Übersetzungsförderung für vierzehn geisteswissenschaftliche Werke

Mit „Geisteswissenschaften International – Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Literatur“ prämieren der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Fritz-Thyssen-Stiftung und das Auswärtige Amt nach der ersten Jury-Sitzung im Jahr 2009 14 herausragende geistes- und kulturwissenschaftliche Werke in deutscher Sprache. Mit der Preissumme von insgesamt 200.000 Euro wird die jeweilige Übersetzung der Titel ins Englische finanziert. Ziel ist es, zu einer weltweiten Verbreitung geisteswissenschaftlicher Forschungsergebnisse aus Deutschland beizutragen und zugleich Deutsch als Wissenschaftssprache und Sprache der Erstveröffentlichung geisteswissenschaftlicher Werke zu erhalten.

„Die Jury musste unter den vielen eingereichten Titeln eine strenge Auswahl treffen. Dabei hat uns die wissenschaftliche Qualität einer großen Zahl von Werken überzeugt“, sagte der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Frühwald. „Wir hoffen, dass diese Auszeichnung die Suche nach einem englischsprachigen Lizenzverlag erleichtert“. 55 Titel wurden von den Verlagen eingereicht. 

Die ausgezeichneten Werke:

  • Dan Diner: Gegenläufige Gedächtnisse (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • Sabine Doering-Manteuffel: Das Okkulte: Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung. Von Gutenberg bis zum World Wide Web (Siedler Verlag)
  • Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Biographie (Siedler Verlag)
  • Philip Manow: Im Schatten des Königs. Die politische Anatomie demokratischer Repräsentation (Suhrkamp Verlag)
  • Christian Meier: Kultur, um der Freiheit willen (Siedler Verlag)
  • Gerhard Neuweiler: Und wir sind es doch – die Krone der Evolution (Wagenbach Verlag)
  • Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt (Verlag C.H.Beck)
  • Doron Rabinovici: Instanzen der Ohnmacht. Wien 1938-1945. Der Weg zum Judenrat (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag)
  • Daniel Schäfer: Alter und Krankheit in der Frühen Neuzeit. Der Ärztliche Blick auf die letzte Lebensphase (Campus Verlag)
  • Karl Schlögel: Terror und Traum (Carl Hanser Verlag)
  • Christoph Türcke: Philosophie des Traums (Verlag C.H.Beck)
  • Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903-1968 (Verlag C.H.Beck)
  • Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald (Verlag C.H.Beck)
  • Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland (Vandenhoeck & Ruprecht)

Insgesamt werden von den Stiftern jährlich 400.000 Euro für die Übersetzung geisteswissenschaftlicher deutschsprachiger Werke vergeben. Bewerben können sich Verlage mit Publikationen aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie schlagen Titel ihrer Wahl vor, für die möglichst ein Options-Lizenzvertrag vorliegt, und geben eine kurze Begründung ihrer Auswahl. Die Förderungssumme orientiert sich am Einzelfall und den realen Übersetzungskosten. Ein unabhängiger Auswahlausschuss aus Wissenschaftlern, Fachjournalisten und wissenschaftlichen Verlegern unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Frühwald, Ehrenpräsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, wählt zweimal jährlich die zu fördernden Buchtitel aus.

[Text: Börsenverein des deutschen Buchhandels. Quelle: Pressemitteilung, 2009-04-28.]