Uni Saarbrücken: Prof. Haller will Studiengebühren erstatten

An der Universität des Saarlandes in Saarbrücken (Foto) zahlen Studenten für die ersten beiden Semester je 300 Euro, ab dem dritten Semester 500 Euro an Studiengebühren. So auch die 600 Studierenden an der Fachrichtung Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen.

120.000 Euro hatten sich auf diese Weise am Institut der Sprachmittler angesammelt, von denen nur die Hälfte sinnvoll ausgegeben werden konnte – unter anderem für neue Tutorien und Beamer in allen Lehrräumen. Für den Rest von 60.000 Euro fand sich keine Verwendung, da die Gebühren nur für eng umrissene Zwecke ausgegeben werden dürfen. So ist es zum Beispiel verboten, davon weiteres Lehrpersonal einzustellen.

Prof. Johann Haller, Lehrstuhlinhaber für maschinelle Übersetzung und Leiter der gesamten Fachrichtung, will die Gelder nun an die angehenden Übersetzer und Dolmetscher zurückgeben. Er beantragte, jedem Studi 100 Euro auszuzahlen.

Dennis Leser vom Fachschaftsrat und die AStA-Vorsitzende Estelle Klein unterstützen die Initiative. Uni-Präsident Volker Linneweber hält die Rückzahlung allerdings für unzulässig. Er will sich stattdessen dafür einsetzen, dass bis Oktober die Liste der Verwendungszwecke erweitert wird und auch Lehrpersonal damit bezahlt werden kann. Unterstützung erhält er von Ministerpräsident Peter Müller, CDU: „Ich denke, dass die Palette der Verwendungszwecke erweitert werden sollte.“

Damit bleibt die Aktion von Prof. Haller letztendlich nur ein Zeichen des Protests. Allerdings eines, das die Reformierung der unsinnigen Vorschriften vorantreibt. Haller hält Studiengebühren grundsätzlich für unsinnig.

[Bild: Pressestelle Universität des Saarlands.]

Das GDolmG muss weg