100.000 Euro pro Jahr: Hamburg übernimmt Dolmetscherkosten für Steffi Grafs Flüchtlingsambulanz

Steffi Graf

Steffi Graf hat ihre Stiftung bereits 1998 gegründet und auf dem Gelände des Uniklinikums angesiedelt.

Die Flüchtlingsambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist ein Projekt der von der ehemaligen Tennisspielerin Steffi Graf gegründeten Stiftung Children for tomorrow. In ihr werden traumatisierte junge Flüchtlinge versorgt.

Der Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele hat nun erklärt, dass die Stadt bereit ist, die Dolmetschkosten der Einrichtung zu übernehmen: „Die Flüchtlingsambulanz leistet einen wertvollen Beitrag zur seelischen Gesundung junger Menschen, die traumatische Fluchterlebnisse verarbeiten müssen. Voraussetzung hierfür ist häufig die Überwindung der Sprachbarriere durch den Einsatz von Dolmetschern. Wir haben uns dazu entschlossen, zukünftig Dolmetscherkosten zu übernehmen und stellen hierfür rund 100.000 Euro jährlich zur Verfügung.“

Stefanie Graf begrüßt diesen Schritt: „Wir sind sehr dankbar über die neue Partnerschaft mit der Stadt Hamburg. Die Unterstützung bei der Finanzierung der für die Psychotherapie unerlässlichen Dolmetscher ermöglicht uns, die Flüchtlingsambulanz langfristig abzusichern. Um die Flüchtlingsambulanz angesichts der zu erwartenden steigenden Flüchtlingszahlen weiter ausbauen zu können, sind wir jedoch weiterhin dringend auf Spenden angewiesen.“

Joachim Prölß, Direktor des Patienten- und Pflegemanagements am Klinikum, will die Kooperation mit der Stiftung langfristig fortsetzen: „Das UKE betreibt seit 1999 in Kooperation mit der Stiftung Children for Tomorrow die Flüchtlingsambulanz für Kinder und Jugendliche. Seitdem unterstützt ein Team aus Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten den seelischen Wiederaufbau der Kinder, die sonst durch das medizinische Versorgungsnetz fallen würden. Es ist uns ein Bedürfnis und eine Verpflichtung, dieses Engagement auch künftig aufrecht zu erhalten und angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen auszuweiten.“

Die Flüchtlingsambulanz stellt jedem Kind für seine Therapie einen eigenen Dolmetscher zur Seite und ermöglicht damit eine Chance auf Heilung seelischer Wunden. Behandelt werden können jährlich bis zu 300 minderjährige Patienten. Die Warteliste ist lang.

Steffi Graf

Graf ist oft selbst vor Ort (hier in einem Aufenthaltsraum der in Behandlung befindlichen Kinder und Jugendlichen)

Children for Tomorrow

Children for Tomorrow ist eine gemeinnützige Stiftung mit dem Ziel, Kinder und deren Familien, die Opfer von Krieg, Verfolgung und organisierter Gewalt geworden sind, zu unterstützen. Sie wurde 1998 von Steffi Graf ins Leben gerufen. Neben dem Hamburger Projekt unterhält die Stiftung internationale Projekte in Uganda, Kosovo und Eritrea. Bis zu 1000 Kinder kann die Stiftung so jedes Jahr versorgen.

Seit April 2011 hat Children for Tomorrow ein eigenes Stiftungsgebäude auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, in welchem auch die Flüchtlingsambulanz mit ihrem 12-köpfigen Team untergebracht ist. Der Stiftungssitz beherbergt neben der Flüchtlingsambulanz die Psychosozialen Programme, das Research Center und die Verwaltung.

www.children-for-tomorrow.de

[Text: Saskia Lemm / UKE. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 2015-06-19. Bild: Stiftung „Children for tomorrow“.]

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