Online-Datenbank sämtlicher publizierter Übersetzungen der Werke von Thomas Bernhard

Thomas Bernhard 1987
Thomas Bernhard im Jahr 1987, zwei Jahre vor seinem krankheitsbedingten frühen Tod. - Bild: Monozigote / CC BY SA 4.0

Unter der Bezeichnung „thomas bernhard in translation“ hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eine Online-Datenbank sämtlicher publizierter Übersetzungen der Werke des österreichischen Schriftstellers aufgebaut.

Seit 1967 mit der französischen und serbischen Übertragung des Debütromans Frost (1963) der Grundstein gelegt wurde, sind mehr als 1.000 Übersetzungen (davon mehr als 800 Erstpublikationen) in 42 Sprachen erschienen, zu denen die Datenbank erstmals detaillierte bibliografische Informationen liefert.

Sie ermöglicht eine gezielte Recherche nach Titeln, Sprachen und Übersetzern. Ein vollständiger Überblick über die oft außergewöhnlichen Buchcover macht die internationale Ausstrahlung des Autors auch visuell erfahrbar.

Bernhard: Übersetztes Buch wie eine verstümmelte Leiche

In anderen Sprachen, so der als „Übertreibungskünstler“ bekannte Thomas Bernhard (1931 – 1989), seien seine Werke „nicht wiederzuerkennen. Ein übersetztes Buch ist wie eine Leiche, die von einem Auto bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden ist. Können S’ dann die Trümmer zusammensuchen, aber es nützt nichts mehr.“

Zum Weltliteraten geworden ist er aber, indem genau diese „Trümmerarbeit“ durch Übersetzer unermüdlich geleistet wurde. Damit wurde das Fundament für seine bis heute anhaltende internationale Ausstrahlung gelegt.

Thomas Bernhard, Titel-Collage
Die Datenbank enthält neben den bibliografischen Angaben auch Abbildungen des Einbands. – Bild: ÖAW

„Scheußliche Umschläge“

Im Fokus der Webseite stehen die von Bernhard bemängelten „scheußliche[n] Umschläge“. Das Design der Buchcover gibt Aufschluss über visuelle Trends und Verlagskontinuitäten im Laufe der Jahrzehnte samt den zugrundeliegenden rezeptionssteuernden Motiven. Daneben verzeichnet sind als bibliographische Informationen: Originaltitel, Publikationsjahr, Verlag, Übersetzer, Nachdrucke und spätere Auflagen.

Angezeigt werden stets die Erstveröffentlichungen. Vorabdrucke sowie unveröffentlichte Übersetzungen für die Bühne wurden nicht aufgenommen. Enthält eine Sammelausgabe mehr als eine Bernhard-Übersetzung, so bezieht sich der Titel auf die gesamte Publikation.

Die Datenbank „thomas bernhard in translation“ ist ein Kooperationsprojekt der Forschungsstelle Thomas Bernhard an der ÖAW mit der Internationalen Thomas-Bernhard-Gesellschaft und dem Suhrkamp-Verlag.

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