Im Auswärtigen Amt von CDU-Minister Johann Wadephul sollen zwei Spitzenbeamtinnen Akten zurückgehalten haben, statt diese zu bearbeiten und weiterzuleiten. Der Grund: Die Texte waren nicht gegendert.
Drei Monate zuvor hatte der Außenminister als Dienstherr von rund 13.600 Mitarbeitern in einer internen Anweisung die Beamten seines Hauses verpflichtet, sich künftig an die Regeln der deutschen Rechtschreibung zu halten und nicht mehr mit Sonderzeichen zu gendern.
In dem Rundschreiben hieß es unter anderem: „Sonderzeichen innerhalb von Wörtern sind und waren nicht Bestandteil des amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung und sind daher im amtlichen Schriftverkehr der Bundesbehörden nicht vorgesehen.“
Grüne U-Boote im CDU-Ministerium?
Die Bild-Zeitung berichtet unter der Überschrift „‚Sabotage‘-Vorwurf: Wadephul-Mitarbeiterinnen treten in Gender-Streik. Sie blockieren wichtige Dokumente, weil der Außenminister den Zwang zum Gendern aufhob“:
Doch zwei Abteilungsleiterinnen missfällt die Anweisung. Nach Bild-Informationen weigern sich die Leiterinnen der Abteilungen Kultur (K) und Globale Ordnung (GO), Aktenvorgänge ohne Gender-Sprache zu genehmigen.
Mehr noch: Sie lassen die Dokumente einfach liegen, anstatt sie an Staatssekretäre und den Minister weiterzureichen.
Der Gender-Streik der beiden Frauen fiel irgendwann auf, weil wichtige Dokumente nicht im Ministerbüro ankamen.
Das Auswärtige Amt bestreitet die Vorgänge auf Bild-Anfrage nicht.
Beide machten unter Baerbock Karriere
Leiterin der Abteilung „Kultur und Gesellschaft“ ist die Karrierediplomatin Christina Beinhoff (59), die diese Funktion seit Sommer 2025 ausübt. Die Juristin war zuvor unter anderem für den diplomatischen Dienst in Seoul und Paris tätig. Von 2021 bis 2025 (Amtszeit Baerbock) war sie Teilzeit-Botschafterin in Schweden, wo sie sich den Job mit ihrem Ehemann teilte.
Leiterin der Abteilung „Globale Ordnung“ ist seit Sommer 2025 die Juristin Katharina Ahrendts, die in einem ähnlichen Alter wie Beinhoff ist. Zuvor war sie als Büroleiterin (Leiterin des Leitungsstabs im Auswärtigen Amt) eine der engsten Vertrauten der grünen Außenministerin Annalena Baerbock.
Baerbock verfolgte eine „feministische Außenpolitik“ und legte viel Wert aufs Gendern.
- 2026-07-20: Auswärtiges Amt untersagt Mitarbeitern das Gendern mit Sonderzeichen
- 2024-11-13 (ntv): Bundeskabinett befördert Baerbock-Vertraute Katharina Ahrendts
Richard Schneider
