BDÜ zur Altersvorsorge: „Wahlfreiheit und Diversität erhalten, Mindestbeiträge zur Krankenversicherung senken“

AltersvorsorgeDer BDÜ hat eine Stellungnahme zur politischen Diskussion um die Altersvorsorge für Selbstständige erarbeitet und auf seiner Website veröffentlicht.

In dem von BDÜ-Präsident André Lindemann und Vizepräsident Ralf Lemster unterzeichneten Papier heißt es, dass das Thema für den BDÜ von großer Relevanz sei, weil die Verbandsmitglieder weit überwiegend (zu 86 Prozent) selbstständig und meist als Freiberufler tätig seien.

Regelungen notwendig, aber Diversität der Vorsorgeprodukte erhalten

Der Verband akzeptiere grundsätzlich „die Notwendigkeit von Regelungen für eine Altersvorsorgepflicht auf einem Niveau knapp oberhalb der Grundsicherung“, um einer drohenden Altersarmut vorzubeugen.

Eine Umfrage habe jedoch ergeben, dass 75 Prozent der BDÜ-Mitglieder auf unterschiedliche Weise bereits Maßnahmen zur Altersvorsorge getroffen hätten (Rentenversicherung, Lebensversicherung, Sparpläne, Wertpapiere, Immobilien). Diese Diversität der gewählten Produkte und deren Wahlfreiheit gelte es zu bewahren.

Kein Zwang zur Teilnahme an gesetzlicher Rentenversicherung

Eine Rentenversicherungspflicht mit dem Ziel, langfristig alle Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, lehne der BDÜ nachdrücklich ab.

Mindestbeiträge zur Krankenversicherung senken

Eine bezahlbare monatliche Altersvorsorge für Selbstständige sei aber nur mit angemessenen, d. h. niedrigeren Beiträgen für die gesetzliche Kranken- und Sozialversicherung möglich. Der Beitrag für Selbstständige müsse sich dabei wie bei anderen Versichertengruppen an der Höhe des Einkommens orientieren.

Dies ist zurzeit nicht der Fall. Solo-Selbstständige zahlen immer mindestens rund 400 Euro pro Monat an die Krankenkasse – selbst dann, wenn sie über lange Zeit (etwa in der Existenzgründung) oder wie bei Literaturübersetzern grundsätzlich nur knapp mehr als 1.000 Euro verdienen.

Eine realistische Chance zur Altersvorsorge eröffne sich nur, wenn die Mindestbeiträge für Selbstständige gesenkt würden.

Weiterführender Link

Das Positionspapier kann unter dem folgenden Link heruntergeladen werden:

[Text: Richard Schneider. Quelle: BDÜ, 06/2017. Bild: Trüffelpix / Fotolia.]

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