Dolmetschen für lesbische, schwule oder bisexuelle Einwanderer – Leitfaden für Sprachmittler erschienen

Leitfaden Sprachmittlung für queere GeflüchteteDie Schwulenberatung Berlin hat eine 23-seitige Broschüre mit dem Titel „Sprachmittlung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Geflüchtete“ herausgegeben, die als „Handreichung für Sprachmittler*innen“ gedacht ist.

Im Vorwort heißt es:

Im Kontakt mit Behörden, Unterkünften bzw. Beratungsstellen sind viele Geflüchtete auf Sprachmittlung angewiesen. Diese stellt im Idealfall eine Unterstützung im Sinne von Kulturmittlung dar. Gut informierte Sprachmittler*innen können sie dabei unterstützen, die oft gewaltvollen Erfahrungen in den Heimatländern und auf der Flucht gut zu übersetzen.

 

In dieser Broschüre werden die besondere Situation von LSBTI-Geflüchteten sowie die daraus resultierenden Spezifika in Bezug auf Sprachmittlung für LSBTI-Geflüchtete dargestellt. […]

 

Die meisten kommen aus Ländern, in denen ihnen die Todesstrafe oder strafrechtliche Verfolgung und Kriminalisierung drohen, sie Moralgesetzen oder Vorschriften ausgesetzt sind, welche LSBTI-Rechte auf freie Meinungsäußerung und Privatsphäre beschränken, oder wo sie Gewalt und Diskriminierung in der eigenen Familie und Gesellschaft erleben.

Glossareintrag

Beispiel für einen Glossareintrag mit Übersetzung in sechs Sprachen.

Die Broschüre versucht, Dolmetschern und Übersetzern konkrete Hilfestellung bei der Einarbeitung in das für viele offenbar doch heikle und mit Tabus belegte Thema zu geben.

Eine „Checkliste für die Sprachmittlung mit geflüchteten LSBTI“ gibt 13 Tipps zur Vorbereitung auf das Dolmetschen. (Die Abkürzung LSBTI steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intersexuell.)

Darüber hinaus wird die spezielle LSBTI-Terminologie erläutert und ein Glossar mit Stichworten in sechs Sprachen angeboten. Dazu heißt es:

In manchen Sprachen existieren möglicherweise nur diskriminierende oder pathologisierende Bezeichnungen für die Lebensrealität von LSBTI-Personen. Trotzdem gibt es weltweit in vielen Ländern Bemühungen, neue und eher positive Begrifflichkeiten aufzubauen. Vor allem englischsprachiges LSBTI-Vokabular ist in viele Sprachen übernommen worden, u.a. in Türkisch, Arabisch, Persisch und Deutsch.

Ein Anhang mit einer Übersicht von Beratungsstellen in Berlin sowie Landkarten, die die menschenrechtliche Situation von LSBTI in Europa und anderen Weltregionen darstellen, rundet das Informationsangebot ab.

Weiterführender Link

[Text: Richard Schneider. Quelle: fluechtlingshelfer.info. Bild: Schwulenberatung Berlin gGmbH.]

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