Reconquista an der Waterkant – BDÜ will Hamburg und Schleswig-Holstein zurückerobern

El Cid
Reiterstandbild von „El Cid“, einem der Helden der Reconquista – Bild: uzkiland/Fotolia

In den letzten Wochen hatte es in Online-Foren bereits Gerüchte gegeben, der BDÜ wolle dem ADÜ Nord in Norddeutschland demnächst Konkurrenz machen und nach fast zwei Jahrzehnten der Abwesenheit wieder in Hamburg und Schleswig-Holstein Fuß fassen.

Diese (je nach Sichtweise) Befürchtungen bzw. Hoffnungen haben sich jetzt bestätigt. Im MDÜ 6/2014 heißt es unter der Überschrift „BDÜ demnächst wieder flächendeckend vertreten“:

Der „weiße Fleck“ im Norden der BDÜ-Verbandslandkarte schließt sich: Demnächst wird auch der hohe Norden wieder in den Reihen der BDÜ-Mitgliedsverbände vertreten sein. Nach dem aktuellen Stand der Gespräche und Beratungen ist geplant, den Landesverband Bremen und Niedersachsen auf das Gebiet von Hamburg und Schleswig-Holstein auszudehnen.

Auslöser war der in jüngster Zeit verstärkt geäußerte Wunsch von Kolleginnen und Kollegen in den beiden nördlichen Bundesländern nach einer Vertretung des BDÜ vor Ort. Details zum neuen „Nord-Verbund“ in der nächsten Ausgabe des MDÜ.

Weiße Flecken 18 Jahre lang gut kaschiert

Die Tatsache, in den beiden Bundesländern seit 1996 nicht mehr vertreten zu sein, hat der BDÜ in den vergangenen 18 Jahren gut kaschiert und nie thematisiert. Den meisten Mitgliedern südlich von Hamburg dürfte gar nicht aufgefallen sein, dass es weiße Flecken auf der Deutschlandkarte des BDÜ gibt. Lediglich UEPO.de hat gelegentlich darauf hingewiesen.

Hamburg und Schleswig-Holstein fehlen seit 1996 auf BDÜ-Landkarte

Die Lücke im Norden entstand, als 1996 nach verbandsinternen Querelen drei BDÜ-Landesverbände aus dem Bundesverband austraten. Dabei handelte es sich um die Landesverbände Hamburg/Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Aus BDÜ-Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein entstand ADÜ Nord

Aus dem ehemaligen Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein ging 1997 der ADÜ Nord hervor, der sich danach zum Innovationsführer unter den Übersetzerverbänden entwickelte (erste vernünftige Website, erster Verband mit guter Pressearbeit und Dauerpräsenz in den Online-Foren der Branche, Mitgliederzeitschrift als PDF für jedermann).

Der BDÜ rechnete sich offenbar lange Zeit kaum Chancen aus, dort wieder Fuß zu fassen, und überließ das Terrain fast zwei Jahrzehnte lang den agilen und erfolgreichen Abtrünnigen.

BDÜ nutzt Schwächephase des ADÜ Nord

Nach dem Abgang der Gründergeneration des ADÜ Nord scheint sich in den letzten Jahren im Norden eine gewisse Lethargie und Lustlosigkeit breit gemacht zu haben, die auch zu internen Streitigkeiten geführt hat.

Diese Schwächephase des Konkurrenzverbandes könnte der BDÜ nun zu seinem Vorteil nutzen.

Richard Schneider

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