Sieg vor Gericht: EU-Sprachmittler erhalten 3,7 Prozent mehr Gehalt

„Brüsseler Beamte kassieren ab“, titelt der Mannheimer Morgen. „Ob Dolmetscher oder Generaldirektor – alle bekommen für das vergangene Jahr eine Erhöhung ihres Gehalts um 3,7 Prozent. Das hat gestern [24.11.2010] der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Damit haben die EU-Regierungen eine Schlappe erlitten.“ Diese wollten die alljährliche Gehaltserhöhung wegen der schlechten Wirtschaftslage halbieren.

Inge GräßleInge Gräßle (Bild) aus Heidenheim, CDU-Abgeordnete im Europäischen Parlament, schimpft: „Ich habe keine Lust, mich von meinen Wählern dafür verantwortlich machen zu lassen, dass die Beamten in Brüssel so viel Geld verdienen.“ Die EU-Haushaltsexpertin rechnet vor, dass ein Durchschnittsbeamter auf 4.400 Euro brutto kommt. Netto falle der Vergleich mit Staatsdienern in Deutschland noch vorteilhafter aus. Letztendlich verfügten EU-Beamte über das 2,3-Fache Einkommen ihrer deutschen Kollegen. Deshalb verdiene ein Saaldiener mehr als jeder EU-Abgeordnete. Ein Generaldirektor in den EU-Institutionen erreiche bis zu 19.000 Euro monatlich. Außerdem gebe es viele Zulagen. „Wenn sie schon so viel verdienen, könnten die EU-Beamten ja auch wenigstens 40 statt 37,5 Stunden in der Woche arbeiten“, schlägt Gräßle vor. Auch sei es sinnvoll, das Pensionseintrittsalter von 63 auf 65 Jahre zu erhöhen.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Mannheimer Morgen, 2010-11-25. Bild: Gräßle.]

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