Dolmetscher Drahtzieher bei Rezeptbetrug

„Es war offenbar ein abgekartetes Spiel: Der Dolmetscher Hassan C. beschaffte die Versichertenkarten von Patienten, der Arzt Dr. Abdul M. verschrieb ihnen teure Medikamente und der Apotheker Abdelmarik A. rechnete die Rezepte ab. Doch die Medizin erreichte ihre Empfänger nie. Wegen des Vorwurfs des gesetzmäßigen Betrugs und der Untreue wurde heute vor dem Landgericht Osnabrück der Prozess gegen sie eröffnet.“ Dies schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung.

Die Liste der Vorwürfe sei lang, die Verlesung der Anklageschrift habe mehr als 40 Minuten gedauert. 20 Monate lang habe das Trio in Nordhorn, Meppen und Lingen Krankenversicherungen um insgesamt 230.000 Euro betrogen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft stellten einige Versicherte ihre Karten gegen Bezahlung freiwillig zur Verfügung. Sie werden sich später vor Gericht verantworten müssen. Andere merkten nicht, dass ihre Daten missbraucht wurden.

Als Drahtzieher gilt der Hamburger Dolmetscher Hassan C., der ebenso wie der Apotheker Abdelmarik A. aus Meppen zu den Vorwürfen schwieg. Der Arzt Dr. Abdul M. aus Ochtrup ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er nichts mit dem Betrug zu tun und nie wissentlich Versicherungen geprellt habe. Alle Verschreibungen seien medizinisch begründet gewesen. In einigen Fällen seien seine Rezepte gefälscht worden.

Das Urteil soll im August 2010 gefällt werden.

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2009-11-17: Dolmetscher in groß angelegten Rezeptbetrug verwickelt

[Text: Richard Schneider. Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 2010-05-20.]

Das GDolmG muss weg