Repräsentative Umfrage: 79 Prozent haben nichts gegen Nutzung von KI bei Buch-Übersetzungen

Bücher, Frankfurter Buchmesse 2026, junges Lesepublikum
Gerade das junge Lesepublikum - hier auf der Frankfurter Buchmesse 2016 - hat nichts dagegen einzuwenden, wenn bei der Übersetzung von Literatur die Künstliche Intelligenz herangezogen wird. - Bild: Gian-Luca Heiser / FBM

Stammt die Geschichte aus der Feder eines Menschen – oder war KI am Werk? Aktuell sorgt diese Frage auch bei einem renommierten französischen Buchpreis für Diskussionen. In Deutschland zeigt sich: Je stärker die Künstliche Intelligenz selbst zum Autor wird, desto größer sind die Vorbehalte.

Während 79 Prozent den Einsatz von KI bei der Übersetzung von Büchern befürworten, nimmt die Offenheit beim eigentlichen Schreiben deutlich ab. Nur rund ein Drittel (34 Prozent) findet es unproblematisch, wenn sich Autoren beim Schreiben von KI unterstützen lassen. Ein komplett von KI geschriebenes Buch würden sogar nur 29 Prozent lesen.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren anlässlich der Frankfurter Buchmesse im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Die Zurückhaltung gegenüber KI in der Autoren-Rolle geht mit Sorgen um die Zukunft menschlicher Autoren einher: 65 Prozent befürchten, KI könnte diese ersetzen. Zugleich glauben 58 Prozent, sie würden selbst gar nicht erkennen, wenn ein Buch mithilfe von KI geschrieben wurde.

Umso wichtiger ist vielen Transparenz: 72 Prozent sind der Meinung, dass der Einsatz von KI in Büchern gekennzeichnet werden sollte.

Bitkom-Experte für Consumer Technology Dr. Sebastian Klöß erläutert:

Für die Buchbranche eröffnet KI weit mehr Möglichkeiten als nur beim Schreiben selbst – etwa auch bei Recherche, Lektorat oder Vermarktung.

Sie wird von den Lesern bisher aber vor allem als zusätzliches Werkzeug akzeptiert, nicht jedoch als Ersatz für menschliche Kreativität. Umso wichtiger ist vielen die Transparenz, wenn KI im Inhalt mitwirkt.

Vor allem beim Alter zeigen sich Unterschiede – je jünger, desto offener sind die Deutschen für den KI-Einsatz in der Literatur. Unter den 16- bis 29-Jährigen würden 36 Prozent ein vollständig von KI geschriebenes Buch lesen, unter den Menschen ab 65 Jahren sind es nur 23 Prozent.

Auch Unterstützung durch KI beim Schreiben wird von den Jüngeren häufiger akzeptiert: 40 Prozent der 16- bis 29-Jährigen finden dies unproblematisch, bei den Ältesten sind es nur 29 Prozent.

Umgekehrt wächst mit dem Alter der Wunsch nach Transparenz: Eine Kennzeichnung des KI-Einsatzes wünschen sich 77 Prozent der Menschen ab 65 Jahren, aber nur 68 Prozent der 16- bis 29-Jährigen.

PM Bitkom