Madrid: Unfähiger Dolmetscher in Doping-Prozess – Anhörung verschoben

Wegen eines Dolmetschers, der den Anforderungen beim Prozess gegen den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes nicht gewachsen war, musste in Madrid die Anhörung eines deutschen Sachverständigen abgebrochen und verschoben worden.

Fuentes wird vorgeworfen, für Radrennställe der Tour de France über Jahre hinweg ein systematisches Doping – unter anderem durch Bluttransfusionen – organisiert zu haben. Der deutsche Sportmediziner Prof. Yorck Olaf Schumacher sollte deshalb am 11.02.2013 als Gutachter der Welt-Antidoping-Agentur WADA erklären, welche gesundheitlichen Folgen Bluttransfusionen haben können. Der deutsche Professor trug seine Ausführungen auf Englisch vor.

Dem vom Gericht bestellten Englisch-Spanisch-Dolmetscher waren aber offenbar die medizinischen Fachbegriffe nicht geläufig, sodass die Übertragung ins Spanische zur Farce geriet. Daraufhin beschwerte sich der WADA-Justiziar Julien Sieveking wegen der Fehlleistungen des Dolmetschers. „Das ist empörend“, so der Jurist wörtlich.

Richterin Julia Patricia Santamaría entschied daraufhin, die Anhörung des Sachverständigen um vier Tage zu verschieben. Bis dahin soll ein Dolmetscher gefunden werden, der sich auf medizinischem Gebiet auskennt.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Stern, 2013-02-13.]

Das GDolmG muss weg