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Archiv der Kategorie Sprache allgemein

Gefiedertes in deutschen Redewendungen

Jeder kennt und benutzt Redewendungen, auch Phraseologismen oder idiomatische Wendungen genannt. Dabei handelt es sich um eine feste Verbindung mehrerer Wörter, die eine Einheit bilden. Das bedeutet also, dass wir beim Sprechen nicht nur einzelne Wörter zu Sätzen und Texten verknüpfen, sondern dann und wann bestimmte Wortgruppen in stets derselben Weise verwenden – Beispiel: nur Bahnhof verstehen. Die Bestandteile können nur in seltenen Fällen verändert oder gar ausgetauscht werden. Die Bedeutung lässt sich nicht unmittelbar aus der Bedeutung der Einzelelemente erschließen, sondern aus dem Kontext. Beispielsweise ist ein „goldener Handschlag“ nicht wörtlich zu verstehen. Vielmehr geht es dabei um eine „großzügige Abfindung“. Redewendungen werden häufig metaphorisch benutzt. Dies verdeutlicht das nächste Beispiel „in trockenen Tüchern sein“. Bildhafte Redewendungen sind typisch für die Umgangssprache und bereichern sie sehr.  Allerdings bedient man sich auch in der gehobeneren Standardsprache fester Wendungen, die meist auf dem Lateinischen oder auf anderen Fremdsprachen basieren.

In diesem Artikel liegt der Fokus auf Gefiedertem in deutschen Redewendungen. Die Beispiele, die in diesem Zusammenhang angeführt werden, wurden hieraus entnommen:

  • Duden Band 11 (2002): Redewendungen: Wörterbuch der deutschen Idiomatik. Mehr als 10 000 feste Wendungen, Redensarten und Sprichwörter. Mannheim: Bibliographisches Institut.
  • Hans Schemann (1993): Deutsche Idiomatik. Die deutschen Redewendungen im Kontext. Stuttgart: Klett Verlag für Wissen und Bildung (PONS).

Ein Vögelchen hat mir gesungen, dass der Vogel ausgeflogen ist. Das bedeutet also, dass man dort aufs leere Nest kommt. Einige sind jedoch der Meinung, dass die anderen einen Vogel haben und haben ihnen deshalb einen Vogel gezeigt. Seit langer Zeit fechten die beiden Parteien einen Strauß miteinander aus. Mein lieber Schwan! Da lachen ja die Hühner! Danach kräht bald kein Huhn und kein Hahn mehr!

Wer sich ins gemachte Nest setzt, hat den Vogel abgeschossen. Derjenige, der das eigene Netz beschmutzt, ist sicherlich ein schräger Vogel und nicht mit dem Hahn im Korb zu vergleichen. Da sträubt sich vielen das Gefieder und da läuft vielen eine Gänsehaut über den Rücken. Vor allem, wenn das Huhn, das goldene Eier legt, geschlachtet wird. Aber: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Man darf nicht wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand stecken, wenn man von den Federn aufs Stroh kommt. Doch es gibt immer welche, an denen dies sogar wie das Wasser am Entenflügel abläuft.

Wer nicht mit den Hühnern aufsteht, lange in den Federn liegt und nicht viel Federlesens macht, ist eine lahme Ente, hat keinen Grund dafür, stolz wie ein Pfau zu sein und muss eventuell Federn lassen. Auch wenn er sich mit fremden Federn schmückt, muss er befürchten, dass mit ihm noch ein Hühnchen gerupft wird. Ihm darf man nicht Flügel verleihen, sondern unbedingt die Flügel stutzen. Auch wenn das ein harter Strauß werden kann, sollte man nicht bloß wie ein Huhn hin- und herlaufen und keine Angst haben, jemandem auf die Hühneraugen zu treten. Man darf nie die Flügel hängen lassen! Wenn man von dem Problem jedoch so viel versteht wie der Hahn vom Eierlegen, sollte man nicht wieder klüger sein wollen als die Henne.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: Duden Redewendungen; Schemann: Deutsche Idiomatik. Bild: Jansenj (Wikipedia).]

wortreich: Mitmach-Ausstellung über Sprache und Kommunikation

In der wortreich-Ausstellung im hessischen Bad Hersfeld haben sowohl Jung als auch Alt die Möglichkeit, die Sprache, Kommunikation, Stimme und Medien zu erkunden. Die Ausstellung beschäftigt sich mit aktuellen Themen aus dem Alltag, aber es werden auch zahlreiche Phänomene aus der Sprachforschung thematisiert. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass Mitmachen erlaubt und sogar erwünscht ist. Bei der wortreich-Ausstellung handelt es sich also um die erste Mitmach-Ausstellung in Deutschland, in deren Zentrum nicht die Naturwissenschaft steht. Die Dauerausstellung erstreckt sich über 1.200 m² und besteht aus 90 Stationen, die erprobt werden wollen. Die Besucher sind gefordert, allein oder im Team zu spielen, zu erzählen, zuzuhören und kreativ zu sein. Neben Medienstationen mit Filmen, Hörspielen und kurzen Computeranwendungen stehen auch einfache mechanische Geräte zur Verfügung, die mit dem Körper bedient werden.

Die Schauspielerin Katja Flint, die bei der Eröffnung der Ausstellung am 1. Oktober 2011 anwesend war, sagte: “Sich mit der deutschen Sprache zu beschäftigen, ist eine tolle Idee. Das wortreich ist für Kinder eine spannende Möglichkeit, sich mit der Schönheit unserer Sprache auseinanderzusetzen. Und vielleicht ebnet es so den Weg zu höherer Literatur. Aber auch für Erwachsene gibt es im wortreich eine Menge zu entdecken.”


Kinder erforschen die Sprache in der wortreich-Ausstellung

Stefan Gödde, deutscher Fernsehmoderator, sagte Folgendes über die Ausstellung: “Das wortreich ist großartig! Hier kann man spielerisch mit Sprache um gehen und lernen, und dass ohne erhobenen Zeigefinger. Davon bin ich sehr begeistert. Besonders gefallen hat mir das Exponat an dem man deutsche Dialekte erraten musste und Mindball – hier habe ich auch tatsächlich einmal gewonnen.”

Das Projekt wortreich in Bad Hersfeld wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln und städtischen Mitteln gefördert.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9-18 Uhr
Wochenende und Feiertage: 10-19 Uhr

Eintrittspreise:
Kinder (bis 5 Jahre): frei
Ermäßigt: 6,50 Euro
Erwachsene (ab 18 Jahre): 9,50 Euro
Familien: 28 Euro

Mehr Informationen zu wortreich unter www.wortreich-badhersfeld.de

[Text: Jessica Antosik. Quelle: wortreich-badhersfeld.de. Bild: wortreich in Bad Hersfeld gGmbH.]

Warum Männer und Frauen oft aneinander vorbeireden

Männer und Frauen unterscheidet das Geschlecht, die Kleidung, die Stimme, das Verhalten, das Denken etc. In diesem Zusammenhang kommt nun die Frage auf: Wie sieht es mit der Sprache aus? Sprechen Frauen wie Männer? Oder sprechen sie doch anders?

Dieser Beitrag hat keinen wissenschaftlichen Charakter, zumal es in diesem Rahmen und aufgrund Zeitmangels nicht möglich ist, tief gehende Recherchen anzustellen oder gar eine Studie durchzuführen. Außerdem ist zu anzumerken, dass die Autorin dieses Artikels weiblich ist, sodass sie durchaus von ihren eigenen Erfahrungen und Ansichten geprägt ist. Dennoch wird der Versuch unternommen, weitestgehend objektiv über dieses kontrovers diskutierte und vor allem bei den Studierenden der Sprach- und Translationswissenschaften beliebte Thema der Männersprache/Frauensprache zu schreiben und eventuell Denkanstöße zu geben.

Gesellschaftliche Erwartungshaltungen

Einleitend ein Hinweis darauf, dass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an Frauen und Männer basieren. Das hat zum Teil seinen Ursprung in der Erziehung. Ein Junge muss sich durch Stärke und Durchsetzungsvermögen kennzeichnen, Mädchen dagegen sollen nett und lieb sein. Das weibliche Geschlecht ist also darauf bedacht, Harmonie herzustellen. Frauen und Männer bewerten sich gegenseitig und wollen ihre Klischees bestätigen. So stempeln Frauen Männer als rechthaberisch, tyrannisch und aggressiv ab, währenddessen Männer Frauen als harmoniesüchtig, unentschlossen und schwach einschätzen. Männer und Frauen erleben und sehen die Welt mit anderen Augen. Dies spiegelt sich natürlich auch in der Sprache wider, denn das angelernte Verhalten spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der geschlechtsspezifischen Sprachstile. Sie sprechen auf eine vollkommen unterschiedliche Art und Weise über ihre Weltbilder. Es gibt nicht nur verschiedene gesellschaftsspezifische und individuelle Weltbilder, sondern auch geschlechtsbedingte Wahrheiten.

Vier-Ohren-Modell
Hier ein Verweis auf das Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun.

Demnach gibt es vier Seiten einer Nachricht: Sachebene, Selbstoffenbarung, Beziehungsebene und Appellseite. Wendet man nun dieses Modell auf die Männer- und Frauensprache an, so lässt sich festhalten, dass Frauen mit einem gespitzten Beziehungsohr zuhören. Männer jedoch legen mehr Wert auf die Sachebene ihrer Nachricht. Die Frau hört mit ihrem Beziehungsohr die rationale Antwort des Mannes, weshalb der Mann letztlich als gefühllos oder desinteressiert dargestellt wird. Während Männer sich durch analytisch-logisches Denken, Mut und Tapferkeit charakterisieren, tendieren Frauen eher dazu, über ihre Gefühle zu sprechen und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Männern geht es im Gespräch primär um Informationen. Sie kommunizieren zumeist, wie oben erwähnt, auf der Sachebene. Von Männern wird erwartet, direkt, kurz und knapp zu sprechen. Frauen lassen im Verlauf des Gesprächs oft persönliche Erlebnisse oder Erfahrungen einfließen, um so die Fremdheit und die Distanz zum Gesprächspartner bzw. zur Gesprächspartnerin zu überwinden.

Geschlechtsspezifischer Wortschatz
Frauen und Männer verfügen über ein anderes Vokabular. Im Vergleich zu Männern benutzen Frauen andere, abgeschwächte und bedeutend weniger Vulgärausdrücke und Zweideutigkeiten. Sie sind eher bemüht, höflich zu sprechen. Sie rechtfertigen sich und verniedlichen ihre Aussagen oft, um den Anderen nicht anzugreifen. Frauen schwächen ihre Aussagen häufig ab und verwenden Übertreibungen sowie Wiederholungen. Des Weiteren zählen Einfühlsamkeit und die berühmte weibliche Intuition zu ihren Fähigkeiten. Diese Muster hängen damit zusammen, dass die weiblichen Gehirnhälften stärker miteinander verknüpft sind. Der Wortschatz von Frauen ist viel breiter als der von Männern. Somit sind Männer nicht so redegewandt wie Frauen. Erwachsene Frauen benutzen durchschnittlich 20.000 Wörter pro Tag. Den Männern hingegen reichen 7000 Wörter pro Tag aus.

Unterschiedliche Reaktionen von Männern und Frauen
Wenn Männer und Frauen miteinander sprechen, haben sie häufig das Gefühl, das Gegenüber käme von einem anderen Stern, denn oft hakt die Verständigung zwischen beiden Geschlechtern. Männer brauchen klare Ansagen. Sonst kommt das von der Frau Gesagte nicht so an, wie es gemeint war. Sagt eine Frau im Büro “Die Druckerpatrone müsste mal gewechselt werden”, reagieren die Kolleginnen und Kollegen ganz unterschiedlich. Während die Kolleginnen sofort aufspringen und zum Drucker gehen, denkt sich der ein oder andere Mann eventuell “Stimmt” – mehr aber auch nicht. Sonstige Reaktionen der männlichen Kollegen bleiben aus. Frauen drücken sich auf indirekte Weise aus und benutzen häufig den Konjunktiv, um für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen. Männer allerdings sagen unverblümt ihre Meinung. “Frauen empfinden das als emotionale Kälte”, erklärt die Kommunikationstrainerin Cornelia Topf aus Augsburg.

Frauensprachcode nicht einfach zu knacken
Die vermeintlichen Frauenversteher, die der Meinung sind, dass,

  • wenn eine Frau “nein” sagt, “vielleicht” meint
  • wenn eine Frau “vielleicht” sagt, “ja” meint
  • und wenn eine Frau “ja” sagt, keine Frau ist,

werden oftmals enttäuscht. Dieser Frauensprachcode entpuppt sich nämlich zumeist als nicht korrekt. Vor allem, wenn Männer und Frauen sich streiten, werden sie nicht daraus schlau, was der Mann bzw. die Frau denkt, fühlt und eigentlich meint. Dann herrscht Ratlosigkeit. Dies hat wahrscheinlich jeder schon einmal an seinem eigenen Leib erfahren. In bestimmten Momenten kann wirklich die Ansicht vertreten, dass Frauen von der Venus und Männer vom Mars kommen.

Schlussbemerkung: Toleranz ist wichtig
Aber: Es ist nicht hoffnungslos. Man muss sich nur der Unterschiede bewusst sein. Zudem ist Anerkennung, Toleranz und Verständnis von beiden Seiten wichtig. Man muss die Andersartigkeit als Bereicherung ansehen und sie als Möglichkeit nehmen, seinen eigenen Horizont zu erweitern. In diesem Kontext ein Zitat von Ludwig Wittgenstein: “Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.” Aus diesem Grund sollte man neugierig sein und versuchen, das Gegenüber zu verstehen anstatt gleich aufzugeben und dies damit zu begründen, dass Männer und Frauen einfach unterschiedlich sind und man daran eh nichts ändern kann. Zudem ist anzumerken, dass Frauen zu viel denken. Sie sollten nicht alles direkt persönlich nehmen. Des Weiteren können sich Frauen ein Beispiel an Männern nehmen, wenn sie in ihrer Karriereleiter aufsteigen wollen. Dafür müssen sie nämlich lernen, Anweisungen nicht in einer Bitte, sondern imperativisch auszudrücken. Man kann jedoch nicht generell sagen, dass es erstrebenswert ist, wenn Frauen wie Männer oder Männer wie Frauen anfangen würden zu sprechen. Abschließend ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: “Keiner versteht den anderen ganz, weil keiner bei demselben Wort genau dasselbe denkt wie der andere.”

[Text: Jessica Antosik. Quelle: sueddeutsche.de, 22.02.2012; dynamic-consulting.biz; hausarbeiten.de; boyng.de, 03.11.2005. Bilder: Gustavb, Lexicon (Wikipedia).]

UNESCO: Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache

Die UNESCO erinnert am 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, an die sprachliche Vielfalt. Von den rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, sind nach Einschätzung der UNESCO die Hälfte vom Verschwinden bedroht, alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren. Um Muttersprachen zu fördern, investieren UNESCO-Mitgliedstaaten in Programme und Maßnahmen. In Spanien konnte so das Katalanische und in Frankreich das Bretonische erhalten werden.

In Deutschland sind derzeit 13 Regional- und Minderheitensprachen bedroht. Zu den am stärksten gefährdeten Sprachen zählen Nord- und Saterfriesisch. Aber auch Bairisch, Alemannisch, Ostfränkisch, Rheinfränkisch, Moselfränkisch, Niedersächsisch, Limburgisch-Ripuarisch, Sorbisch und Jiddisch werden von immer weniger Menschen gesprochen. Ebenfalls gefährdet sind das in Deutschland und Dänemark gesprochene Jütländisch und das von den Sinti und Roma gesprochene Romani.

Die Gründe für die weltweite Gefährdung von Sprachen sind vielfältig: Kriege, Vertreibungen und Stigmatisierungen gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung von Sprachen. Die neuen Informationsmedien begünstigen den weltweiten Einfluss einzelner “großer” Sprachgruppen – insbesondere des Englischen. Verschwindet eine Sprache, geht auch das damit verbundene kulturelle Erbe von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen verloren.

In der 2010 aktualisierten Ausgabe des “Atlas der Bedrohten Sprachen” listet die UNESCO rund 2.500 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region – darunter sind auch 230 Sprachen, die seit 1950 verschwunden sind. Der Atlas zeigt, dass 572 Sprachen vor allem in Nord- und Südamerika, Südostasien, Ozeanien und Afrika akut bedroht sind. Die UNESCO macht vor allem auf die Sprachen aufmerksam, die von nur noch weniger als 10.000 Menschen gesprochen werden.

Der Internationale Tag der Muttersprache ist seit 2000 ein UNESCO-Gedenktag zur “Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit”. Thema der zentralen UNESCO-Veranstaltung ist in diesem Jahr am 21. Februar in Paris “Schutz der Sprachenvielfalt durch Kommunikationsmedien”. Die UNESCO versteht Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als kulturelles Erbe und Ausdruck kultureller Identität. Neben dem Weltatlas der Bedrohten Sprachen gibt die UNESCO auch eine Weltbibliografie der Buchübersetzungen heraus.

Internationaler Tag der Muttersprache 2012 erstmals im Saarland

2012 beteiligt man sich erstmals auch im Saarland an den weltumspannenden Veranstaltungen zum „Internationalen Tag der Muttersprache“. So findet auf Initiative von Patrik H. Feltes und Klaus Friedrich am 21. Februar in Saarbrücken eine ungewöhnliche, grenzüberschreitende Dialogveranstaltung statt, die unter dem Titel „Muddaschpròòch!“ ganz unterschiedliche Aspekte der regionalen Sprachkultur und Traditionen aufgreift. „Mit diesem Aktionstag“, so Patrik H. Feltes und Klaus Friedrich, „soll unsere regionale ‚Muddaschpròòch‘ als Teil eines weltweiten Sprachkulturerbes und in all ihren Facetten und Möglichkeiten vermittelt werden“. Großer Wert wird hierbei auf das verbindende Element eben jener „Muddaschpròòch“ im kulturellen Spannungsverhältnis zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg gelegt. So werden im Saarland, Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz nicht nur Deutsch und Französisch gesprochen, sondern auch die beiden Mundarten Moselfränkisch („Francique mosellan“) und Rheinfränkisch („Francique rhénan“). Das lebendige Bewahren dieser uralten Sprachen bedeutet somit das lebendige Bewahren jener einzigartigen regionalen Identität, die in einer Zeit, in der die Globalisierung und die Massenmedien unmittelbar in den persönlichen Alltag eingreifen, immer wichtiger wird.

Die Dialogveranstaltung „Muddaschpròòch!“ findet als gemeinsame deutsch-französische Aktion zum „Internationalen Tag der Muttersprache“ am Dienstag, 21. Februar 2012, statt, im Traditionsgasthaus „Stiefel Bräu“, Ecke Fröschengasse/Am Stiefel, St. Johanner Markt, Saarbrücken, statt. Beginn: 19 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen:

Weltatlas der Bedrohten Sprachen: www.unesco.org

[Text :Pressemitteilung Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 17.02.2012. Quelle: UNESCO. Bild: UNESCO.]

“Lassma Kino gehn!” Kiezdeutsch, ein neuer Dialekt

Unvollständige Sätze, die sich aus arabischen und türkischen Fremdwörtern zusammensetzen, grammatische Vereinfachungen, abweichende Wortstellungen, “so” als Fokusmarker sowie fehlende Flexionsendungen, Artikel und Präpositionen bei Ortsangaben sind für die Jugendsprache der Großstädte, vor allem für die Jugendsprache in multiethnischen Wohngebieten, charakteristisch. Einige Beispiele zur Verdeutlichung: “Ich frag mein Schwester”, “Ich bin Schule”, “So auch auf der Straße kommen die Leute” oder “Ich werde zweiter Mai fünfzehn”. Das im Titel bereits erwähnte “lassma” deutet auf ein neues grammatische Subsystem an: Es leitet eine Anforderung ein, die den Sprecher selbst in die Handlung mit einbezieht.

Alles, was nicht Standard ist, wird als falsch wahrgenommen, und nicht als alternative Möglichkeit akzeptiert. Aufgrund der genannten Elemente hat die Jugendsprache oftmals einen schlechten Ruf. Gewöhnlich gilt sie als gebrochenes, schlechtes Deutsch.  Wer “Das ist meiner Mutter ihr Hut” sage, werde oft abgestempelt, so Heike Wiese, Professorin für Deutsche Sprache der Gegenwart und Sprecherin des Zentrums “Sprache, Variation und Migration” an der Universität Potsdam. An dieser Stelle kann man sich in Anlehnung an die Sarazzin-Debatte die Frage stellen, ob sich Deutschland in Vierteln wie Kreuzberg sprachlich abschafft. Weise stimmt dem nicht zu. Ihrer Ansicht nach gibt es nach “das Deutsche”. “Das ist nur ein Oberbegriff für ganz viele Stile und Dialekte. Eine Variante ist Standarddeutsch.” Doch sie ist sich dessen bewusst, dass Dialekte weltweit keinen guten Ruf haben. Jugendsprache wird mit Sprachverfall und -verarmung in Verbindung gebracht. Wer die Jugendsprache allerdings bislang für daneben hielt, wird nun eines Besseren belehrt. Die Linguistin erforscht den Jugendslang und vertritt einen anderen Standpunkt: Für sie handelt es sich beim Kiezdeutsch um einen kreativen Dialekt sprachbegabter oder mehrsprachig aufgewachsener Menschen, samt Grammatik. Nach Wiese ist Kiezdeutsch weder ein willkürliches Produkt von Sprachidioten, noch dient es allein zur Verständigung aggressiver Migrantengangs. “Kiezdeutsch ist kein Sprachmangel, sondern die Entwicklung einer neuen Sprache: die Entstehung eines neuen Dialekts.” Die Jugendsprache sei weder chaotisch noch regellos. Entgegen zahlreicher Befürchtungen anderer Linguisten sei Kiezdeutsch eine spannende Bereicherung des Deutschen und keineswegs eine Bedrohung für die deutsche Sprache oder gar der Untergang der deutschen Hochsprache. Kiezdeutsch sei eine in sich stimmige sprachliche Varietät.

Anfang Februar sind Heike Weises Ergebnisse in dem Buch Kiezdeutsch: Ein neuer Dialekt entsteht erschienen. Darin untersucht sie den Dialekt, den Jugendliche im Berliner Migranten-Stadtteil Kreuzberg sprechen und legt Vorurteile ab. In diesem Zusammenhang ging sie soziologischen sowie soziolinguistischen Aspekten auf den Grund. “Es scheint bei vielen Menschen für das eigene Weltbild wichtig zu sein, dass das Deutsch in Migrantenvierteln nur gebrochenes Deutsch sein kann”, erklärt Wiese. Dies könne mit zahlreichen vorherrschenden Klischees zu tun haben. Insbesondere gehe es jedoch um die Vorurteile gegenüber Jugendlichen mit Migrationshintergrund, denen unterstellt werde, sie würden sich nicht integrieren (wollen) und über mangelnde Sprachkenntnisse verfügen. Das Wort “Migrationshintergrund” werde nicht mit Innovation assoziiert.

Der Widerstand der Jugendsprache-Gegner hat Weise dazu animiert, dem Phänomen des Kiezdeutschen wissenschaftlich nachzugehen. Kreuzberger Schüler bekamen Aufnahmegeräte und zeichneten ihre Alltagsgespräche auf. Die Sprachwissenschaftlerin zielt darauf ab, Negativ-Klischees zu widerlegen. Ihrer Studie zufolge wird Kiezdeutsch von vielen Jugendlichen in Kreuzberg, aber auch in anderen Regionen Deutschlands gesprochen. Das Phänomen sei auch in Hamburg, Mannheim oder auch im Ruhrgebiet zu beobachten. Ähnliche Entwicklungen gebe es ebenfalls in Großbritannien, Schweden, Dänemark, in den Niederlanden und den USA. Zudem verändere sich das Kiezdeutsch sehr schnell. “In anderen Ländern gibt’s kein Kiezdeutsch, aber man könnte es dann kiezdänisch, kiezholländisch, kiezschwedisch nennen, englisch sowieso. Überall in Europa, wo sich in urbanen Gebieten viele Jugendliche treffen, viele unterschiedliche Sprachen zusammen kommen, entwickeln sich sehr dynamische neue Jugendsprachen.” Vor sechs Jahren noch sagten Kreuzberger Jugendliche, sie “reden krass”. Nun ist “wannebe” eine (noch) aktuelle Wortneuschöpfung, die ihre Wurzeln in der englischen Facebook-Sprache hat,  allerdings deutsch ausgesprochen wird. “Übersetzt” bedeutet das Wort “Ich würde ja gern, aber ich habe leider keine Zeit”.

Die soziale oder ethnische Herkunft spiele beim Kiezdeutsch keine Rolle. Fast alle Schüler beherrschen auch korrektes Standarddeutsch sowie Fremdsprachen. Kiezdeutsch habe eine andere, zentrale Funktion, betont Wiese. “Es sagt aus, dass man zu einer Gruppe gehört.” Spreche ein Jugendlicher Kiezdeutsch mit Erwachsenen, wolle er meist provozieren. Und die Rechnung geht zumeist auf.

Das Team um Heike Wiese hat zudem das “Infoportal Kiezdeutsch” ins Leben gerufen, das einer breiten Öffentlichkeit die sprachwissenschaftliche Ergebnisse zu Kiezdeutsch zugänglich machen soll, sprachliche Beispiele in Form von Audioaufnahmen bereitstellt und als Handreichung für Schulprojekte zur grammatischen Analyse von Kiezdeutsch dient.

Zum Buch
Heike Wiese: Kiezdeutsch: Ein neuer Dialekt entsteht
Verlag: Beck
Auflage: 1. (8. Februar 2012)
Seiten: 280
ISBN-10: 3406630340
ISBN-13: 978-3406630347
Preis: 12,95 Euro

[Text: Jessica Antosik. Quelle: focus.de, 12.02.2012; dradio.de, 16.02.2012; bild.de, 16.02.2012; goethe.de.]

Technische Dokumentation: Modularisierung mit System(en)

Modulare Dokumentation bringt Vorteile: “Einmal geschrieben, mehrmals verwendet” reduziert nicht nur den Aufwand (Zeit und Kosten), sondern erhöht auch die Sicherheit der Prozesse und die Qualität der Inhalte. Änderungen erfolgen nur einmal an einer zentralen Stelle und nicht mehrmals in vielen Bedienungsanleitungen.

Obwohl bei Redakteuren und Verantwortlichen weitgehend Konsens über den Nutzen einer Modularisierung herrscht, lässt die Umsetzung oft auf sich warten. Das ist kein Wunder, denn diese Umsetzung bedeutet zuerst einmal Aufwand, bis man vom Ergebnis profitiert.

Wie groß soll ein Modul sein? In der Praxis findet man eine große Bandbreite von Modulgrößen: vom einzelnen Kapitel bis zum kleinsten Textabschnitt. Je kleiner das Modul, desto größer der Verwaltungsaufwand. Ein Modul zu erstellen, ist ein Verwaltungsakt. Dieses Modul muss eine Bezeichnung erhalten. Weitere Informationen wie Status, Version, Attribut werden mit eingepflegt. Bei der Wiederverwendung des Moduls steigt tendenziell der Aufwand im umgekehrten Verhältnis zur Modulgröße. Empfehlenswert sind daher Einheiten, die größer als eine Seite (z. B. ab Überschriftsebene 2 oder 3) sind.

Aber Modul ist nicht immer gleich Modul, denn es geht um unterschiedliche Informationstypen und -zwecke, was wiederum die Granularität und den Inhalt der Module beeinflusst. Es gibt zum einen weitgehend produktübergreifende Module mit allgemeinen Informationen, die relativ groß sein können (ein ganzes Kapitel). Beispiele hierfür sind allgemeine Sicherheitshinweise, Hinweise zum Transport oder zur Entsorgung oder in einem Softwarehandbuch ein Abschnitt über die Schreibkonventionen. Auf der anderen Seite gibt es Module, die eine bestimmte Funktion oder eine konkrete Handlung beschreiben. Diese Module sind oft etwas kleiner.

Hat man ein Konzept über die Größe der Module festgelegt, dann muss man noch diese Module erstellen. Aus vorhandenem Material lassen sich wiederverwendbare Teile identifizieren und vereinheitlichen. Komponenten von Maschinenfamilien, Fahrzeugen, Anlagen, Softwareprodukten werden selten komplett neu entwickelt. Auch in der Fertigung gibt es modulare Entwicklungskonzepte. Diese Tatsache kann sich der Redakteur zunutze machen. Aus vorhandenen Dokumentationen kann er folgende Modultypen generieren:

  • Einmalige Module, die nur für eine Anlage gelten.
  • Module allgemeiner Natur wie Sicherheitshinweise, die in allen Dokumentationen eingesetzt werden.
  • Module, die potenziell in mehreren Dokumenten wiederverwendbar sind.

In der letzten Gruppe steckt das größte Potenzial. Die Herausforderung besteht nun darin, aus den vielen unterschiedlichen Formulierungen universell einsetzbare Module zu erstellen. Im Grunde haben wir hier folgende Situationen:

  1. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten sind relativ gering. Sie sind zum Teil rein sprachlich (unterschiedlicher Stil und Terminologie). In solchen Fällen ist die Vereinheitlichung der Versionen zu einem einzigen Modul relativ einfach zu bewältigen.
  2. Es gibt deutliche Informationsunterschiede, obwohl die Funktion oder die Komponente verwandte Aufgaben erfüllen soll. Diese Unterschiede können sein: andere Bezeichnungen oder Maße, zusätzliche Funktionen oder Leistungen bei einer Produktvariante, besondere Bedienhinweise von Fall zu Fall, andere Abbildungen. Hier hat man grundsätzlich die Option, a) entweder zwei Module zu produzieren, wenn die Unterschiede nicht überbrückbar sind, b) mit bedingtem Text zu arbeiten (wenn die eingesetzten Werkzeuge dies unterstützen) oder c) die Varianten klar als Alternative im Modul darzustellen: “Wenn Sie die Maschine ABC123 haben, dann Handlung 1, wenn Sie die Maschine ABC456 haben, dann Handlung 2.”

Zwangsläufig geht das Thema Standardisierung mit dem Thema Modularisierung einher. Wir würden hiermit den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber das bedeutet:

  • Es gibt eine standardisierte Terminologie, die alle an der Dokumentation Beteiligten verwenden. In dieser Terminologie werden auch verbotene Benennungen erfasst.
  • Es gibt einen Style Guide mit Anweisungen über Satzlänge, Anzahl der Nebensätze, Formulierung von Befehlen usw. Es gibt zusätzlich Qualitätssicherungsmaßnahmen, um zu gewährleisten, dass unterschiedliche Autoren einheitliche Dokumente produzieren.
  • Es gibt standardisierte Layoutvorlagen.
  • Es gibt einen standardisierten Informationsaufbau, z. B. über die Art und Weise wie Handlungsanweisungen formuliert sind.

Wie soll ein modulares System aussehen? Je nach Investitionsbereitschaft, Beschaffenheit der Dokumentation und Prozessen gibt es unterschiedliche Ansätze. Eine schlichte Lösung besteht in der Verwaltung von Mikro-dokumenten, die einzeln zusammengelegt sind. Zur Ablage und Benennung der Mikrodokumente (ein Dokument = 1 Modul) dient eine Nomenklatur, die Produkte und deren Einsatz widerspiegelt. Größer ausgelegte Lösungen basieren auf Redaktionssystemen, für die es wiederum eine große Bandbreite von Varianten gibt [1] .

Wenn das Konzept einmal steht, ist die Umsetzung die größte Hürde. Bei mangelnden internen Ressourcen kann man immer einen externen Dienstleister mit der Migration der Dokumentation bzw. mit Teilaufgaben beauftragen, was aber nicht ganz ohne interne Ressourcen für die Betreuung geht. Zu empfehlen ist ein Start mit einem überschaubaren und nicht zeitkritischen Pilotprojekt, um zuerst Erfahrungen zu sammeln und das Konzept zu verfeinern.

[1] “Effizientes Informationsmanagement durch spezielle Content-Management-Systeme”, CMS-Studie (2. Auflage), tekom 2008, Prof. Wolfgang Ziegler, Daniela Straub

[D.O.G. Dokumentation ohne Grenzen GmbH. Quelle: D.O.G. news 4/2011, Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]

Schneller lesen - aber wie?

Johannes Gutenberg entwickelte eine Reihe von Verfahren, die die Voraussetzung für den Buchdruck schafften. Die Erfindung und Etablierung des Letterndruckes bildet einen bedeutenden kulturhistorischen Einschnitt, der eine grundlegende Informationsverarbeitung einleitete. Der Buchdruck ermöglichte die exakte Reproduktion von Wissen in einem zuvor nie gekannten Ausmaß. Die gedruckten Bücher waren mit der Zeit nicht mehr so teuer, sodass auch einfache Menschen Zugang zu Büchern bekamen und Lesen sowie Schreiben erlernten. Lesen bedeutet schriftlich niedergelegte, sprachlich formulierte Gedanken aufzunehmen und zu verstehen. Es steht immer für eine Auslese der zu beachtenden Einzelheiten.

Der Verleger Peter Suhrkamp berichtet Folgendes über die Arten des Lesens: „Es gibt viele Arten zu lesen, und man muß zwischen Lesen und Lesen scheiden: Lesen, um zu lernen, Lesen, um in etwas einzudringen, Lesen, um den Geist in Bewegung zu bringen, Lesen als Gespräch, Lesen als Kunst. Alle lassen sich in drei Arten zusammenfassen: Lesen zur Orientierung, Lesen als Übung und schöpferisches Lesen.“

Die steigende Informationsflut will bewältigt werden. Wer von Berufs wegen viel lesen muss, eignet sich sicherlich die Fähigkeit an, überdurchschnittlich schnell zu lesen und dennoch den Inhalt des Textes zu verstehen – Schnelllesen. Doch berufliches Lesen will gelernt sein. Wie kann man das Tempo des Lesens wirksam beschleunigen? Wie muss der Leseplatz beschaffen sein, um Texte rascher erfassen zu können? Diesen Fragen wird im Laufe des Artikels nachgegangen.

Ein nicht geübter Leser liest etwa 120 Wörter pro Minute („words per minute“, wpm). Die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit liegt bei 240 wpm. Ein erfahrener Leser hingegen liest ca. 480 wpm. Schnellleser schaffen bis zu 1000 Wörter pro Minute. Beim Vorlesen mit Betonung liest man rund 60 Wörter pro Minute.

Was beeinflusst die Aufnahmegeschwindigkeit eines Lesers? Der Faktor Licht spielt hier eine große Rolle. Schlechtes Licht bremst das Lesetempo. Bei Tageslicht liest man doppelt bis dreimal so schnell als bei Kerzenschein. Eine Sehbeschleunigung ist nicht möglich. Man kann den Sehorganen nicht „Beine machen“. Dies bedeutet, dass das Sehtempo das Lesetempo bestimmt. Nicht nur der Leseplatz, auch das Leseumfeld muss gut ausgeleuchtet sein. Der Raum sollte nur wenig dunkler sein als der Leseplatz. Ansonsten wird die Fixationszeit nicht für das Lesen genutzt. Starke Farbkontraste im Gesichtsfeld sollten ebenfalls vermieden werden. Auch wenn es oftmals nicht bemerkt wird: Hintergrundmusik stört und verhindert womöglich gar das Lesen. Geräusche wirken sich negativ auf den Mechanismus des Subvokalisierens, das innere bzw. stumme Mitsprechen in Gedanken, während des Lesens aus. Systematisch Lesen bedeutet, vor dem Lesen die richtige Ergonomie am Leseplatz herzustellen. Dies beinhaltet u. a. auch den richtigen Lesestuhl – man muss auf dem Stuhl sicher sitzen und gelassen lesen können. Zudem sollte man nur lesen, wenn man ausgeruht ist. Die persönliche Gesundheit ist hier ein wichtiger Faktor.

Beim Lesen sehen wir nicht einzelne Wörter, sondern ganze Scheiben im Text. Dabei wird der Inhalt einer Scheibe nicht verstanden. Die Wörter werden durch Subvokalisation herausgefiltert und zu Klangfolgen verknüpft. Daraus ergeben sich Sprachrhythmus und Satzmelodie. Der Inhalt erschließt sich erst dann, wenn man in den Klangfolgen eines Satzes so weit vorangeschritten ist, dass sich aus dem Teil der Sinn ergeben kann.

Schneller lesen wird derjenige, der mehrere Wörter im Leseblick wie ein einziges Wort erfasst und nicht, wer insbesondere die kleinen, aber sinntragenden Wörter wie „und“, „oder“, „ist“, „war“ überspringt. Dann versteht man nicht, worum es eigentlich in dem Text geht, muss ggf. ein paar Sätze noch einmal lesen, da man ansonsten nur Bahnhof versteht. Dies nimmt viel Zeit in Anspruch und ist nicht der richtige Weg zum Turbolesen. Der Begriff „Scannen“ stand ursprünglich für das auszugsweise Lesen. Heutzutage wird damit jedoch oft das Schnelllesen gemeint, obwohl beim Überfliegen eines Textes das genaue Erfassen des Inhalts eines Lesestücks nicht möglich ist.

In der deutschen Sprache sind Groß- und Kleinbuchstaben von wesentlicher Bedeutung beim (Schnell-)Lesen. Majuskeln und Minuskeln beschleunigen den Leseprozess und erleichtern das Lesen, da Substantive und Satzanfänge, die für das Verständnis des Textes besonders bedeutsam sind, vom Auge schneller erfasst werden.

Abneigung gegen das Thema, den Autor oder den Inhalt verlangsamen die Lesebeschleunigung. Ein ungewöhnlicher Druck oder ein seltenes Textformat wirken sich negativ auf die Lesebeschleunigung aus. Abgesehen davon sollten beim längeren Lesen am Stück kreative Lesepausen eingelegt werden, um das Gelesene zu verarbeiten und abzuspeichern. Da Sprechen diesen Prozess behindert, sollte während der Pausen darauf verzichtet werden.

Schnelles Lesen braucht ein sicheres Lesegefühl. Die Lesemechanik sollte ab und an durch lautes Vorlesen gepflegt werden. Des Weiteren lässt langsames und lautes Lesen das leise Lesen schneller werden. Für berufliches Lesen gilt: Übung macht den Meister.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis darauf, dass sog. zweitägige “BrainTrain-Seminare”, “SpeedReading-Seminar” etc. angeboten werden, mit dem Ziel, effizient lesen und damit Zeit sparen zu lernen. Die Preise belaufen sich von etwa 385 Euro bis zu 1.118 Euro inkl. 19% MwSt.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: TurboLesen. Rotraut Michelmann, Walter Uwe Michelmann, 2001: FALKENVerlag, Niedernhausen; Wikipedia.]

Jugendsprache: Aufruf zur Gelassenheit von Nils Bahlo

“Ich hör’ es gerne, wenn die Jugend plappert: Das Neue klingt. Das Alte klappert.” Dieses Zitat von Goethe beschreibt ein seit jeher existierendes Phänomen – das der Jugendsprache. Alle Sprachen, auch die Jugendsprachen, sind lebendig und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Im Allgemeinen ist das in der Öffentlichkeit geprägte Bild von Jugendsprache eher negativ belastet. Mit der Jugendsprache, die Jugendliche unter Gleichaltrigen benutzen, grenzen sie sich von den Erwachsenen ab, schaffen auf diese Weise ein Zusammengehörigkeitsgefühl und bilden ihre Identität. Heutzutage wird die Jugendsprache vor allem durch die Medien, die Globalisierung und den Immigrationsstrom beeinflusst.

Einige sprechen von einem “Sprachverfall”, andere von einem “Sprachwandel”. Der Sprachwissenschaftler Nils Bahlo (Bild rechts) ruft zu mehr Gelassenheit auf. Er war 2009/10 an der Freien Universität Berlin wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt “Jugendsprache im Längsschnitt”, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aus Steuergeldern finanziert wurde. In einem Gespräch mit der Berliner Morgenpost berichtet er über die Jugendsprache. Auf die Frage “Was ist vor allem typisch für die Jugendsprache heute?” antwortete er:

Es gibt gar nicht die eine Jugendsprache. Schon in Berlin sprechen die Jugendlichen nicht überall gleich. Das hängt von vielen Faktoren ab. Es handelt sich eher um verschiedene jugendsprachliche Stile. Diese Stile unterscheiden sich hinsichtlich der Zeit, der Situation, des soziokulturellen Hintergrunds und der Region. Typisch für die Jugendsprache insgesamt sind emotionale Marker. Das hängt mit der Entwicklung der Jugendlichen während der Pubertät zusammen. Emotionalität und Expressivität spielen in dieser Phase eine wichtige Rolle. Auch der Gebrauch von Platzhaltern wie “dings” oder “hier” ist auffällig, um den Gesprächsfluss nicht abbrechen zu lassen. Generell auffällig ist in Großstädten wie Berlin der starke Einfluss aus dem türkisch-arabischen Raum: Zum einen zeigt sich das in bestimmten Ausdrücken wie “Cüs” oder “Yallah”, zum anderen im Weglassen des Artikels, denn im Türkischen gibt es keine Artikel. Mit sprachlichen Versatzstücken aus unterschiedlichen medialen Kontexten basteln sich Jugendliche ihre eigene Sprache zusammen.

Hinsichtlich des Einflusses der englischen Sprache sagt Nils Bahlo, dass Englisch als Weltsprache tagtäglich Einfluss auf unseren Sprachgebrauch habe. Dennoch sei die Anzahl an Anglizismen in der Jugendsprache nicht signifikant erhöht.

Die nächste Frage der Berliner Morgenpost lautet: “Jedes Jahr werden von manchen Verlagen Sprachführer für Jugendsprache herausgebracht und das Jugendwort des Jahres gekürt. In den vergangenen Jahren wurden Begriffe wie Gammelfleischparty (Ü-30-Party), hartzen (rumhängen) und Niveaulimbo (ständiges Absinken des Niveaus) gekürt. Sind diese Begriffe wirklich authentisch?” Diese Frage beantwortete Bahlo wie folgt:

Nicht zwangsläufig. Diese Wörterbücher basieren auf den Ideen kreativer Medieninstitute bzw. dem Eintrag auf Webseiten. Dabei muss der kreative Kopf nicht unbedingt jugendlich sein. Stellt man Jugendlichen solche Wortlisten vor, stellt sich schnell heraus, dass vieles erfunden ist. Das liegt natürlich auch daran, dass der Kontext bzw. die situative Einbettung fehlt. Jugendsprache ist nur dann authentisch, wenn sie zwischen Jugendlichen ausgetauscht wird. Hinzu kommt, dass es ja nicht die eine Jugendsprache gibt, sondern viele Spielarten. Was für den einen Jugendlichen gängiges Vokabular ist, ist für den anderen unverständlich und unauthentisch. Ich glaube aber auch nicht, dass es das Ziel der Verlage ist, das Geheimnis der Jugendsprache zu lüften. Sie wollen eher durch die Kreativität amüsieren – und das gelingt ihnen ja recht gut.

Auf die Frage, ob die Jugendsprache eine Modeerscheinung sei, gab Bahlo folgende Antwort:

Sicher, jede Sprachveränderung unterliegt der Mode. Das war schon immer so und lässt sich gar nicht unterbinden, auch wenn viele Kritiker durch neue Einflüsse einen Sprachverfall befürchten. Aber wo soll man da ansetzen, was ist der Maßstab, an dem man sich orientieren soll? Ist es das Deutsch zu Goethes Zeiten? Viele Ausdrücke aus der Jugendsprache gelangen nach einiger Zeit in die allgemeine Umgangssprache. Vor 50 Jahren gehörte das Wort “toll” zum Beispiel zur Jugendsprache, heute sagt es jeder. Und “ey” war 1990 noch absolut jugendsprachlich, steht aber inzwischen sogar in der Dudengrammatik. Ebenso ist das Wort “geil” heute schon umgangstauglich. Vor 30 Jahren hatte es noch eine eindeutig sexuelle Konnotation, heute wird es von dem ursprünglichen Kontext losgelöst im Sinne von “toll” oder “lustig” gebraucht und gehört eher zum Sprachgebrauch der 30- bis 40-Jährigen, als der Jugendlichen. Auch das Wort “cool” spielt bei den Jugendlichen heute kaum noch eine Rolle.

Eine weitere Frage der Berliner Morgenpost lautete wie folgt: “Besteht nicht trotzdem die Gefahr des Sprachverfalls, wenn Jugendliche keine Artikel mehr verwenden?”

Man sollte die sprachlichen Veränderungen nicht überschätzen. Der Wortschatz der Jugendlichen ist nah am Standardwortschatz dran, die Abweichungen, Varianten und neuen Vokabeln machen nicht einmal zehn Prozent aus. Aber in der Tat entsteht dann ein Problem, wenn Jugendliche nicht mehr in der Lage sind umzuschalten, wenn sie ihre Sprache nicht mehr an die jeweilige Situation anpassen können.

Den kompletten Artikel können Sie auf der Website der Berliner Morgenpost lesen, die Projekt-Website finden Sie unter www.jugendsprache-berlin.de.

Mehr zum Thema auf uepo.de
2011-10-11: Das PONS Wörterbuch der Jugendsprache 2012 ist da - unzensiert
2010-10-30: Die Jugend von heute disst, chillt, dancet und checkt ab
2008-12-20: Das Jugendwort des Jahres 2008: Gammelfleischparty

[Text: Jessica Antosik. Quelle: morgenpost.de, 23.10.2011. Bild: fu-berlin.de.]

Über den dreißigjährigen Rechtschreibkrieg

Im Jahre 1996 beschlossen die Kultusminister Deutschlands, Österreichs und der Schweiz in Wien die Einführung der Rechtschreibreform an allen Schulen und Behörden für 1998. In der Abschlusserklärung des ersten Wiener Gesprächs von 1986 wurden die Ziele einer Rechtschreibreform wie folgt umrissen: “Grundsätzliches Einvernehmen wurde darüber erzielt, die auf der Orthographischen Konferenz von 1901 in Berlin erreichte einheitliche Regelung der deutschen Rechtschreibung den heutigen Erfordernissen anzupassen. Insbesondere geht es darum, die in vielen Teilbereichen der Rechtschreibung im Laufe der Zeit kompliziert gewordenen Regeln zu vereinfachen.”

Sowohl wegen der angestrebten Änderungen der Rechtschreibung als auch wegen der Vorgehensweise bei der Durchsetzung war die Reform von Anfang an umstritten und führte zu Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern. Die Verlage erwarteten Umstellungskosten in dreistelliger Millionenhöhe. Auch Juristen und Politiker meldeten Bedenken an. Damals forderte u. a. der Weilheimer Deutschlehrer Friedrich Denk in der “Frankfurter Erklärung” zu einem Stopp der Reform auf. Die Argumente lauteten: Milliardenteuer, wissenschaftlich unhaltbar, unpädagogisch und undemokratisch durchgesetzt. Einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach 1997 zufolge waren rund 70 Prozent der Deutschen gegen die neuen Regeln. “Überflüssig wie ein Kropf”, meinte sogar der damalige Bundespräsident Roman Herzog (CDU).

Doch wie steht es heute um die Rechtschreibreform? Ist der Konflikt gelöst? Die Antwort ist: Jein. Es gibt im Schritttempo voran. Die Widerspruchsbeseitigung und Regelvereinfachung sind nur in Maßen gelungen. Die Reformgegner sind darüber erbost, dass oftmals zwei Schreibweisen eines Wortes zugelassen sind. 2009 waren der Berliner Forschungsgruppe Deutsche Sprache 350 Fälle bekannt, in denen die damals neu erschienenen Ausgaben der maßgeblichen Rechtschreibwörterbücher “Duden” und “Wahrig” voneinander abwichen. Die größten Unterschiede lagen in der Eindeutschung von Fremdwörtern. Der “Duden” ging hier oft weiter und plädierte für “Schimäre”, “tschau” oder “Kakofonie”, wohingegen der “Wahrig” zu “Chimäre”, “ciao” und “Kakophonie” riet. Zudem fanden die Berliner Forscher im „Duden“ die Schreibweisen “bei Weitem”, “seit Neuestem” und “dahin gehend”, während der „Wahrig“ an “bei weitem”, “seit neuestem” und “dahingehend” festhielt. Heiß diskutierte, vorgeschlagene Neuregelungen wie beispielsweise “Keiser” statt „Kaiser“, “Pitza” statt „Pizza“ oder “Bot” statt „Boot“ wurden von der Kultusministerkonferenz bereits 1996 als unannehmbar zurückgewiesen.

Auf einige alternative Schreibweisen könnte man jedoch durchaus verzichten, da sich im Alltagsgebrauch bestimmte Varianten durchgesetzt haben. Der Rat für die deutsche Rechtschreibung hat im Juli 2011 die Löschung von “Butike” (Boutique), “Fassette” (Facette), “Krem” (Creme), “Maffia” (Mafia), “Myrre” (Myrrhe), “Scharm” (Charme), “Sketsch” (Sketch) und “transchieren” (tranchieren) empfohlen.

Die Neuregelungen der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 gliedern sich in folgende Bereiche:

  • Die Beziehung zwischen Lauten und Buchstaben (hierunter fallen auch die Regeln zur Schreibung von Fremdwörtern);
  •  Groß- und Kleinschreibung;
  •  Getrennt- und Zusammenschreibung;
  •  Schreibung mit Bindestrich;
  •  Zeichensetzung;
  •  Worttrennung am Zeilenende (die nach der Neuregelung nicht mehr unbedingt eine Silbentrennung ist).

Zu einer der leichtesten und nachvollziehbarsten Regelungen zählt die heysesche s-Schreibung. Die adelungsche s-Schreibung wird in der traditionellen deutschen Rechtschreibung verwendet. Nach der reformierten Schreibung steht “ß” (Eszett) nur noch nach einem langen Vokal und nach einem Diphthong: Maß, außen, gießen. Nach einem kurzen betonten Vokal steht “ss” nicht mehr nur, wenn ein weiterer Vokal folgt, sondern auch vor Konsonanten und am Silbenende, wo in traditioneller Schreibung ein “ß” steht (Fluss, muss, nass, Riss, wässrig).

Dreifachkonsonanten standen nach der alten Rechtschreibung nur dort, wo der folgende Bestandteil eines zusammengesetzten Wortes mit einer Konsonantenkombination beginnt: “Sauerstoffflasche”, “Werkstatttreppe”. Beginnt der folgende Wortbestandteil mit nur einem Konsonanten, der dem vorangehenden Doppelkonsonanten gleicht, so wurde in der Zusammensetzung einer der drei gleichen Konsonanten weggelassen. In der reformierten Schreibung bleiben immer alle drei Konsonanten erhalten, so dass Dreifachkonsonanten jetzt recht häufig auftreten, beispielsweise in “Schifffahrt”, “Schritttempo”, “wettturnen” und “Flusssenke”.

Der Hauptschauplatz der Reform ist das weite Feld der Groß- und Klein- sowie Getrennt- und Zusammenschreibung. Der frühere rheinland-pfälzische Kultusminister Georg Gölter (CDU) prangerte die Absurditäten der Rechtschreibreform an und erklärte den Unterschied, den der “Duden” zwischen “in bezug” und “mit Bezug” macht, für “völlig belanglos”.

Der Kampf um die Reform war ein seit etwa 1980 währender “Dreißigjähriger Krieg” und ähnelte dem historischen Vorbild darin, dass er insbesondere wegen allgemeiner Erschöpfung endete. Zudem kam es, wie von 1618 bis 1648, im Dreißigjährigen Rechtschreibkrieg zu spektakulären Seitenwechseln. Zahlreiche Reformer wurden mit der Zeit zu Reformgegnern.

Im Juli 2005 wiederholte das Institut für Demoskopie in Allensbach seine Untersuchung zur Akzeptanz der Rechtschreibreform unter der Bevölkerung. Die Reform stoß in der Bevölkerung nach wie vor auf wenig Zustimmung: Lediglich 8 Prozent der Befragten waren Befürworter der Reform, eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent sprach sich gegen die Reform aus. Ob man trotz dieser Zahlen von einer “Schlechtschreibreform” sprechen kann, bleibt offen. Festzuhalten ist dennoch 1., dass die Reform fünf Jahre, nachdem sie am 1. August 2006 endgültig Gesetzeskraft erlangt hat, wie einige Beispiele gezeigt haben, immer noch reformbedürftig ist und 2., dass sich weniger Personen über die Reform aufregen als bei ihrer Einführung und die Korrekturen – wenn auch zähneknirschend – akzeptieren. Schließlich haben die Medien und die Deutschschreiber letztlich den größten Einfluss auf die deutsche Rechtschreibung.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: focus.de, 21.12.1996; wikipedia.de; welt.de, 09.10.2011. Bild: Túrelio (via Wikimedia-Commons), Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-2.5.]

Einfach, schnell und kostenlos Slowakisch lernen

Deutsch wird als Muttersprache von der größten Sprachgruppe in der Europäischen Union gesprochen. Zählt man jedoch die EU-Bürger mit Fremdsprachenkenntnissen hinzu, beherrscht Englisch das Feld. Slowakisch wird weltweit von etwa sechs Millionen Menschen gesprochen. Die westslawische Sprache gehört zu einer der 23 EU-Amtssprachen. Bisher interessierte sich die Gesellschaft relativ wenig für die mitteleuropäische Sprache.

Dies soll das mehrsprachige Sprachenportal “Slovak Online” (slovake.eu) nun ändern. Diese mehrsprachige Internetseite ermöglicht ein kostenloses Studium der slowakischen Sprache mittels E-Learning. Die Plattform beinhaltet Sprachkurse auf verschiedenen Ebenen (A1 und A2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen) mit vielen Übungen, Spielen und Wörterbüchern. Die Stufen sind in thematische Kapitel eingeteilt und mit Audio- und Videoaufzeichnungen ausgestattet. So kann man sich mit der Grammatik vertraut machen und Vokabeln lernen. Es besteht auch die Möglichkeit, mit anderen Benutzern der Seite zu kommunizieren. Darüber hinaus finden sich auf der Website Tests zur Überprüfung der Sprachkenntnisse sowie ein Verzeichnis nützlicher Redewendungen. Zudem gibt es viele Informationen über die Slowakei – ein mitteleuropäisches Land mit interessanter Geschichte, schöner Landschaft und zahlreichen Touristenzielen.

Das Projekt “Slovak Online” wird von der EU-Kommission aus dem Programm KA2 – languages, innerhalb des Programms für lebenslanges Lernen, gefördert. Am 13. März 2011 wurde die Website slovake.eu freigeschaltet. Das Projekt einer Lehr- und Lernplattform zum Slowakisch-Lernen ist auf Grund des internationalen Projektes “lernu!”, eines Internetportals zum Esperanto-Lernen, entstanden. Das Projekt www.lernu.net läuft seit Dezember 2002 und gilt als die größte Webseite, um die internationale Sprache Esperanto zu erlernen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: slovake.eu. Bild: wikipedia.de.]