Die Übertitler an der Deutschen Oper Berlin

Der Tagesspiegel porträtiert unter der Überschrift „“Der Dolmetscher –- Von Beruf Übertitler““ die Personen, die an der Deutschen Oper Berlin dafür sorgen, dass man versteht, was auf der Bühne gesungen wird. Die Zeitung schreibt:

Lutz Walter ist Übertitler. Er ist derjenige, den in der Deutschen Oper niemand beachtet, weil alle in die andere Richtung schauen. Der in einem kleinen, düsteren Raum hockt, hinter den billigsten Plätzen. Er ist zuständig dafür, dass auf einer schwarzen Projektionsfläche über der Bühne weiße Sätze erscheinen.

Wir erfahren, dass die Zauberflöte aus 180 Noten- und Textseiten mit 493 „Takes“ und der Rosenkavalier sogar aus rund 500 Seiten und 1.500 „Takes“ besteht. Wobei allerdings rätselhaft bleibt, was ein Übertitler unter einem „Take“ versteht.

Über die Arbeit der Dramaturgieassistentin Miriam Konert schreibt die Zeitung: „Sie „tüftelt [……] Übersetzungen aus, fragt sich, wo ein Gedankenstrich, ein Punkt fehlt. [……] Nach Diskussionen mit dem Regisseur und einem Lektor überprüft sie Rechtschreibfehler, fügt Blacks‘ in die Powerpoint-Präsentation ein: Folien ohne Text, die stehen bleiben, wenn nur das Orchester spielt.““

Zur Akzeptanz der Übertitel schreibt das Blatt:

Als sie 1993 eingeführt und zunächst mit Dias, dann mit Filmrollen projiziert wurden, waren die Opernfans nicht gerade erfreut. „Störend“, lautete das Urteil, „vom Kunstwerk ablenkend.“ Platt, banal. Götz Friedrich erlaubte die Neuerung an seiner Oper bloß bei fremdsprachigen Stücken und Premieren. Für manche Inszenierungen legte er sogar eine bestimmte Anzahl von Übertiteln fest, die nicht überschritten werden durfte. Erst 2004, unter der Intendanz von Kirsten Harms, wurden die meisten Vorstellungen für den Zuschauer „lesbar“.

Den genannten Artikel können Sie im Tagesspiegel lesen.

Deutsche Oper Berlin, Barbara Schöneberger

[Text: Richard Schneider. Quelle: Tagesspiegel, 2010-03-23. Bild: Andre Rival im Auftrag der Deutschen Oper Berlin.]

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