TRADUKI präsentiert auf Leipziger Buchmesse literarische Strömungen aus Südosteuropa

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Mit jeweils vier Veranstaltungen auf der Donaubühne sowie 14 Veranstaltungen auf der TRADUKI-Kafana (Halle 4/D403) bringt das multinationale Literaturnetzwerk TRADUKI viel Südosteuropa auf die Leipziger Buchmesse (19. bis 22. März 2026).

In der Gemeinschaftspräsentation sind mehr als 15 Autoren aus Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, der Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien zu erleben – darunter Gabriela Adameșteanu, Iulian Ciocan, Ena Katarina Haler, Frosina Parmakovska, Slađana Nina Perković, Slobodan Šnajder und András Visky – aber auch Diaspora-Stimmen wie Betty Boras, Marko Dinić, Maja Iskra und Jehona Kicaj.

Satz, Land, Fluss – Literarische Strömungen in Südosteuropa

Für den Titel „Satz, Land, Fluss – Literarische Strömungen in Südosteuropa“ hat sich TRADUKI vom diesjährigen Fokusthema „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ inspirieren lassen, denn TRADUKI organisiert vier Veranstaltungen im Rahmen dieses Projektes.

Aber auch bei seinen anderen Events stellt TRADUKI aktuelle literarische Strömungen in Südosteuropa in den Mittelpunkt. Worte sind wie Flüsse: Sie können verbinden, entzweien, mitreißen oder einen kalt lassen. Ein Fluss kann von Ufer zu Ufer, von Anlegestelle zu Anlegestelle Bedeutung und Antlitz ändern. Ist er Endpunkt der eigenen Welt oder Sprungbrett für neue Erlebnisse? Schlusssatz oder Ankündigung?

Highlights aus dem TRADUKI-Programm in Leipzig 2026

  • Völkermord, Vertreibung, Aussiedlung, Zwangsarbeit, Lagerhaft – ein Panoptikum des Grauens. Von der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten, Moderation: Jörg Plath (Donnerstag, 19. März 2026, 14.00 Uhr, TRADUKI Kafana, Halle 4, D403)

Der rumänisch-ungarische Autor András Visky hat mit seinem poetisch durchgeformten Roman Die Aussiedlung (Suhrkamp) für großes Aufsehen gesorgt. Lange ist nicht so eindringlich, hellsichtig, lakonisch, ‘kindlich’ über das Leiden Vertriebener geschrieben worden. Die bulgarische Autorin Justine Toms spannt in Ustine (eta Verlag) den Bogen vom Völkermord an den Armeniern, dem das Mädchen Ustine nur knapp entkommt. Ihre Lebens- und Liebensreise führt sie von Paris nach Bulgarien. Doch der zweite Weltkrieg zerstört alle Zukunftspläne und auf sie warten Entbehrungen und sozialistische Arbeitslager.

  • Superkraft Satire? Wenn Literaten mit Potentaten abrechnen, Moderation: Michael Martens (Freitag, 20. März 2026, 12.00 Uhr, TRADUKI Kafana, Halle 4, D403)

Vielleicht ist Iulian Ciocan ein begnadeter Hellseher ein großer Satiriker ist er auf jeden Fall. Als Putin 2014 die Krim besetzte, schrieb der moldauische Autor gerade an seinem Roman Am Morgen kommen die Russen (Dittrich Verlag). Hier versucht ein junger Moldawier seinen dystopischen Roman über eine russische Invasion zu veröffentlichen. Dystopie? Auch der serbische Autor, Kolumnist und Aktivist Marko Vidojković kämpft mit bitterbösem Humor gegen ein Regime, das die Zerreißprobe mit der eigenen Bevölkerung sucht.

  • Studentenproteste in Serbien. Situation und Perspektiven, Moderation: Krsto Lazarević (Freitag, 20. März 2026, 14.00 Uhr, Donaubühne, Halle 4, D300/C301)

Es sind die größten Studentenproteste in der jüngeren serbischen Geschichte. Deren Ausgang ist noch ungewiss: Zu sehr überschlagen sich die Ereignisse, zu unübersichtlich sind die Machtverhältnisse und Einflusssphären, zu fragil die Sicherheitslage. Im Gespräch mit Dejan Atanacković, Anastazija Govedarica Antanasijević und Michael Martens sortieren wir die aktuelle Situation und die Perspektiven in diesem Land.

  • Erinnerung als Widerstand. Formen, Wandel und Herausforderungen der Erinnerungskultur, Moderation: Vedran Džihić (Samstag, 21. März 2026, 11.00 Uhr, Donaubühne, Halle 4, D300/C301)

Wie weiterleben nach einer Kriegs-Katastrophe? Gibt es eine (oder mehrere?) Kultur(en) des Gedenkens? Was, wenn individuelles und kollektives Erinnern politisch vereinnahmt werden oder Erinnern zum Akt des Widerstands selbst wird? Welche (Aus)-Wege kann die Literatur bieten, wenn die Zeitzeugen weniger werden, wenn die sozialen Medien geflutet werden von KI-generierten Holocaust-Bildern oder revisionistische Narrative eine nie dagewesene Vergangenheit erschaffen? Marko Dinić, Blerina Rogova-Gaxha und Dubravka Stojanović diskutieren diese Fragen.

  • Balkannacht. Literatur und Musik im UT Connewitz, Moderation: Amir Kamber und Vivian Perkovic (Samstag, 21. März 2026, 20.00 Uhr, UT Connewitz)

Schon traditionell nimmt das Netzwerk TRADUKI die Gäste im UT Connewitz mit auf eine ganz besondere nächtliche Reise – kreuz und quer durch den Balkan. Präsentiert und gefeiert wird die vielstimmige Literatur Südosteuropas mit Maja Iskra, Jehona Kicaj, Kristian Novak, Robert Şerban und András Visky.

Für die Party danach sorgt die slowenische Rapperin Masayah, bekannt für ihre energiegeladene Bühnenpräsenz. Das Konzert findet mit Unterstützung von SKICA Berlin statt.

Über TRADUKI

Das Netzwerk TRADUKI ist ein Gemeinschaftsprojekt von:

  • Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich
  • Auswärtiges Amts der Bundesrepublik Deutschland
  • Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
  • Forum Literaturübersetzen Österreich im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich
  • Goethe-Institut
  • S.-Fischer-Stiftung
  • Slowenische Buchagentur
  • Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien
  • Ministerium für Äusseres, Umwelt und Kultur des Fürstentums Liechtenstein
  • Kulturstiftung Liechtenstein
  • Ministerium für Wirtschaft, Kultur und Innovation der Republik Albanien
  • Ministerium für Kultur der Republik Serbien
  • Ministerium für Kultur Rumäniens
  • Ministerium für Kultur und Medien von Montenegro
  • Leipziger Buchmesse
  • Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Nordmazedonien
  • Ministerium für Kultur der Republik Bulgarien

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