VdÜ: Marieke Heimburger und Ingo Herzke zu neuen Vorsitzenden gewählt

Marieke Heimburger, Ingo Herzke
Die neue Doppelspitze: Marieke Heimburger und Ingo Herzke sind keine Unbekannten. Sie engagieren sich bereits seit vielen Jahren im VdÜ. - Bild: Ebba Drolshagen, Herwig Lührs

Die digitale Mitgliederversammlung des Literaturübersetzerverbandes VdÜ hat am 5. Juni 2021 beschlossen, dass die Geschicke des Verbandes in den kommenden vier Jahren aus dem hohen Norden geleitet werden:

In Tønder (Tondern) an der dänisch-deutschen Grenze lebt die neue 1. Vorsitzende Marieke Heimburger. Ebenfalls neu im Vorstand ist der 2. Vorsitzende Ingo Herzke, der in Hamburg arbeitet. Sie lösen Patricia Klobusiczky und Maria Hummitzsch ab, die seit 2017 die Ämter bekleideten.

„Die letzten Vorstände haben über Jahre große berufspolitische Projekte vorangebracht und abgeschlossen – wir übernehmen also ein gut bestelltes Feld“, so die beiden Vorsitzenden in einem Grußwort nach der Wahl.

„Das heißt aber nicht, dass für uns nichts zu tun sein wird. Die schon lange stagnierenden Honorare, dazu ein jetzt gerade in Kraft tretendes erneuertes Urheberrecht, das uns keinerlei Instrumente zur Erlangung der seit langem von der Politik zugesagten angemessenen Vergütung in die Hand gibt – die prekäre Situation unserer Zunft ist weiterhin eine Realität.“

Heimburger war zuvor Schatzmeisterin

Marieke Heimburger, geboren 1972 in Japan, hat den Düsseldorfer Studiengang Literaturübersetzen für die Sprachen Englisch und Spanisch absolviert und arbeitet seit 1998 als freiberufliche Übersetzerin englischsprachiger und dänischer Literatur.

Von ihrer Wahlheimat Süddänemark aus hat sie sich von Anfang an berufspolitisch engagiert und sich aktiv in den VdÜ eingebracht. 2013 wurde sie in die Honorarkommission des VdÜ gewählt, 2017 wechselte sie als Schatzmeisterin in den Vorstand.

Herzke ist Mitorganisator des VdÜ-Auftritts beim Weltempfang der FBM

Ingo Herzke ist 1966 in Niedersachsen geboren, hat in Göttingen und Glasgow Englisch und Geschichte studiert und 1999 angefangen, Literatur aus dem Englischen zu übertragen. Seitdem lebt er in Hamburg vom Bücherübersetzen.

Mitglied im VdÜ wurde er gleich nach dem ersten Buch, seit fast 20 Jahren ist er Mitorganisator des Hamburger Übersetzertreffens, und seit 2010 hat er zusammen mit Annette Kopetzki den Auftritt des VdÜ im Zentrum „Weltempfang“ auf der Frankfurter Buchmesse verantwortet.

Auf dem Programm: Verbesserung der Einkommenssituation, Professionalisierung

Zu ihren Plänen als Vorsitzende erklären Marieke Heimburger und Ingo Herzke:

Unsere Hauptaufgabe wird weiterhin darin bestehen, durch kompetente und konstruktive Zusammenarbeit mit Verwertern und Politik für die Verbesserung der Einkommenssituation unserer Zunft einzutreten.

Aber wir wollen auch ein erhöhtes Augenmerk auf den Zusammenhalt und die Professionalisierung aller Übersetzer:innen richten, ganz gleich, ob im VdÜ organisiert oder nicht.

Dazu werden wir sicher auch neue Wege beschreiten, die uns eher unfreiwillig durch die Pandemie nähergebracht wurden, die wir nun aber als positive Ergänzung zu unseren altbewährten Aktivitäten aufgreifen und umsetzen wollen.

Weitere neue Gesichter in den Gremien

Neuer Schatzmeister des VdÜ ist Mirko Kraetsch (Berlin), neuer Schriftführer Andreas Förster (Berlin). Elke Link (Berg) und Katrin Segerer (Düsseldorf) wurden als Beisitzerinnen wiedergewählt, André Hansen (Berlin) kommt als Beisitzer neu hinzu.

VdÜ wurde 1954 gegründet, hat zurzeit rund 1.400 Mitglieder

Der „Verband deutschsprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissenschaftlicher Werke e. V.“ wurde 1954 als Interessenvertretung in der Öffentlichkeit sowie gegenüber den Vertragspartnern und deren Verbänden gegründet.

Seit 1974 ist er als „Bundessparte Übersetzer/innen“ in den Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) innerhalb der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) eingebunden. Die rund 1.400 VdÜ-Mitglieder sind damit gleichzeitig Mitglieder der Gewerkschaft.

red, Christel Kröning/VdÜ

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