und Italiener allerdings sehen die 13 sogar als eine Glückszahl an. Man sieht also, die 13 ist nicht überall so unbeliebt wie hier.
[Text: Janine Fischer. Quelle: diverse Zeitschriftenartikel]
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