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- 20.11.2009: Rentnerlücke: EU sucht händeringend Dolmetscher
- 19.11.2009: BDÜ Kooperationspartner der Expolingua Berlin 2009
Archiv der Kategorie Übersetzungswissenschaft
Jacquy Neff: Dolmetschwissenschaftliche Studie zu Deutsch als Konferenzsprache
16.11.2009 von Richard Schneider.
Die Stellung des Deutschen als internationale Konferenzsprache ist in der interkulturellen Germanistik und der deutschen Soziolinguistik eine noch weitgehend unerforschte Domäne. Auch die Dolmetschwissenschaft als Teilbereich der noch relativ jungen Translationswissenschaft hat dieses Forschungsfeld noch nicht bestellt.
Jacquy Neff, Dozent am FTSK Germersheim, möchte diese doppelte Lücke schließen und beschäftigt sich mit Stand und Entwicklungsperspektive der deutschen Sprache als Konferenzsprache an der Schwelle des 21. Jahrhunderts im Untersuchungsgebiet der Europäischen Union vor der letzten Erweiterung.
Neff benutzt den neuartigen Ansatz der kontrastiven ökoskopischen Betrachtung der Nachfrage nach Deutsch und des Angebotes an Dolmetscherdienstleistungen mit Deutsch im europäischen Konferenzgeschehen. Anhand einer Untersuchungsreihe von 1998 bis 2003 bei über 19.000 Veranstaltern von Konferenzen und 3.300 Konferenzdolmetscher analysiert der Autor wichtige Indikatoren zur Standortbestimmung des Deutschen relativ zu anderen Konferenzsprachen.
Zu diesen Indikatoren gehören konferenztypische Parameter (Art und Dauer von Veranstaltungen, Sprach- und Fachgebietsangebote, Dolmetschmodi), marktrelevante Daten (Stratifizierung und Typologisierung von Konferenzveranstalter, Markteinteilung, Auftragspotenzial für Konferenzdolmetscher mit Deutsch), sprachspezifische Aspekte (Sprachenangebot in Aktiv- und Passivsprachen, Sprachkombinationen) sowie dolmetscherbezogene Daten (Zusammensetzung der beruflichen Tätigkeit, Auftragspotenziale u.v.m.). Eine prospektive Sicht der Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Sprache für das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts rundet das Bild ab.
Das Zusammenführen der Ergebnisse aus den Befragungen beider Marktakteure sowie eine eingehende Betrachtung großer Abnehmergruppen (Internationale Organisationen, EU-Institutionen, Ministerien und Verwaltungen, Verbände, Vereine und Gewerkschaften, Wirtschaftssektoren etc.) in ihrer historischen Bedarfsentwicklung an Konferenzsprachen ermöglichte das Herausarbeiten einer Reihe von Determinanten und Entwicklungsfaktoren für die zukünftige Stellung der deutschen Sprache in dieser Anwendungsdomäne.
Auf dieses Buch haben wir gewartet! Es schließt eine Lücke in der Dolmetschwissenschaft wie auch der interkulturellen Germanistik bzw. deutschen Soziolinguistik und wendet sich somit an Leser, die an diesen Forschungsgebieten ein besonderes Interesse haben oder in ihnen selbst wissenschaftlich tätig sind. Vielmehr noch als diesen Personenkreis sollte es aber diejenigen erreichen, die selbst in der Praxis des Konferenzdolmetschens stehen und sich Gedanken über ihre Zukunft auf dem Markt machen, und vor allem auch diejenigen, die Verantwortung tragen für die Ausbildung der nachfolgenden Dolmetschergeneration und tunlichst Sorge tragen sollten, nicht am tatsächlichen Bedarf vorbei auszubilden. (MDÜ 5/2009)
[…] der Elsässer Neff kann aus dem „Innenleben” der Kommission berichten, bei der er selbst als Dolmetscher tätig war und aus der ihm umfassende Angaben und Statistiken der Dolmetscher-Abteilungen der meisten europäischen Institutionen vorlagen. Neff, heute als Dozent im Fachbereich Dolmetscherausbildung der Universität Mainz in Germersheim tätig, trägt auf 689 Seiten eine fast erdrückende Fülle an Material und Zahlen zur Situation des Deutschen als Konferenzsprache in den europäischen Institutionen, Organisationen, Verbänden, Stiftungen und Bildungswerken zusammen. […] Neffs umfassende Untersuchung ist für jeden, der die Stellung der deutschen Sprache in europäischen Gremien in allen Verästelungen erfassen will, unverzichtbar. (Sprachnachrichten 03/2009)
Jacquy Neff (2007): Deutsch als Konferenzsprache in der Europäischen Union. Eine dolmetschwissenschaftliche Untersuchung. Hamburg: Dr. Kovac. 692 Seiten, mit CD, 98,00 Euro, ISBN 978-3-8300-3235-9.
[Text: Verlag Dr. Kovac. Quelle: Verlag Dr. Kovac. Bild: Verlag Dr. Kovac.]
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Fachtagung HU Berlin: Übersetzungsgeschichte - Geschichte des Wissenstransfers
15.11.2009 von Richard Schneider.

Das Institut für Romanistik und das Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin laden am 3. bis 5. Dezember 2009 zu einer internationalen Fachtagung ein. Der Titel: „Übersetzungsgeschichte - Bausteine für eine Geschichte des Wissenstransfers“.
Seit sich die Translationswissenschaft von ihren Quelldisziplinen zu emanzipieren begann, richtete sie ihr Augenmerk auf die Entwicklung eigenständiger theoretischer Fundamente, orientierte sich vorrangig auf pragmatische Texte und Textsorten, entwickelte ein eigenes Beschreibungsinstrumentarium, erweiterte die vorgefundenen Forschungsformate zu neuen und erklärungsstarken Dimensionen, insbesondere zur Kultur, und differenzierte sich systematisch in verschiedene Richtungen und Teildisziplinen.
Für die Etablierung einer Wissenschaftsdisziplin spielen die Geschichte des Gegenstandes – das Übersetzen und Dolmetschen – eine wichtige Rolle. Mit translationshistorischen Arbeiten wie Übersetzen in Renaissance und Humanismus, Übersetzen im Mittelalter von Hans J. Vermeer, sowie denen weiterer Autoren wie Berman, Bassnett/Lefevere, Delisle, Mounin, Woodsworth, die hier stellvertretend genannt werden könnten, wurden die Grundlagen für eine Geschichte der Translation aus translationswissenschaftlicher Perspektive vorgelegt oder bestimmte historische Epochen bearbeitet. Zudem muss der gesamte Bereich der Bibelübersetzung genannt werden, ebenso wie die dreibändige Ausgabe der HSK-Reihe und schließlich all die Arbeiten, die ihre Aufmerksamkeit den Translatoren zuwenden und beispielsweise Portraits und Arbeitsweisen von Übersetzern nachzeichnen und anderes mehr.
Angesichts der Breite und Differenziertheit translatorischen Handelns in der Geschichte, der Vielfalt von Ausgangs- und Zieltexten, der Neu- und Wiederübersetzungen u.v.a.m. scheint den Veranstaltern eine auf der eigenen translationswissenschaftlichen Methodologie fußende Beschäftigung mit dem Gegenstand ‘Translation’ ergänzungsbedürftig. Vor allem unter dem Aspekt des ‘Wissenstransfers dank Übersetzen’, also der Frage nach der Rolle von Translation in einer Wissensgeschichte und einer Geschichte des Wissenstransfers lassen sich auf diesem Feld mit Sicherheit wertvolle neue Erkenntnisse gewinnen. So ist die Geschichte von Translation und Translationswissenschaft das Leitthema der diesjährigen Herbsttagung.
Auf dem Programm stehen Beiträge von Hans Vermeer, Erich Prunč, Ludmilla Grischaewa, Natalia Reinhold, Katja Lebedewa, Julia Richter, Heidemarie Salevsky, Olga Kashkina, Elisabeth Gibbels, Maria Kaszyńska, Susanne Marten-Finnis, Carsten Sinner, Jürgen Schopp, Elena Zemskova, Michaela Wolf, Mihai Draganovici, Larisa Schippel, Hartwig Kalverkämper, Tatjana Yudina, Brigitte Horn-Helf, Adriana Ionescu, Gyde Hansen und Susana Cañuelo Sarrión.
Die Teilnahmegebühr beläuft sich auf 30 Euro, zu entrichten vor Beginn der Veranstaltung vor Ort. Darin enthalten sind Tagungsmaterialien, Pausenversorgung sowie ein gemeinsames Essen.
Weitere Informationen sowie das vollständige Tagungsprogramm finden Sie unter folgender Adresse: www.slawistik.hu-berlin.de/konferenzen
[Text: HU Berlin. Quelle: Mitteilung Institut für Slavistik, HU Berlin. Bild: Heike Zappe, Referat Öffentlichkeitsarbeit HU Berlin.]
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Greifswalder Konferenz zur Sprachpolitik in der Übersetzungspraxis
2.11.2009 von Richard Schneider.
Heute und morgen (02.-03.11.2009) findet an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald eine Konferenz zum Thema „Sprachpolitik in der Übersetzungspraxis“ statt. Untertitel: „Beiträge zu Fragen der sprachpolitischen Praxis in kleineren Sprachgemeinschaften.“ Veranstalter sind die Lehrstühle für Baltistik und Fennistik am Institut für fremdsprachliche Philologien.
Die Vorträge halten erfahrene Übersetzer, Dolmetscher und Wissenschaftler, die seit Jahren einen EU-weiten Prozess begleiten, in dem Sprachen mit wenigen Sprechern zu Empfängern von sprachlichen Strukturen geworden sind, die von anderen vorgegeben werden. Gleichzeitig versucht die nationale Politik, dieser Empfängerrolle zu entkommen – durch eine alle Lebensbereiche erfassende Sprachpflege.
In der Programmankündigung heißt es:
An der Übersetzungspraxis von Finnisch, Estnisch, Lettisch, Litauisch, Isländisch und Udmurtisch soll nachgezeichnet werden, welche Auswirkungen eine normative Sprachpolitik auf die Praxis des Übersetzens haben kann und welche Probleme insbesondere die graduellen Unterschiede in der „Normierungsstrenge“, die zwischen den sprachpflegerischen Maßnahmen der verschiedenen europäischen Staaten bestehen, zeitigen können.
Ins Auge gefasst werden sollen nicht nur literarische Übersetzungen, sondern das breite Spektrum übersetzter Schriftlichkeit. Unser erklärtes Ziel ist es nicht, gegenüber einer normativen Sprachpflege ablehnend zu sein, sondern es geht uns darum zu hinterfragen, inwieweit die oft „vom Schreibtisch“ aus – sei er der eines Politikers oder der eines Linguisten – entwickelten sprachlichen Regeln in der Praxis Anwendung finden können und welche Wirkungen und Auswirkungen dabei entstehen. Wir haben als Referenten gerade Übersetzer und Dolmetscher, die aus ihrer langjährigen Praxis berichten können, und Akademiker, die die sprachpflegerischen Aktivitäten und Mechanismen seit Jahren nachzeichnen und deren praktische Auswirkungen kennen, geladen.
Ein „ewiger“ Anlass zur Kritik von Seiten der sprachpflegerisch Aktiven sind diejenigen Texte, die durch die EU auf die Sprachgemeinschaften kommen. Sie gelten im Hinblick auf die selbstgesetzten Normen als „schwer übersetzbar“. Weil das Prozedere, durch das in der EU Übersetztungstexte entstehen, und die Rolle, die in diesem Prozedere nationale sprachpflegerische Vorstellungen spielen, oft einer breiteren Öffentlichkeit nicht genau bekannt sind, freuen wir uns, die Leiterin der deutschen Sprachabteilung in der Generaldirektion Übersetzen bei der Europäische Kommission für eine gesonderte Abendveranstaltung gewinnen zu können, die das EU-Prozedere zum Thema haben wird. Die Abendveranstaltung richtet sich damit an ein breiteres Publikum und insbesondere auch an alle jene Studierenden, die vielleicht davon träumen, einmal bei der EU als Übersetzer zu arbeiten.
Auf dem Programm stehen folgende Vorträge:
- J. Baldunčiks: Translation and Copying Syndrome in Modern Latvian: Language Standards under Pressure of the Dominant Contact Language
- A. Baravykaitė: Sprachnorm in der literarischen Übersetzung (zur Rolle der Sprachpflege in Verlagen)
- G. Ločmele: Translation Norms in Literary Translation in Light of the Language Policy in Latvia
- H. Mittelstädt: Übersetzungen – Wörterbücher – Sprachpflege. Eine Fallstudie zum Isländischen
- Sz. Toth: Sprachpflegerische Aspekte der Übersetzung von Weltliteratur ins Udmurtische
- S. Pischel: Gratwanderung zwischen abstrakter und konkreter Ausdrucksweise sowie zwischen Fremdwort und litauischem Wort bei der Übersetzung von EU-Texten in die litauische Sprache
- E. Proveja: Übersetzer als Wandler zwischen zwei Welten (Erfahrungen einer Übersetzerin zwischen EU-Texten und Normen der lettischen Auftraggeber)
- N. Maskaliūnienė: Membership in the EU: Challenges for Translators
- A. Veisbergs: Latvian Language Policy, Translation, Impact of the Language Development
- M. Pantermöller: Übersetzungskritik im 19. Jahrhundert als Forum finnischer Sprachplanung und Sprachpflege
- S. Stankevičienė: Normierung von Nomina Qualitatis im Litauischen und deren Auswirkung auf die Übersetzung
- M. Meyer-Lohse: Wie in der Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission eine Übersetzung entsteht
www.baltistik.uni-greifswald.de/aktuelle-veranstaltungen.html
[Text: Richard Schneider. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft; Institut für Baltistik, Uni Greifswald.]
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Kupsch-Losereit: Wie entsteht eine gute Übersetzung?
27.8.2009 von Richard Schneider.
Wie entsteht und was ist eine gute Übersetzung? Wie bildet man gute Übersetzer aus? Dr. Sigrid Kupsch-Losereit versucht in ihrem Buch, eine Antwort auf diese Fragen zu geben. Die ausgewählten Aufsätze beschreiben unter historischen und prozeduralen Gesichtspunkten den Weg, den ein Ausgangstext bis zum Zieltext in einem anderen Lebens- und Kulturzusammenhang zurücklegt. Sie geben einen Überblick sowohl über die theoretischen Grundlagen als auch über den konkreten Übersetzungsprozess, die übersetzerischen Strategien und ihre Didaktisierbarkeit. Prozesse, die im Übersetzergehirn vonstatten gehen, werden theoretisch aufgedröselt, durch Anschauungsmaterial nachvollziehbar und tragen dadurch zur Optimierung translatorischen Lehre bei.
Sie zeigen - im Idealfall - den Übersetzer als autonomes Subjekt, das dem Original nicht sklavisch dient, sondern Original und Übersetzung in Beziehung setzt, auswählt, zwischen ihnen verhandelt, zwischen dem, was verloren geht, und dem, was zur Überbrückung von Kulturdifferenz gewonnen wird. Von unterschiedlichen theoretisch-methodologischen Positionen aus ergibt sich schließlich ein Richtmaß für translatorisches Handeln, das ein zielkulturell kohärentes Textverständnis ermöglicht. Zum Schluss werden Kriterien zur Qualitätsbeurteilung von Übersetzungen an praktischen Textbeispielen verständlich dargelegt.
Die von Sigrid Kupsch-Losereit zusammengestellte Wegbeschreibung translatorischen Handelns ist aus ihrer Dozententätigkeit am Germersheimer Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz entstanden. Ihre zwischen 1976 und 2007 entstandenen Aufsätze geben Einblick in die Inhalte translatorischer Lehre und in die Entwicklung translatologischer Forschung. Die chronologische Wiedergabe zeigt, welchen Weg die Verfasserin im Rahmen der sich entfaltenden Übersetzungswissenschaft gegangen ist. Neben der Suche nach theoretischen Grundlagen zur Beschreibung der Translation (u. a. Textlinguistik, Hermeneutik, Handlungstheorie, Funktionale Translationstheorie, Kognitionswissenschaft) stehen Fragen der Übersetzungsdidaktik im Vordergrund.
Sowohl Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs an Instituten für Übersetzen und Dolmetschen, wissenschaftlich oder beruflich arbeitende Fachleute als auch interessierte Laien erhalten neue und spannende Einblicke in die Welt der Translation.
Sigrid Kupsch-Losereit wurde 1942 in Dortmund geboren. Von 1961 bis 1966 studierte sie in Heidelberg, Bonn, Tours und Caen Germanistik, Romanistik und Philosophie. Sie promovierte 1969 an der Universität Heidelberg über die Lyrik der französischen Symbolisten. Von 1970 bis 1972 arbeitete sie als DAAD-Lektorin an der Universität Reims, danach als akademische Mitarbeiterin am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim. Von 1973 bis 2005 nahm sie an Tagungen und internationalen Konferenzen teil und lehrte im Rahmen von internationalen EU-Programmen (Erasmus, Socrates etc.) an Universitäten in Bordeaux, Paris, Prag und Antwerpen. Seit 2005 ist Sigrid Kupsch-Losereit pensioniert.
Sigrid Kupsch-Losereit (2009): Vom Ausgangstext zum Zieltext. Eine Wegbeschreibung translatorischen Handelns. Berlin: Saxa. 234 Seiten, 32,90 Euro, ISBN 978-3-939060-13-0.
[Text: Saxa Verlag. Bild: Saxa Verlag.]
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Martin Luther fordert: Übersetzer sollen nicht allein sein
14.6.2009 von Richard Schneider.
Einzelübersetzer wissen, dass das Übersetzen im stillen Kämmerlein zur Vereinsamung führen kann. Einer der einflussreichsten Übersetzer der Weltgeschichte, Martin Luther (1483-1546), wies bereits darauf hin, dass diese Arbeitsweise auch für die Textqualität schädlich ist: ”Dolmetscher oder Übersetzer sollen nicht allein sein, denn einem Einzelnen fallen die guten und richtigen Wörter nicht immer ein.” Ein frühes Plädoyer für das Vier-Augen-Prinzip.

Zitiert nach: Erwin Mülhaupt: Luthers Evangelienauslegung. Vandenhoeck & Ruprecht, 1973. Band 2, Seite 620. Online einsehbar bei Google bücher.
Siehe auch: Luther übersetzte 10 Seiten pro Tag. Neuer Kinofilm über unseren Kollegen
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Friends: Synchronisation einer Sitcom
15.5.2009 von Richard Schneider.
In einem Zeitalter, in dem sich das Leben der Menschen immer mehr in der Medienwelt verliert, spielt besonders das Fernsehen eine große Rolle. Mit einem Blick auf das heutige Programm wird ersichtlich, dass besonders Filme und Serien aus anderen Ländern, hauptsächlich den USA, stammen. Achtet man bei der Betrachtung dieser Programme auf die Dialoge, fallen zum Teil sehr merkwürdige Stellen auf, bei denen es fragwürdig ist, wie es zu solchen Formulierungen kommen konnte.
Aus diesem Grund hat sich Martin Thauer in seiner Diplomarbeit näher mit dem Thema der Synchronisation befasst. Er wollte herausfinden, welche Ursachen diese Besonderheiten haben. Sind es einfach nur schlechte Übersetzungen? Woran erkennt man überhaupt schlechte Übersetzungen? Hatte der Übersetzer keine andere Wahl, als den Dialog so zu übersetzen?
Um diese Fragen zu beantworten, betrachtet Thauer folgende Punkte näher: Welche Faktoren spielen bei der Synchronisation eine Rolle? Hätte es eine bessere Lösung geben können? Als Untersuchungsgegenstand wählte er die amerikanische Sitcom “Friends”, die besonders im Originalton durch ihren saloppen und formlosen Humor besticht, und deren deutsche Synchronfassung.
Im Inhaltsverzeichnis finden sich unter anderem folgende Überschriften: Synchronisation vs. Untertitelung, Lippensynchronität/Gestensynchronität, Akzent/Dialekt, Zensur, Anglizismen, Maßeinheiten, hinzugefügter Dialog, Veränderungen der Aussage, unlogischer Dialog, Veränderungen aufgrund der Lippensynchronität, Übersetzungsfehler.
Martin Thauer (2008): Synchronisation einer Sitcom. Eine situationskomische Fernsehserie durch die Augen eines Übersetzers. Diplomarbeit Fachhochschule Flensburg, Studiengang Technikübersetzen. 87 Seiten, Note: 1,7. ISBN (E-Book): 978-3-640-18179-7, ISBN (Buch): 978-3-640-18197-1. Das Werk kann bei GRIN für 34,90 Euro sofort als PDF-Datei heruntergeladen werden.
[Text: Martin Thauer. Bild: Danilo Promotions Ltd., ISBN-13: 978-1847702463.]
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