Die Übersetzungspolitik der Französischen Revolution und der napoleonischen Zeit

Michael Schreiber: Übersetzungspolitik, Französische Revolution
Bild: Frank & Timme

Die Sprachpolitik der Französischen Revolution wird heute vor allem mit der Durchsetzung des Französischen als Nationalsprache verbunden.

Weit weniger bekannt ist die Übersetzungspolitik, d. h. die unter staatlicher Leitung erfolgte Übersetzung von Gesetzen und Dekreten. Sie hatte insbesondere den Zweck, die Botschaft der Französischen Revolution in besetzte oder annektierte Gebiete zu tragen, deren Bevölkerung die französische Sprache nicht ausreichend gut beherrschte.

Michael Schreiber untersucht diese Übersetzungspolitik, die bis zum Ende der napoleonischen Zeit betrieben wurde, am Beispiel von Übersetzungen aus dem Französischen ins Deutsche (im Rheinland), Niederländische (in Belgien), Italienische (in Norditalien) sowie in das haitianische Kreol.

Er beschreibt die Organisation der Übersetzungspolitik und analysiert Beispiele aus den Bereichen Wortschatz und Phraseologie, Syntax und Textaufbau sowie Rhetorik. Darüber hinaus geht er der Frage nach, ob die Übersetzungen nachhaltigen Einfluss auf die Zielsprachen hatten.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Übersetzungspolitik

1.1 Zum Begriff der Übersetzungspolitik
1.2 Nationale Übersetzungspolitik: Regionalsprachen
1.3 Nationale Übersetzungspolitik: europäische Sprachen
1.4 Regionale Übersetzungspolitiken: europäische Sprachen
1.5 Regionale Übersetzungspolitik: Kreolisch
1.6 Berufsbilder
1.7 Markierung der Übersetzungen
1.8 Zwischenfazit: „C’est l’Europe!“

2 Wortschatz und Phraseologie

2.1 Zum Begriff der „wörtlichen“ Übersetzung
2.2 Lehnwortschatz und Erbwortschatz
2.3 Eigennamen
2.4 Der Revolutionskalender
2.5 Phraseologie

3 Syntax und Textaufbau

3.1 Passiv und unpersönliche Konstruktionen
3.2 Partizipialkonstruktionen
3.3 Die phrase unique

4 Rhetorik

4.1 Textsorten
4.2 Rhetorische Mittel

5 Schlussbetrachtung: Was bleibt?

Literaturverzeichnis
Quellen und Archive
Wörterbücher
Sekundärliteratur

Professor am FTSK Germersheim

Michael Schreiber ist seit 2005 Professor für Französische und Italienische Sprach- und Übersetzungswissenschaft am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim.

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Geschichte des Übersetzens im 18. und 19. Jahrhundert, die sprachenpaarbezogene Translationswissenschaft und die Kontrastive Linguistik mit einem Fokus auf romanische und germanische Sprachen.

Bibliografische Angaben

  • Michael Schreiber (2025): Die Übersetzungspolitik der Französischen Revolution und der napoleonischen Zeit – Studien zu Übersetzungen ins Deutsche, Italienische, Niederländische und Kreolische. Berlin: Frank & Timme. 244 Seiten, 36,00 Euro, ISBN‎ 978-3732911417.

red