Straelener Übersetzerpreis 2026 geht an Christian Hansen – Förderpreis für Wiebke Stoldt

Christian Hansen, Wiebke Stoldt
Christian Hansen, Wiebke Stoldt. - Bild: privat

Der Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW geht dieses Jahr an Christian Hansen (Hauptpreis) und Wiebke Stoldt (Förderpreis). Er gehört zu den höchstdotierten Auszeichnungen für literarische Übersetzungen in Europa.

César Aira Der Hase

„Höchste Anforderungen“

Hansen erhält die Auszeichnung für seine Übertragung von César Airas Roman Der Hase (Matthes & Seitz Berlin, 2025) aus dem argentinischen Spanisch. Der Preis wird unter besonderer Würdigung des übersetzerischen Gesamtwerks vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Jury schreibt zur Begründung:

César Airas Prosawerk ‚Der Hase‘ stellt höchste Anforderungen an den Übersetzer. Christian Hansen begegnet ihnen mit Lässigkeit und unbändiger Lust am Spiel. Seine Übertragung bewahrt die Lakonie des Originals, dessen Schärfe und feinen Humor, ist aber nie nur nachahmend, sondern an jedem Punkt sprühend erfinderisch. […]

Seine Expertise und Leidenschaft haben maßgeblich dazu beigetragen, die ästhetische Vielfalt der hispanoamerikanischen Literatur für ein deutschsprachiges Publikum erfahrbar zu machen: eine Horizonterweiterung, für die ihm nicht genug zu danken ist.

Christian Hansen wurde 1962 in Köln geboren und übersetzt aus dem Spanischen. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen neben César Aira u. a. Selva Almada, Roberto Bolaño, Julio Cortázar, Alan Pauls und Sergio Pitol.

Im Wintersemester 2016/17 war Hansen der August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessor für Poetik der Übersetzung am Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin. Er lebt und arbeitet in Berlin und Madrid.

Leere Schränke

„Eindrucksvolles Debüt“

Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Wiebke Stoldt für ihre Übertragung von Maria Judite de Carvalhos Roman Leere Schränke (S. Fischer, 2025) aus dem Portugiesischen.

Hierzu die Jury:

Wiebke Stoldt legt mit ihrer Übertragung des Romans ‚Leere Schränke‘ ein in jeder Hinsicht eindrucksvolles Debüt vor, verlangt doch die Übersetzung diesesleisen Textes Schöpfungstiefe und Sich-Zurücknehmen zugleich. Dieser Spagat ist Wiebke Stoldt überzeugend gelungen.

Wiebke Stoldt wuchs in der Nähe von Hamburg auf und studierte Übersetzung an der Pariser Sorbonne.

Sie arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzerin aus dem Portugiesischen, Französischen, Spanischen und Englischen ins Deutsche.

Die Übertragung von Maria Judite de Carvalhos Roman Leere Schränke ist ihre erste literarische Übersetzung.

EÜK Straelen, Atrium
Das Atrium des Europäischen Übersetzer-Kollegiums (EÜK) in Straelen am Niederrhein. – Bild: Richard Schneider

Preisverleihung im EÜK Straelen

Die Preisverleihung findet mit geladenen Gästen am 19. November 2026 im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen statt.

Fünfköpfige Fachjury

Der Jury 2026 gehörten an:

  • Maria Hummitzsch – Übersetzerin aus dem Englischen und Portugiesischen
  • Anne-Dore Krohn – Literaturredakteurin bei rbb Kultur
  • Theresia Prammer – Publizistin und Übersetzerin aus dem Französischen und Italienischen
  • Olga Radetzkaja – Übersetzerin aus dem Russischen
  • Ulrich Sonnenberg – Übersetzer aus dem Dänischen und Norwegischen

Der Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW gehört zu den höchstdotierten Auszeichnungen für literarische Übersetzungen in Europa und wird jährlich in Kooperation mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen vergeben.

Mehr zum Thema

PM Kunststiftung NRW