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Archiv der Kategorie Übersetzungswissenschaft

“Ich darf nix sagen, ich bin nur der Dolmetscher”: Studie zur Sprachmittlung im Krankenhaus

Ich darf nix sagen, ich bin bloß der DolmetscherAnja Ausserhofer hat eine empirische Untersuchung zum Thema “Dolmetschen im Krankenhaus” durchgeführt. Untersuchungsgegenstand ist eine Diabetikerschulung im Krankenhaus Graz, an der mehrere Patientinnen aus Österreich und ein Tunesier, für den ein professioneller Dolmetscher hinzugezogen wurde, teilnahmen.

Das Buch umfasst drei Teile: Im ersten Teil wird ein allgemeiner Überblick über das medizinische Dolmetschen gegeben, wobei hier vor allem auf Themen wie Kinder als Dolmetscher, Laiendolmetscher vs. professionelle Dolmetscher und die verschiedenen Rollenprofile von Dolmetschern eingegangen wird. Der zweite Teil der Arbeit beinhaltet einen Forschungsüberblick über das medizinische Dolmetschen und im dritten Teil der Arbeit wird die eigentliche Untersuchung mit Hauptaugenmerk auf die Rolle des Dolmetschers vorgestellt.

Das Buch richtet sich an all jene, die sich einen Einblick in das medizinische Dolmetschen verschaffen wollen. Besonders wird hier das spezielle Dolmetschsetting berücksichtigt, bei dem nicht nur Arzt, Patient und Dolmetscher am Gespräch teilnehmen, sondern gleich mehrere Personen; aber nur für einen Teilnehmer wird gedolmetscht.

Anja Ausserhofer (2010): “Ich darf nix sagen, ich bin nur der Dolmetscher”: Dolmetschen im Krankenhaus. Eine empirische Untersuchung. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller. 120 Seiten, 49,00 Euro, ISBN 978-3639243963.

[Text: VDM. Quelle: VDM. Bild: VDM.]

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Wilss wird 85

Wolfram WilssAm 25. Juli 2010 feiert Wolfram Wilss (Bild) seinen 85. Geburtstag. Der emeritierte Professor für „Angewandte Sprachwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie des Übersetzens” war lange Jahre Direktor des Dolmetscher-Instituts der Universität des Saarlandes.

In Ravensburg geboren, war der Jubilar zunächst als Sprachendienstleiter im Bonner Bundeskanzleramt tätig. 1966 wurde er zum Direktor des Dolmetscher-Instituts an der Universität des Saarlandes ernannt und 1968 auf den Lehrstuhl für „Angewandte Sprachwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie des Übersetzens” berufen.

Als „Wegbereiter der Übersetzungswissenschaft” hat er über 25 Jahre das Dolmetscher-Institut und die daraus hervorgegangene Fachrichtung „Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen” entscheidend geprägt - mit den Schwerpunkten Problemlösen und Routine. Im Zentrum seiner Lehre und seiner Forschungen standen Professionalisierung, Optimierung und Technisierung der Tätigkeit des Übersetzens. Außerdem war Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Wilss Sprecher und Projektleiter des früheren Sonderforschungsbereichs „Elektronische Sprachforschung”.

Auch nach seiner Emeritierung 1990 ist der Jubilar wissenschaftlich aktiv geblieben und hat seitdem mehrere neue Studien vorgelegt. Dabei hat er neben „Übersetzen und Dolmetschen im 20. Jahrhundert“ (deutsche und englische Fassung) sowie „Weltgesellschaft, Weltverkehrssprache und Weltkultur“ auch die „Wandlungen eines Universitätsinstituts - Vom Dolmetscherinstitut zur Fachrichtung Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen der Universität des Saarlandes“ beschrieben. In seinem 2003 erschienenen Sammelband untersucht er „Die Zukunft der internationalen Kommunikation im 21. Jahrhundert“.

[Text: Dr. Wolfgang Müller. Quelle: Pressemitteilung Universität des Saarlandes, 2010-07-15. Bild: Universität des Saarlandes.]

Nachruf: Hans J. Vermeer, Begründer der Skopos-Theorie

Hans J. VermeerDer Sprach- und Übersetzungswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Hans J. Vermeer ist am 4. Februar 2010 im Alter von 79 Jahren verstorben. Vermeer hat durch seine rund dreihundert Publikationen zur Übersetzungstheorie und zur Geschichte der Übersetzung wesentlich zur Begründung der Translationswissenschaft beigetragen. Prägend war vor allem die von ihm entwickelte Skopos-Theorie.

Vermeer lehrte an den Universitäten Mainz-Germersheim und Heidelberg. Darüber hinaus nahm er zahlreiche Gastprofessuren im In- und Ausland wahr.

Die Beisetzung fand am 20. Februar 2010 auf dem Bergfriedhof in Heidelberg statt. In seiner Trauerrede würdigte Prof. Dr. Andreas F. Kelletat, Germersheim, Leben und Werk des Verstorbenen:

[…] durch die vierzehn Jahre, die zwischen seinem Portugiesisch-Dolmetsch-Diplom und der Habilitation liegen, hat Hans Vermeer neben seiner umfangreichen Forschung stets Aufgaben in der Lehre wahrgenommen, zunächst als Lektor für Portugiesisch am Dolmetscher-Institut der Universität Heidelberg in den Jahren 1954 bis 1962, dann als Lektor und Dozent für süd-asiatische Sprachen (wie das Hindi und Urdu) am Südasien-Institut der Heidelberger Universität in den Jahren 1962 bis 1971. In die 60er Jahren fallen ferner seine Studienreisen nach Indien, nach Ceylon und Pakistan, aber auch nach Portugal und Österreich, wo er Dokumente zum Kreolen-Portugiesisch in Asien und zu den ältesten linguistischen Werken europäischer Autoren über neu-indische Sprachen ausgewertet hat.

Diesen ausgeprägt historischen Neigungen ist Hans Vermeer durch sein ganzes Leben treu geblieben, was angesichts des ungestüm modern wirken könnenden Theoretikers der 80er Jahre leicht übersehen wird. Kaum wurde bisher gefragt, was z. B. die Skopos-Theorie dem Vergleichenden Sprachwissenschaftler und dem Kulturhistoriker Vermeer zu danken haben könnte. […]

Zu erwähnen ist selbstredend die 1984 in Zusammenarbeit mit Katharina Reiß geschriebene Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie, sein wohl am häufigsten zitiertes Werk, wobei sich das Zitieren mitunter auf den einen zentralen Begriff beschränkt, den Begriff Skopos.

Hans Vermeer hat in den 80er Jahren mit dem Skopos-Konzept leidenschaftliche Diskussionen ausgelöst, die zum Teil bis heute anhalten. „Ein unheimlich starker Auftritt“ sei das gewesen, heißt es in Erich Prunčs Einführung in die Translationswissenschaft. In der Tat: Vermeer hat unsere Beschäftigung mit den Phänomenen des Übersetzens und Dolmetschens gehörig aufgemischt, auch weil es eben nicht nur um eine akademische Frage ging, nicht nur um Begriffe und theoretische Konzepte aus dem Elfenbeinturm. Sondern weil es um das Selbstverständnis und um die Identität einer ganzen Wissenschaftlergeneration und ganzer Fächer ging. Und um die Frage, mit welchen Problemen sich junge Menschen befassen sollten, die später einmal vom Übersetzen oder Dolmetschen würden leben wollen.

Das reichte bis in ganz praktische Ausbildungsfragen, z.B. der Frage was bei einer Examensklausur als Fehler anzustreichen oder als besonders glückliche Übersetzungslösung zu loben sei und was nicht. Bei dieser ja nicht ganz unerheblichen Frage hatten wir stets nur auf die Wörter und Sätze des Originals geschaut, auf dessen Stil vielleicht noch, und wir hatten erwartet, dass diese Wörter und Sätze so „treu“ wie nur irgend möglich auch in der Übersetzung reproduziert würden. Alle Forschungsenergie richtete sich auf die Frage, wie solch möglichst große Treue in jeder Übersetzung und in jeder Verdolmetschung erreicht werden könnte. […]

Solch neuzeitig linguistischer Engführung des Umgangs mit dem Übersetzen und Dolmetschen hat Hans Vermeer ein Ende bereitet. Als jemand, der selbst aus der Vergleichenden Sprachwissenschaft kam und über weit ausgedehntere Sprachkenntnisse verfügte als die allermeisten von uns, hat er erkannt, dass seine eigene Disziplin nicht über das nötige Rüstzeug und Erkenntnisinteresse verfügte, um all das, was beim Übersetzen und Dolmetschen eine Rolle spielt, zu erfassen. Hierfür, so hat er es gesehen, müsste in unserem Fächerkanon eine eigene neue wissenschaftliche Disziplin her, für die man sich seither auf den Namen Translationswissenschaft verständigt hat. Diese neue Disziplin muss sich, das war wohl Vermeers feste Überzeugung, immer wieder von anderen Disziplinen anregen lassen, von der Philosophie, der Ethnologie, der Literaturwissenschaft, von den Kulturwissenschaften insgesamt, von der Physik und Neurobiologie. Nur von der Sprachwissenschaft, sagte er bisweilen gewollt überspitzt, sei derzeit leider nicht viel zu erhoffen für die translationswissenschaftliche Grundlagenforschung. Ob solch provozierendes Auseinanderdrücken notwendig war und unvermeidlich, ob es klug und konstruktiv war, werden Spätere besser und gerechter einschätzen können als wir, die wir uns noch im Handgemenge befinden. […]

Sigrid Kupsch und Paul Kußmaul haben mir vor Jahren von jener legendären Vorlesung im Germersheimer Hörsaal D erzählt, bei der – im Sommersemester 1977 muss das gewesen sein – die sog. Skopos-Theorie entfaltet worden sein soll. Auch Hans Hönig mag damals dabei gewesen sein. Vermeer selbst wandte sich – nachdem er unsere Überlegungen zu Curricula und Studiengangszuschnitten gründlich durchgeschüttelt hatte – wieder stärker der Theoriebildung zu. […]

Nachdem er 1992, mit 62 Jahren gerade, seine Heidelberger Professur aufgegeben und in den sogenannten Ruhestand getreten war, entstanden in jahrelanger Arbeit und auf der Basis umfangreichster Recherchen in Bibliotheken und Archiven seine sieben Bände umfassenden Werke zur Geschichte des Übersetzens, zum Übersetzen im Mittelalter, in Renaissance und Humanismus. Gleichzeitig nahm er Gastprofessuren wahr an Orten, wo man den Dialog mit ihm schätzte: in Graz, Prag, Mexiko City, Innsbruck, Istanbul. […]

Als Lehrenden konnte man Professor Vermeer bis in sein letztes Lebensjahr erleben. Im Wintersemester 2008/09 erarbeitete er für Studenten und Nachwuchswissenschaftler in Germersheim seinen letzten großen Vorlesungszyklus: Translationen. Grenzen abschreiten nannte er den. Auf Bitten seiner Studenten hat er die Vorlesung ausformuliert, mit Anmerkungen und Literaturverzeichnis versehen und das 650 Seiten umfassende Typoskript in Netz gestellt. Auch in den nächsten beiden Semestern hat er Seminare angeboten, mit Studenten über ihre Arbeiten gesprochen, an Doktorandentreffen teilgenommen, das Heinz-Göhring-Kolloquium mit Freunden aus Heidelberg und Germersheim neu begründet. […]

Als er bereits wusste, dass ihm nur noch eine kurze Lebensfrist geblieben war, hat er seinen Unterricht unbeirrt fortgesetzt. Er ist Mitte November 2009 zu einer Konferenz nach Nablus in Palästina gereist, hat mit unserem Freund Mutasem Alashhab die Gegend erkundet, hat sich in Israel von Gideon Toury verabschiedet. Er war noch einmal in seinem geliebten Istanbul und hat im Dezember 2009 an der Berliner Humboldt-Universität, wo er seit der Wende ein gern und häufig gesehener Gast war, seinen letzten Vortrag gehalten. Vom Altern der Texte hieß der. […]

Auf der Website des FTSK Germersheim können Sie den vollständigen Wortlaut der Trauerrede abrufen.

Im Januar 2010 verlieh der FTSK Germersheim Hans J. Vermeer die Ehrendoktorwürde. In der Feierstunde erklärte Prof. Dr. Heidemarie Salevsky (1996-2009 Professorin für Translationswissenschaft und Fachkommunikation an der Hochschule Magdeburg-Stendal):

Hans Vermeer hat stets teilhaben lassen an seiner wissenschaftlichen Neugier und an seiner Freude daran. Seine Publikationen, seine Vorlesungen in Berlin und die Vorträge im Forschungsseminar waren stets eine Art Abenteuerreise durch die Jahrhunderte, mitunter Entführungen auf interessante und zuweilen amüsante thematische Nebengleise, alles in allem Entäußerungen eines brillanten Geistes mit atemberaubender Bildung. Sie haben den Blick auf das gerichtet, was sein könnte, sie boten die Möglichkeit, den Raum auszumessen, der sich öffnete, in dem ein Licht leuchtete, das anderes sichtbar machte – Sehweisen. So entstand Veränderung in unserer Disziplin wie in den Menschen.

Auf derselben Veranstaltung würdigte JProf. Dr. Dilek Dizdar, Germersheim, Vermeers Wirken wie folgt:

Auch ich soll und möchte ein paar Worte sagen, als eine von jenen Nachwuchswissenchaftler(inne)n und im Namen aller anderen, deren Werdegang Hans Vermeer als Autor und Lehrer geprägt hat. Besonders auch im Namen von Şebnem Bahadır; im Chor können wir leider nicht sprechen, wie du einmal sagtest, als wir ein Thema für das Doktorandenkolloquium gemeinsam vorstellen wollten, daher spreche ich für uns.

Du hast uns 1994 einen Antwortbrief geschrieben, lieber Hans, in dem du uns als Kolleginnen ansprachst und uns einludst, für ein Gespräch über unsere geplante Promotion nach Heidelberg zu kommen. Für das Promotionsstudium selbst empfiehlst du uns darin Germersheim; es sei fortschrittlicher, innovativer, verspreche mehr, mitunter, weil gerade neue Professoren berufen worden seien und vor allem lehre Heinz Göhring dort. Seither hast du uns auf eine Art und Weise betreut und gefördert, die uns ein Vorbild sein soll für unseren Umgang mit Studierenden und allen jenen, die unsere Unterstützung brauchen. […]

Ganzheitlich soll man den Menschen und seine Handlungen betrachten. Das lehrt uns Vermeer, er macht es uns vor. Zu seinem Sein und Handeln gehört ganz wesentlich der Respekt vor Anderen und dem Andersartigen, anderen Kulturen und anders denkenden Individuen. Dieser Respekt koppelt sich mit einer großen Bescheidenheit, die sich durch das Wirken und die Werke Hans Vermeers zieht. […] Sein Werk ist Grundlagenforschung, die in Tiefe und Umfang kaum zu überbieten ist. […]

Ich weiß, dass du mit großer Aufmerksamkeit die Entwicklungen in Germersheim verfolgst, dich über die wachen und interessierten Studierenden freust, vielleicht neue Hoffnung für das Fach schöpfst. Und du scheinst mit deiner Empfehlung für Germersheim Recht zu behalten. Es bewegt sich dort etwas, wenngleich mit einer großen Verzögerung. Ich möchte dir ganz besonders auch dafür danken, dass du diesen Aufschwung mit der Annahme der Ehrenpromotion weiter unterstützt. Sie setzt ein Zeichen für die Translationswissenschaft, sie ehrt unseren Fachbereich, und vor allem gibt sie uns Kraft und Motivation, weiter am Ausbau des translationswissenschaftlichen Profils zu arbeiten.

Die Skopostheorie

Wikipedia.de schreibt dazu:

Translation ist eine Form des Handelns. Jedes Handeln ist bestimmt von einer Situation, der Analyse dieser Situation durch den Handelnden und die Intention des Handelnden, der bestimmte Ziele erreichen will. Wie jedes Handeln ist also auch die Translation als Kommunikationshandlung zweckbestimmt. Der Zweck einer Kommunikationshandlung, ihr Skopos (gr.) ist erfüllt, wenn das erzielte Ergebnis der Intention des Handelnden (des Senders) entspricht und auch der Empfänger der Kommunikation die erhaltene Nachricht in seiner eigenen Situation schlüssig interpretieren kann.

Die Skopostheorie geht nun davon aus, dass der Zweck eines Translats, eine bestimmte Funktion zu erfüllen, der bestimmende Faktor ist, auf den der Translationsprozess ausgerichtet sein muss. […] Daraus ergibt sich die Auffassung von Übersetzungen und Verdolmetschungen als zielsprachliche und -kulturelle Informationsangebote über andere Informationsangebote in Ausgangssprache und -kultur. Die Qualität eines Translats kann grundsätzlich nur bezüglich seiner Funktion bewertet werden.

Ausführliche biografische Informationen, Vorlesungstexte, Audiomitschnitte von Vorlesungen und eine Bildergalerie hat der FTSK Germersheim unter dem Titel “Hans J. Vermeer - Grundlegung der Translationswissenschaft: Ein Lebenswerk” zusammengestellt. Die Adresse: www.fb06.uni-mainz.de/vermeer

[Textzusammenstellung: Richard Schneider. Quelle: FTSK Germersheim. Bild: FTSK Germersheim.]

Jacquy Neff: Dolmetschwissenschaftliche Studie zu Deutsch als Konferenzsprache

Deutsch als KonferenzspracheDie Stellung des Deutschen als internationale Konferenzsprache ist in der interkulturellen Germanistik und der deutschen Soziolinguistik eine noch weitgehend unerforschte Domäne. Auch die Dolmetschwissenschaft als Teilbereich der noch relativ jungen Translationswissenschaft hat dieses Forschungsfeld noch nicht bestellt.

Jacquy Neff, Dozent am FTSK Germersheim, möchte diese doppelte Lücke schließen und beschäftigt sich mit Stand und Entwicklungsperspektive der deutschen Sprache als Konferenzsprache an der Schwelle des 21. Jahrhunderts im Untersuchungsgebiet der Europäischen Union vor der letzten Erweiterung.

Neff benutzt den neuartigen Ansatz der kontrastiven ökoskopischen Betrachtung der Nachfrage nach Deutsch und des Angebotes an Dolmetscherdienstleistungen mit Deutsch im europäischen Konferenzgeschehen. Anhand einer Untersuchungsreihe von 1998 bis 2003 bei über 19.000 Veranstaltern von Konferenzen und 3.300 Konferenzdolmetscher analysiert der Autor wichtige Indikatoren zur Standortbestimmung des Deutschen relativ zu anderen Konferenzsprachen.

Zu diesen Indikatoren gehören konferenztypische Parameter (Art und Dauer von Veranstaltungen, Sprach- und Fachgebietsangebote, Dolmetschmodi), marktrelevante Daten (Stratifizierung und Typologisierung von Konferenzveranstalter, Markteinteilung, Auftragspotenzial für Konferenzdolmetscher mit Deutsch), sprachspezifische Aspekte (Sprachenangebot in Aktiv- und Passivsprachen, Sprachkombinationen) sowie dolmetscherbezogene Daten (Zusammensetzung der beruflichen Tätigkeit, Auftragspotenziale u.v.m.). Eine prospektive Sicht der Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Sprache für das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts rundet das Bild ab.

Das Zusammenführen der Ergebnisse aus den Befragungen beider Marktakteure sowie eine eingehende Betrachtung großer Abnehmergruppen (Internationale Organisationen, EU-Institutionen, Ministerien und Verwaltungen, Verbände, Vereine und Gewerkschaften, Wirtschaftssektoren etc.) in ihrer historischen Bedarfsentwicklung an Konferenzsprachen ermöglichte das Herausarbeiten einer Reihe von Determinanten und Entwicklungsfaktoren für die zukünftige Stellung der deutschen Sprache in dieser Anwendungsdomäne.

Auf dieses Buch haben wir gewartet! Es schließt eine Lücke in der Dolmetschwissenschaft wie auch der interkulturellen Germanistik bzw. deutschen Soziolinguistik und wendet sich somit an Leser, die an diesen Forschungsgebieten ein besonderes Interesse haben oder in ihnen selbst wissenschaftlich tätig sind. Vielmehr noch als diesen Personenkreis sollte es aber diejenigen erreichen, die selbst in der Praxis des Konferenzdolmetschens stehen und sich Gedanken über ihre Zukunft auf dem Markt machen, und vor allem auch diejenigen, die Verantwortung tragen für die Ausbildung der nachfolgenden Dolmetschergeneration und tunlichst Sorge tragen sollten, nicht am tatsächlichen Bedarf vorbei auszubilden.  (MDÜ 5/2009)

[…] der Elsässer Neff kann aus dem „Innenleben” der Kommission berichten, bei der er selbst als Dolmetscher tätig war und aus der ihm umfassende Angaben und Statistiken der Dolmetscher-Abteilungen der meisten europäischen Institutionen vorlagen. Neff, heute als Dozent im Fachbereich Dolmetscherausbildung der Universität Mainz in Germersheim tätig, trägt auf 689 Seiten eine fast erdrückende Fülle an Material und Zahlen zur Situation des Deutschen als Konferenzsprache in den europäischen Institutionen, Organisationen, Verbänden, Stiftungen und Bildungswerken zusammen. […] Neffs umfassende Untersuchung ist für jeden, der die Stellung der deutschen Sprache in europäischen Gremien in allen Verästelungen erfassen will, unverzichtbar. (Sprachnachrichten 03/2009)

Jacquy Neff (2007): Deutsch als Konferenzsprache in der Europäischen Union. Eine dolmetschwissenschaftliche Untersuchung. Hamburg: Dr. Kovac. 692 Seiten, mit CD, 98,00 Euro, ISBN 978-3-8300-3235-9.

[Text: Verlag Dr. Kovac. Quelle: Verlag Dr. Kovac. Bild: Verlag Dr. Kovac.]

Fachtagung HU Berlin: Übersetzungsgeschichte - Geschichte des Wissenstransfers

Humboldt-Universität zu Berlin

Das Institut für Romanistik und das Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin laden am 3. bis 5. Dezember 2009 zu einer internationalen Fachtagung ein. Der Titel: „Übersetzungsgeschichte - Bausteine für eine Geschichte des Wissenstransfers“.

Seit sich die Translationswissenschaft von ihren Quelldisziplinen zu emanzipieren begann, richtete sie ihr Augenmerk auf die Entwicklung eigenständiger theoretischer Fundamente, orientierte sich vorrangig auf pragmatische Texte und Textsorten, entwickelte ein eigenes Beschreibungsinstrumentarium, erweiterte die vorgefundenen Forschungsformate zu neuen und erklärungsstarken Dimensionen, insbesondere zur Kultur, und differenzierte sich systematisch in verschiedene Richtungen und Teildisziplinen.

Für die Etablierung einer Wissenschaftsdisziplin spielen die Geschichte des Gegenstandes – das Übersetzen und Dolmetschen – eine wichtige Rolle. Mit translationshistorischen Arbeiten wie Übersetzen in Renaissance und Humanismus, Übersetzen im Mittelalter von Hans J. Vermeer, sowie denen weiterer Autoren wie Berman, Bassnett/Lefevere, Delisle, Mounin, Woodsworth, die hier stellvertretend genannt werden könnten, wurden die Grundlagen für eine Geschichte der Translation aus translationswissenschaftlicher Perspektive vorgelegt oder bestimmte historische Epochen bearbeitet. Zudem muss der gesamte Bereich der Bibelübersetzung genannt werden, ebenso wie die dreibändige Ausgabe der HSK-Reihe und schließlich all die Arbeiten, die ihre Aufmerksamkeit den Translatoren zuwenden und beispielsweise Portraits und Arbeitsweisen von Übersetzern nachzeichnen und anderes mehr.

Angesichts der Breite und Differenziertheit translatorischen Handelns in der Geschichte, der Vielfalt von Ausgangs- und Zieltexten, der Neu- und Wiederübersetzungen u.v.a.m. scheint den Veranstaltern eine auf der eigenen translationswissenschaftlichen Methodologie fußende Beschäftigung mit dem Gegenstand ‘Translation’ ergänzungsbedürftig. Vor allem unter dem Aspekt des ‘Wissenstransfers dank Übersetzen’, also der Frage nach der Rolle von Translation in einer Wissensgeschichte und einer Geschichte des Wissenstransfers lassen sich auf diesem Feld mit Sicherheit wertvolle neue Erkenntnisse gewinnen. So ist die Geschichte von Translation und Translationswissenschaft das Leitthema der diesjährigen Herbsttagung.

Auf dem Programm stehen Beiträge von Hans Vermeer, Erich Prunč, Ludmilla Grischaewa, Natalia Reinhold, Katja Lebedewa, Julia Richter, Heidemarie Salevsky, Olga Kashkina, Elisabeth Gibbels, Maria Kaszyńska, Susanne Marten-Finnis, Carsten Sinner, Jürgen Schopp, Elena Zemskova, Michaela Wolf, Mihai Draganovici, Larisa Schippel, Hartwig Kalverkämper, Tatjana Yudina, Brigitte Horn-Helf, Adriana Ionescu, Gyde Hansen und Susana Cañuelo Sarrión.

Die Teilnahmegebühr beläuft sich auf 30 Euro, zu entrichten vor Beginn der Veranstaltung vor Ort. Darin enthalten sind Tagungsmaterialien, Pausenversorgung sowie ein gemeinsames Essen.

Weitere Informationen sowie das vollständige Tagungsprogramm finden Sie unter folgender Adresse: www.slawistik.hu-berlin.de/konferenzen

[Text: HU Berlin. Quelle: Mitteilung Institut für Slavistik, HU Berlin. Bild: Heike Zappe, Referat Öffentlichkeitsarbeit HU Berlin.]

Greifswalder Konferenz zur Sprachpolitik in der Übersetzungspraxis

Heute und morgen (02.-03.11.2009) findet an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald eine Konferenz zum Thema „Sprachpolitik in der Übersetzungspraxis“ statt. Untertitel: „Beiträge zu Fragen der sprachpolitischen Praxis in kleineren Sprachgemeinschaften.“ Veranstalter sind die Lehrstühle für Baltistik und Fennistik am Institut für fremdsprachliche Philologien.

Die Vorträge halten erfahrene Übersetzer, Dolmetscher und Wissenschaftler, die seit Jahren einen EU-weiten Prozess begleiten, in dem Sprachen mit wenigen Sprechern zu Empfängern von sprachlichen Strukturen geworden sind, die von anderen vorgegeben werden. Gleichzeitig versucht die nationale Politik, dieser Empfängerrolle zu entkommen – durch eine alle Lebensbereiche erfassende Sprachpflege.

In der Programmankündigung heißt es:

An der Übersetzungspraxis von Finnisch, Estnisch, Lettisch, Litauisch, Isländisch und Udmurtisch soll nachgezeichnet werden, welche Auswirkungen eine normative Sprachpolitik auf die Praxis des Übersetzens haben kann und welche Probleme insbesondere die graduellen Unterschiede in der „Normierungsstrenge“, die zwischen den sprachpflegerischen Maßnahmen der verschiedenen europäischen Staaten bestehen, zeitigen können.

Ins Auge gefasst werden sollen nicht nur literarische Übersetzungen, sondern das breite Spektrum übersetzter Schriftlichkeit. Unser erklärtes Ziel ist es nicht, gegenüber einer normativen Sprachpflege ablehnend zu sein, sondern es geht uns darum zu hinterfragen, inwieweit die oft „vom Schreibtisch“ aus – sei er der eines Politikers oder der eines Linguisten – entwickelten sprachlichen Regeln in der Praxis Anwendung finden können und welche Wirkungen und Auswirkungen dabei entstehen. Wir haben als Referenten gerade Übersetzer und Dolmetscher, die aus ihrer langjährigen Praxis berichten können, und Akademiker, die die sprachpflegerischen Aktivitäten und Mechanismen seit Jahren nachzeichnen und deren praktische Auswirkungen kennen, geladen.

Ein „ewiger“ Anlass zur Kritik von Seiten der sprachpflegerisch Aktiven sind diejenigen Texte, die durch die EU auf die Sprachgemeinschaften kommen. Sie gelten im Hinblick auf die selbstgesetzten Normen als „schwer übersetzbar“. Weil das Prozedere, durch das in der EU Übersetztungstexte entstehen, und die Rolle, die in diesem Prozedere nationale sprachpflegerische Vorstellungen spielen, oft einer breiteren Öffentlichkeit nicht genau bekannt sind, freuen wir uns, die Leiterin der deutschen Sprachabteilung in der Generaldirektion Übersetzen bei der Europäische Kommission für eine gesonderte Abendveranstaltung gewinnen zu können, die das EU-Prozedere zum Thema haben wird. Die Abendveranstaltung richtet sich damit an ein breiteres Publikum und insbesondere auch an alle jene Studierenden, die vielleicht davon träumen, einmal bei der EU als Übersetzer zu arbeiten.

Auf dem Programm stehen folgende Vorträge:

  • J. Baldunčiks: Translation and Copying Syndrome in Modern Latvian: Language Standards under Pressure of the Dominant Contact Language
  • A. Baravykaitė: Sprachnorm in der literarischen Übersetzung (zur Rolle der Sprachpflege in Verlagen)
  • G. Ločmele: Translation Norms in Literary Translation in Light of the Language Policy in Latvia
  • H. Mittelstädt: Übersetzungen – Wörterbücher – Sprachpflege. Eine Fallstudie zum Isländischen
  • Sz. Toth: Sprachpflegerische Aspekte der Übersetzung von Weltliteratur ins Udmurtische
  • S. Pischel: Gratwanderung zwischen abstrakter und konkreter Ausdrucksweise sowie zwischen Fremdwort und litauischem Wort bei der Übersetzung von EU-Texten in die litauische Sprache
  • E. Proveja: Übersetzer als Wandler zwischen zwei Welten (Erfahrungen einer Übersetzerin zwischen EU-Texten und Normen der lettischen Auftraggeber)
  • N. Maskaliūnienė: Membership in the EU: Challenges for Translators
  • A. Veisbergs: Latvian Language Policy, Translation, Impact of the Language Development
  • M. Pantermöller: Übersetzungskritik im 19. Jahrhundert als Forum finnischer Sprachplanung und Sprachpflege
  • S. Stankevičienė: Normierung von Nomina Qualitatis im Litauischen und deren Auswirkung auf die Übersetzung
  • M. Meyer-Lohse: Wie in der Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission eine Übersetzung entsteht

www.baltistik.uni-greifswald.de/aktuelle-veranstaltungen.html

[Text: Richard Schneider. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft; Institut für Baltistik, Uni Greifswald.]

Kupsch-Losereit: Wie entsteht eine gute Übersetzung?

Kupsch-LosereitWie entsteht und was ist eine gute Übersetzung? Wie bildet man gute Übersetzer aus? Dr. Sigrid Kupsch-Losereit versucht in ihrem Buch, eine Antwort auf diese Fragen zu geben. Die ausgewählten Aufsätze beschreiben unter historischen und prozeduralen Gesichtspunkten den Weg, den ein Ausgangstext bis zum Zieltext in einem anderen Lebens- und Kulturzusammenhang zurücklegt. Sie geben einen Überblick sowohl über die theoretischen Grundlagen als auch über den konkreten Übersetzungsprozess, die übersetzerischen Strategien und ihre Didaktisierbarkeit. Prozesse, die im Übersetzergehirn vonstatten gehen, werden theoretisch aufgedröselt, durch Anschauungsmaterial nachvollziehbar und tragen dadurch zur Optimierung translatorischen Lehre bei.

Sie zeigen - im Idealfall - den Übersetzer als autonomes Subjekt, das dem Original nicht sklavisch dient, sondern Original und Übersetzung in Beziehung setzt, auswählt, zwischen ihnen verhandelt, zwischen dem, was verloren geht, und dem, was zur Überbrückung von Kulturdifferenz gewonnen wird. Von unterschiedlichen theoretisch-methodologischen Positionen aus ergibt sich schließlich ein Richtmaß für translatorisches Handeln, das ein zielkulturell kohärentes Textverständnis ermöglicht. Zum Schluss werden Kriterien zur Qualitätsbeurteilung von Übersetzungen an praktischen Textbeispielen verständlich dargelegt.

Die von Sigrid Kupsch-Losereit zusammengestellte Wegbeschreibung translatorischen Handelns ist aus ihrer Dozententätigkeit am Germersheimer Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz entstanden. Ihre zwischen 1976 und 2007 entstandenen Aufsätze geben Einblick in die Inhalte translatorischer Lehre und in die Entwicklung translatologischer Forschung. Die chronologische Wiedergabe zeigt, welchen Weg die Verfasserin im Rahmen der sich entfaltenden Übersetzungswissenschaft gegangen ist. Neben der Suche nach theoretischen Grundlagen zur Beschreibung der Translation (u. a. Textlinguistik, Hermeneutik, Handlungstheorie, Funktionale Translationstheorie, Kognitionswissenschaft) stehen Fragen der Übersetzungsdidaktik im Vordergrund.

Sowohl Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs an Instituten für Übersetzen und Dolmetschen, wissenschaftlich oder beruflich arbeitende Fachleute als auch interessierte Laien erhalten neue und spannende Einblicke in die Welt der Translation.

Sigrid Kupsch-Losereit wurde 1942 in Dortmund geboren. Von 1961 bis 1966 studierte sie in Heidelberg, Bonn, Tours und Caen Germanistik, Romanistik und Philosophie. Sie promovierte 1969 an der Universität Heidelberg über die Lyrik der französischen Symbolisten. Von 1970 bis 1972 arbeitete sie als DAAD-Lektorin an der Universität Reims, danach als akademische Mitarbeiterin am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim. Von 1973 bis 2005 nahm sie an Tagungen und internationalen Konferenzen teil und lehrte im Rahmen von internationalen EU-Programmen (Erasmus, Socrates etc.) an Universitäten in Bordeaux, Paris, Prag und Antwerpen. Seit 2005 ist Sigrid Kupsch-Losereit pensioniert.

Sigrid Kupsch-Losereit (2009): Vom Ausgangstext zum Zieltext. Eine Wegbeschreibung translatorischen Handelns. Berlin: Saxa. 234 Seiten, 32,90 Euro, ISBN 978-3-939060-13-0.

[Text: Saxa Verlag. Bild: Saxa Verlag.]

Martin Luther fordert: Übersetzer sollen nicht allein sein

Einzelübersetzer wissen, dass das Übersetzen im stillen Kämmerlein zur Vereinsamung führen kann. Einer der einflussreichsten Übersetzer der Weltgeschichte, Martin Luther (1483-1546), wies bereits darauf hin, dass diese Arbeitsweise auch für die Textqualität schädlich ist: ”Dolmetscher oder Übersetzer sollen nicht allein sein, denn einem Einzelnen fallen die guten und richtigen Wörter nicht immer ein.” Ein frühes Plädoyer für das Vier-Augen-Prinzip.

Zitiert nach: Erwin Mülhaupt: Luthers Evangelienauslegung. Vandenhoeck & Ruprecht, 1973. Band 2, Seite 620. Online einsehbar bei Google bücher.

Siehe auch: Luther übersetzte 10 Seiten pro Tag. Neuer Kinofilm über unseren Kollegen

Friends: Synchronisation einer Sitcom

In einem Zeitalter, in dem sich das Leben der Menschen immer mehr in der Medienwelt verliert, spielt besonders das Fernsehen eine große Rolle. Mit einem Blick auf das heutige Programm wird ersichtlich, dass besonders Filme und Serien aus anderen Ländern, hauptsächlich den USA, stammen. Achtet man bei der Betrachtung dieser Programme auf die Dialoge, fallen zum Teil sehr merkwürdige Stellen auf, bei denen es fragwürdig ist, wie es zu solchen Formulierungen kommen konnte.

Aus diesem Grund hat sich Martin Thauer in seiner Diplomarbeit näher mit dem Thema der Synchronisation befasst. Er wollte herausfinden, welche Ursachen diese Besonderheiten haben. Sind es einfach nur schlechte Übersetzungen? Woran erkennt man überhaupt schlechte Übersetzungen? Hatte der Übersetzer keine andere Wahl, als den Dialog so zu übersetzen?

Um diese Fragen zu beantworten, betrachtet Thauer folgende Punkte näher: Welche Faktoren spielen bei der Synchronisation eine Rolle? Hätte es eine bessere Lösung geben können? Als Untersuchungsgegenstand wählte er die amerikanische Sitcom “Friends”, die besonders im Originalton durch ihren saloppen und formlosen Humor besticht, und deren deutsche Synchronfassung.

Im Inhaltsverzeichnis finden sich unter anderem folgende Überschriften: Synchronisation vs. Untertitelung, Lippensynchronität/Gestensynchronität, Akzent/Dialekt, Zensur, Anglizismen, Maßeinheiten, hinzugefügter Dialog, Veränderungen der Aussage, unlogischer Dialog, Veränderungen aufgrund der Lippensynchronität, Übersetzungsfehler.

Martin Thauer (2008): Synchronisation einer Sitcom. Eine situationskomische Fernsehserie durch die Augen eines Übersetzers. Diplomarbeit Fachhochschule Flensburg, Studiengang Technikübersetzen. 87 Seiten, Note: 1,7. ISBN (E-Book): 978-3-640-18179-7, ISBN (Buch): 978-3-640-18197-1. Das Werk kann bei GRIN für 34,90 Euro sofort als PDF-Datei heruntergeladen werden.

[Text: Martin Thauer. Bild: Danilo Promotions Ltd., ISBN-13: 978-1847702463.]

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