UEPO 300

Rangfolge der 300 größten Sprachdienstleister Deutschlands

Nachfolgend alle bisher von uepo.de erstellten Jahreslisten:

 

Hinweise zur UEPO 300

Die UEPO 300 hat sich inzwischen zu einem Gesamtverzeichnis aller uns bekannten deutschen Sprachdienstleister (Übersetzungsbüros) entwickelt, die als juristische Person in Form einer GmbH, AG, eG, Ltd oder UG (haftungsbeschränkt) auftreten.

Partnerschaftsgesellschaften, Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), freiberufliche Übersetzergemeinschaften und Einzelübersetzer und -dolmetscher sind nicht verpflichtet, ihre Bilanzen zu veröffentlichen. Daher werden sie hier nicht aufgeführt.

Die UEPO 300 ist darüber hinaus auch eine Rangfolge der größten deutschen Sprachdienstleister. Alle hinsichtlich Bilanzsumme, Umsatz und Mitarbeiterzahl bedeutenden Büros nutzen eine der oben genannnten Gesellschaftsformen.

Im hinteren Drittel der Liste beginnen jedoch die Überschneidungen mit Partnerschaftsgesellschaften, GbRs und freiberuflich tätigen Einzelübersetzern und Konferenzdolmetschern. Manche der dort verzeichneten GmbHs, Ltds und UGs erwirtschaften geringere Umsätze als viele Freiberufler.

Vergleichsgrundlage Bilanzsumme

Vergleichsgrundlage der UEPO 300 ist die Bilanzsumme, die den Handelsregistern gemeldet wird.

Die Bilanzsumme ist der Betrag, der sich ergibt, wenn man in einer Bilanz entweder sämtliche Positionen auf der Aktivseite oder der Passivseite zusammenzählt. Sie entspricht der Summe aller Vermögenswerte, die im Unternehmen eingesetzt werden.

Die Bilanzsumme ist eine wichtige Vergleichskennzahl für Unternehmen der gleichen Branche. Ihre Aussagekraft ist begrenzt, aber sie lässt zumindest eine Einteilung der Unternehmen in Größenklassen zu.

Bilanzsumme entspricht nicht dem Umsatz

Zu beachten ist, dass die Bilanzsumme nicht dem Umsatz entspricht, auf dessen Grundlage Unternehmen üblicherweise miteinander verglichen werden. Weil die Umsatz- und Gewinnzahlen aber nicht veröffentlichungspflichtig sind, konnte die Rangfolge nur anhand der Bilanzsumme aufgestellt werden.

Die Höhe des Umsatzes lässt sich aus der Bilanzsumme nicht zuverlässig ableiten. Bei Sprachdienstleistern ist der Umsatz im Allgemeinen mindestens dreimal, durchschnittlich fünf- bis siebenmal und gelegentlich mehr als zehnmal höher als die Bilanzsumme. Das ergibt sich aus der vollständigen Bilanz einschließlich Gewinn- und Verlustrechnung, die uns von rund 10 Übersetzungsbüros – großen wie kleinen – vorliegt.

Wie kommt man in die Liste?

In der UEPO 300 führen wir alle Sprachdienstleister auf, die als GmbH, AG, eG, Ltd oder UG (haftungsbeschränkt) firmieren. Deren geprüfte Bilanzsumme ist im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar.

Partnerschaftsgesellschaften, Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) und freiberufliche Übersetzergemeinschaften sind nicht verpflichtet, ihre Bilanzen zu veröffentlichen. Daher werden sie hier nicht aufgeführt. Schon deshalb kann diese Liste nicht den Anspruch erheben, das Marktgeschehen vollständig abzubilden.

Datenquelle elektronischer Bundesanzeiger

Der elektronische Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de) wird vom deutschen Bundesministerium für Justiz herausgegeben. Er ist die zentrale Plattform für die Speicherung rechtlich relevanter Unternehmensdaten. Hier werden seit 2007 alle wichtigen veröffentlichungspflichtigen Daten von Unternehmen zentral zusammengeführt und für Interessenten elektronisch abrufbar bereitgestellt.

Nach § 325 HGB sind alle Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als persönlich haftendem Gesellschafter, also z. B. alle GmbHs und AGs verpflichtet, ihren kaufmännischen Jahresabschluss zu veröffentlichen (Publizitätspflicht). Verstöße gegen diese Offenlegungspflicht können mit Ordnungsgeldverfahren und Strafen zwischen 2.500 und 25.000 Euro vom Bundesamt für Justiz geahndet werden.

An der Zusammenstellung der UEPO 300 haben mitgewirkt: Jessica Antosik, Viktoria Rybczynski, Nina Neumann, Janine Fischer, Zaira Fiori und Richard Schneider. Anregungen, Kritik, Ergänzungen und Korrekturhinweise bitte per E-Mail an Richard Schneider unter folgender Adresse: rs@uepo.de

Der Übersetzungsmarkt in Deutschland

Zahl der Übersetzer und Dolmetscher

Es gibt in Deutschland rund 30.000 bis 40.000 Übersetzer (2010). Von diesen sind etwas mehr als 20 Prozent angestellt oder verbeamtet und gut 80 Prozent freiberuflich tätig. Die Berufsgruppe ist damit recht klein. Zum Vergleich: Es gibt rund 440.000 Ärzte in Deutschland (2010), 792.000 Lehrer (2008) und mehr als 1.000.000 Ingenieure (2010).

Übersetzungsmarkt stark fragmentiert

Der Übersetzungsmarkt ist durch eine starke Zersplitterung gekennzeichnet.

  • Rund 7.000 Übersetzer und Dolmetscher sind in den Sprachendiensten von Unternehmen oder Behörden angestellt bzw. verbeamtet.
  • Die große Mehrheit, ca. 30.000 Sprachmittler, arbeitet als Einzelübersetzer auf freiberuflicher Basis.
  • Es gibt in ganz Deutschland lediglich 300 bis 500 Sprachdienstleister, bei denen das Unternehmen aus mehr als einem einzelnen Mitarbeiter besteht. Die Zahl der freien Mitarbeiter dieser Übersetzungsbüros kann sich jedoch auf mehrere Hundert bis mehrere Tausend belaufen.
  • Die Zahl der Sprachdienstleister, die Jahresumsätze von über 1 Mio. Euro erwirtschaften, beläuft sich auf rund 180. Rund 40 von diesen setzen mehr als 2 Mio. Euro pro Jahr um.

Marktvolumen für Sprachdienstleistungen

Das Volumen des deutschen Übersetzungsmarktes liegt nach Schätzungen des BDÜ (2011) bei 750 Millionen bis 1 Milliarde Euro pro Jahr. Das Wachstum beläuft sich auf rund 10 Prozent pro Jahr. In wirtschaftlichen Krisenzeiten ist es geringer, liegt aber mit vermutlich rund 5 Prozent immer noch deutlich im positiven Bereich.

[Text: Richard Schneider. Stand: 2016-06-19.]

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