Am ersten Tag der Leipziger Buchmesse (19.-22. März 2026) wurden heute die mit jeweils 16.000 Euro dotierten Preise der Leipziger Buchmesse vergeben. Wie in Leipzig üblich, werden die Gewinner nach Art der Oscar-Vergabe erst am Tag der Übergabe vor Publikum bekannt gegeben.
Erstübersetzung des peruanischen Autors Gustavo Faverón Patriau
Den Preis in der Kategorie Übersetzung erhielt Manfred Gmeiner für seine Übertragung des Romans Vivir abajo (Unten leben) des peruanischen Autors Gustavo Faverón Patriau.
Aus der Begründung der Jury:
Als multiperspektivischer Horror- und Schelmenroman entfaltet sich Gustavo Faverón Patriaus ‚Unten leben‘: Dutzende Erzählstimmen fügen sich zu einem Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. In dieser labyrinthischen Erzählung verlieren sich Wahrheit, Erinnerung und literarische Anspielungen ineinander.
Manfred Gmeiner übersetzt den Roman mit spielerischer Eleganz ins Deutsche und bewahrt dabei den Blick für eigensinnige Figuren und den Zauber der Poesie. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer intensiven, unvergesslichen Erfahrung.

Manfred Gmeiner lange Buchhändler, jetzt Übersetzer und Literatur-Scout
Manfred Gmeiner, geboren 1964 in Wien, war lange als selbstständiger Buchhändler in einer gemeinsam mit seiner Partnerin gegründeten spanischsprachigen Buchhandlung tätig. Nach Weitergabe der Buchhandlung ist er nun als Scout und Übersetzer aus dem Spanischen tätig. Er gab mehrere Anthologien heraus und übersetzte u. a. Jordi Peidro, Francisco Álvarez und Federico García Lorca.
Kategorien Belletristik und Sachbuch/Essayistik
Katerina Poladjan erhielt den Preis in der Kategorie Belletristik für ihren Roman Goldstrand. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging der Preis an Marie-Janine Calic für Balkan-Odyssee, 1933–1941 – Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa.
Insgesamt wurden 485 Titel von 177 Verlagen eingereicht.

Richard Schneider
