„Übersetzer erfüllen eine unverzichtbare Aufgabe“ – Lönnroth zum Europäischen Tag der Sprachen

Am 26. September wird Europa am „Europäischen Tag der Sprachen“ seine Sprachenvielfalt feiern. Mit hunderten von Veranstaltungen wirbt die Europäische Union gemeinsam mit dem Europarat und vielen Staaten für den Sprachenreichtum Europas. Mehrsprachigkeit ist ein Grundprinzip der Europäischen Union. Bei jedem Beitritt wird die Amtssprache des jeweiligen Landes auch EU-Amtssprache. Bei der letzten Erweiterungsrunde im Jahr 2004 kamen gleich neun Amtssprachen auf einmal hinzu.

„Wenn wir mit den Regierungen und Bürgern in ihrer Sprache reden und ihnen in ihrer Sprache zuhören, fördern wir Transparenz, Demokratie, Legitimität und Effizienz bei den Einrichtungen der Europäischen Union.“, erklärte Karl-Johan/Juhani Lönnroth, Generaldirektor für Übersetzung in der Europäischen Kommission.

Die EU arbeitet als einzige internationale Organisation in 20 Amtssprachen. Daher ist sie in der Lage, mit jedem Unionsbürger in seiner Sprache direkt zu sprechen und die Menschen auf diese Weise über ihre Rechte und Pflichten zu informieren. Pro Bürger und Jahr fallen dafür Kosten von 2,50 Euro an.

In der Europäischen Kommission setzen Tag für Tag nahezu 2.500 professionelle Übersetzer und Dolmetscher das Prinzip der Mehrsprachigkeit in die Tat um. So unterstützen sie die Kommission dabei, ihre Anliegen und Botschaften der Öffentlichkeit, den Medien, den Unternehmen und Regierungen in jedem Mitgliedstaat zu vermitteln. Die Übersetzer und Dolmetscher erfüllen somit eine unverzichtbare Aufgabe. Erst durch sie wird jeder Bürger in seiner Sprache erreicht. Dafür werden etwa 1.650 Übersetzer sowie 500 fest angestellte und täglich ca. 300 bis 400 freiberufliche Dolmetscher beschäftigt.

Die Kommission bereitet sich schon jetzt auf die nächste EU-Erweiterung vor und hat erste Schritte zur Einstellung von Übersetzern und Dolmetschern aus Bulgarien und Rumänien eingeleitet. Gleichzeitig wird das derzeitige Personal darin geschult, aus den Sprachen dieser Länder zu übersetzen und zu dolmetschen.

Für die kommissionsinterne Kommunikation werden Englisch, Französisch und Deutsch verwendet. Das hilft Zeit und Steuergelder zu sparen. Bei der Kommunikation mit den Bürgern in den EU-Staaten bedient sie sich aber der jeweils erforderlichen Amtssprachen. Im Falle eines Schreibens an einen einzelnen Bürger oder an eine Behörde eines Mitgliedstaats ist dies nur eine einzige Sprache. Die Rechtsvorschriften hingegen werden in allen 20 EU-Sprachen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Die materiellen Ressourcen und die Zahl der Mitarbeiter, die insbesondere die Europäische Kommission für das Übersetzen und Dolmetschen bereitstellt, zeugen von ihrer Entschlossenheit, die europäischen Sprachen lebendig zu erhalten, und zwar nicht nur am Europäischen Tag der Sprachen, sondern auch an allen übrigen Tagen des Jahres.

PM EU-Kommission Deutschland

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