Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung „Rebekka“ geht 2026 an die Literaturübersetzerin Silvia Morawetz, bekannt als deutsche Stimme von Joyce Carol Oates, James Herriot, Paul Harding, Ali Smith und vielen anderen.
Seit vierzig Jahren übersetzt die promovierte Anglistin, Amerikanistin und Germanistin aus dem Englischen – vornehmlich britische, US-amerikanische und kanadische Autoren.
Der Preis für „langjähriges, herausragendes Übersetzen“ würdigt die jahrzehntelange, qualitativ hochwertige Übertragung von Unterhaltungsliteratur, etwa in den Genres Kriminalromane oder Fantasy. Deren Übersetzer werden selten im Feuilleton gewürdigt, obwohl ihre Werke oft hohe Auflagen mit einem entsprechend großen Lesepublikum erreichen und die Verlage damit gutes Geld verdienen.
„Präzision, Tongenauigkeit, stilistische Raffinesse“
Die Jurorinnen Eva Schweikart, Regina Rawlinson und Karen Nölle schreiben in ihrer Begründung:
Die Übersetzungen von Silvia Morawetz bestechen durch ihre Präzision, ihre Tongenauigkeit und stilistische Raffinesse auf allen Ebenen der Komplexität und in all den unterschiedlichen Genres, in denen sie uns begegnet ist, ob Roman, Krimi, Erzählung, Lyrik, Essay, Jugendliteratur, Hörspiel, Biografie oder Kunstgeschichte.
Seit vierzig Jahren übersetzt Silvia Morawetz aus dem Englischen, vornehmlich britische, US-amerikanische und kanadische Autor:innen, immer in einer Qualität, die uns vorbildlich erscheint. Auf diese vieljährige Kontinuität, professionelle Begeisterung und Können soll die Verleihung der Rebekka 2026 aufmerksam machen.
Viele Leserinnen und Leser lernten durch sie die Werke von Terry Eagleton, James Kelman, Ali Smith, Peter May und David Bellos, Anne Sexton, Joyce Carol Oates, William H. Gass, Gore Vidal, Henry Miller und Lily Brett, Elisabeth Bowers und vielen anderen kennen.
Mit Silvia Morawetz zeichnen wir nicht nur eine brillante, stilsichere Übersetzerin aus, sondern auch eine engagierte Frau, die sich über viele Jahre für die Belange der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt hat.
Von Gera über Leipzig und Heidelberg nach Celle
Silvia Morawetz wurde 1954 in Gera geboren. Nach einer Ausbildung zur Elektronikfacharbeiterin studierte sie in Leipzig Anglistik, Amerikanistik und Germanistik, wo sie 1984 auch promovierte. 1988 siedelte sie nach Heidelberg über, wo sie sich von 1990 bis 1997 als Redakteurin und Herausgeberin der Zeitschrift Übersetzen engagierte. Seit 2003 lebt und arbeitet sie im niedersächsischen Celle.
Sie wurde mehrfach mit Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, der Länder Baden-Württemberg und Niedersachsen ausgezeichnet; für ihre Übertragung der Gedichte von Anne Sexton erhielt sie ein Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin.
Rebekka wird seit 2021 vergeben
Silvia Morawetz ist die sechste Preisträgerin nach Cornelia Holfelder-von der Tann, Maike Dörries, Regina Rawlinson, Anne Emmert und Malte Krutzsch. Wie in den Vorjahren gehört zu der Auszeichnung auch 2026 ein Kunstwerk von Friederike von Criegern.
Preisverleihung auf Leipziger Buchmesse
Die Preisverleihung durch den Freundeskreis zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e. V., ausgerichtet vom Literaturübersetzer-Verband VdÜ, findet am 20. März 2026 im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt – am Stand des „Übersetzungszentrums“.
- 2020-06-20: Rebekka – Neuer, hoch dotierter Preis für Literaturübersetzungen abseits des Feuilletons
PM VdÜ, red
