MeSH-Übersetzung: DIMDI übergibt Pflege des medizinischen Thesaurus an ZB MED

Anatomie
Auch das Fachgebiet der Anatomie wird von dem medizinischen Thesaurus MeSH abgedeckt. - Bild: Gerd Altmann / Pixabay

Das ZB MED Informationszentrum Lebenswissenschaften übernimmt ab 2020 die deutsche Übersetzung der Medical Subject Headings (MeSH). Bisher hat das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) den medizinischen Thesaurus übersetzt, den im englischen Original die US-amerikanischen National Library of Medicine (NLM) herausgibt.

MeSH ist ein international bekannter und weltweit verbreiteter medizinischer Thesaurus, der jährlich aktualisiert wird. Er ist hierarchisch aufgebaut und stellt vielfältige Verbindungen zwischen Fachbegriffen mit unterschiedlichen Merkmalen her.

Die Anwendung reicht von der Sacherschließung von Buch- und Medienbeständen über das Indexieren von Datenbanken bis zum Erstellen von Suchprofilen in Medizin und Biowissenschaften.

Partner weltweit übersetzen Main Headings und Entry Terms in Landessprache

Die United States National Library of Medicine gibt als weltgrößte medizinische Bibliothek den MeSH-Thesaurus heraus. Er wird jährlich aktualisiert. Partnerorganisationen weltweit übersetzen die sogenannten Main Headings und Entry Terms in die jeweilige Landessprache.

Die NLM begrüßt es, dass ZB MED in Zukunft die MeSH-Übersetzung für den deutschen Sprachraum sicherstellt: „With ZB MED we have a trusted partner in Germany. This means that we know German MeSH translations are in good hands.“

DIMDI übergibt an ZB MED

Bis 2018 lag die Übersetzung für den deutschen Sprachraum beim DIMDI, das aktuell die Ausgabe von 2019 zum Download bereitstellt. In enger Abstimmung mit dem DIMDI übernimmt ZB MED als deutsches Pendant zur US-amerikanischen NLM nun diese Aufgabe.

„Wir freuen uns, nun eine geeignete Institution gefunden zu haben, die den MeSH auch künftig übersetzen wird. DIMDI und ZB MED verbindet eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit“, stellt Michael Schopen fest, Abteilungsleiter Medizinische Information beim DIMDI. Das Informationszentrum wird erstmalig die 2020er Ausgabe des deutschen MeSH-Thesaurus anbieten.

Dietrich Rebholz-Schuhmann
Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann – Bild: Dorothea Hensen / ZB MED

Der Arzt und Informatiker Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, Wissenschaftlicher Direktor von ZB MED, begrüßt den Schritt: „ZB MED bündelt Kompetenzen im Bereich Medizin, Sprachtechnologien, Terminologien und Bibliothek. Daher bringen wir ideale Voraussetzungen mit, um die deutsche MeSH-Version in Zukunft herauszugeben und damit eine einheitliche Verwendung der medizinischen Fachterminologie im deutschen Sprachraum weiterhin zu gewährleisten. Damit erreichen wir die Vernetzung von Informationsquellen über Sprachgrenzen hinweg.“

Über das ZB MED in Köln

ZB MED ist als Informationsinfrastruktur in Deutschland und Europa der zentrale Partner für die Lebenswissenschaften: von Medizin über Biodiversität bis hin zu Umweltschutz. Das Institut ist hervorgegangen aus einer Bibliothek. Aufbauend auf den Literaturbeständen und -zugängen, Datenbanken und Forschungsdaten unterstützt ZB MED Forschende bei der Gewinnung neuer Informationen und Erkenntnisse – vor Ort in Köln und Bonn wie auch überregional.

ZB MED bietet digitale Mehrwertdienste über das semantikbasierte Suchportal LIVIVO und über das Open-Access-Publikationsportal PUBLISSO an. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Vermittlung von Informations- und Datenkompetenz. ZB MED forscht selbst anwendungsorientiert mit datenwissenschaftlichen Methoden in den Lebenswissenschaften und verfolgt das Ziel, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Angebote für die lebenswissenschaftliche Forschung zu entwickeln.

Die Forscher bei ZB MED aggregieren, nutzen und verbinden heterogene Daten, Informationen und Literatur und ermöglichen dadurch neue Forschungsansätze. Dabei stehen semantikbasierte Methoden, automatisierte Prozesse sowie Text- und Datamining im Fokus. Zu den zentralen Prioritäten von ZB MED gehört die Förderung von Open Science mit all seinen Facetten, wie FAIR und Open Data, Open Access und Open Source.

Das Informationszentrum ist eine Stiftung öffentlichen Rechts.

Weiterführende Links

Ulrike Ostrzinski, ZB MED

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