Köln: Neue schulische Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer

Ab Anfang September 2010 bietet das Rheinisches Bildungszentrum Köln (RBZ) eine neue schulische Berufsausbildung zum Übersetzer und Dolmetscher in den Sprachen Englisch, Spanisch und Türkisch an. Die Ausbildung richtet sich an Schüler mit Abitur, Fachhochschul- oder Fachoberschulreife (Mittlere Reife) und guten Sprachkenntnissen. Realschüler weisen in einem Einstufungstest ihre Sprachkenntnisse nach.

Die am RBZ angebotene Ausbildungsform mit staatlicher Prüfung ist in Nordrhein-Westfalen einmalig. Im Gegensatz zu einem IHK-Abschluss, bei dem sich die Prüfungsleistungen vor allem auf das Übersetzen in der Wirtschaftssprache beschränken, werden durch eine staatliche Prüfung auch fundierte Kenntnisse im allgemeinsprachlichen Übersetzen nachgewiesen. Das hat Vorteile: Die Übersetzer und Dolmetscher mit staatlicher Prüfung haben auch außerhalb der Wirtschaft gute Job-Perspektiven durch ihr fachliches Know-how aus technischen, politischen, internationalen, wissenschaftlichen, kulturellen oder sozialen Fachgebieten.

Am RBZ lernen angehende Übersetzer in vier Semestern die Fremdsprache auf hohem, nahezu Fachhochschulniveau. Sie übersetzen allgemeinsprachliche Texte und Fachartikel, und können Wahlfächer belegen. Die muttersprachlichen Lehrkräfte legen großen Wert auf die Vermittlung von breitem Wissen über die wirtschaftlichen, politischen, geografischen und kulturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Die Schüler trainieren auch den sicheren Umgang mit sprachlichen, fachlichen und elektronischen Hilfsmitteln.

Gute Schüler können im dritten Semester zusätzlich die Ausbildung zum Dolmetscher starten. Dann lernen sie die anspruchsvollen Techniken des Gesprächs- und Vortragsdolmetschen. Im Beruf übernehmen sie eine wichtige Rolle bei der internationalen Kommunikation und sind gefragte Experten, wenn es darum geht, Verhandlungen und Konferenzen auch auf globaler Ebene zu führen. Die Ausbildung mit Doppel-Abschluss zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher dauert bei entsprechenden Sprachkenntnissen insgesamt 24 Monate.

Mit beiden staatlich geprüften Abschlüssen ist die Mitgliedschaft im Berufsverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) möglich. Schüler des RBZ können sich je nach individueller Neigung zwischen den staatlich geprüften Ausbildungsabschlüssen oder der IHK-Prüfung entscheiden.

Vorteile gegenüber UNI und FH

  • Zugang ohne Hochschulreife möglich
  • Praxisnähe (keine Sprachwissenschaft/ Linguistik)
  • Ausbildung kann für nur eine Sprache gemacht werden
  • Kürzere Ausbildungszeit

Der Ausbildungsaufbau ist modular: Nach einem Jahr wird die Prüfung zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten IHK abgelegt. Nach einem weiteren Jahr folgt die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer (wahlweise IHK-Prüfung).

Vorteile

  • 1 Ausbildungsgang – 2 Abschlüsse
  • Erwerb von Fachkenntnissen im kaufmännischen Bereich, in BWL, EDV und Bürokommunikation
  • Hohe Praxisorientierung
  • Die kurze FK-Ausbildung kann auch eine Vorbereitung auf ein Hochschulstudium sein (z. B. bei Wartezeit)
  • Ideale Ergänzungsqualifikation

www.dolmetscherschule-koeln.de

[Text: Beatrix Polgar-Stüwe. Quelle: Pressemitteilung Rheinische Fachhochschule Köln, 2010-06-08.]

Das GDolmG muss weg