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Archive für Mai 2010

IGBG begrüßt Englisch als Gerichtssprache in Deutschland

Helena PiprekZur der von Justiz und Politik so gut wie beschlossenen Einführung von Englisch als Gerichtssprache in Deutschland erklärt Helena Piprek (Bild), Vorsitzende der Interessengemeinschaft Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher (IGBG):

Grundsätzlich ist dieses Vorhaben aus Sicht der IGBG sehr zu begrüßen, dient es doch der Stärkung des bundesdeutschen Rechtsstandorts. Zudem werden im EU-Kontext gut 70 % der anstehenden Übersetzungen für die Sprache Englisch ausgeführt, was die herausgehobene Stellung des Englischen auch in internationalen Wirtschaftsbezügen betont.

Allerdings fehlt es noch an greifbaren Strukturen und Kriterien für die Gewährleistung einer hohen Qualität der juristischen Verdolmetschung und Übersetzung bei den vorgeschlagenen Kammern. Es ist nämlich nicht nur eine hohe theoretische und praktische Sprachbeherrschungskompetenz der Richterinnen und Richter, sondern auch sämtlicher   beteiligten Verfahrensparteien bis hin zu den Protokollführern und den Geschäftsstellen zu gewährleisten.

Da die juristische Verdolmetschung und Übersetzung darüber hinaus Höchstanforderungen stellt, greift die Bezeichnung „Dolmetscher“ aus Sicht der IGBG viel zu kurz. Hier ist in jedem Fall die Doppelkompetenz im Sinne des akademisch ausgebildeten Lawyer-Linguisten bzw. Linguisten-Lawyer unter Ausweis der einschlägigen Qualifikationen und analog zu anderen EU-Mitgliedstaaten sicherzustellen (siehe auch Reflection Forum on Multilingualism and Interpreter Training im Auftrag der GD Dolmetschen der Europäischen Kommission).

Zudem wäre in einem weiteren Schritt darzulegen, wie diese Sprachmittlerinnen und Sprachmittler strukturell eingebunden werden sollen - in Festanstellung oder als Freelancer (Direktbeauftragung). Ein weiterer Punkt ist bei einer freiberuflichen Tätigkeit die Frage der Vergütung. Hier verweist die IGBG auf das JVEG, allerdings ohne Öffnungsklausel. Da es sich hierbei durchweg um Fachtexte handeln wird, wäre auch der jeweils höhere Zeilensatz pro Normzeile von mindestens 1,85 EUR/Normzeile  anzusetzen. Bei der juristischen Verdolmetschung ist der Ansatz von 55,00 EUR netto/Std. im Marktvergleich wie bekannt sehr niedrig; hier möchte die IGBG auf die deutlich höheren Stundensätze für Simultan-, Konsekutiv- bzw. Flüsterdolmetschen der freien Wirtschaft verweisen. Gegen eine Beauftragung von Agenturen und eine Vermakelung hoch spezialisierter Sprachmittlerinnen und Sprachmittler mit der sprach- und rechtswissenschaftlichen Doppelkompetenz spricht sich die IGBG in dem Zusammenhang schon jetzt nachdrücklich aus.

Links zum Thema auf uepo.de
2010-05-23: Im Namen der Globalisierung: Englisch als Gerichtssprache in Deutschland
2010-05-08: Bundesrat: Auch Englisch soll zulässige Gerichtssprache sein
2010-05-03: Landgericht Bonn plant erste Gerichtsverhandlung in englischer Sprache

[Quelle: Mitteilung IGBG, 2010-05-10. Bild: Piprek.]

Reval: Dolmetscher sollte Zunge herausgeschnitten werden

Dolmetscher im späten Mittelalter hatten es nicht leicht. Bei Übersetzungsfehlern drohten zuweilen drakonische Strafen. So wurde dem „Tolk“ (Dolmetscher) Hans Durkop im Jahre 1404 in Reval wegen eines fehlerhaft vom Niederdeutschen ins Russische übertragenen Briefes angedroht, man werde ihm die Zunge herausschneiden.

In der Blütezeit der Hanse waren Dolmetscher für die Fernkaufleute im gesamten Ostseeraum unentbehrlich. Gerhard Fouquet schreibt in seinem Aufsatz „Kaufleute auf Reisen. Sprachliche Verständigung im Europa des 14. und 15. Jahrhunderts“:

Diese […] Dolmetscher verstanden sich, von den üblichen Ausnahmen abgesehen, auf ihr Gewerbe und auf die von ihnen zu vermittelnden Sprachkontakte. In den livländischen Städten gab es zahlreiche vornehmlich deutsche, aber auch einheimische Dolmetscher, die klaglos ihre Sprach- und Vermittlungsdienste zwischen hansisch-niederdeutschen und russischen Fernhändlern, zwischen Esten und anderen Nationalitäten verrichteten. Russische Kompagnien bedienten sich sogar eigener Dolmetscher. […]

Die meisten Fernhändler bewegten sich wie zu Hause, so auch in der Fremde in sozialen Räumen, die ihren Zungen und Lebensformen weitgehend entsprachen. In den großen Kaufmannshöfen, den Faktoreien und den Häusern der Wirte und Makler sprachen die deutschen Hansen Niederdeutsch, die Lucchesen, Florentiner, Mailänder oder Venezianer ihr „volgare“ und die Russen in Reval russisch. Vielsprachige Makler und Dolmetscher stellten die gewünschten Geschäftsverbindungen her.

[Text:  Richard Schneider. Quelle: Gerhard Fouquet: „Kaufleute auf Reisen. Sprachliche Verständigung im Europa des 14. und 15. Jahrhunderts.“ In: Schwinges, Hesse, Moraw (2006): Europa im späten Mittelalter. Politik – Gesellschaft – Kultur. München: Oldenbourg. (Historische Zeitschrift, Beiheft 40.) Seite 478 ff.]

Weltempfang statt Übersetzer-Zentrum: Tobias Voss im Interview

Tobias Voss“Weltempfang” heißt das neue Zentrum in Halle 5.0 auf der Frankfurter Buchmesse, in dem das bisherige “Internationale Zentrum” und das “Übersetzer-Zentrum” verschmelzen werden. Was das Zentrum alles zu bieten hat, verrät der Projektverantwortliche Tobias Voss (Bild) im Interview.

Der neue Name ist auch Programm: Hier wird der Welt ein glänzender Empfang bereitet. Lesungen und Diskussionsforen mit internationalen Autoren und Übersetzern aus aller Welt finden im neuen Zentrum ihren Platz. Gleichzeitig ist es Treffpunkt für Vertreter von Mittlerorganisationen - wie beispielsweise dem Goethe-Institut oder dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD - und für internationale Verleger aus sich entwickelnden Buchnationen, die im Rahmen des Einladungsprogramms auf der Frankfurter Buchmesse ausstellen.

Auf der Buchmesse 2010 verschmelzen das Internationale Zentrum und das Übersetzer-Zentrum zur neuen Plattform “Weltempfang - Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung”. Wie kam es zu diesem Entschluss?

Hintergrund dieser Entscheidung ist letztlich die derzeitige ökonomische Situation, die ein Überdenken unseres finanziellen Engagements in diesem Bereich notwendig machte. Auch die Zuwendungen von Seiten unseres Kooperationspartners haben sich für dieses Jahr verringert.

Als sich in der vorbereitenden Diskussion abzeichnete, dass es um substantielle Einsparungen gehen wird, war für uns schnell klar, dass wir einen neuen Lösungsansatz brauchen. Denn inhaltlich wollten wir keinesfalls auf eines der beiden alten Zentren verzichten, da beide für uns sehr wichtig sind. Da sie in ihrer Ausrichtung jedoch in gewisser Weise ähnlich sind, lag die Idee nahe, die beiden Zentren zusammenzuführen und so die Aktivitäten zu bündeln.

Was steckt hinter dem Namen “Weltempfang”?

Der Name Weltempfang verweist zum einen auf die internationale Ausrichtung des Programms. Wie in den beiden Zentren vorher geht es auch im neuen Zentrum weiterhin um den internationalen Austausch - einmal auf der Ebene der Sprache und dann auf der Ebene des Denkens und des Diskurses.

“Empfang” spielt natürlich auf Sender und Empfänger an, auf den damit verbundenen Austausch von Ideen und Perspektiven und die Tatsache, dass es hier um Vermittlung gehen wird.

Außerdem kommt noch ein weiterer Aspekt bei der Namensgebung hinzu, der uns nach wie vor ein wichtiges Anliegen ist. Ganz real empfängt die Frankfurter Buchmesse im Areal des Zentrums Weltempfang zusammen mit dem Auswärtigen Amt ihre Einladungsgäste aus allen Teilen der Welt und gibt ihnen damit die Möglichkeit, sich auf dem internationalen Parkett vorzustellen.

Wie wird dieses neue Zentrum aussehen?

Dem Standort in Halle 5.0 bleiben wir in jedem Fall treu. Nun sind wir dabei, dem Areal durch eine neue Architektur ein frisches Gesicht zu geben. Die Vorstellungen gehen derzeit dahin, dass wir eine zentrale Veranstaltungsfläche haben werden, um die die Stände der Einladungsgäste und der Mittlerorganisationen gruppiert werden. Zudem ist eine zweite, etwas kleinere Veranstaltungsfläche geplant, die Möglichkeiten für neue Formate eröffnen soll. Der Treffpunkt für Übersetzer mit Infotheke und eigenem Stand soll ebenfalls erhalten blieben und auch ein Café wird es wieder geben. Endgültig entschieden ist allerdings noch nichts, wir stecken mitten im Planungsprozess.

Steht schon fest, welche Höhepunkte das Programm im Zentrum bieten wird?

Nein, das Programm steht noch nicht fest, dafür ist es noch zu früh. Die Planung ist natürlich schon in vollem Gange. In einem ersten Treffen mit den im neuen Zentrum ansässigen Mittlerorganisationen wurden Vorschläge eingebracht, die nun ausgearbeitet werden müssen.

Welche Vorteile bietet das neue Zentrum?

Wie gesagt, das Internationale Zentrum und das Übersetzer-Zentrum haben Themen mit großer Schnittmenge behandelt, die nun im neuen Zentrum fokussiert in einem neuen Zusammenhang betrachtet werden können. So geht es zum Beispiel bei der Übersetzung eines literarischen Textes nicht nur um eine rein wörtliche Übersetzung, sondern immer auch um die Übersetzung des kulturellen Kontextes. Die Übersetzung vermittelt die Besonderheiten einer fremden Kultur inklusive politischer Aspekte - insofern sind Übersetzer auch immer Kulturmittler.

Diese Darstellung verschiedener kultureller und politischer Aspekte und Perspektiven war immer schon ein zentrales Anliegen des Internationalen Zentrums. Die gleichberechtigte Aufnahme der Übersetzer in die Reihe der kulturvermittelnden Organisationen und Institutionen ergibt sich so gesehen von selbst.

Ich denke also, wir können mit dem neuen Areal “Weltempfang - Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung” sowohl Übersetzern als auch internationalen Autoren, Verlagen sowie den Mittlerorganisationen eine sehr attraktive Plattform bieten.

[Text: Frankfurter Buchmesse. Quelle: Frankfurter Buchmesse, 2010-04. Bild: Frankfurter Buchmesse.]

Turck will mit SDL Trados Übersetzungsprozesse optimieren

SDLDie Turck-Gruppe, die zu den global führenden Unternehmensgruppen auf dem Gebiet der Fertigungs- und Prozessautomation gehört, rüstet ihr weltweites Niederlassungsnetz mit der Global Information Management-Lösung von SDL, dem weltweit führenden Anbieter von Lösungen für Global Information Management, aus. Dadurch will das Unternehmen die Mitarbeiter in den lokalen Niederlassungen in die Lage versetzen, die Inhalte von technischen Datenblättern, elektronischen Katalogen, Produkt-Webseiten und anderen Unterlagen schneller und mit geringerem Kostenaufwand in die jeweilige Landessprache zu übersetzen. Von der Bereitstellung der technischen Informationen in der Sprache des Kunden verspricht sich Turck signifikante Wettbewerbsvorteile im Exportgeschäft und einen noch erfolgreicheren Absatz seiner innovativen Produkte und Lösung auf den Auslandsmärkten.

Die Bereitstellung der Produktinformationen in der jeweiligen Landessprache ist für Turck ein wichtiger Faktor für den Erfolg auf den Auslandsmärkten. Mit den herkömmlichen Übersetzungsmethoden ließ sich das wachsende Aufkommen an Inhalten, die in immer mehr Sprachen übersetzt und möglichst zeitgleich auf den Webseiten des Unternehmens bereitgestellt werden müssen, jedoch nicht mehr bewältigen. Deshalb entschied sich Turck, die Niederlassungen mit einer Translation Memory-Lösung auszurüsten und ihnen eine zentrale Terminologie-Datenbank zur Verfügung zu stellen. „Unsere Zielsetzung war es, die Niederlassungen dadurch effizienter in den Übersetzungsprozess einzubinden, um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten“, meint Sigrid Bleker, die bei Turck die Übersetzungen der technischen Dokumente in andere Sprachen koordiniert.

Ausschlaggebend für die Wahl der Technologielösungen von SDL Language Technologies war die Stabilität der Software, die Unterstützung sämtlicher benötigten Sprachen und vor allem die Tatsache, dass das Unternehmen als global tätiger Systemhersteller einen guten lokalen Support an den von ihm besetzten Standorten gewährleisten kann. Zudem ließ sich die Lösung problemlos an das CMS (Content Management System) ASIM anbinden, mit dem Turck die Inhalte für Produkt-Webseiten, technische Datenblätter, elektronische Produktkataloge und andere Unterlagen verwaltet. Derzeit sind weltweit neun Niederlassungen an den Übersetzungsprozess angebunden und werden einmal wöchentlich mit neuen oder geänderten Inhalten aus ASIM versorgt. Nach der Übersetzung schicken sie die Informationen wieder an das CMS zurück, sodass diese für die dynamische Erstellung von Datenblättern oder Webseiten genutzt werden können.

Die Translation Memory-Lösung von SDL Language Technologies versetzt Unternehmen wie Turck in die Lage, eine linguistische Sprachdatenbank aufzubauen, die mit jeder Übersetzung wächst und deren Inhalte immer wieder verwendet werden können, sodass einzelne Sätze nicht mehrfach übersetzt werden müssen. Das senkt nicht nur das Übersetzungsaufkommen und die damit verbundenen Kosten, sondern erhöht auch die Qualität und Konsistenz der Inhalte. Die Terminologiemanagement-Lösung SDL MultiTerm Server sorgt darüber hinaus für eine unternehmensweit einheitliche und konsistente Verwendung bestimmter Begriffe, Ausdrücke und Produktnamen. So können Marken nicht nur aufgebaut, sondern auch gepflegt werden, was zu einem gesteigerten Wiedererkennungswert seitens der Kunden und Interessenten führt.

Einer der Vorzüge der SDL-Technologie besteht darin, dass sie sehr einfach zu erlernen und zu bedienen ist. Das ist wichtig für die Mitarbeiter in den Turck-Niederlassungen, deren Hauptaufgabe nicht die Übersetzung, sondern der Produktvertrieb ist. Da es sich bei den Inhalten meist um standardisierte Texte handelt, können sie dank der leistungsstarken Translation Memory-Technologie viele Übersetzungen wieder verwenden und dadurch viel Zeit sparen. Durch die zusätzliche Nutzung des SDL AuthorAssistant will Turck in Zukunft den Wiederverwendungsgrad geprüfter Formulierungen weiter erhöhen. Sigrid Bleker erklärt: „Wir versprechen uns durch den Einsatz eines Tools für übersetzungsgerechtes Schreiben eine Reduzierung des Arbeitsaufwands für unsere Produktspezialisten und die Sicherstellung einer gleichbleibenden Textqualität.“ Mit Hilfe des Tools kann der technische Autor schon beim Verfassen eines neuen Textes auf bestehende Übersetzungen zugreifen und so durch übersetzungsgerechtes Schreiben die nachfolgenden Prozesskosten reduzieren.

„Die Bereitstellung der technischen Produktinformationen in der jeweiligen Landessprache ist heute in vielen Ländern ebenso wichtig für den Markterfolg eines Produktes wie seine Qualität oder der Innovationsgrad. Deshalb benötigen Unternehmen Software-Lösungen, mit denen sie ihre technischen Dokumente schnell und kostengünstig übersetzen können“, so Thomas Koenen, General Manager, SDL Language Technologies. „Unsere Technologielösungen sind so komfortabel zu bedienen, dass sie nicht nur von professionellen Übersetzern eingesetzt werden können, sondern auch von den Mitarbeitern in anderen Abteilungen oder Niederlassungen eines Unternehmens, zu deren Aufgaben unter anderem die Übersetzung technischer Informationen gehört. Es erlaubt ihnen, die für den Verkaufserfolg wichtigen Inhalte zeitnah und effizient zu übersetzen.“

Turck
Turck entwickelt und fertigt eine umfassende Palette von Produkten der Sensor-, Feldbus, Anschluss- und Interfacetechnik sowie RFID-Lösungen, die in unterschiedlichen Branchen für die Fertigungs- und Prozessautomation eingesetzt werden. Das in Mülheim/Ruhr ansässige Familienunternehmen hat in den letzten Jahren immer wieder mit Innovationen Maßstäbe gesetzt, beispielsweise durch das Hochtemperatur-RFID-Komplettsystem BL ident, die uprox+Faktor-1-Sensoren oder die neuartigen Linearwegsensoren, die magnetostriktiven und potentiometrische Wegerfassungslösungen ersetzen. Vertrieben werden die Produkte und Lösungen über eigene Niederlassungen in 27 Ländern und Vertretungen in weitere 60 Staaten der Erde. Im Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von ca. 270 Millionen Euro.

SDL
SDL unterstützt als führender Anbieter im Bereich Global Information Management (GIM) Unternehmen dabei, globale Märkte schneller und effizienter mit hochwertigen mehrsprachigen Informationen zu versorgen.
Durch sein Komplettlösungsportfolio an Web Content Management-, Structured Content Management-, E-Commerce- und Language Technologies, kombiniert mit seinen Language Services (Sprachdienstleistungen) reduziert SDL Kosten in der gesamten Prozesskette – von der Texterstellung, über die Verwaltung, die Übersetzung bis hin zur Publikation. Die SDL Lösungen ermöglichen ein gezieltes Bereitstellen von Informationen für unterschiedliche Zielgruppen über verschiedene Kommunikationskanäle, in jedem Land und jeder Sprache. So verhilft SDL Unternehmen dazu, ihre Umsätze konsequent zu steigern und die Kundenzufriedenheit kontinuierlich zu erhöhen.
Marktführer wie ABN-Amro, Bosch, Canon, FIAT, FICO, Google, Hewlett-Packard, KLM, Microsoft, NetApp, Philips, SAP, Sony und Virgin Atlantic vertrauen auf SDL.
SDL betreut über 1000 Industrie-Kunden und bietet 10 Millionen Kunden pro Monat Zugriff auf On-Demand-Übersetzungsportale. Die globale Infrastruktur des Unternehmens umfasst über 50 Niederlassungen in 32 Ländern.

SDL Language Technologies
Der SDL Geschäftsbereich - Language Technologies - unterstützt Unternehmen bei der Kundenkommunikation in unterschiedlichen Sprachen. Die Lösungen gewährleisten stilistische und Markenkonsistenz, automatisieren manuelle Prozesse durch die effektive Verwaltung mehrsprachiger Inhalte und stellen innerhalb kürzester Zeit auch automatisch übersetzte Inhalte bereit. Die Lösungen gewährleisten zudem, dass die Übersetzer Inhalte wiederverwenden und dadurch ihre Produktivität bei der Lokalisierung von Inhalten und Software verbessern können.

[Text: Ilona Arnold. Quelle: Pressemitteilung SDL, 2010-03-17.]

Feierabendgespräche mit acrolinx, Fischer und Langenscheidt

Die Unternehmen acrolinx, Fischer Computertechnik und der Langenscheidt Übersetzungsservice laden im Juni 2010 in drei Städten zu Feierabendgesprächen ein. Im Mittelpunkt stehen die Themen Autorenunterstützung, Übersetzung und Informationsmanagement und deren intelligente Verknüpfung. Die Teilnehmer erfahren, wie sie die Effizienz und Qualität innerhalb ihrer Dokumentationen durch integrierte, automatisierte Prozesse steigern können. Stationen der Feierabendgespräche sind am 8. Juni in Zürich, am 9. Juni in Stuttgart und am 10. Juni in Köln. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 17.30 Uhr, in Köln optional um 16.00 Uhr mit einer Reise durch das “Schokoladenmuseum”. Die Teilnahme ist nach vorheriger Anmeldung kostenlos.

Die drei Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, die Teilnehmer umfassend über die Themen Autorenunterstützung, Übersetzung und Informationsmanagement zu informieren. Darüber hinaus erfahren sie, wie durch die enge Verzahnung der einzelnen Segmente die Prozesse innerhalb der Dokumentationserstellung beschleunigt und die Qualität der technischen Unterlagen gesteigert werden können.

Auf der Agenda stehen dazu drei Vorträge. Zunächst werden Oliver Collmann und Michael Mannhardt von der acrolinx GmbH einen Vortrag zum Thema “Sprechen Sie mit einer Sprache!” halten. Die Referenten zeigen, wie Unternehmen durch den Einsatz der intelligenten Softwarelösung acrolinx IQ von Anfang an eine konsistente Sprache erreichen können. Dabei wird deutlich, dass bei der Quelltexterstellung bereits die Verwendung einheitlicher Terminologie und Stilregeln einen maßgeblichen Einfluss auf die Qualität in allen nachfolgenden Publikationsstufen hat.

Daran anschließend zeigt Dr. Bettina Loth von der Langenscheidt KG, dass ein durchgängiges Übersetzungsmanagement die Qualität sichert und Kosten spart. Die Teilnehmer erfahren, wie sie Übersetzungen in Langenscheidt-Qualität direkt aus dem Redaktionssystem TIM-RS beauftragen können. Dabei ermöglicht das Standard-Modul von Langenscheidt, die ständig wachsenden Anforderungen an das Übersetzungsmanagement auch künftig  professionell abzudecken.

Schließlich erläutert Dr. Walter Fischer von der Fischer Computertechnik GmbH, wie ein integriertes Informationsmanagement als Basis für effiziente Produktdokumentation dienen kann. Er stellt dar, wie mit einem Redaktionssystem als Gesamtlösung qualitativ hochwertiger Content effizient organisiert wird, sodass gezielt auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene Dokumentationen erstellt werden können. Besonderes Augenmerk wird er dabei auf die Integration der Erstellungs- und Übersetzungsprozesse in die Business-Prozesse legen.

Zum Abschluss laden acrolinx, Fischer Computertechnik und Langenscheidt die Gäste zu einem gemeinsamen Apéro ein, der weiter Möglichkeiten zum Austausch bietet.

Die Veranstaltungsdetails im Überblick:

Zürich
Dienstag, 8.6.2010, 17.30-20.00 Uhr
Restaurant “Au Premier”
Bahnhofsplatz 15
CH-8001 Zürich
www.au-premier.ch

Stuttgart
Mittwoch, 9.6.2010, 17.30-20.00 Uhr
Bahnhofsturm im Hauptbahnhof
Arnulf-Klett-Platz 2, Südausgang
D-70173 Stuttgart
www.turmforum.de

Köln
Donnerstag, 10.6.2010
16.00 Uhr Reise durch das Schokoladenmuseum
17.30-20.00 Uhr Feierabendgespräch
Schokoladenmuseum
Am Schokoladenmuseum 1a
50678 Köln
www.schokoladenmuseum.de

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.fct.de.

acrolinx GmbH
acrolinx beschäftigt sich mit der Optimierung und Qualitätssicherung technischer Texte. Das Unternehmen ging 2002 aus dem Sprachtechnologie-Labor des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) hervor. acrolinx® IQ ist die einzige integrierte Lösung für Aufbau, Verwaltung und Prüfung von Terminologie und Sprache. Die Software unterstützt die Redakteure durch Integration in ihre Arbeitsumgebung sehr effizient. Weltweit vertrauen mehr als 10.000 Anwender in Branchen wie IT, Automotive, Software und Maschinenbau auf acrolinx. Zu den Nutzern zählen unter anderem Motorola, IBM, Grohe, Philips, SAP, SEW Eurodrive, Siemens und SWIFT. Neben der Zentrale in Berlin unterhält acrolinx eine Filiale in den USA und eine Vertriebspartnerschaft in Japan.
www.acrolinx.com

Fischer Computertechnik GmbH
Die Fischer Computertechnik GmbH ist mit nahezu 200 Kunden einer der Marktführer für XML-Redaktionssysteme im Bereich Technische Dokumentation für den Maschinen- und Anlagenbau. Mit dem XML-Redaktions- u. Content-Management-System TIM-RS bietet das Unternehmen integrierte Lösungen für den gesamten Redaktions- und Publikationsprozess zum intelligenten Erstellen von Marketingbroschüren, Katalogen und Vertriebsdokumenten sowie technischen Dokumentationen, Schulungs- und Serviceunterlagen - vom Handbuch bis zum kompletten Informationssystem. Auf Basis der XML-Technologie bietet Fischer Computertechnik außerdem hoch entwickelte, standardisierte Automatisierungstools für das variantengesteuerte und stücklistengesteuerte Erzeugen von Dokumenten und macht so den Redaktionsprozess effizient und wirkungsvoll und treibt die Industrialisierung des Redaktionsprozesses in der Technischen Dokumentation weiter voran. Alstom, Bosch, Claas, Dräger, Kärcher, MTU, Schindler, Stihl und weitere Marktführer nutzen TIM-RS.
www.fct.de

Langenscheidt Übersetzungsservice
Der Langenscheidt Übersetzungsservice ist ein eigenständiger Geschäftsbereich der Langenscheidt KG, einer international führenden Firmengruppe im Bereich Sprachen, Reisen und Kartografie. Der Sprachdienstleister versteht sich als Full-Service-Provider für professionelle Übersetzungen - weltweit und rund um die Uhr. Über 1000 Übersetzer, Texter und Sprecher für über 45 Sprachen sind auf der ganzen Welt für den Langenscheidt Übersetzungsservice im Einsatz. Das Portfolio umfasst außerdem Dolmetscherleistungen, journalistische Übersetzungen sowie die Produktion und Übersetzung audiovisueller Medien (Podcast, Imagefilme, Corporate TV).
www.langenscheidt-uebersetzt.de

[Text: Dr. Claudia Rudisch. Quelle: Pressemitteilung, 2010-05-19.]

Videokonferenztechnik bei Gericht: BDÜ äußert Bedenken

BDÜDer Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) erhielt von dem vorliegenden Gesetzentwurf Kenntnis und möchte in Vertretung der Interessen seiner mehr als 6.000 Mitglieder wie auch in Abstimmung mit weiteren berufsständischen Verbänden und Vereinen dazu wie folgt Stellung nehmen:

Ob mit dem vorgelegten Gesetzentwurf eine Beschleunigung der Verfahren erreicht werden kann, wird im Wesentlichen davon abhängen, ob es gelingt, mit der technischen Ausstattung ein optimales Umfeld für die Arbeit der Dolmetscher zu schaffen und den Dolmetschern die notwendige Einarbeitungszeit in diese Technik im Rahmen ihres Einsatzes zu geben. Inwieweit die gesetzlich eröffnete Möglichkeit der Ton-Bild-Übertragung bei gleichzeitigem Einsatz von Dolmetschern dann tatsächlich genutzt wird, wird der Richter im jeweiligen Verfahren dann selbst entscheiden. Der Stellungnahme des Deutschen Richterbundes lässt sich jedenfalls entnehmen, dass seitens der
Richterschaft eher Bedenken bestehen. Dem schließen sich die Dolmetscher an.

Soweit es für den Einsatz der Videokonferenztechnik nicht des Einverständnisses der Parteien bedarf, sollte neben der Entscheidung über den Einsatz dieser Technik nach freiem Ermessen der Gerichte gleichwohl ein Anhörungsrecht auch für den zu beauftragenden Dolmetscher in Betracht gezogen werden.

Im Einzelnen:

Artikel 1 (GVG)

Die Ergänzung von § 185 GVG halten wir für unproblematisch, da hierdurch zumindest die grundsätzliche Möglichkeit geschaffen wird, dass die Ton-Bild-Übertragung auch beim Einsatz von Dolmetschern genutzt werden kann.

Der Gesetzentwurf lässt aber unberücksichtigt, dass das Dolmetschen bei der Nutzung der Videokonferenztechnik bereits aufgrund der technischen Rahmenbedingungen erheblich erschwert ist. Es können sich akustische bzw. technische Probleme bei der Übertragung ergeben. Eventuell fehlen Elemente wie Mimik, Gestik oder andere, für den persönlichen Eindruck und das allgemeine Verständnis relevante Informationen.

Das größte Problem besteht jedoch darin, dass der Dolmetscher keinen direkten Kontakt zum jeweils sprechenden Prozessbeteiligten hat und folglich die Länge und die Art der Äußerungen der zu dolmetschenden Person nicht steuern kann. Wenn die zu dolmetschende Person neben dem Dolmetscher sitzt, kann dieser nach Bedarf unterbrechen und den Rhythmus vorgeben. Dies ist dem Dolmetscher nicht möglich, wenn die zu dolmetschende Person weit weg ist und nicht bereit ist, ihren oft ungebremsten Redefluss zu unterbrechen. In diesem Fall ist der Dolmetscher gezwungen, mittels Notizentechnik längere Passagen zu memorisieren und im Anschluss konsekutiv vorzutragen. Diese
Technik wird aber normalerweise vom Gericht nicht gewünscht.

Unserer Auffassung nach sollten bei Einsätzen unter Nutzung von Videokonferenztechnik ausschließlich erfahrene Konferenzdolmetscher zum Einsatz kommen. Allein die Auswahl dieser Kollegen erfordert nach Überzeugung der Dolmetscher eine Schulung der damit betrauten Richter und Justizbediensteten (wie sie im Übrigen generell durch die demnächst zu verabschiedende EU-Richtlinie zum Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen im Strafverfahren vorgesehen ist).

Im Übrigen übt der Dolmetscher neben seiner Tätigkeit für das Gericht und die jeweiligen Verfahrensbeteiligten häufig auch parallel eine ebensolche Tätigkeit zwischen einer Prozesspartei und deren Prozessbevollmächtigtem aus. Diese Gespräche sind jedoch nicht dazu bestimmt, von anderen Verfahrensbeteiligten mitgehört zu werden. Weitere Probleme technischer bzw. logistischer Art sind zudem bei der in der gerichtlichen Praxis durchaus üblichen Übersetzung von Schriftstücken „vom Blatt“ im Rahmen der „virtuellen“ Verhandlung zu erwarten.

Zusammenfassung

Die Nutzung von Videokonferenztechnik für Gerichtsverhandlungen ist zweifelsohne eine dem Zeitgeist entsprechende Idee und technisch prinzipiell möglich. Unserer Meinung nach ist jedoch eine Intensivierung des Einsatzes der Videokonferenztechnik bei Verfahren mit Dolmetschern grundsätzlich in Frage zu stellen, da aufgrund der erschwerten Rahmenbedingungen die Qualität der Dolmetschleistungen zwangsläufig abnimmt. Das beabsichtigte Ziel der Kosteneinsparung wird nicht erreicht, wenn die Vernehmung aufgrund der erschwerten Bedingungen viel länger dauert oder nicht erfolgreich verläuft. Aus den genannten Gründen empfehlen wir, dass der Einsatz der
Videokonferenztechnik bei Verfahren mit Dolmetschern auf unvermeidbare Fälle beschränkt wird, in denen die Videokonferenztechnik bereits jetzt zum Einsatz kommt.

Darüber hinaus bestehen Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung, des Datenschutzes, des Schutzes der Persönlichkeits- und Urheberrechte des Dolmetschers. Aufgrund der geschilderten erschwerten Rahmenbedingungen halten wir eine höhere Vergütung der dazu eingesetzten Dolmetscher für angemessen. Aus der Sicht der Dolmetscher bedeutet der verstärkte Einsatz der Videokonferenztechnik in Gerichtsverhandlungen eine deutlich erhöhte Anforderung, die dazu führen kann, dass analog zum Konferenzdolmetschen zwei Dolmetscher benötigt werden.

Für den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)

Johann J. Amkreutz, Präsident

André Lindemann, Vizepräsident, Ressortleiter Gerichtsdolmetschen

[Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2010-05-26. Bild: BDÜ.]

Notepad++, Screen Rip32, FreePDF, Olifant und Co.: Nützliche Helferlein für Übersetzer

Mittlerweile sind die meisten Standardprogramme für Redakteure oder Übersetzer bekannt: Redaktions- und Übersetzungssysteme, Terminologiedatenbanken oder Layoutprogramme. Sie erfüllen ihren Zweck. Daneben gibt es noch eine Reihe von Aufgaben, die viele noch manuell lösen, obwohl es dafür am Markt preiswerte oder gar kostenlose Anwendungen gibt.

Welche sind diese praktischen Helfer, die das Leben leichter machen könnten? Die folgende Liste führt nur einige Beispiele auf, denn die Auswahl ist groß.

Editoren, die mehr können

Mit dem kostenlosen Notepad von Microsoft kann man Textdateien editieren. Aber manchmal möchte man mit seinen Textdateien mehr unternehmen. Man möchte etwa die Syntax am Bildschirm farblich hervorheben (z. B. bei XML, HTML oder Programmiercode), Duplikate aus Wortlisten entfernen, Makros aufnehmen, mit regulären Ausdrücken suchen und ersetzen oder zwischen Speicherformaten (ASCII, Unicode …) konvertieren.

Es gibt inzwischen mehrere gute Programme, mit denen man dies tun kann. Z. B. Ultraedit (www.ultraedit.com; 60-80 Euro) oder seine kostenlose Open Source Konkurrenz Notepad++ (http://notepad-plus.sourceforge.net/de/site.htm).

Bildschirmabbildungen (Screenshots) erstellen

Nicht nur für Programmdokumentationen sondern in vielen Situationen des täglichen Arbeitslebens sind Bildschirmabbildungen sehr praktisch. Wem die Screenshot-Funktion von MS-Word (Alt + Druck und dann Ergebnis aus der Zwischenablage einfügen) nicht reicht, kann das kostenlose kleine Programm Screen Rip32 (www.progency.com) herunterladen.

Wenn es ein bisschen mehr sein darf, hat sich ein Programm wie SnagIt sehr gut bewährt. Es ist mit $50 auch nicht besonders teuer (www.techsmith.com).

PDF erzeugen

Für die Produktion von PDF-Dateien empfiehlt sich das kostenlose Programm FreePDF (http://freepdfxp.de). FreePDF wird aus allen Anwendungen als Drucker ausgewählt und erzeugt Dokumente in PDF-Format.

Zum Thema PDF ist soeben auch ein Artikel bei Spiegel Online erschienen: “Software-Alternativen: Mit kostenlosen Programmen PDF-Dateien produzieren“. Darin werden die Programme PDFCreator, FreePDF, PDF-XChange Viewer, Foxit Reader und PDF Viewer beschrieben.

Terminologie extrahieren

Die einfachste Möglichkeit eine Wortliste zu erhalten, ist es, Leerzeichen in einer Textdatei durch Absatzmarken zu ersetzen. Etwas bequemer geht es mit dem kostenlosen Programm Textstat (www.niederlandistik.fu-berlin.de/textstat). Es generiert eine Liste der Wörter im Text, zeigt ihre Häufigkeit an und ermöglicht einen Export der Wortliste.

Mehr Möglichkeiten bietet das kommerzielle Programm Textanz (www.cro-code.com; ca. 18 Euro), mit dem man Wortgruppen extrahieren und sich Konkordanzlisten anzeigen lassen kann.

Dateien vergleichen

Mit MS-Word kann man zwei Word-Dokumente vergleichen. Das kleine Programm Compare It von Grigsoft (www.grigsoft.com; 27 Euro) bietet eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten und unterstützt verschiedene Formate einschließlich Word und Excel. Es kann einen Bericht über die Unterschiede herausgeben. Das ist beispielsweise für Redakteure nützlich, die eine Übersicht der Unterschiede zwischen zwei Dokumentversionen haben möchten oder für Übersetzungslektoren, die sehen möchten, was an einer Übersetzung geändert wurde.

Translation Memories bearbeiten

Man muss nicht zwangsläufig ein Übersetzungssystem haben, um sich Translation Memories anzusehen und diese zu bearbeiten. Zu empfehlen ist das kostenlose Programm Olifant (http://okapi.sourceforge.net), mit dem man ein Translation Memory in TMX-Format einlesen und editieren kann. Man kann das Translation Memory in ein Tab-getrenntes Format exportieren, um es anschließend in Excel darstellen zu können.

Web-Konferenz und Online-Support

Manchmal möchte man mit jemandem über das Internet den Inhalt seines Bildschirms teilen. Beispielsweise um ein Produkt vorzuführen, eine spezielle Frage zu einem Dokument oder einer Zeichnung zu stellen oder um ein Problem mit der Bedienung einer Software zu besprechen. Dafür eignet sich die kostenlose Plattform Mikogo hervorragend (www.mikogo.de).

[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 2/2010. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]

Berliner Schaubühne: Babelfish, die Übersetzungsquizshow

Berliner Schaubühne

„Die beliebte Spielshow ist zurück“, vermeldet die Schaubühne in Berlin. Gemeint ist „Babelfish, die Übersetzungsquizshow“, bei der am 3. Juni 2010 auf der Bühne kurze Zitate aus Literatur, Politik, Sport und Film vorgestellt werden. Zitate, die maschinell zunächst ins Englische und wieder zurückübersetzt wurden.

Das passende Werkzeug dafür ist die von Yahoo auf Systran-Basis betriebene Webanwendung „Babel Fish“. Eine derartige Textveredelung lasse Klassiker „in völlig neuem Glanz erstrahlen“, so die Schaubühne.

Die Moderatoren Sebastian Schwarz und Georg Uecker (bekannt aus der Fernsehserie „Lindenstraße“) werden prominente Quizkandidaten bitten, das Originalzitat zu erraten, das dem durch den linguistischen Fleischwolf gedrehten Text zugrunde liegt. Eingeladen wurde unter anderem David Gieselmann, „Deutschlands bester Komödienautor“ (Die Welt).

Kostproben für die Kreativität der Übersetzungsmaschine:

  • Ich Sortierfach. Ein Berliner.
    (John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner.“)
  • Alle Normalität. Konstante Temperatur und Normalität. Ich glaube. Nach Atmung; Reduzierung der ganz Wald. So wartet. Diese Möglichkeit.
    (Auszug aus „Wanderers Nachtlied“ von Goethe: „Über allen Gipfeln / Ist Ruh, / In allen Wipfeln / Spürest du / Kaum einen Hauch / Die Vögelein schweigen im Walde. /Warte nur, balde / Ruhest du auch.“)

Donnerstag, 03.06.2010, 21.15 Uhr, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, Eintritt: 5,00 Euro.

www.schaubuehne.de/de_DE/program/detail/7532596

[Text: Richard Schneider, nach einem Hinweis von Emilia Picquenot-Chataigné. Bild: Presseservice Schaubühne.]

Im Namen der Globalisierung: Englisch als Gerichtssprache in Deutschland

Justitia zweisprachig

Nach den vielen oberflächlichen Presseberichten zur ersten vollständig englischsprachigen Gerichtsverhandlung in Deutschland, die am 10.05.2010 am Landgericht Bonn stattfand, ist in der Wochenzeitung Die Zeit jetzt ein Artikel erschienen, der sich eingehender mit der Problematik der Gerichtssprache befasst. Hier einige Auszüge:

»Wir müssen verhindern, dass dem deutschen Recht durch die Dominanz des Englischen der Boden entzogen wird«, sagt Hamburgs Justizsenator Till Steffen. Mit der Reform will die Politik den Unternehmen im Land helfen. Wenn häufiger deutsches Recht angewendet werde, sei das nämlich ein Heimvorteil für die Firmen – selbst wenn dabei englisch gesprochen werde.

»Die Idee scheint gut, aber ich weiß nicht, ob sie wirklich durchsetzbar ist«, sagt Christian Groß, der beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag für Zivilrecht zuständig ist. Zu viel sei noch ungewiss: ob die Richter fit genug sind in der Fremdsprache, ob die englischen Akten auch in weiteren Verfahren verwendet werden können, ob sich sprachkundige Sachverständige finden lassen. Rechtsanwalt Georg Maier-Reimer von der Kanzlei Oppenhoff & Partner fürchtet, »dass die Parteien vor Gericht aneinander vorbeireden und das Missverständnis erst im Urteil bemerken«. Zu sehr sei jede Fachsprache von ihrer eigenen Rechtstradition geprägt, als dass man deutsches Recht problemlos auf Englisch verhandeln könne. »Wo die Grenze zwischen Sprache und Recht verläuft, lässt sich nicht eindeutig festlegen.« […]

In der Diskussion um den Paragraphen 184 geht es um weit mehr als nur die Sprache. Es geht um die Frage, welches Recht sich international durchsetzt. Zwei Systeme kämpfen um die Vorherrschaft: das Common Law aus Großbritannien und den USA, bei dem sich die Richter vor allem auf ältere Urteile beziehen, und das Civil Law der Kontinentaleuropäer, das viel stärker auf Gesetzestexten beruht. Es ist ein Streit um Marktanteile und Umsätze, ganz wie zwischen zwei Unternehmen. […]

»Es geht ja keineswegs nur darum, deutsche Rechtsideen zu exportieren«, sagte vor einem Jahr die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. »Es geht auch darum, attraktive Mandate und Streitfälle für deutsche Kanzleien und die deutsche Justiz zu importieren.« Denn Wirtschaftsprozesse sind lukrativ für Anwälte und Gerichte. Ein Berufungsverfahren mit einem Streitwert von einer Million Euro kann teuer werden: Rund 25.000 Euro gehen an die Anwälte und etwa 18.000 Euro an das Gericht. […]

Zu den vehementen Kritikern der Reform gehört Klaus Tolksdorf. Ausgerechnet. Als Präsident des Bundesgerichtshofs ist Tolksdorf sozusagen die oberste deutsche Instanz im Zivilrecht. »Ich warne vor allzu forschen Globalisierungs-Euphorien«, sagte er im Februar in Karlsruhe. Der Gerichtspräsident sprach von drohenden Fehlurteilen und fragte sibyllinisch: »Endet mit Englisch als Gerichtssprache die Sprachverwirrung wirklich, oder fängt sie da erst an?«

Erst jetzt, nachdem die internationalen Anwaltskanzleien und ihre Politiker vollendete Tatsachen geschaffen haben, formieren sich allmählich die Kritiker. Zu ihnen gehören Gerichtsdolmetscher, Rechtsphilosophen, Politiker und Sprachpfleger, die noch um Fassung und Worte zu ringen scheinen.

Den vollständigen Artikel mit der Überschrift „Im Namen der Globalisierung“ können Sie auf der Website der Zeit lesen. Ein weiterer Artikel zum Thema ist im Handelsblatt unter dem Titel „Juristen sollen Englisch lernen“erschienen.

Links zum Thema auf uepo.de
2010-05-08: Bundesrat: Auch Englisch soll zulässige Gerichtssprache sein
2010-05-03: Landgericht Bonn plant erste Gerichtsverhandlung in englischer Sprache

[Text: Richard Schneider. Quelle: Die Zeit Nr. 21, 2010-05-20. Bild und Montage: Richard Schneider.]

BDÜ unterstützt Forderung nach geschulten Dolmetschern im Gesundheitswesen

BDÜDer Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) unterstützt die Forderung von Staatsministerin Maria Böhmer nach ausgebildeten Dolmetschern für ausländische Patienten. Die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration sprach sich am 20. Mai 2010 anlässlich der Jahrestagung des Deutschen Ethikrates in Berlin dafür aus, Dolmetscherdienste beim Arzt in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Sie weist damit auf einen Missstand hin, den der Verband seit Jahren mit Sorge beobachtet.

„In Migrantenkreisen dolmetschen aus Kostengründen oft die Kinder für ihre Eltern“, weiß Norma Keßler, Vizepräsidentin des BDÜ. „Das ist für Kinder unzumutbar.“ Doch das ist nicht das einzige Problem. „Auch wenn erwachsene Verwandte als Dolmetscher einspringen, sind Missverständnisse aufgrund von Sprachbarrieren nicht auszuschließen.“ Das kann für die Gesundheit von Patienten gravierende Folgen haben.

Die Wahrnehmung von Schmerzen und deren Beschreibung sind kulturell spezifisch. Laiendolmetscher sind mit dieser Aufgabe oft überfordert. „Der Einsatz qualifizierter Dolmetscher im Gesundheitswesen bedeutet für Ärzte und Patienten Sicherheit“, so Keßler. „Der Arzt kann sicher sein, dass sein Patient ihm mithilfe eines geschulten Dolmetschers das Krankheitsbild umfassend beschreiben kann. Zugleich weiß er, dass der Patient seine Anweisungen verstehen und befolgen kann.“

Krankenhäuser haben die Möglichkeit, Dolmetschleistungen im Rahmen der patientengebundenen Verwaltungskosten abzurechnen. Ärzte haben diese Abrechnungsmöglichkeit nicht. Der Verband regt an, dass die Kosten für eine qualifizierte Verdolmetschung von den Krankenkassen übernommen werden sollten, angelehnt an das Modell der Gebärdensprachdolmetscher. Diese können mit einem entsprechenden Qualifikationsnachweis ihre Leistungen in der Regel nach dem JVEG (Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz) abrechnen. Die rechtliche Grundlage ist das im Grundgesetz (Artikel 3, Absatz 3) verankerte Recht, wonach niemand wegen seiner Sprache benachteiligt werden darf.

Der BDÜ hat eine Broschüre „Qualitätssicherung im Gesundheitswesen“ erstellt. Mit der Broschüre will der Verband das Bewusstsein für die verantwortungsvolle Rolle von Dolmetschern im Gesundheitswesen schärfen. Die Broschüre steht auf der BDÜ-Website unter „Aktuelles“ zum kostenlosen Herunterladen bereit.

www.bdue.de

Mehr zum Thema auf uepo.de
Staatsministerin Böhmer fordert Dolmetscher als Kassenleistung

[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2010-05-21. Bild: BDÜ.]