Ergonomie am Übersetzerarbeitsplatz – ZHAW präsentiert Umfrageergebnisse

Eine Arbeitsgruppe der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat jetzt die Ergebnisse einer Umfrage zur Ergonomie am Übersetzerarbeitsplatz veröffentlicht. 1.850 Berufsübersetzer aus fast 50 Ländern nahmen an der Umfrage teil.

Die Übersetzungs- und Ergotherapie-Wissenschaftlerinnen der Fachhochschule hatten 2014 auf dem FIT-Weltkongress in Berlin ihr Forschungsprojekt „Ergonomie am Übersetzerarbeitsplatz“ vorgestellt und zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen.

Der in 6 Sprachen angebotene Fragenkatalog gliederte sich in 5 Bereiche:

  • Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung
  • Computer-Arbeitsplatz
  • Tools und weitere Hilfsmittel
  • Workflow and Organisation
  • Gesundheit und damit verbundene Aspekte

Erschreckend: 48 % beherrschen das Zehnfingersystem nicht, 44 % der Freiberufler arbeiten ausschließlich an einem Laptop

In der Studie heißt es: „Überraschend für eine Tätigkeit, bei der die Computertastatur so intensiv genutzt wird, beherrschten nach eigenen Angaben nur 52 % der ÜbersetzerInnen das Zehnfingersystem, wobei es keinen Unterschied zwischen jüngeren (d. h. 18- bis 45-Jährigen) und älteren (über 45-Jährigen) gab.“

Und weiter: „Ein zusätzliches Risiko für Gesundheitsbeschwerden wie Muskel- und Gelenkprobleme birgt die Tatsache, dass ein hoher Anteil der freiberuflichen ÜbersetzerInnen mit einem Laptop- statt mit einem Desktop-Computer arbeitet (44 % im Vergleich zu 18 % der ÜbersetzerInnen im öffentlichen Dienst und 25 % derjenigen in Privatunternehmen).“

Ein Viertel bis ein Drittel verwendet keine CAT-Tools

Zum Thema Translation-Memory-Systeme führt die Umfrageauswertung zu folgendem Ergebnis: „Beinahe ein Drittel der über 45-jährigen und knapp weniger als ein Viertel der bis zu 45 Jahre alten ÜbersetzerInnen gaben an, keine CAT-Tools zu verwenden.“

Ergonomie am Übersetzerarbeitsplatz

Antworten auf die Frage „Welche Aspekte sollten ergonomischer sein?“

Verbesserungspotenzial bei Stuhl und Schreibtisch

An welchen Stellen und wie lässt sich die Ergonomie von Übersetzerarbeitsplätzen am ehesten verbessern?

„Bei der Frage, welche der aufgelisteten Aspekte ihres Arbeitsplatzes ergonomischer sein sollten, wählten über 44 % der ÜbersetzerInnen den Stuhl. Dies ist unter Umständen eine teure Anschaffung, wird jedoch als wichtig erachtet.“

„Bei den freiberuflichen ÜbersetzerInnen war auch die Grösse des Arbeitstisches ein oft genanntes Problem, was sich mit den oben erwähnten Resultaten deckt. Der meist genannte Kommentar bezüglich des Tisches war der Wunsch, auch im Stehen arbeiten zu können.“

Weiterführende Links

[Text: Richard Schneider. Quelle: ZHAW, Juli 2015. Bild: ZHAW.]

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