„Fiscal cliff“ zum US-Unwort des Jahres gekürt

Welches Wort hat man in den vergangenen Wochen besonders oft in den Nachrichten gehört? Die Antwort lautet: „Fiskalklippe“. Nun haben US-amerikanische Sprachhüter „fiscal cliff“ zum Unwort des Jahres 2012 gekürt.

Seit dem Jahr 1975 arbeiten die Sprachhüter der Lake Superior State University in Michigan eine Liste mit den Wörtern heraus, die aus dem Sprachgebrauch am besten verbannt gehören. In diesem Jahr erhielten die Sprachbewahrer zehntausende Vorschläge, wobei „fiscal cliff“ mit Abstand die meisten Stimmen bekam.

Nach einem erbitterten Streit um den Haushalt verabschiedeten die Republikaner und Demokraten im Sommer 2011 das sogenannte Haushaltskontrollgesetz („Budget Control Act“), nach dem automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen eintreten, wenn bis zum 1. Januar 2013 keine Einigung zur Reduzierung des jährlichen Defizits erreicht wird. In diesem Zusammenhang steht die „Fiskalklippe“. Vor allem bürgerte sich der Ausdruck vom drohenden „Sturz über die Fiskalklippe“ ein.

Nachfolgend einige Kommentare zum aktuellen Unwort des Jahres:

  • “You can’t turn on the news without hearing this. I’m equally worried about the River of Debt and Mountain of Despair.” Christopher Loiselle, Midland, Mich.
  • “(We’ve) lost sight of the metaphor and started to think it’s a real place, like with the headline, ‘Obama, Boehner meeting on fiscal cliff’.” Barry Cochran, Portland, Ore.
  • “Tends to be used however the speaker wishes to use it, as in falling off the fiscal cliff, climbing the fiscal cliff, challenged by the fiscal cliff, etc. Just once, I would like to hear it referred to as a financial crisis.” Barbara CLIFF, Johnstown, Penn.
  • “Continually referred to as ‘the so-called fiscal cliff,’ followed by a definition. How many times do we need to hear ‘fiscal cliff,’ let alone its definition? Please let this phrase fall off of a real cliff!” Randal Baker, Seabeck, Wash.
  • “Fiscal cliff, fiscal update, fiscal austerity…whatever happened to ‘economic’ updates? Fiscal has to go.” Dawn Farrell-Taylor, Ont.
  • “Makes me want to throw someone over a real cliff,” Donna, Johnstown, NY
  • “If only those who utter these words would take a giant leap off of it.” Joann Eschenburg, Clinton Twp., Mich.

Ebenfalls auf der Liste genannt wurden die Wörter: „kick the can down the road“, „double down“, „job creators/creation“, „passion/passionate“, „yolo“, „spoiler alert“, „bucket list“, „trending“, „superfood“, „boneleess wings“, „guru“.

Es ist jedoch relativ unwahrscheinlich, dass die Sprachhüter mit ihrer Liste Erfolg haben werden. In den letzten Jahren hatten sie versucht, unter anderem die Begriffe „Aha-Moment“, „Black Friday“, „viral“ und „surreal“ verschwinden zu lassen –bislang allerdings erfolglos.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: lssu.edu; spiegel.de, 01.01.2013; rp-online.de, 01.01.2013.]