„Ihre Übersetzungen haben Maßstäbe gesetzt“ – Rosemarie Tietze mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Joachim Gauck

Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 4. Oktober anlässlich des Tages der Deutschen Einheit 31 Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, von den Medien meist kurz als „Bundesverdienstkreuz“ bezeichnet.

Zu den Geehrten gehört auch die Literaturübersetzerin Rosemarie Tietze (70). Sie wurde mit dem „Verdienstkreuz 1. Klasse“ ausgezeichnet. In der Begründung des Bundespräsidialamtes heißt es:

Ihre Übersetzungen haben Maßstäbe gesetzt. Rosemarie Tietze zählt zu den profiliertesten Übersetzerinnen russischer Literatur in Deutschland. Ihr übersetzerisches Werk reicht von Fjodor Dostojewski und Leo Tolstoi bis zu Andrej Bitow, dem bedeutenden russischen Schriftsteller der Postmoderne.

 

Darüber hinaus hat sich Rosemarie Tietze mit Durchsetzungsvermögen und großer Überzeugungskraft dafür eingesetzt, dass sich die Übersetzungskultur in der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig verbessert. Sie war Initiatorin, Mitgründerin und langjährige Präsidentin des Deutschen Übersetzerfonds, der ersten bundesweiten Förderinstitution speziell für Übersetzer.

 

Rosemarie Tietze hat sich um den Berufsstand verdient gemacht, der uns erst den umfassenden Zugang zu den Werken der Weltliteratur verschafft.

Die Wikipedia fasst Tietzes Lebenslauf wie folgt zusammen:

Tietze studierte Theaterwissenschaft, Slawistik und Germanistik an den Universitäten Köln, Wien und München. Seit 1972 ist sie freiberufliche Übersetzerin und seit 1984 Dozentin am Sprachen & Dolmetscher Institut München. 1993 bis 2001 leitete sie den Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V. 1997 bis 2009 war sie außerdem Vorsitzende des Deutschen Übersetzerfonds und ist Mietglied des PEN-Zentrums Deutschland. Sie lebt in München.

Bundesverdienstkreuz

Das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland

Orden ist Auszeichnung für besondere Leistungen und Verdienste

Der Verdienstorden wird an Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für Verdienste im sozialen und karitativen Bereich verliehen. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die von staatlicher Seite ausgesprochen werden kann.

Der Orden wird in verschiedenen Stufen verliehen. Das „Verdienstkreuz 1. Klasse“ entspricht von unten gezählt der dritten von acht möglichen Stufen. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung nicht verbunden.

Seit der Stiftung des Ordens durch Bundespräsident Theodor Heuss im Jahr 1951 wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland rund 243.000 Mal verliehen.

Weiterführender Link zum Thema

2013-11-26: „Beim Übersetzen von Tolstoj kriegt man einen Kick“ – Artikel im Hamburger Abendblatt über eine Vortragsveranstaltung mit Rosemarie Tietze

[Text: Richard Schneider. Quelle: VdÜ, Bundespräsidialamt, Wikipedia. Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.]

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