Die hessische Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) hat im Wiesbadener Landtag nochmals bekräftigt, dass die Landesregierung – eine CDU–SPD-Koalition – bei der Sprachförderung in Kitas keine Kürzungen vornehmen wird.
„Im Gegenteil: Wir entwickeln die Sprachförderung weiter! Und das mit dem Ziel, sie dauerhaft, flächendeckend und rechtssicher im System der Kindertagesbetreuung zu verankern“, sagte Hofmann in einer Rede im Landtag.
Zudem verwies sie darauf, dass auch die Förderung insgesamt beibehalten werde: „Und das trotz knapper Kassen, da Sprachförderung für uns von zentraler Bedeutung ist!“
Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ habe in einer Phase, in der die Weichen für die frühkindliche Bildung neu gestellt werden mussten, hervorragende Arbeit geleistet. Als der Bund sich schrittweise zurückgezogen habe, sei das Bundesland Hessen mit Millioneninvestitionen in die Bresche gesprungen und habe Verantwortung übernommen.
Früheres Programm erreichte nur 10 Prozent der Kinder
„Aber: Dieses Programm hat nur einen Bruchteil unserer Kinder erreicht, weniger als zehn Prozent konnten von dem Programm profitieren“, so die Ministerin. Umso wichtiger sei deshalb, die Sprachförderung jetzt auf ganz Hessen auszudehnen: „Jedes Kind soll in der sprachlichen Entwicklung unterstützt werden.“
Neue Struktur soll ab Mitte 2027 alle erreichen
Die bloße Verlängerung eines auslaufenden Förderprogramms schaffe keine dauerhafte Perspektive, sondern eine Doppelstruktur. „Mit der Novellierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches schaffen wir die Grundlage dafür, dass die neue Struktur bereits ab Mitte 2027 greifen kann. Wir vermeiden eine Förderlücke, indem die Träger bereits vor der Gesetzesänderung Abschlagszahlungen erhalten“, erläuterte Hofmann.
Großteil der 337 sprachlichen Fachkräfte werden weiterbeschäftigt
Die Behauptung, durch die systemische Umstellung würden Stellen in der Sprachförderung in hessischen Kitas wegfallen, wies sie zurück: „Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass ein Großteil der 337 im Programm Sprach-Kitas geförderten Fachkräfte weiterhin im Bereich der sprachlichen Bildung und Förderung in der Kindertagesbetreuung in Hessen gebraucht und eingesetzt werden kann“, so die Ministerin.
Verfahren auf Bundesebene beobachten, aber nicht abwarten
Das Verfahren rund um das Qualitätsentwicklungsgesetz des Bundes, das sich aktuell noch im Stadium eines Entwurfs befindet, verfolge man sehr genau. Doch es gelte mit Blick auf Hessen, in der Frage der frühkindlichen Sprachbildung nun nicht abzuwarten: „Wir handeln jetzt und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass eine spätere Bundesförderung sinnvoll in unsere Strukturen integriert werden kann“, schloss Hofmann ihre Rede.
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Matthias Schmidt (Ministerium)
