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Archive für 28.5.2009
Şebnem Bahadır koordiniert Türkisch-Masterstudiengang in Germersheim
28.5.2009 von Richard Schneider.
Die Frankfurter Rundschau schildert die Arbeit von Dr. Şebnem Bahadır. Die 42-jährige Übersetzerin und Dolmetscherin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim (FASK Germersheim). Dort koordiniert sie den bundesweit einmaligen Masterstudiengang “Sprache, Kultur, Translation” für Türkisch, den sie gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Kelletat und JProf. Dr. Dilek Dizdar aufgebaut hat.
Bereits Ende der 1990er Jahre boten Bahadır und Dizdar in Germersheim Türkisch-Kurse für Muttersprachler an. Das Interesse war groß, denn “die meisten türkischstämmigen Studierenden konnten zwar Türkisch, aber nur für den Hausgebrauch. Sie hatten den Wunsch, ihrer Halbsprachigkeit ein Ende zu setzen”, so Bahadır.
Der Masterstudiengang bietet nun die Möglichkeit, auf universitärem Niveau einen Abschluss als Fachübersetzer, Dolmetscher und interkulturellen Kommunikationsexperten für die Sprachen Türkisch und Deutsch zu erlangen. Die Berufsperspektiven der Absolventen sind nach Einschätzung der Dozentin sehr gut. Es gebe “kaum qualifizierte Fachkräfte für die türkische Sprache und Kulturvermittlung”. Die meisten Hochschulen hätten diese Entwicklung bisher verschlafen.
Bahadır wurde in der Nähe von Stuttgart geboren. Als 20-Jährige ging sie mit ihren Eltern in die Türkei, studierte in Istanbul Dolmetschen und Übersetzen (Deutsch, Englisch und Französisch) und kehrte 1994 zum Promovieren nach Deutschland zurück.
Den Zeitungsartikel können Sie in der Frankfurter Rundschau lesen. Siehe auch “Germersheim: Neuer Studiengang für türkische Muttersprachler“.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Frankfurter Rundschau, 2009-05-19. Bild: Archiv.]
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Nach Anschlag auf Sikh-Führer fehlen Urdu-Dolmetscher
28.5.2009 von Richard Schneider.
Nach dem Attentat auf Sektenführer im Sikh-Gebetshaus in der Wiener Pelzgasse gestalten sich die Ermittlungen der Polizei als schwierig. Behindert werden sie vor allem durch die Sprache.
In der Tageszeitung Die Presse heißt es: „So fehlt es an Dolmetschern für die Einvernahme der Attentäter und die Befragungen von Zeugen, die nur Urdu sprechen, noch dazu einen Dialekt. Noch schwieriger wird es bei der Übersetzung von Schriftstücken, die in den Wohnungen der Attentäter beschlagnahmt wurden.“ Und Der Standard schreibt: „Das Hauptproblem bei den Einvernahmen und Befragungen von Zeugen sei derzeit, dass die Verdächtigen Urdu sprechen, und für diese Sprache nur sechs Dolmetscher zur Verfügung stehen. Übersetzt werden muss zudem ein Dialekt. Die Dolmetscher verstehen ihn in gesprochener Form, nicht aber schriftliche Aufzeichnungen.“
Hinzu kommt, dass die Polizei keinerlei Erfahrungen mit der als friedfertig geltenden indischen Religionsgruppe der Sikhs besitzt, die auf ihrer österreichischen Website schreibt: „Da eine der Säulen des Sikhismus neben der Nächstenliebe die Gewaltlosigkeit ist, distanziert sich die Gemeinschaft der Sikh in Österreich von diesem Attentat und verurteilt jede Art des Fanatismus.”
Am vergangenen Sonntag waren sechs mit Pistolen und Messern bewaffnete Inder in das Gebetshaus eingedrungen und hatten einen kurz zuvor für einen Vortrag aus Indien eingetroffenen Führer der „Dera Sachkhand“-Sekte ermordet. Ein zweiter Prediger und einer der Attentäter wurden schwer verletzt und liegen im Krankenhaus. 16 weitere Personen zogen sich leichtere Verletzungen zu.
In Indien vermuten die Medien, dass hinter der Auseinandersetzung eine alte Rivalität zwischen der sich an niedrigere Kasten wendenden, aufstrebenden Sekte und den traditionell höherkastigen orthodoxen Sikhs steckt. Die Hindustan Times titelte „Alte Fehde, neue Bühne“.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Die Presse, 2009-05-27, 2009-05-28; Der Standard, 2009-05-26. Bild: photocase.de.]
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