Porträt: Literaturübersetzerin Cornelia Holfelder von der Tann

Das Freiburger Online-Magazin fudder porträtiert für junge Leser unter der Überschrift „Berufseinstieg: Wie werde ich Übersetzer?“ die Arbeit der Literaturübersetzerin Cornelia Holfelder von der Tann.

Diese hat Germanistik, Anglistik und Romanistik auf Lehramt studiert und nahm sich nach dem zweiten Staatsexamen eine kurze Auszeit. „Schließlich bin ich auf der Frankfurter Buchmesse rumgelaufen und habe gesagt: ,Guten Tag, ich möchte gern Bücher übersetzen.‘ So kam der Stein ins Rollen und ich bekam mit 26 Jahren meinen ersten Auftrag bei einem kleinen Verlag.“

„Was die Verlage interessiert, ist die 105-prozentige Beherrschung der Muttersprache sowie die gute Beherrschung der Ausgangssprache“, so Holfelder von der Tann.

Als angenehm empfindet sie die Freiheiten bei der Gestaltung des eigenen Arbeitstags, was allerdings viel Selbstdisziplin erfordere. Nach der Auftragserteilung habe man drei bis vier Monate seine Ruhe und könne sich die Ruhephasen frei einteilen.

Sie weist darauf hin, dass es in Düsseldorf und Leipzig spezielle Studiengänge für Literaturübersetzer gibt: „Die meisten der Absolventen werden aber nicht Übersetzer, sondern landen mit viel Glück bei einem Verlag oder ergreifen einen ganz anderen Beruf. Im Grunde ist es vollkommen wurscht, was man gemacht oder studiert hat.“

Nicht verschwiegen wird in dem Beitrag die schlechte Bezahlung der literarischen Übersetzer durch die Verlage. Cornelia Holfelder von der Tann erklärt: „Man bekommt ein Seitenhonorar, das im Vertrag auf ungefähr 20 Euro festgesetzt werden sollte. Es ist einfach Ausbeutung, jemanden für 13 Euro übersetzen zu lassen, aber wenn man in den Beruf reinkommen will, macht man es eben trotzdem.“ Traumgehälter solle man sich auf jeden Fall aus dem Kopf schlagen.

Die Übersetzerin mit 34-jähriger Berufserfahrung rät Berufseinsteigern, nicht zu früh aufzugeben: „Das Wichtigste ist es, den Anfang zu schaffen und einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn wenn man einmal drin ist, wird man immer wieder beauftragt, legt im Laufe der Zeit Routine und Schnelligkeit an den Tag und dann kommt man mit dem Geld schon hin.“

Den gesamten, recht ausführlichen Artikel können Sie auf der fudder-Website lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: fudder, 2010-03-08. Bild: Frankfurter Buchmesse.]

Das GDolmG muss weg