Shitstorm gegen UEPO.de – Chaos Computer Club verteidigt Prinzip des Ehrenamts auch bei Konferenzdolmetschern

Shitstorm„Au weia, jetzt habe ich die ganzen Hacker an der Backe!“ – Diese Gedanken gingen UEPO-Herausgeber Richard Schneider heute Abend durch den Kopf, als er beobachten konnte, wie ein Tweet nicht wie üblich ein oder zwei, sondern pro Stunde plötzlich mehr als hundert Antworten auf Twitter provozierte.

Was war geschehen? Am späten Vormittag hatten wir in dem beliebten Kurznachrichtendienst auf einen neuen Artikel hingewiesen: „Chaos Communication Congress lässt Laiendolmetscher und -Übersetzer kostenlos für sich arbeiten“. Am frühen Abend war die Kunde dann offenbar bis zu den Teilnehmern, Freunden und Organisatoren des Kongresses durchgedrungen.

Von da an hagelte es empörte Gegenreaktionen. Lassen wir einmal die Pöbeleien beiseite und zitieren einige der sachlichen Repliken, die Aufschluss über das Selbstverständnis des mit mehr als 10.000 Teilnehmern weltweit größten nicht-kommerziellen Hackertreffens geben, das Ende Dezember 2017 in den Leipziger Messehallen stattfand:

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Einige Twitterer schlugen den Berufsdolmetschern vor, sich als so genannte „Engel“ in das Online-Organisationssystem der freiwilligen Helfer einzutragen und auf diese Weise selbst zur internationalen Verständigung beizutragen:

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Mancher vermutete hinter der Kritik von UEPO.de andere Motive:

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Wieder andere gaben zu bedenken, dass es den professionellen Konferenzdolmetschern vermutlich an der Expertise in fachlichen Dingen fehle:

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Ein mehrfacher Teilnehmer des Kongresses, Daniel Molkentin, verfasste in seinem Blog einen offenen Brief an UEPO.de und legte darin seine Sicht der Dinge dar: Barking up the wrong tree.

Sebastian Lisken, der seit vielen Jahren selbst auf dem Kongress dolmetscht, bot sich als Gesprächspartner an und möchte darüber aufklären, wie die Dolmetscheinsätze auf dem seit mehr als 30 Jahren stattfindenden Jahreskongress organisiert werden.

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Ein Angebot, das wir gerne aufgreifen. Demnächst wird ein gesonderter Artikel darüber erscheinen, wie der C3 es schafft, mit minimalem Budget Simultandolmetscher für Dutzende von hochgradig fachlichen Vorträgen auf einem mehrtägigen Kongress mit mehr als 10.000 Teilnehmern bereitzustellen. Vielleicht können beide Seiten etwas davon lernen.

Weiterführende Links

[Text: Richard Schneider. Bild: BlueDesign / Fotolia.]

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