Bonner Afghanistan-Konferenz: Dolmetscherimport aus Großbritannien

Fieberhaft laufen die Vorbereitungen für die am Dienstag auf dem Petersberg bei Bonn beginnende Konferenz der Vereinten Nationen zur Befriedung Afghanistans. Besondere Probleme bereitet dabei die Bereitstellung der für die Sprachen Paschtu, Dari und Englisch benötigten Dolmetscher. Zu wenige der in Deutschland lebenden Afghanen sprechen gut genug Englisch.

Deshalb werden nach Angaben der Bremer Nachrichten jetzt „junge Afghanen“ aus London eingeflogen. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten formulieren die Frage, vor der die Organisatoren stehen, so:

Kennt einer einen, der einen kennt, der Dari spricht, Paschtu und Englisch? Es kennt keiner einen – die Dolmetscher kommen jetzt aus London.

Zu den Teilnehmern der Konferenz erläutern die Bremer Nachrichten:

Die Gruppen sollen möglichst das politische und ethnische Spektrum des Landes widerspiegeln, in dem es kein Mehrheitsvolk gibt.

Die Paschtunen, die auch die Träger des Taliban-Regimes stellen, sind mit 40 Prozent Anteil nur die größte Minderheit. Weitere Minderheiten sind Tadschiken (25 Prozent), mongolischstämmige Hasara (15) und Usbeken (fünf) sowie zahlreiche weitere Minderheiten. Die vier politischen Gruppierungen bei der Konferenz sind die Nordallianz, die zum Ex-König Sahir Schah gehörige Rom-Gruppe sowie die Exilgruppen mit Basis in Zypern und Peschawar.

Richard Schneider

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