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Archiv der Kategorie Terminologie
Wordfast Anywhere: Online-Übersetzungsprogramm für Jedermann
3.8.2010 von Jessica Antosik.
Es ist wie bei den Autos, die alle Mobilität garantieren. Heute verfügen nahezu alle interaktiven Übersetzungsprogramme über ein breites Spektrum an Funktionen, die für die tägliche Praxis eines Fachübersetzers völlig ausreichen. Man kann damit die übersetzten Sätze in Translation Memories speichern, Terminologie nachschlagen, neue Dokumente analysieren oder Altübersetzungen durch Alignment in ein Memory übernehmen. Unterschiede zwischen den Übersetzungssystemen gibt es bei Spezialfunktionen wie die Wiederverwendung von Wortgruppen oder bei der Integration in andere Applikationen. Diese Unterschiede machen preislich viel aus. Aber muss es immer Kaviar sein?
Das Programm Wordfast gehört zu den Klassikern der Übersetzungsbranche und zählt seit dem Jahr 1999 eine treue Gefolgschaft von ca. 13.000 Übersetzern. Dem Erfinder von Wordfast, Herrn Yves Champollion, und seinem Team ist vor einigen Monaten ein genialer Schachzug gelungen, der die Karten in der Toollandschaft für Übersetzer neu mischt. Das altvertraute Wordfast ist nun als kostenlose webbasierte Version erhältlich. Es verfügt über einen vollen Funktionsumfang (und sogar mehr), kann von jedem beliebigen Rechner über das Internet erreicht werden und bietet private wie auch öffentliche Translation Memories. Damit kann jeder, der professionell übersetzen möchte, vom Urlaubsort, von zu Hause oder in einem Internet-Cafe an seinem Projekt arbeiten. Alles, was er für seine Arbeit benötigt, ist online verfügbar. Die zu übersetzenden Dokumente sind in einem passwortgeschützten Privatbereich eines Webservers gespeichert.
Dies entspricht voll dem Trend, Programme und Daten ins Internet zu verlagern und webbasierte Netzwerke oder Plattformen aufzubauen. Dieser Trend verbirgt sich hinter Stichwörtern wie Web 2.0-Technologien oder Cloud Computing. Sicherheit vorausgesetzt bringt dieser Ansatz natürlich viele Vorteile: Die Software ist immer auf dem neuesten Stand und verfügbar. Man kann von vielen Standorten arbeiten und virtuelle Arbeitsgemeinschaften sind leichter zu organisieren.
Was leistet Wordfast Anywhere eigentlich? Das Programm erreicht man über den Link: www.wordfast.net. Wordfast Anywhere unterstützt verschiedene Formate: Textdateien, xml-basierte zweisprachige Dateien (TMXL), Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, Frame-Maker- (MIF), InDesign- (INX) und PDF-Dateien. Texte kann man laden oder über die Zwischenablage einfügen. Einmal geladen, lassen sich diese Dateien zuerst analysieren. Die Statistik entspricht dem von allen gängigen Übersetzungsprogrammen gelieferten Format, mit Wiederholungen, Fuzzy-Matches und neuen Texten. Damit lassen sich sowohl Arbeitsaufwand als auch Übersetzungskosten ermitteln.
Das Translation Memory kann man entweder privat (”confidential”) oder öffentlich (”public”) nutzen. Aus Datenschutzgründen empfiehlt es sich natürlich, für kommerzielle Aufträge ein privates Translation Memory anzulegen. Ein solches Memory kann man allerdings mit namentlich bekannten Teilnehmern teilen, was für die Arbeit an Projekten sehr nützlich sein kann. Ähnliches gilt auch für Wörterbücher. Aus dem öffentlichen Translation Memory können Übersetzungsvorschläge kommen. Diese kann man mit einem Punktabzug versehen, damit der Übersetzer sie als Fuzzy-Match vor der Übernahme in den Text genauer prüft. Das öffentliche Memory ist auch als Nachschlagewerk über eine Konkordanzfunktion jederzeit abfragbar. Auch Wörterbücher kann man öffentlich oder privat nutzen. Sie sind benennungsorientiert und haben ein einfaches Format: Ausgangswort und Übersetzung. Für den aktiv zu übersetzenden Satz erscheinen die Vorschläge aus dem Wörterbuch im rechten oberen Teil des Übersetzungsfensters.
Das Übersetzungsfenster wird den meisten Wordfast- oder Trados-Übersetzern aus den ersten Stunden vertraut vorkommen. Nach Öffnung des Segments schreibt der Übersetzer seine Übersetzung in ein Feld unterhalb des Ausgangssatzes.
Und wenn Translation Memories keinen Vorschlag für den zu übersetzenden Satz haben? Dann kommt bei entsprechender Aktivierung ein Vorschlag des maschinellen Übersetzungsprogramms Google translate.
Nach Abschluss der Arbeit kann man den übersetzten Text exportieren. Alternativ lässt sich auch der Inhalt des Übersetzungsfensters in die Zwischenablage kopieren und als ungecleante Datei in ein Word-Dokument einfügen. Das Translation Memory ist in ein bilinguales Format TXML exportierbar. Mit wenigen Änderungsschritten kann man dieses Memory in den meisten anderen Übersetzungsprogrammen übernehmen.
Somit bietet Wordfast Anywhere zum Nulltarif ein Rundum-Paket, mit dem nicht nur gelegentliche, sondern auch berufstätige Übersetzer arbeiten können. Das Programm ist bereits sehr stabil und wird weiterentwickelt. Es ist eine ernst zu nehmende kostenlose Alternative zu den bekannten kommerziellen Programmen.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2010, mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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Translation Memories unter der Lupe
30.7.2010 von Jessica Antosik.
Im letzten Quartal hatte D.O.G. den D.O.G.news-Lesern eine kostenlose Auswertung ihrer Translation Memories angeboten. Viele Unternehmen haben sich an dieser Aktion beteiligt und uns ihre Translation Memories unterschiedlicher Größen von einigen Tausend bis zu 440.000 Segmenten zugeschickt. Aufgrund der großen Menge an Veranschaulichungsmaterial war diese Aktion sehr interessant. Sie machte auf Probleme und Möglichkeiten aufmerksam, die sicherlich auch auf eine große Mehrheit von Firmen oder Übersetzungsdienstleistern übertragen werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse betreffen sowohl die technische als auch die sprachliche Qualität der Daten.
Translation Memories speichern alle Übersetzungen, die Übersetzer während ihrer Arbeit erzeugen. Diese Übersetzungen sind in der Regel segmentweise (ein Segment ist meistens ein Satz) in der Ausgangs- und Zielsprache gespeichert. Dazu kommen noch verschiedene Informationen und Attribute für die Verwaltung der Datensätze. Für die Dokumentations- und Übersetzungsbranche sind Translation Memories unverzichtbar, um Dokumentationen in mehreren Sprachen “industriell” zu produzieren.
Die ersten Erkenntnisse unserer Aktion betreffen die Struktur der Daten. Zusätzlich zu den bilingualen Segmenten und den üblichen Verwaltungsdaten wie Erfasser und Erfassungsdatum sind weitere Informationen möglich und oft sinnvoll. Nicht alle Benutzer von Translation Memories machen davon Gebrauch bzw. ziehen aus der Analyse dieser Daten Rückschlüsse für ihre Arbeitspraxis.
Welche Informationen lassen sich beispielsweise aus dem Änderungsattribut gewinnen? Abgesehen vom nachträglichen Bereinigen von übersetzten Dokumenten in einem Memory erhalten Segmente ein solches Attribut, wenn der Übersetzer vorgeschlagene Übersetzungen ändert. Wenn der Anteil der geänderten Sätze am Memory größer als 3-4% ist, dann kann dies ein Zeichen für ein Optimierungspotential sein, denn Matches sollte man im Regelfall nicht überarbeiten. Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein: Häufiger Lieferantenwechsel, mangelhafte Memories, häufige Terminologieanpassungen…
Ein weiteres Attribut bildet der Verwendungszähler. Er zählt, wie oft ein Segment aus dem Translation Memory eingesetzt wird. Daraus entsteht eine nützliche Statistik für Übersetzer aber auch für Autoren. Bei der Pflege der Memories kann man sich in erster Linie auf regelmäßig verwendete Sätze konzentrieren. Je nach Publikationstyp und Thema ist es interessant sich zu fragen, warum Übersetzer manche Sätze nicht wiederverwenden. Liegt hier eventuell ein Optimierungspotential brach? Etwa weil es viele Formulierungsvarianten gibt oder weil die Sätze zu lang sind? In der technischen Dokumentation ist es ja das Ziel, eine möglichst hohe Wiederverwendungsrate zu erreichen.
Besonders bei umfangreichen Translation Memories sind weitere Attribute über die Herkunft und über den Einsatzbereich der Segmente sinnvoll. Hiermit kann man Aktionen wie beispielsweise die Aktualisierung von Terminologie auf bestimmte Segmentmengen einschränken und diese damit besser und schneller umsetzen. Weitere Attribute wie eine Projektnummer helfen, bei Rückfragen die genaue Herkunft einer Übersetzung festzustellen.
Schließlich darf ein Attribut wie “Status” nicht fehlen. Ein solches Attribut kann an einen Qualitätsworkflow gebunden sein und festhalten, welches Stadium der Qualitätssicherung die Übersetzung erreicht hat.
Aus sprachlicher Sicht lieferten die analysierten Memories interessante Informationen. Sie wiesen leichte bis schwerwiegende Fehler auf. Zum einen kamen durch die Übersetzung Probleme in den Ausgangstexten zum Vorschein: Ausgangssätze waren nicht immer einheitlich formuliert und kleinere Unterschiede im Satzbau, etwa bei der Interpunktion oder bei der Terminologie führten dazu, dass dieselbe Aussage in verschiedenen Varianten gespeichert war. Neben dem reinen Kostenfaktor (ein überflüssiger Satz in 20-30 Sprachen kostet Geld) muss man dabei auch das Risiko unterschiedlicher bzw. falscher Übersetzungen für solche Satzvarianten bedenken.
Ferner enthielten Memories Ausgangssätze, die aufgrund von Absatzmarken o. ä. falsch segmentiert waren und denen dadurch eine unpassende Übersetzung zugewiesen wurde. Näheres zum übersetzungsgerechten Schreiben ist in der D.O.G.news-Ausgabe 02/2010 nachzulesen.
Auch die Übersetzungen wiesen vergleichbare Schwächen auf. Häufig verwendete Begriffe wurden immer wieder unterschiedlich übersetzt. Das liegt daran, dass zum einen Translation Memories nicht an einem einzigen Tag entstehen, sondern vielmehr über Jahre und durch die Arbeit mehrerer Übersetzer. Ohne Terminologiepolitik ist es dann nicht verwunderlich, dass ein Begriff mehrere Übersetzungen erhält.
Neben Inkonsistenzen in den Formulierungen haben sich auch echte zum Teil gravierende Fehler in den analysierten Memories eingeschlichen. Dabei gab es nicht selten Zahlenfehler und auch richtige inhaltliche Fehler (wie z. B. “links” statt “rechts”), die bei der Bedienung eines Geräts, einer Maschine oder einer Software folgenschwere Fehler verursachen können. Solche Falschübersetzungen findet man immer wieder, wenn ein Übersetzer einen Vorschlag aus dem Translation Memory (ein sog. “Fuzzy-Match”) zu schnell oder ungeprüft übernimmt. Wenn der Übersetzer einmal die fehlerhafte Übersetzung als korrekt bestätigt, pflanzen sich solche Fehler unbemerkt fort.
Die Bewertungsaktion hat die Notwendigkeit einer regelmäßigen Pflege von Translation Memories bestätigt. Vermeintliche Kostenvorteile durch “günstige” Übersetzer sind spätestens bei der Reparatur von Translation Memories relativiert. Wer nicht auf einer tickenden Zeitbombe sitzen will, braucht ein Qualitätssicherungskonzept für Memories. Es soll folgende Fragen beantworten: Wer ist für die Qualität der Translation Memories zuständig, was wird geprüft, welche Methoden und Werkzeuge (z. B. ErrorSpy) werden bei der Qualitätssicherung eingesetzt?
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2010, mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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SDL veröffentlicht Terminologiestudie 2010
1.6.2010 von Richard Schneider.
SDL hat die Ergebnisse seiner jährlich durchgeführten Terminologiestudie bekannt gegeben. Die diesjährige Studie wurde mit zwei verschiedenen Zielgruppen durchgeführt, die unterschiedliche Fragebögen erhielten – Übersetzer und Lokalisierungsexperten einerseits und Mitarbeiter von Unternehmen andererseits. Die Ergebnisse beider Studien unterstreichen die strategische Bedeutung von Terminologieverwaltung in der globalisierten Wirtschaft. Aus den Ergebnissen geht eindeutig hervor, dass effiziente Terminologieverwaltung unerlässlich ist, um globale Markenkonsistenz zu gewährleisten, Kosten zu senken und um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.Mehr als 1700 Lokalisierungsexperten und Mitarbeiter von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen nahmen an der Studie teil. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Befragung von Mitarbeitern in Unternehmen, wie beispielsweise Manager aus den Bereichen Marketing oder Technische Dokumentation:
- 93 % der Befragten gaben an, dass eine einheitliche Markendarstellung ein entscheidender Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie ist, und dass die Terminologiepflege ihre Markendarstellung stark beeinflusst.
- 75 % gaben an, dass sich uneinheitliche Terminologie negativ auf die Qualität der Inhalte auswirkt. 68 % stellten hierbei sogar negative Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit fest.
- 67 % waren der Meinung, dass sich die Verwendung inkonsistenter Terminologie direkt auf die Übersetzungskosten auswirkt.
Der Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der Befragung von Übersetzern und Lokalisierungsexperten zeigt:
- 96 % der Übersetzer stellten fest, dass Terminologie im Ausgangstext häufig inkonsistent verwendet wird.
- 79 % waren der Meinung, dass es sehr wichtig sei, Terminologieverwaltungssysteme in Übersetzungstools zu integrieren. Für 78 % ist es ebenso wichtig, dass diese Systeme in Tools zur Inhaltserstellung integriert werden.
- Die Mehrzahl der Übersetzer gab an, dass ihre Produktivität durch Terminologieverwaltung um ca. 25 % bis 50 % gesteigert werden könnte.
„Die Ergebnisse der diesjährigen Studie sind ein klares Signal für globale Unternehmen, die ihre Kundenzufriedenheit auf globaler Ebene optimieren möchte“, so Sophie Hurst (Bild), Director of Product Marketing des Geschäftsbereichs Language Technologies von SDL. „Dank Terminologieverwaltung können Unternehmen die globale Markenkonsistenz fördern und die Time-to-Market bei der Lieferung von Inhalten an globale Kunden verkürzen. Dabei wird gleichzeitig die Kontrolle der Kosten und die Einhaltung von Qualitätsstandards ermöglicht.“
Eine PDF-Datei mit detaillierten Informationen zu den Umfrageergebnissen können Sie hier herunterladen.
www.sdl.com
[Text: Ilona Arnold. Quelle: Pressemitteilung SDL, 2010-06-01. Bild: SDL.]
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Übersetzungsbüro Peschel veröffentlicht Fachterminologie Geothermie
18.5.2010 von Richard Schneider.
Das Übersetzungsbüro Peschel veröffentlicht anlässlich der am 19. und 20. Mai 2010 in Freiburg stattfindenden Internationalen Geothermiekonferenz ein Glossar mit Fachbegriffen zur Geothermie Englisch – Deutsch.
Ein vom Übersetzungsbüro Peschel gestelltes Dolmetscherteam unterstützt seit einigen Jahren die mehrsprachige Kommunikation während der jährlich stattfindenden Geothermiekonferenz. So kam die Idee auf, den Teilnehmern in Zusammenarbeit mit den Organisatoren der Konferenz, enerchange, ein kleines Wörterbuch zur Verfügung zu stellen.
Das Glossar soll Geothermieexperten und -interessierten eine Hilfestellung beim Lesen englischsprachiger Fachliteratur geben. Die erste Auflage enthält rund 500 Fachbegriffe, die vor allem die Inhalte der Konferenz abdecken. Anja Peschel, Diplom-Dolmetscherin und Autorin des Glossars, denkt bereits über eine Erweiterung nach: „Es würde sich anbieten, den Themenbereich auch auf Randgebiete der Geothermie wie Geologie oder die juristischen Aspekte von Erdwärmeprojekten auszuweiten.“
Alle Teilnehmer der 6. Internationalen Geothermiekonferenz erhalten ein kostenloses Exemplar der Veröffentlichung. Das Büchlein ist auf Anfrage auch direkt beim Übersetzungsbüro Peschel erhältlich.
Übersetzungsbüro Peschel
Das in der Solarstadt Freiburg beheimatete Übersetzungsbüro Peschel ist ein führender Sprachdienstleister im Bereich erneuerbare Energien. Zu den vielfältigen Dienstleistungen des Übersetzungsbüros Peschel gehören das Übersetzen und Dolmetschen in und aus dem Deutschen, Englischen, Französischen, Spanischen und Italienischen. Seit seiner Gründung im Jahr 1997 betreut das Übersetzungsbüro Peschel einen stetig wachsenden internationalen Kundenstamm aus den Bereichen erneuerbare Energien, Medizin und Pharmazie, Jura, Wirtschaft, Sozialwissenschaften, Politik und dem öffentlichen Sektor.
[Text: Anja Peschel. Quelle: Pressemitteilung Übersetzungsbüro Peschel, 2010-05-10. Bild: fotolia.de.]
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RaDT empfiehlt drei Neuerscheinungen zur Terminologiearbeit
6.5.2010 von Richard Schneider.
Im April 2010 sind gleich drei empfehlenswerte Publikationen zum Thema Terminologie erschienen:
- tekom-Studie «Erfolgreiches Terminologiemanagement im Unternehmen»
- Best-Practice-Ordner Terminologiearbeit des Deutschen Terminologie-Tages (DTT)
- Wirtschaftspapier des Rates für Deutschsprachige Terminologie (RaDT) mit dem Titel «Wissen, Marken, Kundenbindung – Kritischer Erfolgsfaktor Terminologie»
Die drei Werke beleuchten unterschiedliche Aspekte der Terminologie und wenden sich an ein jeweils anderes Zielpublikum. Alle drei verfolgen jedoch dasselbe Ziel: die Förderung der Terminologiearbeit.
Die tekom-Publikation ist Praxishilfe und Leitfaden zugleich: In der Studie sind die Ergebnisse einer Online-Umfrage zur praktischen Terminologiearbeit in 1000 Unternehmen zu finden; sie umfasst aber auch die wichtigsten Grundlagen der Terminologielehre, befasst sich mit den klassischen Terminologieproblemen in Unternehmen und erläutert in einem Vorgehensmodell die Kosten-Nutzen-Analyse für Terminologiearbeit. Ausserdem werden die Funktionalitäten von Terminologiewerkzeugen beschrieben und 16 Terminologiewerkzeuge verglichen. [297 Seiten, inkl. CD; ISBN:978-3-9812683-1-7; 260 Euro]
Ausführliche Informationen zur Publikation auf der tekom-Website.
Der Best-Practice-Ordner Terminologiearbeit des DTT umfasst sechs in sich abgeschlossene Module, in denen alle Aspekte der Terminologiearbeit durchleuchtet werden: die theoretischen Grundsätze und Methoden, die Prozesse, die Ausbildung, die Werkzeuge, die Regeln zur Bildung guter Benennungen und – in dieser Form neu – ein Argumentarium, anhand dessen man die richtigen Argumente für die Terminologie findet. Die sechs Module sind über den Zeitraum von zwei Jahren in sechs Arbeitsgruppen erarbeitet worden, die aus Vertretern der Praxis und der Lehre zusammengesetzt waren. [A4-Ordner, ISBN 978-3-9812245-1-1; 50 Euro]
www.dttev.org
Das Wirtschaftspapier des RaDT beleuchtet die Bedeutung der Terminologie aus Managersicht: Terminologie spielt eine grosse Rolle im Zusammenhang mit Wissensmanagement, Markenbildung und Markenwahrung sowie Kundenpflege und Kundenbindung. Der Text ist während der letzten sieben RaDT-Sitzungen entstanden und möchte bewusst nicht mit der Terminologie ins Haus fallen, sondern über die drei Bereiche Wissen, Marken und Kunden dazu herleiten, was speziell die Entscheidungsträger ansprechen dürfte. [12 Seiten, kostenloser PDF-Download]
www.radt.org
Die drei Publikationen ergänzen einander und liefern alle nötigen Antworten für jene, die sich in irgendeiner Weise mit Terminologie befassen, diese ausüben und fördern möchten.
[Text: Donatella Pulitano, Vorsitzende des RaDT, Staatskanzlei des Kantons Bern, Zentraler Terminologiedienst.]
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Übersetzungsgerechtes Schreiben: Tipps für Kunden
5.5.2010 von Richard Schneider.
Technische Redakteure und Übersetzer arbeiten an denselben Dokumenten. Was ein Redakteur schreibt, übersetzen bis zu 30 Übersetzer gleichzeitig. Jede Optimierung der Ausgangstexte wirkt sich daher unmittelbar auf die Qualität und die Kosten der Übersetzungen aus.
Die meisten Redakteure arbeiten unter hohem Zeitdruck und haben meistens wenig Gelegenheit, sich Gedanken über die Wirkung und Auswirkung ihres Textes in anderen Sprachen zu machen. Jede Sprache hat eigene Mechanismen und Konzepte, so dass der Übersetzer immer einen Spagat zwischen zwei Sprachwelten machen muss. Womit muss er täglich kämpfen?
Fangen wir bei der Syntax an. Die deutsche Sprache verwendet ganz spezielle Konstruktionen, die andere Sprachen nicht ohne weiteres übernehmen können. So können zwischen Subjekt und Verb oder Teilen vom Verb lange Inhalte stehen: “Die Produktion nahm im Jahr 2009 (…) ab/zu”. Nicht selten fängt ein deutscher Satz mit einem Nebensatz an, was in anderen Sprachen viel seltener der Fall ist.
Die deutsche Sprache ist für ihre Wortbildungsmechanismen berühmt und berüchtigt. Sie erlaubt Kunstwerke wie “Spannungszwischen-kreis-Wechselstromumrichter”, was manchen Übersetzer zum Verzweifeln bringt. Auch sehr beliebt in der technischen Dokumentation und für Übersetzer besonders herausfordernd sind diese knappen und praktischen Adjektive wie “werkseitig”, “softwaremäßig” oder “endschalterüberwacht”. An manchen deutschen Wortformen kann der Übersetzer (und der Leser) nicht immer klar erkennen, ob er es mit einem Wort im Singular oder im Plural zu tun hat (Beispiel “Fehler”).
Für Übersetzer stellen neben Syntax und Wortbildung semantische Aspekte (also bzgl. der Wortbedeutung) eine besondere Herausforderung dar. Die Verbreitung von Anglizismen wie “Webinar” in der deutschen Sprache ist ein guter Beweis dafür, dass zwischen Sprachen nicht alle Konzepte übereinstimmen. Das gilt insbesondere für Neologismen oder für Begriffe, deren Bedeutung Gesetze, Bildungsinstitutionen oder Kultur beeinflussen. Hier muss der Übersetzer mit Hilfe weiterer sprachlicher Mittel den Bedeutungsunterschied präzisieren.
Übersetzungsprogramme oder Layoutprogramme bearbeiten Ausgangstext und Übersetzung in gleicher Weise. Aufgrund der Sprachunterschiede bringt dies Probleme mit sich. Im Wesentlichen geht es bei Übersetzungsprogrammen um die Segmentierung der Texte in Übersetzungseinheiten. Wenn aufgrund des unterschiedlichen Satzbaus Teilsätze in beiden Sprachen nicht mehr übereinstimmen, kann es gefährlich werden. Manch einer würde bei einem Einblick in Translation Memories staunen, wie viele solcher unpassenden Segmentfragmente es gibt.
Problematisch wird es ebenfalls, wenn bei Fürwörtern der Zusammenhang fehlt. Worauf bezieht sich “es” in “Entsorgen Sie es nach dem Gebrauch”? Die wiederverwendete Übersetzung passt im neuen Satz eventuell nicht und führt zu Fehlern.
Auch beim Layout führt die unterschiedliche Länge der Sprachen zu Mehrarbeit: Layouter müssen Tabellen anpassen oder Seitenumbrüche neu festlegen, usw.
Was können also Redakteure tun, um die Arbeit der Übersetzer zu erleichtern und die Gefahr unbemerkter Übersetzungsfehler zu reduzieren? Folgende Grundregeln aus der Praxis haben sich bewährt:
- Relativ kurze Sätze (12-15 Wörter) mit maximal einem Nebensatz bilden.
- Möglichst zuerst Hauptsatz und dann Nebensatz.
- Möglichst einheitlicher Satzbau: Subjekt - Verb - Objekt.
- Anweisungen einheitlich formulieren. Entweder immer Infinitiv “Hauptschalter auf ‘I’ stellen.” oder Imperativ “Stellen Sie den Hauptschalter auf ‘I’”.
- Passiv vermeiden. Nicht “Meldung wird ausgelöst” sondern “Fehler löst Meldung aus”.
- Auf Füllwörter wie nun, doch, bitte, … verzichten.
- Synonyme vermeiden. Am besten eine mehrsprachige Terminologie pflegen und dem Übersetzer zugänglich machen.
- Komposita immer komplett ausschreiben (immer “Messgerät” und nicht nur “Gerät” allein).
- Fürwörter vermeiden (”dieses”, “ihn”), wenn das Hauptwort nicht im Satz steht.
- Sätze nie durch Absatzmarken oder Aufzählungspunkte unterbrechen (Segmentierungsproblematik in Übersetzungssystemen).
- Platzreserve im Layout für längere Sprachen einplanen.
- Keine festen Worttrennungen mit Bindestrichen und keine festen Satzumbrüche mit Absatzmarken im Layout.
- Keine festen Zeilenhöhen in Tabellen, da längere Sätze in der Übersetzung teilweise verschwinden.
- Inhalte erstellen, die international einsetzbar sind. Maße, Beispiele, Referenzen, Symbole vermeiden, die nur in Deutschland verständlich sind. Alternativ: Wenn es nicht anders geht, lokalisierte Formulierungen mit eigener Niederlassung abstimmen (Normbezug, Prozedur bei Serviceanfragen usw.).
Dies sind nur einige der häufigsten Regeln. Es empfiehlt sich, einen kleinen Leitfaden für Redakteure zu erstellen, in dem diese Regeln definiert und mit konkreten Beispielen erläutert werden. Besonders für Firmen, die regelmäßig in mehreren Sprachen arbeiten, ist der Nutzen groß.
[Text: D.O.G. Dokumentation ohne Grenzen GmbH. Quelle: D.O.G. news 2/2010. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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Terminologiearbeit nach Masterplan
1.5.2010 von Richard Schneider.
Terminologiearbeit nach Plan, das Nutzen von Synergien, das Überwinden technischer Hürden und eine Sicht auf das große Ganze – die gesamte mehrsprachige Unternehmenskommunikation. Alles ein Wunschtraum oder nur eine Frage von Blickwinkel und Vorgehensweise? Vieles von dem, was sich Unternehmensverantwortliche beim Terminologiemanagement erhoffen, ist mit Blick auf Technik und Arbeitsprozesse bereits machbar.
Dieser Ansicht sind Diana Brändle und Wolfgang Zenk, die in Ausgabe 2/2010 der Fachzeitschrift technische kommunikation einen Artikel veröffentlicht haben, den Sie online auf der tekom-Website lesen können.
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Kanadische Terminologiedatenbank TERMIUM jetzt frei zugänglich
12.10.2009 von Richard Schneider.
Until now, TERMIUM Plus, one of the largest terminology and linguistic data banks in the world, was available only to employees of the Government of Canada and to subscribers. Those days are over! All Canadians—and all Web surfers, wherever they are—can now consult the Translation Bureau’s flagship product free of charge.
You now have access to TERMIUM Plus through the Language Portal of Canada, a new site that gathers together a vast collection of linguistic and terminological references from many Canadian organizations.
More than 30 years of research and development have made TERMIUM Plus an outstanding information resource for all who work with languages. The data bank has almost four million terms in English, French and Spanish. Users can find translations for general and technical words and expressions in practically all fields of human endeavour: administration, informatics, environment, medicine, agriculture, industry, sports and the arts. TERMIUM Plus records are created by language professionals who keep a close eye on trends in language: that makes it a reliable and useful tool for everyone.
Do you want to obtain the latest terminology in nearly all fields? Find the equivalent in either official language of an acronym, initialism or abbreviation? Find an expression using keywords? Improve the clarity and effectiveness of your communications? Save time?
Finding the right words has just become easier with the Government of Canada’s terminology and linguistic data bank. In recent years, TERMIUM Plus has grown to more than four million terms in English, French, and Spanish. There is also an interesting selection of writing tools to help you with any questions you may have about usage and style.
Why use TERMIUM?
Because it is:
- a trilingual data bank that gives the precise English, French or Spanish equivalent to designate anything from a simple tool or a complex machine, to a disease or plant, association or committee. Almost every field of human endeavour is covered;
- a unilingual data bank that can be used to check the meaning of a specialized term or find the meaning of a term in a leading-edge field;
- a writing assistance tool that provides access to 14 electronic resources.
For its content:
- 3,900,000 terms and names, with definitions, contexts, examples of usage, observations and phraseological units;
- specialized and highly specialized terms not found in any standard bilingual data bank;
- terms organized by subject, ensuring the ultimate in accuracy;
- extensive and reliable data in nearly all fields;
- standardized English and French terminology;
- a wide range of official titles including names of national and international organizations, statutes and programs, as well as abbreviations, acronyms, initialisms, geographical names, etc.;
- records resulting from terminologists’ participation in national and international standardization committees;
- bank updated by 40 terminologists whose main job is to keep it current with the latest information;
- 50 000 modifications per year (record creation, deletion of outdated data and expansion of existing records).
For its features:
- one of the largest linguistic data banks in the world;
- a product of over 30 years of research and development (terminology and informatics);
- terminology spanning nearly every field of human knowledge;
- word-combination searches;
- full text searches using key words;
- user-friendly interface: query in English, French or Spanish.
Do you want to:
- obtain the latest terminology in nearly all fields?
- find the equivalent in either official language of an acronym, initialism or abbreviation?
- find an expression using key words?
- improve the clarity and effectiveness of your communications?
- save time?
THINK TERMIUM! THE definitive writing and editing tool!
[Text: TERMIUM. Bild: TERMIUM.]
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Statt CLAT oder Acrolinx: Qualitätssicherung mit Word und Excel
20.8.2009 von Richard Schneider.
Selten ist der erste Entwurf eines Textes druckreif. Professionelle Redakteure oder Autoren arbeiten meistens unter Zeitdruck und haben nicht immer die Zeit, ihren Text in Ruhe zu überarbeiten. Bei modular erstellten Dokumentationen ist eine Qualitätssicherung umso wichtiger, denn das Enddokument entsteht aus der Zusammenstellung unterschiedlicher Module. Wie kann man trotzdem eine vernünftige Qualität erreichen?
Es gibt am Markt sehr gute Softwarelösungen, die Texte analysieren und Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Marktführer auf diesem Gebiet sind die Produkte CLAT (www.iai-sb.de) und Acrolinx IQ (www.acrolinx.de). Sprache ist ein sehr komplexes Gebilde. Dadurch ist der Programmieraufwand für derartige Produkte mit linguistischer Intelligenz enorm und teuer. Heißt es also, dass Betriebe mit kleinerem Budget leer ausgehen müssen? Glücklicherweise nicht, auch wenn die hier vorgeschlagenen Lösungen nicht so umfangreich und effizient sind wie die professioneller Programme.
Welche sind die wichtigsten Fehler, die die Qualität von Texten beeinträchtigen?
- Inkonsistenz der Formulierungen
- Zu lange Sätze
- Verwendung von Synonymen in technischen Texten
- Verstoß gegen Regeln der Corporate Identity oder gegen den Redaktionsleitfaden
- Rechtschreibfehler
- Verwendung von Füllwörtern
- Nicht übersetzungsgerechte Sätze oder Formulierungen.
Gegen die meisten dieser Fehler ist mit Standardwerkzeugen wie Word oder Excel ein Kraut gewachsen. Das Problem der Inkonsistenz tritt relativ häufig auf. “Hauptschalter ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern” und “Hauptschalter auf ‘O’ stellen und gegen Wiedereinschalten sichern” bedeuten nicht nur das gleiche, sondern verursachen bei Übersetzungen zusätzliche Kosten und können u. U. beim Leser für Verwirrung sorgen.
Solche Sätze fallen schnell auf, wenn man den Text alphabetisch sortiert. Dazu speichert man eine Kopie des Dokuments in Textformat, um störende Formatierungen zu entfernen. Anschließend wird der Text in Sätze umgebrochen, indem ein Punkt + Leerzeichen durch einen Punkt + Absatzmarke ersetzt wird (unter MS-Word: “^p” = Absatzmarke).
Das Ergebnis wird in einer Tabelle alphabetisch sortiert. Dadurch lassen sich inkonsistente Sätze erkennen und korrigieren. Wer die Konsistenz seiner Formulierung auf einer noch feineren Ebene prüfen möchte, kann sich beispielsweise über die Suchfunktion von Excel die Liste der Sätze anzeigen lassen, die bestimmte Schlüsselwörter enthalten. Somit finden sich inkonsistente Konstruktionen wie: “Es erscheint der Dialog Projekteinstellungen.” - “Der Dialog Projekteinstellungen erscheint.”
Zu lange Sätze sollte man vermeiden, denn sie erschweren das Verständnis der Information, die man vermitteln möchte. Bei technischen Bedienungsanleitungen sollte man beispielsweise Sätze anstreben, die 12-15 Wörter nicht überschreiten. Es gibt mit Hilfe von MS-Excel eine Möglichkeit, die Länge der Sätze zu prüfen. Dazu kopiert man die Satzliste aus der vorher beschriebenen Konsistenzprüfung in eine Excel-Tabelle und misst die Länge des Satzes mit der Formel: “=LÄNGE(A1)” (für die Länge der Zelle “A1″). Daraus ergibt sich, welche Sätze zu lang sind und gekürzt werden müssen.
Synonyme sind in der Regel in technischen Texten unerwünscht. Es ist verwirrend, wenn auf einer Seite “Basisgerät” und auf der nächsten Seite “Grundgerät” steht. Um diese unerwünschten Synonyme zu finden, muss der Autor eine Liste der unerwünschten Wörter pflegen. Leider erlaubt die Suchen-und- Ersetzen-Funktion der gängigen Programme nur eine Suche nach einzelnen Wörtern oder Ausdrücken. Bei längeren Synonymlisten kann es dann mühsam werden. Es empfiehlt sich, auf Makros oder auf kleinere Programme wie ChangeAssistant (99 Euro, www.multilingual-products.com) zurückzugreifen.
Über Listen aller im Text vorkommenden Wörter kann man seinen Text weiter optimieren. Eine solche Liste erhält man, wenn man alle Leerzeichen im Text durch eine Absatzmarke ersetzt (nach der o.g. Methode) und anschließend sortiert. Alternativ dazu kann man verschiedene Tools verwenden, die teilweise kostenlos im Internet verfügbar sind. Es sind sog. Concordancier wie Textstat (www.niederlandistik.fu-berlin.de) oder AntConc3.2 (www.antlab.sci.waseda.ac.jp).
Ein Blick auf solche Wortlisten verrät einiges. Sie sind zum einen ein Mittel, um der inkonsistenten Anwendung von Wortbildungsregeln auf die Spur zu kommen wie in “Gleichstrom-Magnet” / “Gleichstrommotor”. Man kann damit auch Füllwörter (”etwa”, “durchaus”, “nämlich” usw.) oder die außergewöhnlich häufige Verwendung bestimmter Wörter oder Wendungen (”untenstehend”, “ihrer Verwendung zuführen”) feststellen, die die Handschrift eines Autors ausmachen.
Nicht übersetzungsgerechte Sätze oder Formulierungen kommen beispielsweise vor, wenn Sätze in ihrer Mitte durch Absatzmarken o.ä. getrennt sind oder wenn Komposita auf das Grundwort (Messgerät –> Gerät) reduziert wurden. Ebenfalls ist die Verwendung von Bezugswörtern (”dieses” usw.) in Sätzen für den Einsatz in Übersetzungssystemen verpönt, denn diese Systeme speichern in der Regel Satzpaare ohne Zusammenhang. Über die Satz- oder Wortliste oder über eine Konkordanzsuche kann man diese Probleme leicht aufdecken.
All die beschriebenen Methoden sind kein vollwertiger Ersatz für professionelle Programme wie CLAT oder Acrolinx IQ, die an und für sich sehr empfehlenswert sind. Aber es muss nicht immer Kaviar sein, und man kann durch die systematische Anwendung dieser Methoden durchaus Dokumentationen sprachlich optimieren. Besonders wenn die Texte anschließend in mehrere Sprachen übersetzt werden, kann man spürbare Einsparungen erzielen. Wer regelmäßig seine Texte auf diese Art und Weise prüfen möchte, kann Synonymlisten pflegen und einige Schritte durch das Erstellen von Makros bzw. Skripten oder durch den Zukauf kleinerer Anwendungen wie ChangeAssistant bequemer machen.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2009. Bild: TimurD, Fotolia.de.]
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Business Angels investieren in Linguee
31.5.2009 von Richard Schneider.
Die im Mai 2009 an den Start gegangene Übersetzungssuche Linguee.de hat eine erste Business-Angel-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Es beteiligen sich mit Chris Barter, Jörg Rheinboldt, Joana Breidenbach, Stephan Breidenbach und Niko Waesche mehrere international erfahrene Business Angels und investieren einen hohen fünfstelligen Betrag in Linguee. Mit dem Konzept einer Suche in vielen Millionen übersetzten Texten möchte Linguee eine feste Größe im stark wachsenden Markt der Online-Wörterbücher und Übersetzungshilfen werden.
„Wir freuen uns vor allem darüber, Investoren gewonnen zu haben, die mehrere Erfahrungsfelder abdecken. Unsere Angels unterstützen uns momentan tatkräftig dabei, das Wachstum der Firma an das rasante Wachstum der Nutzerzahlen anzugleichen“, so Dr. Gereon Frahling, Gründer und Geschäftsführer der Linguee GmbH. „Da wir in den nächsten Monaten und Jahren vor allem internationale Märkte erobern und unsere Suchmaschine in neuen Sprachpaaren (Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Japanisch und Chinesisch, jeweils in der Kombination mit Englisch) anbieten möchten, werden wir auch enorm von der internationalen Erfahrung unserer Business Angels profitieren können.“
„Wir sehen in Linguee ein außerordentliches Wachstumspotential. Die herausragende Technologie und der Mehrwert von Linguee ist bisher weltweit einzigartig. Linguee bietet daher als eines von sehr wenigen deutschen Startups die Möglichkeit einer schnellen internationalen Expansion“, so Jörg Rheinboldt. „Wir freuen uns alle darauf, die Gründer hierbei tatkräftig zu unterstützen.“
Die Investoren:
- Chris Barter lebt in Osteuropa und ist Partner bei einer internationalen Bank.
- Jörg Rheinboldt ist geschäftsführender Gesellschafter der M10 GmbH, einer privaten Investmentfirma. Während seines Studiums der BWL in Köln gründete Jörg erst die denkwerk GmbH, später alando.de. Anschließend war er fünf Jahre Geschäftsführer von eBay Deutschland. Jörg ist Gründungsgesellschafter von betterplace.org.
- Joana Breidenbach studierte Ethnologie und Kunstgeschichte in München, Berkeley und London. 1994 Promotion zum Dr.phil. Lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin, seit 1992 tätig als Autorin und Journalistin, seit 2007 leitet sie als Gründungsgesellschafterin das Projekteteam bei betterplace.org.
- Stephan Breidenbach ist Professor für Bürgerliches Recht an der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Professor für Mediation an der Universität Wien, Mitinitiator der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin, Mediator, Regierungsberater, Unternehmer und Gründungsgesellschafter von betterplace.org.
- Niko Waesche ist Partner bei einem globalen Beratungs- und IT-Unternehmen mit dem Schwerpunkt Medienindustrie. Vorher war Niko als Vice President und Deutschland Geschäftsführer bei GRP Partners tätig, einem amerikanischen Venture Capital Fund mit Fokus auf Consumer Geschäftsmodelle. Er promovierte an der London School of Economics.
Linguee.de ist ein Online-Wörterbuch und eine Suchmaschine für Übersetzungen. Im Gegensatz zu traditionellen Wörterbüchern können mit Linguee etwa 1000 mal mehr zweisprachige übersetzte Texte durchsucht werden. Mit Linguee finden Nutzer daher effektiv zu einem Übersetzungsproblem ähnliche Übersetzungen anderer Menschen. Gegründet wurde die Linguee GmbH nach mehr als einjähriger Entwicklungszeit im Dezember 2008 vom ehemaligen Google-Postdoktoranden Dr. Gereon Frahling und Leonard Fink. Das Projekt wurde 2008 mit dem Hauptpreis beim Gründerwettbewerb Multimedia des Bundeswirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Seit dem 22. April 2009 ist Linguee.de offen und kostenlos im Internet verfügbar.
[Text: Linguee. Quelle: Pressemitteilung Linguee, 2009-05-19. Bild: Linguee.]
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