Prof. Dr. Reiner Arntz verstorben – Experte für Terminologie und Übersetzungsdidaktik

Reiner Arntz
Reiner Arntz in seinem Arbeitszimmer an der Universität Hildesheim im Jahr 2002.

Plötzlich und vollkommen unerwartet ist am 10.12.2012 Prof. Dr. jur. Reiner Arntz im Alter von 69 Jahren verstorben. Arntz hatte sich 2008 an der Universität Hildesheim in den Ruhestand verabschiedet, wo er seit 1980 am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation wirkte, dessen Leiter er zeitweise war. Auch nach seinem Ausscheiden setzte er seine rege Publikationstätigkeit fort und war 2010 Gastdozent an der Universität Sakarya in der Türkei.

Arntz begann seine Karriere 1965 als Diplom-Übersetzer für Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Niederländisch. Anschließend absolvierte er ein Jurastudium mit erster und zweiter Staatsprüfung und promovierte in den Rechtswissenschaften.

Schon ab 1965 war er bis 1979 als Lektor, Akademischer Rat bzw. Oberrat am damaligen Dolmetscher-Institut der Universität des Saarlandes beschäftigt. 1980 nahm Arntz eine C4-Professur für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Hildesheim an. Dort wirkte er maßgeblich am Aufbau der Studiengänge Internationale Fachkommunikation (“Fachübersetzen”) und Internationales Informationsmanagement mit.

Darüber hinaus engagierte er sich an der Europäischen Akademie Bozen beim Aufbau des Fachbereichs “Ethnische Minderheiten und Regionale Autonomien” und war 1996/1997 Gastdozent für Fachkommunikation und Fachsprachenpädagogik an der Wirtschaftsuniversität Dänemark-Süd.

Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit lagen in den Bereichen kontrastive Sprachwissenschaft und Rechtssprache. Besondere und bleibende Verdienste erwarb er sich in der Terminologielehre und Übersetzungsdidaktik. Allen studierten Übersetzern und Dolmetschern – vor allem denen, die eine terminologische Abschlussarbeit verfasst haben – ist sein Name ein Begriff.

In der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung sind Traueranzeigen der Familie, der Universität Hildesheim, der Mitarbeiter des Bereichs Informations-, Sprach- und Kulturwissenschaft und des Rotary Clubs erschienen:

Mit Bestürzung und Trauer haben wir vom plötzlichen Tod unseres ehemaligen Mitglieds Prof. i. R. Dr. Reiner Arntz erfahren. Prof. Arntz war ein international renommierter Sprachwissenschaftler, der maßgeblich an der Entwicklung der Universität Hildesheim beteiligt war. Er wirkte sehr erfolgreich als Institutsleiter, Dekan und langjähriges Senatsmitglied. Seine vorbildliche Betreuung galt einer sehr großen Schar von Studierenden, deren Diplomarbeiten er mit Akribie und Hingabe betreute. Prof. Arntz genoss innerhalb und außerhalb der Universität sehr hohes Ansehen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident; Prof. Dr. Friedrich Lenz, Dekan; Prof. Dr. Klaus Schubert, Institutsleiter

 

Wir sind sehr traurig über den Verlust von Reiner Arntz. Viel zu früh ist ein Mensch gestorben, der für viele nicht nur Kollege war, sondern Vorbild, Mentor und Weggefährte über Jahrzehnte, mit unermüdlichem Engagement für die gemeinsame Sache. Wir werden ihn mit Dankbarkeit und Respekt in Erinnerung behalten.
Die Mitarbeiter des Bereichs Informations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Hildesheim

In der Süddeutschen Zeitung erschien eine Traueranzeige des SDI München:

Wir nehmen Abschied von Prof. Dr. Reiner Arntz, der plötzlich und unerwartet am 10. Dezember verstorben ist. Prof. Arntz war seit 1992 Mitglied unseres Kuratoriums. Die Errichtung der neuen Hochschule des SDI und die Akkreditierung der Studiengänge wären ohne sein Fachwissen und seine beherzte Unterstützung nicht möglich gewesen. In Hochachtung und Dankbarkeit behalten wir ihn in guter Erinnerung.
Prof. Dr.-Ing. Dieter Liepsch, Vorsitzender des Kuratoriums; Prof. Dr. Felix Mayer, Vorstand und Präsident
Hochschule für angewandte Sprachen, Sprachen & Dolmetscher Institut München (SDI)
München, im Dezember 2012

Reiner Arntz hinterlässt seine Frau, zwei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. In der Traueranzeige der Familie heißt es: “Wir wollen nicht traurig sein, dass wir dich verloren haben, sondern dankbar sein, dass wir dich haben durften.”

[Text: Richard Schneider. Bild: Universität Hildesheim.]