Einmal jährlich vergibt die „Fachstelle Kultur“ des Kantons Zürich so genannte Werkbeiträge und Anerkennungsbeiträge im Bereich Literatur. Vergeben werden die Auszeichnungen an literarische Projekte von Autoren und Übersetzern, die im Kanton Zürich wohnen.
Mit den Werk- und Anerkennungsbeiträgen fördert der Kanton ein breites Spektrum literarischen Schaffens – von Romanen über Übersetzungen bis hin zu einer Graphic Novel. Die Auswahl erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der „Fachgruppe Literatur“ der kantonalen Kulturförderungskommission.
Für das Jahr 2026 werden Förderbeiträge in Höhe von insgesamt 310.000 Franken vergeben.
Werkbeiträge sind Projektförderungen
Mit den Werkbeiträgen werden Literaturprojekte gefördert, die im Entstehen begriffen sind. Eingereicht wird eine Textprobe von 30 Seiten eines sich in Arbeit befindenden Literaturprojekts, das anonymisiert und in einem mehrstufigen Verfahren von der Fachgruppe Literatur gelesen und beurteilt wird. Zugelassen sind literarische Projekte in allen Sprachen von im Kanton Zürich wohnhaften Autoren und Übersetzern.
Marie Glassl übersetzt aus dem Italienischen und Englischen
Für ihre Übersetzung von Alice Ceresas Buch La figlia prodiga wird Marie Glassl ein Werkbeitrag zugesprochen.
Glassl versucht Dramaturgie, Kuration und Publizistik jenseits disziplinärer und sprachlicher Grenzen durch den Begriff der Übersetzung zu verbinden. Ein besonderer Fokus ihrer Arbeit liegt dabei auf Materialismen der Sprache und der feministischen Tradition Italiens.
Sie entwickelt Projekte zwischen Kunst und Diskurs und übersetzt Poesie und politische Theorie aus dem Italienischen und Englischen.
Anerkennungsbeiträge für bereits veröffentlichte Projekte
Mit den Anerkennungsbeiträgen werden Autoren für einen bereits publizierten literarischen Text gewürdigt. Gelesen werden sämtliche belletristische Neuerscheinungen von Autoren und Übersetzern mit Wohnsitz im Kanton Zürich.
Annette Hug übersetzt aus dem philippinischen Tagalog
Ausgezeichnet wird mit 10.000 Franken unter anderem Annette Hug für ihre Übersetzung von Lualhati Bautistas Roman Die 70er.
Hug hat in Zürich und Manila studiert und lebt heute in Zürich. Nach zwei Romanen im Rotpunktverlag erschienen im Verlag Das Wunderhorn Wilhelm Tell in Manila (2016) und Tiefenlager (2021).
Annette Hug (www.annettehug.ch) wurde u. a. bereits mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Seit 2024 veröffentlicht sie Übersetzungen aus der Hauptsprache der Philippinen (Tagalog) ins Deutsche.
PM Kanton Zürich
