TOLEDO: Robert-Bosch-Stiftung und Deutscher Übersetzerfonds starten neues Förderprogramm

Robert Bosch
Der Ingenieur und Erfinder August Robert Bosch (1861-1942) legte 1886 mit Gründung seiner "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" in Stuttgart den Grundstein für die heutige Robert Bosch GmbH (78,5 Mrd. Euro Jahresumsatz). Er betrachtete sich selbst als Sozialdemokrat. - Bild: RBS

Die Robert-Bosch-Stiftung erweitert ihre Übersetzerförderung. Gemeinsam mit dem Deutschen Übersetzerfonds startet sie das internationale Förderprogramm „TOLEDO – Übersetzer im Austausch der Kulturen“ für literarische Übersetzer.

Mit TOLEDO baut die Stiftung ihre bislang unter dem Namen „Literarische Brückenbauer“ laufende Übersetzerförderung weiter aus. Die Fördersumme beläuft sich damit künftig auf insgesamt 450.000 Euro pro Jahr.

Der Deutsche Übersetzerfonds kann mit dem gemeinsamem Programm TOLEDO seine Fördertätigkeit um eine stark international geprägte Komponente erweitern.

Übersetzer unverzichtbare Akteure der Völkerverständigung

Dr. Maja Sibylle Pflüger ist stellvertretende Bereichsleiterin „Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn“ der Stiftung. Sie erklärt: „Übersetzer sind unverzichtbare Akteure der Völkerverständigung. Mit TOLEDO erweitert die Robert-Bosch-Stiftung ihre bisherige Übersetzerförderung und stärkt damit nachhaltig die Rolle von Übersetzern als Kulturmittler. Denn sie sorgen dafür, dass Menschen weltweit an Geschichten und Wissen anderer Kulturen teilhaben. Mit dem Deutschen Übersetzerfonds als einer bedeutenden und hervorragend vernetzten Institution haben wir außerdem den idealen Partner für TOLEDO gefunden.“

Der Geschäftsführer des Deutschen Übersetzerfonds, Jürgen Jakob Becker, ergänzt: „Übersetzer sind Fachleute für Verständigung und Kosmopoliten sui generis. TOLEDO wird sie dabei unterstützen, sich in der Welt zu bewegen, Netzwerke aufzubauen und ihr Wissen mit dem Publikum zu teilen. Die Möglichkeiten hierfür durch diese Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung auszubauen und fortzuentwickeln, ist für den Deutschen Übersetzerfonds ein großer Ansporn.“

Vernetzung und Mobilität von Übersetzern stärken

Unter dem Dach von TOLEDO wird es Werkstattformate wie „ViceVersa“ geben, in denen Übersetzer eines bestimmten Sprachenpaares (z. B. Deutsch-Spanisch und Spanisch-Deutsch) gemeinsam an ihren Texten und deren sprachlichen Herausforderungen arbeiten können.

Darüber hinaus wird der TOLEDO-Mobilitätsfonds Übersetzern Aufenthalte in den Ländern ihrer Ausgangssprache und in europäischen Übersetzerzentren wie dem Übersetzerhaus Looren in der Schweiz, der Villa Decius in Polen oder dem Collège international des traducteurs littéraires (CITL) in Frankreich ermöglichen.

Eine weitere Aufgabe von TOLEDO wird die Förderung des Austauschs zwischen Übersetzern und anderen Akteuren des Literaturbetriebs wie Autoren und Lektoren sein.

An der Übersetzungskunst Interessierten wird das Programm zudem ein breitgefächertes Veranstaltungsangebot präsentieren. So wird es beispielsweise eine Kooperation mit dem Übersetzerzentrum auf der Leipziger Buchmesse geben. Zu den Neuentwicklungen des Programms werden Expeditionen in Städte mit lebendigen Übersetzerszenen wie Kolkata gehören.

Benannt ist das Förderprogramm TOLEDO nach der kastilischen Stadt, die eine wichtige Rolle in der langen Tradition europäischer Übersetzungskunst spielt und heute zum Sinnbild für den Brückenschlag zwischen Wissenschaften, Religionen, von Orient und Okzident geworden ist.

Programmstart im Berliner LCB

Den Programmstart bildet eine Auftaktveranstaltung im Literarischen Colloquium Berlin (LCB), die unter dem Motto „Der Traum von Toledo“ steht. Veranstaltungshöhepunkt ist die Festrede des amerikanischen Schriftstellers und Übersetzers Joshua Cohen, dessen Roman „Buch der Zahlen“ kürzlich auf Deutsch erschienen ist. Ergänzt wird die Veranstaltung durch Gespräche und Performances mit Übersetzern.

Geschäftsführung Robert-Bosch-Stiftung
Die Geschäftsführung der Robert-Bosch-Stiftung: Sandra Breka, Prof. Dr. Joachim Rogall, Dr. Hans-Werner Cieslik. – Bild: Björn Hänssler / RBS

Seit Gründung 1964 mehr als 1,8 Mrd. Euro bereitgestellt

Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen. Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig.

Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung rund 1,8 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

[Text: Robert-Bosch-Stiftung. Quelle: Pressemitteilung, 2018-02-02.]

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