Das neue Festival „Übersetzen & Weltretten“ soll in Berlin Übersetzer, Autoren und Forscher aus verschiedenen Sprachräumen zum leidenschaftlichen Austausch über die Vielfalt literarischer Utopien und Dystopien zusammenbringen.
„Übersetzen verändert die Welt“, schreiben die Veranstalter. „Durch die politische Kraft von Sprache und Imagination entstehen in Lesungen, Gesprächen und Workshops neue Perspektiven auf Gegenwart und potenzielle Zukünfte.“
Ausgetragen wird die zweiwöchige Veranstaltung vom 11. bis 25. September 2026 an vier Spielorten in Berlin: Collegium Hungaricum Berlin, Ibero-Amerikanisches Institut, Lettrétage, Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB).
Der Eintritt zu den 20 Lesungen, Gesprächen, Workshops und Performances ist frei.
Programmpunkte
- Das gute Übel. Übersetzungsworkshop für Schulklassen (11.-13. Klasse) mit Marianne Gareis.
- Orwell und die Internettrolle. Orwell trifft digitale Gegenwart: Zwei Übersetzer zeigen, wie alte und neue Dystopien unsere Sicht auf Macht, Sprache und Manipulation prägen – und warum diese Werke heute aktueller sind denn je.
- Readings from Utopia. Bunte, vielstimmige Lesung aus euren Lieblings-Utopien und -Dystopien – in Original und Übersetzung!
- Das kaputte Kind. Schreib- und Illustrationswerkstatt für Schulklassen (5.-6. Klasse) mit Nadine Püschel.
- Narrative für die Zukunft. Übersetzungsworkshop mit Lisa Wegener.
- Von Bunkern und Paradiesgärten. Zeitgenössische Theatertexte in Übersetzung. Live-Beratung.
- schreiben & leben ExTRA. Kostenlose, 30-minütige Einzelberatungen rund um das Thema Literaturübersetzung und den Übersetzungsberuf mit Charlotte Bomy.
- Welche Zukunft haben menschliche Sprachen mit KI? Wie verändert KI unsere Sprachen? Ein Gespräch über menschliches Übersetzen in Zeiten automatisierter Sprachproduktion mit Claudia Hamm, Chantal Wright, Petra Schaper Rinkel und Maike Albath.
- Staying Alive: Mit Orwell in Simbabwe. Erste Übersetzung von Farm der Tiere ins Shona: Welche neue politische Bedeutung gewinnt Orwells Fabel im Transfer – und welches utopische Potenzial steckt in kollektiver Spracharbeit? Gespräch mit Petina Gappah und Patricia Klobusiczky.
- Annette Hug: Die Welt in neuen Wörtern. Zwischen den Sprachen eröffnen sich Möglichkeiten. Annette Hug findet im Übersetzen Funken von Zuversicht. Auch im Roman Tiefenlager (2021) sucht sie nach Wörtern, die aus Kolonialsprachen und der bedrohlichen Gegenwart ausbrechen. Festivalrede.
- Poetry Slam #Utopie. Drei Slam-Poet:innen treten mit ihren Texten zum Festivalthema im Wettbewerb an – das Publikum kürt die Gewinner live. Mit Aidin Halimi, Inke Sommerlang, Lisa Pauline Wagner und Birdy.
- Kurdistan + 100: Stories from a Future State. In 100 Jahren ein Kurdenstaat? Welche Rolle spielt Sprache im Ringen um Identität, Widerstand und politische Imagination? Gespräch und Lesung mit Meral Şimşek, Mustafa Gündoğdu und Dawid Yeşîlmen.
- Ökotopien zwischen Sci-Fi und Realität. Wieviel Hoffnung steckt in der Dystopie? Ein Gespräch über sprachliche Welterzeugung und die Kraft ökologischer Science-Fiction von Ursula K. Le Guin bis heute. Mit Karen Nölle und Milena Adam.
- Ein intergalaktischer Sturm zieht auf. Wie funktioniert Science-Fiction als Labor gesellschaftlicher Entwürfe? Stimmen aus Lateinamerika verbinden spekulative Imagination mit postkolonialer, öko-feministischer Kritik. Gespräch und Lesung mit Laura Haber, Lars Schmeink und Franziska Muche.
- Die unsichtbare Kunst. Comic-Übersetzer-Workshop für Schulklassen (9.-12. Klasse) mit Myriam Alfano.
- schreiben & leben ExTRA. Einzelberatungen rund um das Thema Literaturübersetzung und den Übersetzungsberuf mit Andreas Jandl.
- Feministische Zukunftsvisionen. Feministische Dystopien und Anti-Dystopien stärken Handlungsmut und öffnen Räume für Widerstand. Doch wie viele dieser Visionen finden ihren Weg zu uns in Übersetzung? Gespräch mit Luca Homburg, Isabella Hermann und Karla Kutzner.
- Chili Crab, mittelscharf. Dia Hakim, multidisziplinäre Künstlerin aus Singapur, befasst sich in diesem dystopischen Kurzstück mit der kulturellen Dimension von Wasser und zeichnet eine Zukunft, die unter die Haut geht. Szenische Lesung auf Englisch mit deutschen Untertiteln (Übersetzung von Henning Bochert).
- Staying Alive: Der Krieg mit den Molchen. Molche statt Menschen: Čapeks visionärer Klassiker von 1936 neu übersetzt – eine „beißend komische Parabel über entfesselten Fortschritt, Ausbeutung und den allmählichen Untergang der Menschheit“. Buchpremiere mit Doris Kouba, Sebastian Guggolz und Katja Lange-Müller.
- Krisztina Tóth: Das Auge des Affen. Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen Ungarns zu Gast in Berlin: Krisztina Tóth legt die Mechanismen von Macht und Propaganda offen – und zeigt eine politisch zerrissene Gesellschaft. Buchvorstellung mit Krisztina Tóth, Timea Tankó und Stephan Szász.
- DJ-Set & Lounge. Musikalischer Festivalausklang mit Demetrius.
Partner und Förderer
Produziert von der Weltlesebühne und TOLEDO. Gefördert von: Berliner Senatsverwaltung für Kultur, Deutscher Übersetzerfonds, GLS Treuhand, Schweizer Kulturstiftung ProHelvetia. In Zusammenarbeit mit: Collegium Hungaricum, Lettrétage, zlb, Ibero-Amerikanisches Institut, drama panorama, schreiben & leben, Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
red
