Florika Fink-Hooijer wechselt von Generaldirektion Dolmetschen zur GD Umwelt

Florika Fink-Hooijer
Vier Jahre sind genug: Florika Fink-Hooijer verlässt die Generaldirektion Dolmetschen. - Bild: EU

Florika Fink-Hooijer leitet nicht mehr die Generaldirektion Dolmetschen (SCIC) der EU-Kommission. Am 1. September 2020 ist sie zur Generaldirektion Umwelt gewechselt, wo sie in gleicher Position künftig unter dem Kommissar für Umwelt und Ozeane, Virginijus Sinkevičius (Litauen), arbeitet. Generaldirektorin der GD Dolmetschen war sie seit dem 1. Juni 2016.

Als Verwaltungschefin des „EU-Umweltministeriums“ kann die promovierte deutsche Juristin künftig stärker politisch wirken. Ihren Tweets ist zu entnehmen, dass ihr besonders die Umsetzung des „European Green Deal“ am Herzen liegt.

Promovierte Juristin seit 1990 in Brüssel

Fink-Hooijer hat in Bonn, Genf und Brüssel Rechtswissenschaften studiert und in Berlin einen Doktortitel erworben. Nach drei Jahren in zwei Anwaltskanzleien trat sie bereits 1990 in die Dienste der EU-Institutionen in Brüssel ein.

Dort arbeitete sich die Karriere-Beamtin in verschiedenen Funktionen zügig nach oben. Der neue Posten als Generaldirektorin der GD Umwelt ist bereits die zehnte Position innerhalb der EU-Institutionen.

Durch Twitter weithin bekannt

Im Gegensatz zu ihren Vorgängern war Florika Fink-Hooijer der interessierten Fachöffentlichkeit durchaus bekannt. Das lag auch daran, dass sie regelmäßig in den Sozialen Medien (vor allem Twitter) über ihre Arbeit berichtete und den Eindruck vermittelte, direkt ansprechbar zu sein.

Unangenehme Nachfragen ließ zwar auch sie unbeantwortet an sich abprallen, aber durch ihre zeitgemäße Art der Öffentlichkeitsarbeit gewährte sie zusätzliche Einblicke in den Alltag des größten Dolmetschdienstes der Welt. Die in der Dolmetschkabine sitzenden Mitarbeiter ihrer Behörde wurden dabei von ihr stets in den höchsten Tönen gelobt.

Carlos Alegria mit Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt

Carlos Alegria
Carlos Alegria – Bild: EU

Die Leitung der Generaldirektion Dolmetschen übernimmt nach dem Abgang von Fink-Hooijer vorerst der bisherige Stellvertreter Carlos Alegria. Offenbar sucht man noch nach einer Neubesetzung des Chefpostens, denn Alegria wurde nicht zum neuen Generaldirektor ernannt, sondern lediglich „mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt“.

Der Portugiese ist im Gegensatz zur Juristin Fink-Hooijer vom Fach und saß von 1985 bis 1993 als Dolmetscher selbst in den Kabinen des Dienstes, der nach der früheren französischen Bezeichnung Service Commun Interprétation-Conférences intern immer noch als SCIC bezeichnet wird. Die Arbeitssprachen von Carlos Alegria sind Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch.

Wird gezielt nach einer Frau gesucht?

Offenbar wird für den Leitungsposten gezielt nach einer Frau gesucht, denn der Frauenanteil unter den Generaldirektoren lag im Oktober 2019 erst bei 38 Prozent und damit unter dem von Jean-Claude Juncker angestrebten Anteil von 40 Prozent.

Die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihre Ziele noch höher gesteckt: Bis zum Jahr 2024 soll die Hälfte aller Führungskräfte innerhalb der Kommissionsverwaltung aus Frauen bestehen.

Da Florika Fink-Hooijer in der GD Umwelt einen Mann ersetzt, böte eine erneut weibliche Besetzung des Chefpostens bei den Dolmetschern die Möglichkeit, den Frauenanteil auf dieser wichtigen Führungsebene zu erhöhen. Insgesamt arbeiten der Kommission 33 Generaldirektionen zu.

GD Dolmetschen untersteht EU-Kommissar Johannes Hahn

Die Generaldirektion Dolmetschen ist dem EU-Kommissar Johannes Hahn (Österreich) unterstellt, der in der EU-Kommission für die Bereiche Haushalt und Verwaltung zuständig ist.

Richard Schneider

Das GDolmG muss weg